Von
Sherlock Holmes Chapter One (SX) bin ich schwer enttäuscht.
Die Grafik liegt bestenfalls auf 360 Niveau. Niedrige Auflösung, unterirdisches LoD usw. Das alleine ließe sich verschmerzen. Allerdings treten beim Laufen durch die Stadt andauernde Streaming Ruckler auf. Und das empfinde ich als extrem störend. Dazu relativ lange Ladezeiten wenn man z.B. von einem Inmenraum nach draußen tritt.
Was Openworld und Quests angeht, hat man so ziemlich jeden Openworld-Crap integriert, den es gibt. Wer auf die Idee gekommen ist, bei einem Detektivspiel die bekannten 0815-Banditenlager einzubauen, der gehört gefeuert. Man kennt es von AC, Ghost of Tsushima, Spider-Man…aber Sherlock

da möchte ich ermitteln und Rätsel lösen, aber keine Banditenlager ausheben.
Das Questbook wird beim Bewegen in der Stadt alle Nase lang mit belanglosen Sidequests zugesch…. Dazu "darf" man dann alle möglichen Orte durchsuchen, um allerlei nutzlose Gegenstände wie z.B. Bücher zu finden. Nicht zu vergessen Shops, wo man sich so wundervoll "nützliche“ Gegenstände wie beispielsweise Teppiche kaufen kann. Ein Teppich gehört ja nun zur Grundausstattung des Chars in einem Detektivspiel
Und dann die Spielmechanik

Üblicherweise lassen sich in Games gefundene Hinweise automatisch in Dialogen verwenden. Auch kann man Räumlichkeiten oder Gegenden frei durchsuchen, um Sachen/Hinweise etc. zu finden. Doch nicht so bei diesem Game. Bei allem was man ermitteln möchte muss man erst im Hauptmenü ins Fallbuch und dort den Fall oder Hinweis anpinnen. Ich kann also beispielsweise verschiedene Hinweise in Räumen erst dann auffinden, wenn ich den entsprechenden Punkt im Fallbuch anpinne. So konnte ich dann in einer Spielszene einen Schlüssel, der an der Rückseite eines Schildes festgeklebt war, nicht finden und aufnehmen, weil ich im Fallbuch den entsprechenden Hinweis nicht angepinnt hatte. So was dämliches. Ich meine, kennt man ja. Wenn ich daheim meinen Autoschlüssel suche, dann muss ich mir ja auch immer zuerst mein Notizbuch nehmen und mir einen Kringel um den Punkt "Autofahren“ machen. Sonst taucht der Schlüssel nicht auf, selbst wenn er sich direkt vor meiner Nase befindet

Das gilt auch wenn man Zeugen befragt. Erst wenn man abpinnt kann man gewisse Dinge ansprechen. Es ist durchaus tragisch, dass der junge Holmes scheinbar an akuter Demenz leidet. Ein Mann wird vor seinem Haus ermordet. Also sollte man die Tochter befragen ob sie etwas gesehen hat. Allerdings muss man den Vorfall im Fallbuch markieren, sonst vergisst Sherlock auf dem kurzen Weg vom Tatort zur Tochter (ca. 1 Minute) was er die junge Dame eigentlich fragen wollte.

Auch toll: Ich war in einem Zeitungsarchiv, um einen Artikel zu finden. Ich hatte alle Suchparameter korrekt eingegeben, nur wurde der Artikel nicht gefunden - ich hatte nicht angepinnt. Also wieder von vorne

Wenn nun wenigstens das Fallbuch schnell und intuitiv zu bedienen wäre - ist es aber nicht. Unübersichtlich und hakelig zu bedienen. So eine Kacke.
Ich habe die Sherlock Holmes Reihe bisher immer sehr gemocht. Aber Chapter One ist ein derartiger Griff ins Klo, dass es nicht mehr feierlich ist.
Gemessen an den Vorgängern plus mieser Technik plus mieser Openworld plus mieser Spielmechanik bleibt mir nur zu sagen
1/10