Das finde ich irgendwie paradox. Der Weltraum ist zum größten Teil lebensfeindlich, aber wo eine Basis für Leben ist oder ensteht, kann das Leben sehr vielfältig sein.
Eigentlich ist das recht logisch: Es gibt einen großen Haufen an Herausforderungen und Anpassungsfähigkeit eine sehr lohnende, früh evolvierte Eigenschaft. So ergeben sich sehr schnell sehr viele Variationen von Leben. (Die genauen Zahlen hängen dann ohnehin von der Art-Definition ab). Das ist aber eine ganz andere Frage als die Entstehung eines selbst replizierenden Systems als solches. Da greifen keine aktiven Mechanismen, das entstehende Leben kann nicht handeln. Solche Unterschiede hast du z.B. bei technischen Dingen regelmäßig. Es gab in der menschlichen Geschichte z.B. unzählige Jahrhunderte, in denen niemand ein brauchbares Fluggerät gebaut hat. Aber 100 Jahre nach dem ersten gab es auf einmal hunderte Varianten. Einige Kulturen haben nie das Rad akzeptiert, aber die die es nutzten haben tausende Vehikel damit gebaut. Etc. Beim Leben findest du das Ganze auch in den Untergruppen wieder. Beispiel Darwinfinken: Lange Zeit gab es auf Galapagos kein einziges kleines, fliegendes Wirbeltier. Einmal konnte sich ein Päärchen etablieren. Und wenige Jahrtausende später ist darauf ein ganzer Haufen verschiedener Arten geworden, die vollkommen verschiedene ökologische Nischen wahrnehmen. (Überhaupt - Fliegen: Ein Großteil aller Insekten geht auf das Exemplar zurück, dass Flügel entwickelt hat, nicht auf die viel zahlreicheren flugunfähigen Vorgänger, die in geringer Zahl weiterexistieren. Fledermäuse sind die größte Säugergruppe. Vögel die artenreichste unter den landlebenden Wirbeltieren.)
Die Frage ist ja, ob man die Erkenntnis, dass sich ein Tier selbst im Spiegel erkennt, überhaupt mit einem Bewusstsein vereinbaren kann. Der Mensch ist ja zu deutlich mehr fähig als sich nur im Spiegel zu erkennen und den meisten Tieren muss man das erst beibringen, dass sie ihr eigenes Spiegelbild sehen.
"Beibringen" muss man das denen nicht. Man muss ihnen nur eine gewisse Zeit lassen. Ob man das dann automatisch als "Bewusstsein" bezeichnet, ist eine Frage der Definition. Was ist "Bewusstsein" denn? Ich könnte das nicht ausschließlich an von außen sichtbaren Merkmalen beschreiben. Aber Arten, deren Sprachen wir nicht verstehen, können wir eben nur nach externen Merkmalen beurteilen. Spannender finde ich aber ohnehin die gegenteilige Frage: Spricht ein nicht bestandender Spiegeltest gegen ein Bewusstsein? Jeder blinde Mensch würde grandios durchfallen, trotzdem sprechen wir ihm kein Bewusstsein ab. Aber unzähligen Tierarten, die sich kaum oder gar nicht optisch orientieren. Das ist eine extrem anthopozentrische Test- und Sichtweise.
Schimpansen sind unabhängig davon jedenfalls in der Lage Werkzeug zu benutzen und dieses Werkzeug auch anzupassen.
Delfine können auch Werkzeug benutzen, sie sind aber nicht in der Lage, das Werkzeug auch noch anzupassen.
Die mit Schwämmen beobachteten Delfinpopulationen beißen die sich zur passenden Größe zurecht. Das wird als Werkzeuganfertigung interpretiert. Mehr ist bei einem Tier, dass keine Manipulationsorgane hat und in einer Umgebung lebt, in der es mit allen relevanten Objekten direkt interagieren kann (das meiste Futter suchen sie ja in der freien Wassersäule) halt nicht nötig/möglich.
Die Delfine sind aber miese Typen.

Die nutzen Schwämme, damit sie ihre Schnauze nicht an den scharfen Steinen am Meeresboden verletzen.
Aber was ist mit den Schwämmen?
Delfine rammen anderen, schwangeren Delfinen die Schnauze in den Bauch bis es zur Fehlgeburt kommt. Wurde sogar schon artübergreifend ohne direkte Nahrungskonkurrenz beobachtet. Dagegen sind die Haie die reinsten Kuscheltiere, die wollen dich schlimmstenfalls fressen; in der Regel aber nur vorsichtig herausfinden ob du überhaupt gut schmeckst und/oder zu gefährlich bist und oft genug kommen sie dann ganz schnell zu dem Schluss, dass sie eigentlich nichts mit dir zu tun haben wollen. (blöd halt, die großen schon beim ersten Versuch soviele Schaden anrichten) Wenn du am falschen Defline vorbeischwimmst, dann will der dich dagegen einfach nur aus Spaß ermorden. Und er ist auch noch intelligent genug, alle potentiellen Selbstverteidigungsversuche auszuhebeln. (Niemand führt Buch über die Schiffbrüchigen, die einem Delfin begegnen und NICHT von ihm an den Strand gebracht werden.)
Ich denke, dass der Mensch seine Intelligenz immer als Maßstab nimmt und davon schließen will, wie viel Intelligenz die Tiere dann noch besitzen.
Das ist aber meiner Meinung nach der falsche Ansatz.
Das ist halt immer noch dieses "wir sind die Krone der Schöpfung"-Denken. Alles, was positiv konotiert ist, wird über den Menschen definiert und er dabei als 100% angesetzt. Das geht sogar soweit, dass wir von Menschen angestrebtes Verhalten als Zeichen gegen Intelligenz interpretieren, wenn es nicht vorgegebenen Idealen entspricht:
Es gibt immer um 20:00 Abendessen. Mehr als genug für alle, im Zoo wie im Hotel. Um 18:00 wird dem Probanden ein winziger Appetithappen in einer umständlichen Konstruktion dargeboten, mit der sie sich abmühen müssten, um ranzukommen.
Mensch A zeigt dir nen Vogel und wartet aufs Dinner. A gilt als intelligent, einfach nur weil er Mensch ist.
Mensch B zeigt müht sich wahnsinnig ab und hat was zu naschen. Alle halten B für Bescheuert.
Schimpanse A müht sich wahnsinnig ab und hat was zu naschen. Alle nennen Schimpansen intelligent.
Faultier B guckt dich skeptisch an und macht weiter, was es am liebsten macht: Abhängen bis aufgetischt wird. Faultiere gelten als strunzdoof.
Intelligenz hat auch immer was mit der Umgebung zu tun, in der du lebst. Wächst ein Mensch unter Schimpansen auf -- Tarzan uuaahhh uuaahh -- wird der Mensch natürlich niemals sprechen lernen und auch sonst nichts können, was uns auszeichnet. Er wird das können, was Schimpansen können.
Schimpansen können sprechen (wenn auch mit stark eingeschränktem Vokabular). Das du nichts verstehst liegt daran, dass du die Sprache nicht gelernt hast. Aber das geht dir mit Togolesen ja auch nicht anders.
Das mit Tarzan Zustimmung, erklärt aber z. B. nicht völlig, warum so ein kleiner Oktopus sich eine Nussschale aus Schutz heraussucht, wenn die Felsspalte nebenan ohne so großem Aufwand genau den gleichen Schutz bietet.
Die Kokosnuss kann er mitnehmen. Das ist der Unterschied zwischen "Schutz" und "Versteck". Du ziehst dir ja auch jeden Morgen Kleidung an, obwohl du eine warme Wohnung hast.
Übrigens ist die Nutzung von beweglichen Objekten als zusätzlicher Schutz ein vollkommen normales Verhalten von Kraken. Habe ich schon mehrfach beobachtet, wie sie den Eingang zu einer Höhle hinter sich mit Steinen oder Muschelschalen verdecken. (Sehr drollig, wenn so ein kleines Ding in der Nacht "empört diie Fensterläden zumacht", wenn man ihn anleuchtet.) Da ist der Schritt zum Holländermodus mit mobilem Unterschlupf gar nicht mal so groß.
Ich bin sowieso der Meinung, dass wir von Glück reden können, dass Kopffüßler nach der Paarung sterben. Wenn die Jahrzehnte lang lernen und im Zuge dessen ggf. auch ihre eigenen Nachkommen beleeren könnten, hätten diese Nachzügler von Primaten wahrscheinlich nie eine Chance auf dieses "erste Zivilisation" gehabt
Bestimmte Raben "mißbrauchen" auch Autos gerne mal als Nußknacker.
Machen sogar quasi alle Rabenvögel bis hin zur Elster. Die netten dabei nur als rollenden Plattmacher. Die etwas aktiveren, die gerne ganze Nüsse essen, dagegen als Amboss auf den was runterfallen lässt und in dem ein paar Dellen doch keinen Vogel je stören würden...
Vögel machen außerdem gegenseitige Federpflege und kraulen sich die Köpfe. Wie man es von Primaten kennt. Das soll die sozialen Bindungen verstärken.
Unsere Wellensittiche machen das auch.
Das machen tatsächlich sehr viele Vögel und Säugetiere ebenfalls (alle anderen haben kein ...kleid, dass wer anders Pflegen könnte). Aber die Aktion mit der Bezahlung ist meines Wissens nach nur von einigen Pinguinen bekannt. Mehrere Menschenaffenweibchen nutzen Sex aber zumindest für Politik/Gruppendynamik, was letztlich auch prositituionsähnliche Züge annimmt. Schimpansinnen z.B. verbessern ihre Beziehung zu wichtigen Männchen auf diese Art selektiv nur während ihrer unfruchtbaren Tage, dann aber sogar aktiv, aber in wohldosiertem Umfange. Während sie sich mit anderen Männchen z.T. selektiv während der maximalen Fruchtbarkeit zwecks Fortpflanzung ranmachen und/oder mit den gleichen/anderen zwischendurch in größerem Umfange rumvögeln (Sex zum beiderseitigen Spaß).