Statt dem Ego lieber erstmal bei denen ausbauen, die noch in der Internet-Steinzeit rumkrebsen - also alle mit und/oder weniger als 16 MBit/s und die mit LTE-Volumentarifen.
Das Internet in den meisten größeren Städten ist zum Großteil schon so gut ausgebaut, dass die Unternehmen sich da mal bremsen sollten. 50 MBit/s reichen der Normalbevölkerung zum aktuellen Zeitpunkt noch bestens aus, Leute denen 50 MBit/s reichen erhalten oft auch schon schnellere Anschlüsse. Wer mehr als 100 - 200 MBit/s braucht, muss sich selber Gedanken machen, weil diese Leitungen schon ziemlicher Luxus sind und es mehr als genug Leute gibt, die nicht mal 10% der Geschwindigkeit haben.
Und Glasfaser in den Städten ist mMn. 1) durch den Planungsaufwand und die Bebauung deutlich schwieriger auszubauen und 2) für das Land wichtiger, da es sich hier oft um sehr lange Entfernungen handelt (und damit halt die einzige sinnvolle Ausbaumöglichkeit ist). In den Städten ist Vectoring durchaus eine noch lange ausreichende Möglichkeit zur Beschleunigung, da hier meistens recht kurze letzte Meilen an der Tagesordnung sind.
Den Infrastrukturvergleich finde ich an der Stelle auch falsch... Der ÖPNV sorgt z.B. für dauerhafte Kosten, während man die Kabel einfach verbuddelt und da auch für eine seeeeehr lange Zeit liegen bleiben.
Mir geht es nicht darum hier jedem Hinz & Kunz das gleich schnelle Breitband zu beschaffen, auch wenn dieser in der tiefsten Pampa lebt ohne Aussichten auf besserung für seine Pampa (die das irgendwie wirtschaftlich machen würde).
Mir geht es darum, richtig Konkurrenzdruck auf dem Markt zu sehen, wovon halt am meisten die Großstädte profitieren werden.
Dazu gehört es, JETZT die Kabel zu verbuddeln die noch in 10-20 Jahren für ausreichende Geschwindigkeiten sorgen. Dazu gehören nach aktuellem Stand nur Glasfaserleitungen, denn weder Kupfer noch geschirmtes Koaxialkabel ist dazu in der Lage garantiert bei jedem die gewünschte Bandbreite liefern zu lassen.
In der Stadt ausbauen ist meist einfacher - an vielen Stellen wird gebuddelt (nutzt man halt mit aus), mit recht kurzen Strecken erreicht man viele Häuser, den Zugang zu diesen kriegt man viel leichter bei einem Großvermieter (ich war ja schon Teil vom FTTH-Ausbau bei der Telekom in Chemnitz - das ging sehr flott). Und dazu ist das auch wirtschaftlich, denn da sind genug Kunden. Aktuell kloppen sich da nur Kabelanbieter VS VDSL-Anbieter (meist die Telekom bzw Reseller über Telekomleitungen). Es fehlen mehr Mitspieler.
Das würde dafür sorgen das die Städte weiterhin attraktiv bleiben, sich mit anderen Großstädten in der Welt messen können und als Standorte weiterhin wichtig bleiben.
Ich weiß wir haben auch Industrie usw. weiter ausserhalb, wir sind nicht Singapur. Aber der aktuelle demographische Wandel zeigt doch wohin die Menschen gehen, in die Großstädte. Gibt einige die aus der Stadt flüchten, aber es kommen weit mehr Menschen nach. So gehts aber nicht nur uns, die gesamte Welt macht das gerade durch.
Deswegen sollten die ISP sich auch massiv auf die Orte konzentrieren wo Wachstum erwartet wird und diese jetzt schon drauf vorbereiten.
Ja, die Dorfbewohner werden mich dafür steinigen wollen. Who cares
Die Städte waren schon immer Vorreiter was Technologien und ihre Umsetzung angeht und sie haben ganz andere Vorteile als Dörfer. Das kann von mir aus auch bleiben, ich erwarte auch keine Ikea-Filiale im Dorf und auch keine 10 Clubs und 25 Kneipen um mir eine schöne Auswahl fürs Nachtleben zu bieten ohne das ich mehr als 2km latschen muss. Dafür erwarte ich auf dem Dorf aber auch keine besoffenen die Nachts gröhlend umherwandern und auch keine Staus jeden Tag. Und Parkplätze haben die Dorfbewohner auch massig. Jeder Ort soll seine Vor&Nachteile haben.