AW: Die SPD in der Krise - das Ende der großen Koalition?
Bisher ist mir kein Land bekannt, in dem ein Sozialismus auf Dauer funktioniert hat und das keine Diktatur war. Ob real oder in der Theorie ist dabei völlig egal.<br>Sozialismus bedeutet Zwang, Gleichmacherei und später Diktatur.
Ist dir denn ein Land bekannt, das eine Diktatur war/ist und in dem der Sozialismus (gemäß seiner Theorie) auf Dauer funktioniert hat? Mir nicht. Ich kenne kein einziges Land, dass überhaupt einen Sozialismus eingeführt hat und das vorher nicht totalitär war. Nimmt man umgekehrt autokratische Führungen, die kapitalistische Wirtschaftsformen praktiziert haben / praktizieren (Hitler, Pinochet, Lukhaschenko würden mir spontan einfallen), sieht die Bilanz für die Bevölkerung auch ziemlich ******* aus.
Fazit: Diktaturen sind ******* (Überraschung!). Unabhängig von der Wirtschaftsform und dem Gesellschaftssystem.
In allen Ländern, in denen einer herrscht, ist dieser erfolgreich. Die Einkommen werden größer und die Firmen werden auch größer.
Es bedeutet aber nicht, dass das für alle gilt.
Ist ja toll, dass die Firmen größer werden. Demnach ist der Kapitalismus also toll, wenn man ihn nach DEM Maßstab des Kapitalismus bewertet? Wow, haut mich von den Socken. Falls es dir noch nicht aufgefallen ist: So ziemlich jedes System ist nach seinen eigenen Vorstellungen toll. Wenn man objektiv rangeht und die Auswirkungen des Kapitalismus auf die Bewohner dieses Planeten betrachtet, dann ist die Bilanz dagegen ziemlich miserabel. Könnte man irgendwann die letzten 20-30 Jahre auch mitbekommen haben, nahezu jede einzelne Nachrichtensendung aus dieser Zeit sollte mindestens ein Beispiel enthalten und die meisten bestehen zu 2/3 aus schlechten Meldungen, die von kapitalistischen Systemen hervorgebracht werden.
Das das wenig mit der Ausrichtung einer Staatsregierung zu tun hat merkst du aber schon? Das eigentliche Problem -meiner Ansicht nach- bei den bisherigen Regierungsformen ist, dass es scheinbar feste Mechanismen gibt, die die falschen Leute an die für das Fußfolk falschen Stellen spült. Würde sich die Macht nicht auf so enge, vervetterte Kreise konzentrieren, bestünde die Möglichkeit, dass eine soziale Politik ohne übereifrige Kontrollzwänge möglich ist. Da darf es halt nicht 'den Minister' oder 'die Ministerin' geben, sondern die Aufgabe muss auf ein Konsortium aufgeteilt werden, das entweder in festen Zeitabständen oder je nach Thema rolliert. So ähnlich, wie es Timo Rieg hier beschreibt:
YouTube (der Ton ist dort leider schlecht).
Wenn du eine funktionierende Idee hast, wie das funktionieren soll, dann schicke sie am besten direkt zum Nobelkomitee. Während es bescheurt ist, die Idee des Sozialismus zu verteufeln, weil real existierende Diktaturen ******* waren/sind (aber reichlich selten sozialistisch), ist die Feststellung, dass es nirgendwo eine größere Ansammlung von Menschen gibt, mit denen sich der theoretische Sozialismus in die Praxis umsetzen ließe, reichlich trivial. Jedes System braucht ein gewisses Maß an Kontrolle. Entweder die Leute kontrollieren sich selbst (machen sie nicht) oder sie werden von oben kontrolliert (ist ******* und unpraktikabel) oder sie hacken sich alle gegenseitig die Augen aus (ist in der Summe fast genauso ******* und ineffizient, aber selbststabilisierend und deswegen das "Erfolgs"konzept des Kapitalismus). Es gibt graduelle Abstufungen dazwischen, aber funktionierende Alternativen hat noch niemand vorgelegt.
Ach echt jetzt? Und was ist daran schlechter, als wenn es von unten kommt, solange es genau die gleiche Idee ist?
Wäre da jemand privat drauf gekommen wäre das nicht passiert. Forschung staatlich zu unterstützen schadet nicht, wenn man aber die freie Wirtschaft behindert, werden haufenweise Ideen auch verhindert.
Ideen wie Klimawandel, verseuchtes Grundwasser, Gammelfleisch, Sklaverei, Verbrauch von Reserveantibiotika, Freisetzung von radioaktiven und chemisch gefährlichen Substanzen, Folter, etc. zu behindern würde ich nicht als schlechte Idee bezeichnen.
Die Dinge, die im Sozialismus entstanden sind, sind auch oft vom Militär gebraucht worden bzw. dieses war an der Entwicklung interessiert.
Aber Dinge für Privatleute wurden da nicht groß weiterentwickelt, es sollte ja jeder das gleiche haben.
Dem Narrativ des Kapitalismus zu Folge ist selbst die Teflonpfanne eine Militärentwicklung. Da sehe ich jetzt ehrlich gesagt keinen Unterschied. [Diese Zeilen wurden auf einer militärischen Entwicklung an einer militärischen Entwicklung geschrieben und über eine militärische Entwicklung verschickt]
Und Dinge für den Privatgebrauch wurden selbst im real existierenden Sozialismus weiterentwickelt. (Wenn auch ähnlich lahm wie alles andere auch, sodass man es ganz übersehen kann, wenn man böswillig ist.) Das einzige, was es nicht gab, war Neuvermarktung als Sebstzweck. Und die nenne ich ganz bewusst nicht "Weiterentwicklung", weil es weder ein "weiter" noch eine "Entwicklung" darstellt, wenn man in kurzem Abstand neue Produkte auf den Markt bringt, die genau das gleiche können wie die alten und die nur deswegen gekauft werden, weil die alten so schrottig waren, dass sie ersetz werden müssen. Dieses Konzept, dass im Kaptialismus gerade für Privathaushalte an jeder Ecke zu finden ist (von wöchentlich wechselnden Moden über Mixer die nach zwei Jahren hinüber sind bis hin zu IT-Produkten, die nur deswegen ersetzt werden müssen, weil eigentlich für die Zusammenarbeit geeignete Neuerscheinungen absichtlich inkompatibel gemacht werden.), das gibt es im real existierenden wie theoretischen Sozialismus definitiv nicht.