ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Anfangs, um den Krieg für sich entscheiden zu können, war die Bombardierung mit Sicherheit notwendig. Gegen Ende des Krieges waren das aber, per Definition, Kriegsverbrechen. Die Alliierten haben den Krieg längst gewonnen, die Städte und damit die Bevölkerung wurde aber stetig weiter bombardiert. Das war schlicht Terror an der Bevölkerung.
Nein, die Bombardierung von Wohngebieten war mit ziemlicher Sicherheit nicht Kriegsentscheidend. Sonst hätten ja diejenigen den Krieg gewonnen, die damit angefangen haben. Ein Kriegsverbrechen war es damals allerdings auch nicht, da die entsprechende Definition noch fehlte. Es war einfach nur menschenverachtender Sadismus von Leuten, denen Begriffe wie "schuldig" und "unschuldig" fremd sind und die deren Standpunkt aka geistiger Horizont bei "wir oder die" endet. Genauso wie heute.
Eine weitere Parallele zu heute ist übrigens die Schaffung nachhaltigen Hasses, der ein friedliches Zusammenleben auf lange Zeit hinaus unmöglich macht und teils auf die Akteure respektive deren Nachkommen zurückfällt: Die gleichen Leute, die heute in Dresden was von "Bombenholocaust" schwurbeln sind auch die, die grundsätzlich hinter allem schlechten "den Ami" sehen (einschließlich der Fremdbestimmung unserer demnach "nicht-Demokratie") und Putin-Parteien wählen.
Aber warum sollte Israel nicht wiederholt Raketenstellungen angreifen?
Offenbar hören die Angriffe auf Israel nicht auf, egal wie viele Kämpfer getötet werden. Man müsste ja meinen, dass denen die Munition irgendwann ausgeht. Aber das ist ja nicht der Fall.
Israel greift die Wohnungen von Millionen von Menschen an. Warum das nicht verhindert, dass aus nicht-Wohnungen Raketen verschossen werden, versteht jeder mit mehr als zwei Hirnzellen.
Würde Israel selektiv Kämpfer angreifen (können), würden sie vermutlich eher Fortschritte machen. In jedem Fall würde es weitaus weniger Kritik geben. Aber können oder wollen sie halt nicht machen. Stattdessen großflächig Zerstörung mit gezielten Angriffen auf zivile Einrichtungen, Vergeltungsschläge gegen Angehörige, Aushungern eines ganzen Volkes.
Im Gazastreifen hat die flächige Zerstörung aber dennoch zu einer massiven Abnahme der Angriffe gegen Israel bis auf quasi null geführt. Dass umgekehrt dadurch weitere Akteure von außerhalb mit mehr Möglichkeiten eingegriffen haben, ist halt die Folge der Art und Weise, wie man vorgegangen ist und welche Ziele man damit verfolgt, die leider mit Terrorbekämpfung nur teilweise etwas zu tun haben.
Dass erst wenn Israel von einer linksliberalen Regierung geführt wird, sich was ändern kann.
Wollte die Mehrheit der Israelis bei fast einem halben Dutzend Wahlen in den letzten Jahren nicht haben. Möglich, dass sich durch Netanjahus antidemokratischen Egotrip da etwas verschoben hat, aber die Zustimmung für die Rechtsextremen scheint ungebrochen.

