Das ist "haben". Standort ist definiert. Bauvorhaben genehmigt. Das reicht als Terminschiene für neue Kraftwerke. Wir haben noch gar nichts. Wir haben nur eine Diskussion, dass wir Standorte suchen müssen.
Standort definieren und Bauvorhaben beginnen ist NICHT "haben". Deutschland "hat" Asse, Deutschland "hat" Gorleben, Deutschland "hat" Schacht Konrad. Aber Deutschland hat kein Endlager für radioaktiven Müll, obwohl eine dieser drei Anlagen die afaik weltweit fortschrittlichste dafür ist.
Harter Tobak. Diese Satz hat Sprengstoff in sich:
" ... So stieg der Schuldenberg von EDF binnen eines Jahres von 43 Mrd. Euro (2021) um 50 Prozent auf 64,5 Mrd. Euro Ende 2022. ..."
Wir haben rechtzeitig von den Konzernen Geld eingesammelt, um den Rückbau finanzieren zu können. Denn das kommt auf die Schulden der EDF noch oben drauf. Das werden zig Milliarden für den Rückbau der Kraftwerke.
EDF ist ein Staatskonzern, das zahlt also so oder so die Allgemeinheit. Das einzige, was diese Zahl illustrieren könnte, wäre also ein weiterer Teil in Frankreich verheimlichter Atomstromkosten. Aber wenn ich Wiki richtig deute, hat Frankreich im gleichen Zeitraum rund 4,2 PWh Atomstrom produziert. EDF hat also "nur" rund 0,5 Cent pro kWh Verlust eingefahren. Das dürfte wenig sein im Vergleich zu den direkten Subventionen, die Frankreich in den Strompreis drückt, von den Ewigkeitskosten ganz zu schweigen.
Trotzdem planen die Franzosen neue Atomkraftwerke. Keine Ahnung, wer das finanzieren soll.
Der Staat. Da Frankreich die Atomindustrie sowieso im eigenen Land hat, sind das schlichtweg Subventionen. Genauso wie wenn die Amerikaner mal wieder Kampfflugzeuge zum doppelten des üblichen Marktpreises bestellen oder wenn die CDU eine Abwackprämie aus unserem Geld auflegt. Da wird einfach der Konsum heimischer Industrieprodukte angekurbelt. Rate mal, warum Frankreich, Großbritannien und USA auch so viel Lobbyarbeit für SMRs machen: Die brauchen genau die gleiche Technik sowieso für ihre Atom-U-Boote. Mehr davon zu bauen bedeutet einfach mehr Umsatz pro Forschungskosten (und mehr Strafe für kommende Generationen, aber wen interessieren die schon?)
Es wird einen Anteil geben. Keine Ahnung wie hoch er ist, aber ich tendiere da im Zweifel eher mal für den Angeklagten.
Der "Angeklagte" hat in Deutschland die Wahl zwischen meist 10 bis 30 Optionen, wenn er "keine etablierte" Partei wählen will. Aber die AFD-Wähler geben ihre Stimme trotzdem einem von drei klaren Nazi-Vereinen aus dieser Auswahl uns sie haben damit in erheblichen Ausmaße angefangen, bevor die AFD in den Bundestag eingezogen ist (12,6% waren es 2017 für eine bis dato außerparlamentarische Partei, also locker 60% der heutigen Wähler) und sie haben damit weitergemacht, nachdem die AFD zu einer etablierten Partei wurde. Da es die Moderation hier nicht gerne sieht, wenn man über die Dummheit von Leuten mutmaßt, heißt das also, dass die Mehrheit der AFD-Wähler rechtsextreme Positionen toll findet. Und tatsächlich ist es ja auch wirklich kein Problem, Leute zu finden, die Demokratie- oder Menschenrechtsfeindliche Dinge offen fordern, von Umwelt- oder Klimafeindlich ganz zu schweigen. Da ist praktisch jeder bekennende AFD-Wähler mit im Boot und sogar manch CDU-Parteichef. Also wieso sollte man annehmen, die anderen hätten nur aus Versehen ein Hakenkreuzchen auf ihren Wahlzettel gemacht?
Es wird kaum noch exploriert und der Markt wird immer knapper. Die Industriestaaten sichern sich mit EE billiger Energie, Dritteweltländer shcauen wie immer in die Röhre. Deren Öl wie in Nigeria ist das weg, damit wir billigen Konsum frönen konnten, die Nigerianer haben dann nix mehr von ihrem Öl.
Um die real noch vorhandenen Ölvorräte wird vielerorts ein Geheimnis gemacht. In Saudi Arabien hat sich die verbleibende Menge afaik seit den 80ern nicht reduziert, obwohl die afaik kein einziges Feld neu erschlossen und durchaus was anderes als heiße Luft exportiert haben. Südamerika und Teile Afrikas bauen aus, Russland intensiviert die Förderung, Gas wird selbst in England und Norwegen ausgebaut, Deutschland zumindest vor ein paar Jahren noch an der Nutzung von Methanhydraten geforscht und von Kohle brauchen wir gar nicht zu reden. Da liegt das enorme Potenzial ja auf der Hand äh dem Boden.
Man kann sehr zuverlässig sagen, dass VIEL, VIEL, VIEL mehr fossile Brennstoffe zur Verfügung stehen, als noch verbrannt werden dürfen. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten. Entweder
a) Der Markt wird nicht knapp
oder
b) Der Markt ist ein Fliegenschiss von einem Problem im Vergleich zu dem, was parallel wegen dem Klimawandel auf der Welt abläuft.
Wenn du aber aus allen Verträgen aussteigt, und das planen die Glatzen ja, kriegst du auch keine Strafen aufgebrummt. Wer sollte die auch durchsetzen?
Wenn man aus allen Verträgen aussteigt, dann ist die internationale Isolierung Strafe genug. Das, was China ankündigt, hätte Deutschland vor 20 Jahren initieren sollen. Allerdings traue ich ersteren auch nicht so ganz zu, dass sie das im Rahmen internationaler Regelwerke durchsetzen, denn China hat recht individuelle Vorstellungen davon, welchem Land denn wieviel vom CO2-Budget zusteht. Es nützt den Chinesen wenig, wenn sie eine internationale Isolierungskampagne fahren, aber jeden einzelnen Staat, der auf ihrer Seite der Trennlinie stehen soll, erstmal bestechen müssen, damit er dafür stimmt, dass China noch emitieren darf aber andere nicht mehr. Und einfach nur für sich genommen ist die Drohung "wir importieren nicht mehr von euch" durch China noch keine Katastrophe. "Wir exportieren nicht mehr zu euch", das wäre mal eine Ansage gewesen. Aber sollte die EU noch in diesem Jahrtausend endlich mal flächendeckende CO2-Grenzsteuern einführen, wäre das vermutlich wirkungsvoller. Auch gegen China.
Selbst Deutschland importiert russisches Öl, das in Indien zu Benzin raffiniert wurde.
Deutschland importiert sogar Gas aus Katar, dass durch russisches freigesetzt wurde und Gerüchten zu Folge sogar direkt LNG aus russischen Quellen. Und Ungarn und Österreich hängen sogar weiter ganz offen an der Pipeline. Aber das hat nichts mit der Gesamtbilanz zu tun (und für Russlandpolitik gibt es einen extra Thread). Russland hat zwar eines der übelsten Fördernetze der Welt, aber bei amerikanischen Fracking oder gar kanadischem Teersand entweichen ebenfalls absurd große Mengen klimaschädliche Gase (bei Fracking eher Methan, bei Teersand eher CO2). Solange der europäische Verbrauch also nicht so weit sinkt, dass wir ihn aus lokalen Quellen gedeckt bekommen (insbesondere Skandinavien hat eine sehr cleane Förderung), solange sind die Pipelines eine durchschnittlich klimaschädliche Option.
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Viele Grüße,
stolpi
Da scheints aber nur um das Potential künftig-utopischer Haushalte zu gehen (Batteriespeicher, Wärmepumpen), ihren Mehrverbrauch zu managen und nicht darum, bestehende Haushalte für bestehenden Regelbedarf zu aktivieren, oder?