Sauerstoff ist gelöst auch in einem Wakükreislauf vorhanden, aber um Rost im Sinne von Rotrost von Eisen in feuchter Luft geht es hier nicht. Oxidation kommt nur in geringem Maße in einer Wakü vor und hat, wenn überhaupt, allenfalls geringe optische Auswirkungen (blankes Kupfer wird langsam durch eine dünne Oxidschicht belegt, die es dunkler macht).
Beim Korrosionsschutz geht es um elektrochemische/galvanische Korrosion zwischen verschieden edlen Metallen im Kreislauf. In einem Wakü-Kreislauf kommt typischer Weise nicht ausschließlich Kupfer in Wasserkontakt. Auch Messing, Lötzinn und Nickel sind meist mit dem Kühlmedium in Kontakt. Da diese Metalle bzw. Legierungen unedler als Kupfer sind, baut sich unweigerlich ein gewisses Korrosionspotential auf. Bei den vorgenannten Metallen und Legierungen sind die Potentiale gegenüber Kupfer, das im Normalfall das edelste Metall im Kreislauf darstellt, zwar relativ gering, aber auf lange Frist ist ohne Korrosionsschutz nicht zu vermeiden, durch das vor allem die unedlen Komponenten trotz Eigenpassiverung langsam korrodieren und angegriffen werden (Auflösung von Nickelschichten z.B.). Auch das Kupfer kann dabei sichtbar anlaufen. Mit Korrosionschutzzusätzen wie G48 kann man derartige Prozesse nahezu vollständig vermeiden bzw. extrem verlangsamen. In wirksamen Korrosionsschutzzusätzen wie G48 sind passende Korrosionsinhibitoren gelöst, die sich auf molekularer Ebene dicht auf den Metalloberflächen festsetzen. So werden die metallischen Oberflächen elektrisch vom Elektrolyten getrennt. Entsprechend können trotz vorhandener Korrosionspotentiale keine bzw. nur noch minimale Korrosionströme durch das Kühlmittel fließen. Dessen Leitfähigkeit reicht aus oben bereits genannten Gründen nach kurzer Zeit in einem Wakü-Kreislauf aus, um Korrosionsströme zu tragen. Im Übrigen hat destilliertes/entmineralisiertes Wasser sogar im PE-Kanister bereits eine gewisse Leitfähigkeit durch Autoprotolyse.
Ohne Korrosionströme kommt es jedenfalls nicht zu Korrosionerscheinungen an den Oberflächen der gefährdeten metallischen Oberflächen. Genau zum gleichen Zweck, allerdings bei höheren Korrosionpotentialen (da Alu sehr unedel ist), wird G48 auch im Kühlwasserkreislauf von Autos eignesetzt. Dort kommt allerdings noch zusätzlich die Frostschutzwirkung von Glykol in hoher Konzentration zum tragen, welches auch als Lösungsmittel für die Korrosionsinhibitoren dient. Da Frostschutz naturgemäß in einer Wakü keine Rolle spielt und normalerweise geringeres Korrosionspotential besteht, können erheblich geringere Konzentrationen genutzt werden. Bei üblichen Cu-CuZn-SnAgCu-Ni-Kreisläufen die nur moderates Korrosionspotential entfalten, fährt man daher mit G48 Konzentrationen von 1:20 bis 1:10 bereits sehr gut. Sind auch Alu-Kühler im Spiel, die gegenüber Kupfer ein hohes Korrosionspotential haben, sollte der G48-Anteil erhöht werden, den hier besteht die Gefahr tiefer Korrosionsnarben und relativ großer Mengen von Korrosionsprodukten aus der Auflösung des Aluminiums, die in den Kreislauf geschwemmt werden. Besser ist es also auf Alu im Medienkontakt komplett zu verzichten (vor allem auf nicht eloxiertes blankes Alu).