In meinen Augen ist eine Multi-GPU Lösung in der Form, wie sie heute üblich ist, mit zwei locker gekoppelten GPUs und AFR, eine unschöne Kompromisslösung und arbeitet alles in allem sehr Ressourcen und Energieineffizient. An die Theoretische Leistung einer einzelnen GPU, die doppelt so schnell ist wie die einzelnen Chips einer Dual-GPU Lösung kommt keine Dual-GPU Karte heran, zumindest nicht im Spielebetrieb, außerdem braucht man den doppelten VRAM.
Das ist keine "sehr, sehr gute Lösung".
Unter einer "sehr, sehr guten Multi-GPU Lösung" stelle ich mir eher eine Karte mit mehreren Chips vor, die über einen sehr breiten und latenzarben Interconnect, etwa einem aufgebohrtem HT-Link eng miteinander zusammenarbeiten und das Bild im SLI oder SuperTiling Modus -wenn nicht in einem völlig neuen Renderverfahren- gemeinsam berechnen.
So gibt es kein Mikroruckeln, keinen erhöhten Inputlag* und die Effizienz sollte ebenfalls weiter gesteigert werden können.
So eine Lösung werden wir aber wohl nie zu sehen bekommen und jedenfalls ganz sicher nicht bei einem Chip, der primär für den Consumermarkt gebaut wurde- denn ein derart fetter Interconnect zahlt sich nur aus, wenn er auch genutzt wird und Consumer GPUs kommen nur zu einem winzigen Bruchteil in Dual-GPU Karten zum Einsatz... na ja... vielleicht kann es ja der GM100
Zweifellos: eine GTX 690 ist einer GTX 680 überlegen. Ein GK110 Monster wäre aber eine noch elegantere Lösung.
*nicht vergessen: Micro-Ruckeln ist nicht das einzige Problem von Multi-GPUs mit AFR; ein weiteres: es entsteht bei n GPUs ein Lag von
mindestens n/FPS, also bei 40fps mit 2 GPUs etwa 50ms... ganz schön viel, wenn man bedenkt was für ein Theater um jede Millisekunde Inputlag bei Monitoren gemacht wird.
Die vielleicht sinnvollste Nutzungsmöglichkeit von aktuellen Dual GPU Systemen ist es eine GPU für die reine Grafikberechnung, die andere für GPGPU zu nutzen; allerdings machen gegenwärtig einfach zu wenige Spiele in ausreichendem Umfang davon gebrauch, die GPGPG-GPU würde die meiste Zeit schlafen. Auch bei einer solchen Aufteilung wäre ein schneller Interconnect vorteilhaft.
Ab einer gewissen Bildwiederholrate merkt man das Mikroruckeln nichtmehr wirklich oder nurnoch sehr eingeschränkt, außerdem kann man es durch FPS Limitierung eindämmen.
ABER: beides funktioniert eben nur wenn die GraKa nicht am Limit läuft.
30fps auf einer Single GPU Karte sind mir jedenfalls lieber als 40fps auf einer Multi-GPU Karte.
Für den Gamermarkt unbenannt wird der GK110 sicher nicht... "GK110" steht ja wohl nicht umsonst für
Geforce Kepler 110
Und wie sollte man ihn denn sonst nennen? GK111?