milesdavis
PCGH-Community-Veteran(in)
Das Geld aus den eingefrorenen Konten wird doch schon zum Wiederaufbau und Nahrungsmittelkauf und Medizin verwendet. Ich finde das sehr vernünftig.

Ich persönlich bin da zwiegespalten, da ich einerseits die Demokratisierung islamischer Länder gutheiße und es scheinbar dabei nicht ohne Waffengewalt geht. Andererseits sollte der Westen nicht den Fehler aus Afghanistan oder dem Irak nochmals begehen und sich als internationale "Weltpolizei" aufführen, was besonders in vielen islamischen Kreisen als Provokation aufgenommen wurde und den globalen Terrorismus massiv förderte.
Hier in dem Fall zweifelt kaum ein Staat an der grundsätzlichen Richtigkeit der Mission, wobei dies durch den Einsatz der wichtigen westlichen Nationen gedeckt ist und auch Einwände der arabischen Länder ausbleiben.
Wenn man genau sein will, kann man in allen durch UN-Resolutionen gedeckten Kriegen der letzten Jahre einen Bruch des Verbots eines Angriffskrieges sehen und trotzdem gab es dagegen außerhalb von pazifistischen Kreisen keinen übermäßig großen Aufruhr. (siehe Kosovo, Afghanistan, oder Irak sogar ohne UN-Mandat...)
Ich persönlich bin da zwiegespalten, da ich einerseits die Demokratisierung islamischer Länder gutheiße und es scheinbar dabei nicht ohne Waffengewalt geht. Andererseits sollte der Westen nicht den Fehler aus Afghanistan oder dem Irak nochmals begehen und sich als internationale "Weltpolizei" aufführen, was besonders in vielen islamischen Kreisen als Provokation aufgenommen wurde und den globalen Terrorismus massiv förderte.
Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Arabische Liga aufgrund der sehr vielfältigen Meinungen und Regierungen in der Region jemals mit einer Stimme sprechen wird. Aber zumindest haben sie den Einsatz der UN prinzipiell unterstützt und sich teilweise sogar selbst daran beteiligt (Katar, VAE)Dann sollte sich die arabische Liga aber endlich mal einig sein, denn was die arabischen Staaten bisher in der Beziehung gemacht haben, ist auch nicht sehr rühmlich.
Ich würde in dem Punkt noch Nordkorea streichen und durch Russland oder China ersetzen, aber das ist ein anderer Punkt. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass ein Engagement von westlichen Meinungsführern wie die USA, Frankreich, Großbritannien, etc. meistens schon als Legitimierung von derlei Einsätzen ausreicht und daraufhin kaum noch auf internationaler Ebene hinterfragt wird. Mir persönlich gefällt das auch nicht unbedingt, ich versuche nur zu beschreiben wie sich mir das so darstellt...ruyven_macaran schrieb:Es gibt nicht sehr viele Nationen, die NATO-Missionen kritisieren (von denen sie nicht selbst betroffen sind). Im Prinzip nur Iran, Irak, Libyen und Nordkorea.
Ich gehe mal davon aus, dass zumindest für die breite arabische Bevölkerung dieser Einsatz der NATO eher positiv als negativ gesehen wird, da sich das Bündnis diesmal deutlich umsichtiger verhalten hat und vor allem im Dienst der Rebellen stand, anstatt denen die Zielvorgaben zu diktieren wie man es sonst gewohnt ist.Und genaue dieses Fingerspitzengefühl vermisse ich in Libyen eindeutig. Die NATO-Staaten machen erst nach jahrelanger Gadaffi-Unterstützung eine 180° Wende, dann greifen sie ohne rechtliche Grundlage ein, dann bombardieren sie Zivilisten und zu guter letzt überschreiten sie ihr Mandat wann immer sie wollen. Das ist (nicht ganz ohne Grund) 1A Munition für alle, die den Westen als einen Haufen gesetzloser Imperialisten in einem Eroberungskrieg gegen die arabische Welt präsentieren möchten. Und es sollte bekannt sein, was gewisse Hetzprediger schon aus "3B" Munition machen...
Zu dem wirkt das ganze, verglichen mit den Reaktionen gegenüber Syrien, auch noch extrem inkonsequent und eigentlich ist eine anti-westliche Stimmung das letzte, was man in Bezug auf Tunesien und Ägypten gebrauchen kann.
Ich würde in dem Punkt noch Nordkorea streichen und durch Russland oder China ersetzen, aber das ist ein anderer Punkt.
Es mag vielleicht auf den ersten Blick keinen großen Unterschied machen, aber der bereits vorhandene Aufstand der libyschen Bevölkerung hat die Sache in ein ganz anderes Licht getaucht. Eine militärische Intervention ohne diese Rückendeckung der Libyer wäre sicherlich ähnlich desaströs fürs Image des Westens ausgegangen wie die NATO-Kriege davor. So erscheint es in großen Teilen der arabischen Welt mehr wie eine Unterstützung eines berechtigten Verlangens nach Demokratie und Menschenrechten und nicht mehr wie imperialistisches Machtgehabe.

Für radikale Islamisten wird auch in Zukunft die pure Existenz des Westens ein Grund für Terror sein, aber zumindest den Kampf um die Meinung der gemäßigten Leute dürfte man mit dieser Schiene eher erreichen.
Deswegen kann ich auch das zögerliche Verhalten in Syrien einigermaßen gut verstehen, da es dort momentan keine kämpferisch motivierte Opposition gibt, die man im Kampf gegen Al-Assad unterstützen könnte.
Hoffen wir, dass das anhält.
Meldungen des Tages (wiederum NDR-Info):
- EU-Staaten geben Auslandskonten von libyschen Banken, Öl-, Gas- und Hafenunternehmen frei
- Deutsche Regierung will beim Aufbau helfen, z.B. "bei der Ölförderung" könnte Libyen "deutsches Know-How dringend benötigen"
Bin ich der einzige, der es peinlich findet, dass der Westens eine wahren Ziele mitlerweile nicht einmal mehr so lange hinter Lügen versteckt, bis zumindest die Wasserversorgung wieder läuft? Gaddafi sprengt Brunnen, Deutschland baut Ölpumpen![]()






- Deutsche Regierung will beim Aufbau helfen, z.B. "bei der Ölförderung" könnte Libyen "deutsches Know-How dringend benötigen"
Was erwartest du denn bei einem FDP Außenminister und einem FDP Wirtschaftsminister?
Hat nicht auch der FDP Entwicklungsminister schon was dazu gesagt?![]()
