Im Vergleich zu früher (80er, 90er und 0er) ist PC Gaming relativ günstig. Früher waren zwar die Grakas billiger, dafür war die Kiste nach 3 Jahren so veraltet, dass kaum ein neues Spiel drauf lief. Außerdem waren einige Komponenten früher wesentlich teurer. Kaum jemand kauft heute RAM für 500€.
Man kann die Entwicklung des Marktes im Laufe der Zeit natürlich völlig aus dem Kontext reißen und dann schönmalen, aber eine gute erzählte Geschichte und valide Rechtfertigung, für Punkt ist, wird daraus trotzdem nicht werden.
Wer sich 2016 eine GTX 1070 gekauft hat, kann heute immer noch alles zocken und mit einer GTX 1080Ti ist man wohl noch 3-4 Jahre gut dabei.
Und wer 2010 nicht so "geizig" war und sich statt einer GTX 580 1,5GB VRAM eine GTX 580 3GB VRAM gekauft hat, konnte 2015 auch immer noch aktuelle Titel, wie ein TW3 exellent auf fast maximalen Einstellungen spielen, aber natürlich nur FullHD und konstanten 40FPS, weil darüber wird die Rohleistung, ohne grafische Abstriche, eng und in 4k wird das nach 5 Jahren erst recht nichts mehr, aber das ist auch bei und mit einer GTX 1070 so.
Aber wie (fast) immer halt, bei solchen gerne herangezogenen Geschichten, wie günstig und lange sich doch mit x Jahre alter Hardware zocken lässt, wird genau deswegen die Auflösung, wie auch das es sehr vom Genre und dann Restsystem abhängt, von erzählenden Personen unter den Tisch fallen gelassen, weil mehr als eine Milchmädchenrechnung, für besonders einfälltige Zeitgeister, möchte man damit auch gar nicht aufstellen, um damit im Grunde nur "überspitzt" auszusagen, wer die aktuellen Preise nicht zahlen kann soll gefälligst die "Fr*e*ss*e" halten.
In den 80ern und 90ern durfte man (inflationsbereinigt) gut 1000€ pro Jahr hinblättern, wenn man einigermaßen gut dabei sein wollte.
Nur wenn man kleptisch wirklich jedes Spiel meinte mitnehmen zu müssen, da Onlinedistribution (Epic Store, GoG, Steam) und permanente Rabatte, wie Keyseller, noch nicht in der Form existierten und der analoge Handel üblicherweise erst nach 1 bis 2 Jahren deutliche Rabatte auf Videospiele gab (dann musste halt mal der alte "Sch*ei*ß" aus dem begrenzten Lager, hat man durchschnittlich weniger gekauft, als auch gespielt.
Üblicherweise bedeutete das man das, was man oft zum Vollpreis gekauft hatte, auch intensiver gezockt hat, als der gemeine quasi dauerrabattierte Konsument heute, der zwar mehr Spiele spielt, aber im Schnitt pro Spiel auch deutlich weniger Ahnung hat, von dem was er da eigentlich gespielt hat.
Entsprechend auch, auch weil ein Videospiel bis um 2005, für einen Nachfolger noch etwa einen 3 Jahre Relase Zyklus hatten, war es gar nicht nötig jedes Jahr aufzurüsten und hat daher, außer man hat eben schon damals zuviel Geld, um es im Jahrestakt zum Fenster rauszublasen, jedes Jahr für einen neuen PC auszugeben, sondern hat üblicherweise entweder alle 2, oder 3 Jahre, im Takt von der neuen Spielereihe aufgerüstet, die einen Titel released hat, an dem man einfach meinte nicht mehr ohne Upgrade vorbei zu kommen, wie die Wing Commander Teile, in den 1990ern, was so ein Title bei vielen Spielern war.
PC Gaming war elitärer Luxus.
Nein, es war hauptsächlich eine Nische eines noch sehr jungen Segments (Heimanwender PCs sind in den 1980er Jahren überhaupt erst zu einem breiteren Verkauf angetreten, aber wirklich verbreitet haben sie sich erst ab Anfang der 1990er, mit grafischen Benutzeroberflächen. Entsprechend dauerte es halt auch bis Hardware deutlich günstiger wurde, weil wirklich große Mengen abgesetzt wurden, was dann logischerweise auch die Produktions- und Vertriebskosten deutlich drückte, ab etwa 2003-2004, wo viele wegen Internet einen PC gekauft haben, die vorher oft noch nicht mal einen hatten, oder nur irgend eine steinalte 8-12 Jahre alte Kiste, auf der das Betriebssystem weit mehr Aufrüstungen gesehen hatte, als die restliche Hardware.
Das heißt aber nicht das Personen mit geringen Einkommen deswegen keinen PC haben konnten und an diesen spielten, es also "elitärer Luxus" war. Wer wenig Geld hatte musste halt nur mit 3-7 Jahre ältere Hardware vorlieb nehmen, der hat 1996 dann halt nicht C&C Red Allert 1 gepsielt, sondern Dune 2, der hat halt nicht Tomb Raider gepsielt, sondern dann eben Doom 1.
Aktuell haben wir aber die Absurdität das selbst die Jahre alte Karten, wie die 1650 zu absurden Preisen weiterproduziert / verkauft wurden, die in keinem Verhältnis mehr zu ihrer erbrachten Leistung und Alter standen.
In Zukunft kann es dann sein, dass es dann tatsächlich sinnvoll ist, 2000€ für eine Graka hinzublättern, die dann auch knapp 10 Jahre hält. Schade dass EVGA keine mehr herstellt, die 10 Jahesgarantie macht heute mehr Sinn als je zuvor.
Nur wenn man in einer absoluten Traumwelt lebt glaubt man das sowas eintritt und eine Karte 10 Jahre hält.
Selbst wenn sie das von der reinen Rohleistung vielleicht noch bringen können würde, was auch schon utopisch ist, scheitert es an irgend einem Punkt, in diesen 10 Jahren, an der Feature Unterstützung. Wenn Spiele irgendwann halt nur noch DX 13 unterstützen, die Karte aber kein DX13 kann, nützt es dir wenig das sie vielleicht noch die FPS liefern könnte, genauso wie wenn sie halt vom VRAM nicht mehr groß genug ist, oder PCIe 8.0 nicht beherrscht und daher nicht den Durchsatz schafft, usw. usf.