Als Quelle der Statistik ist die französische Regierung sicherlich vertrauenswürdig. Man muss aber natürlich trotzdem darauf achten, worüber die Statistik eine Aussage macht. Denn Statistiken sind in aller Regel neutral, ihre Interpretation ist das Problem.
Beispiel hier aus dem Forum:
Eine Statistik über den Anteil von nicht-deutschen unter Verdächtigen macht weder eine Aussage über Deutsche mit Migrationshintergrund noch über kriminelle Aktivitäten. Eher noch über Vorurteile unter Polizisten - aber selbst dann nur, wenn man sie mit einer Statistik über die ansässigen und durchreisenden Leute abgleichen würde.
Beispiel 2: Die Zahl "linker" und "rechter" Straftaten in Deutschland lässt ohne weitere Aufschlüsselung keine Aussage über die Gewalttätig zu und ohne ein Vergleich mit der Anzahl "Linker" und "Rechter" in Deutschland auch keine Aussage über den jeweiligen Anteil gewaltbereiter Personen und ohne Betrachtung der polizeilichen Definitionen von "linker" und "rechter" Taten auch keine Rückschlüsse auf politisch definierte Gruppierungen.
Um aus den von ihm getätigten, beleidigenden Aussagen eine Wiedergabe von Fakten zu machen, bräuchte man z.B. eine Statistik (oder mehrere zueinander passende), die den Anteil "rumlugender" (viel Spaß beim definieren), bettelnder (viel Spaß beim erheben) und am organisierten Verbrechen beteiligter (viel Spaß beim einschleusen) kossovarischen Roma in Berlin (viel Spaß bei der Begründung der Abgrenzung) an der Gesamtheit der dort lebenden kossovarischen Roma angibt. Dieser Anteil sollte, nach crackpipes Behauptungen dann tunlichst deutlich über 90% für jede einzelne Kategorie liegen.
Für die zweite Aussage wäre es vermutlich einfacher, keine Statistik zu suchen, die sie belegt. Viel schneller sollte es, gerade in Berlin, sein, sie zu wiederlegen. Einfach ein bißchen aufmerksam durch Parks und unter Brücken schlendern und wenn man einen Obdachlosen hört, der offensichtlich nicht deutscher Muttersprachler ist, kann man in einer großen Wahrscheinlichkeit in einem kurzen Interview feststellen, dass nicht "jeder" "Ausländer" in Deutschland "alles" bekommt, was er für "ein prima Leben" braucht. Alternativ kann man bei der Erhebung der Daten zur organisierten Kriminalität sicherlich auch die eine oder andere osteuropäische Zwangsprostituierte entdecken, deren Lebensumstände vermutlich auch nicht das sind, was man für sich selbst als "prima" bezeichnen würde. (alternativ tauscht sie sicherlich gerne, erspart einem dann auch den Vorwurf, Lügen zu verbreiten)
Randbemerkung zum Klimawandel:
Erstmal gehts da weniger um Statistiken und mehr um Messungen und Studien (zugegeben: Die betreiben dann auch eine statistische Auswertung - aber weniger um die Aussage zu finden, sondern eher um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass sie falsch ist) und die kommen nicht alle zu unterschiedlichen Ergebnissen, im Gegenteil. (Falls du eine Statistik über Klimawandelstudien hast, die deine Behauptung belegt: PM hilft. Ansonsten weise ich mal wieder daraufhin, mit Behauptungen vorsichtig umzugehen)
Aber n Beispiel für Fehlinterpretationen liefert die Geschichte trotzdem, z.B. wenn ein kleines Detail im zweiten Abschnitt des IPCC (der sich mit Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft beschäftigt) von "Klimaskeptikern" als Beweis dafür genutzt wird, dass der erste Abschnitt (naturwissenschaftliche Grundlagen, als z.B. dass sich das Klima ändert) falsch ist.