Der Auto-Thread

Als reiner Versuchsfahrer muss man nicht studieren. Das ist aber auch ein elendig langweiliger Job, den eigentlich niemand langfristig macht.
Als Versuchssachbearbeiter mit einem stark erweiterten Tätigkeitsfeld braucht man bei uns zumindest auch nicht zwingend ein Studium, sondern ne technische Ausbildung . Es schadet aber nicht studiert zu haben.
 
Es gibt da aber sehr interressante Duale Studiengänge bei den großen Autobauern...

Ich habe zum Beispiel mal am Bewerbungsverfahren für die Volkswagen Uni in Wolfsburg als Kraftfahrzeugelektroniker teilgenommen! Interessantes und spannendes Bewerbungsverfahren! Gute Berufsperspektive und super Studium mit Vergütung!

Ich habe dann dort trotz Zusage abgesagt und mache jetzt was ganz anderes :D
 
Dazu gibts ja diese Berganfahrhilfe die so lange die Handbremse zumacht bis du von der Kupplung steigst am Berg. Aber gut hat ja nicht jeder.

Wobei es eigentlich auch nicht schwer ist den Kupplungsschleifpunkt zu benutzen - außer vielleicht man hat sich ein untermotorisiertes Fahrzeug gekauft. Bei 1,4 Tonnen und 60 PS könnte das natürlich etwas schwerer werden.

Du meinst eher bis man Gas gibt?! Ich kenne das so bei einem Poolfahrzeug (VW), dass die Anfahrhilfe erst die Handbremse löst, wenn man Gas gibt. Was beim Rangieren echt nervig ist, wenn bei jedem Stillstand die Handbremse aktiviert wird...
 
Wobei es eigentlich auch nicht schwer ist den Kupplungsschleifpunkt zu benutzen - außer vielleicht man hat sich ein untermotorisiertes Fahrzeug gekauft. Bei 1,4 Tonnen und 60 PS könnte das natürlich etwas schwerer werden.

Du meinst eher bis man Gas gibt?! Ich kenne das so bei einem Poolfahrzeug (VW), dass die Anfahrhilfe erst die Handbremse löst, wenn man Gas gibt. Was beim Rangieren echt nervig ist, wenn bei jedem Stillstand die Handbremse aktiviert wird...

Wenn du dich abschnallst zum rangieren, wird die Handbremse nicht aktiviert ;)

@Zappaesk

Das glaube ich, Fachkräfte werden händeringend gesucht! Die hätten mich damals am liebsten auch gleich dabehalten! Ich kann es auch nur jedem empfehlen, dual zu studieren. Ist zwar sehr anspruchsvol, aber man hat sofort den praxisbezug und ist in das Unternehmen eingebunden! Man bekommt da gleich viel mehr Erfahrung mit auf den Weg!

Ich spreche da aus Erfahrung ;) (Und das nach nicht mal 2 Jahren Studium)
 
Duale Studiengänge gibts bei uns auch. Wer Interesse hat kann sich gerne bei mir melden - wir suchen Leute!
Für wen arbeitest Du denn? Hatte mich im September bei Benz für das Werk Mannheim beworben, bin dann beim Vor Ort Test durchgerasselt.

Da das Wetter im Moment zu blöd ist um von meinem neuen schöne Bildchen zu machen, erstmal noch eins von MX5 :D
http://www.abload.de/img/img_6587xoi4s.jpg
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich arbeite in Untergruppenbach bei Heilbronn für die GETRAG. Das ist der größte unabhängige Getriebehersteller der Welt.

Relativ unbekannt aber fast überall dabei.
 
Wobei es eigentlich auch nicht schwer ist den Kupplungsschleifpunkt zu benutzen - außer vielleicht man hat sich ein untermotorisiertes Fahrzeug gekauft. Bei 1,4 Tonnen und 60 PS könnte das natürlich etwas schwerer werden.

Das stinkt aber ordentlich :D

Dieses System hat nen Neigungssensor drin und aktiviert sich nur am Berg.
Ob die jetzt beim Kuppeln oder Gasgeben löst weis ich nicht.
 
Ich bin kein reiner Versuchsfahrer, sondern bin bei der Druckindizierung und Applikation für den M133. Davor habe ich bisschen beim M157 mitgewirkt, aber dafür bin ich noch zu frisch im Unternehmen :)

PS: Ja, ewig lange Versuchsfahrten gehen einem irgendwann "auf gut Deutsch" auf den Sack - das stimmt.
 
Was gibts denn so für jobs bei der GETRAG?

Oder was für jobs bei autoherstellern allgemein?

Denn ich weis noch nicht was ich studieren will, und wenns dann gute perspektiven und geld gibt, warum nicht^^
 
Es gibt in der Entwicklung alles was man eben braucht um Getriebe zu entwickeln, zu erproben und zu fertigen. Wir haben (nur kleine Auswahl, weil ich nicht wirklich von jedem Kollegen weiß was er für ne Ausbildung hat: Maschinenbauer, Elektrotechniker, Kybernetiker, Mathematiker, Mechantroniker, Luft- und Raumfahrttechniker, Geodäten, Bauingenieure,... Das Ganze dann von der Uni, FH, BA,... was es eben so gibt. Es hat aber natürlich auch Leute, die einfach Zeichner, Mechaniker oder sonst was gelernt haben bzw. die Mehrzahl wird eben nicht studiert haben. Letztlich ist die Ausbildung ja auch nur der Einstieg, was man dann damit macht und wird, das hängt von den eigenen Fähigkeiten bzw. dem Engagement und ein wenig vom Glück ab.

Die Frage ist halt in welche Richtung du gehen willst. Konstruktion, Messtechnik, Softwareentwicklung, Simulation... es gibt tausend Möglichkeiten

Gelaber. Du meinst schon Stadt-, Land- und Autobahnfahrten? Sowas könnte ich den ganzen Tag machen. :D

Das zeigt ja nur, das du gar nicht weißt was man bei ner Erprobungsfahrt so treibt! Wenn du gern Auto fährst, dann werde doch Fernfahrer! Erprobungen oder auch Vergleichsfahrten sind anstrengend, ermüdend und langweilig! Ist mal nett, wenn man es macht, aber die ganze Zeit? Da wird man blöd bei! Ich bin froh, dass ich solche Tests nicht machen muss, sondern in erster Linie kurze Beurteilungsfahrten.

Auch unsere Versuchsingenieure sind nicht unbedingt scharf drauf den ganzen Tag Anfahrlastversuche o.ä. zu machen. Nicht zuletzt auch, weil es einem auf den Magen schlägt. Aber auch deren Hauptaufgabe sieht zu deren Glück anders aus.
 
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Das zeigt ja nur, das du gar nicht weißt was man bei ner Erprobungsfahrt so treibt! Wenn du gern Auto fährst, dann werde doch Fernfahrer! Erprobungen oder auch Vergleichsfahrten sind anstrengend, ermüdend und langweilig! Ist mal nett, wenn man es macht, aber die ganze Zeit? Da wird man blöd bei! Ich bin froh, dass ich solche Tests nicht machen muss, sondern in erster Linie kurze Beurteilungsfahrten.

Auch unsere Versuchsingenieure sind nicht unbedingt scharf drauf den ganzen Tag Anfahrlastversuche o.ä. zu machen. Nicht zuletzt auch, weil es einem auf den Magen schlägt. Aber auch deren Hauptaufgabe sieht zu deren Glück anders aus.

Wie sollte ich auch, ich habe mit so etwas ja noch nie zu tun gehabt. ;)
Kannst du da ein bisschen genauer ausführen, was man da so den ganzen Tag macht? Und was ist dann im Gegensatz dazu eine Beurteilungsfahrt?
 
Primärziel: Ins Auto setzen und Kilometer fressen! Oftmals geht es dabei auch nur darum - übertrieben ausgedrückt - ein geändertes Teil am FZ auf Dauerfestigkeit zu erproben bevor man es auf die Kunden loslässt.

Erprobungsfahrt hebt sich dabei von der Testfahrt ab, indem sie auf öffentlichen Straßen stattfindet. Bspws. wird jeder gebaute AUDI A8 einer Erprobungsfahrt unterzogen - hier ist also eine 100% Kontrolle vor den Kunden vorgeschaltet (was wiederum bedeutet, dass man nie ein "neues" Auto bekommen wird :P).

Edit: es scheint gemein hin immer so ein Traum als Junge zu sein "Testfahrer" zu werden. Ich hatte diesen Traumberuf auch mal eine Zeit lang. Autofahren bis zum Abwinken, immer tolle Autos fahren, womöglich Vorserie. Aber man muss eben wie Zappaesk schon schrieb attestieren, dass das ganze ein ziemlich langweiliger Job ist und vergleichsweise wenig Abwechslung bietet. Und ich kann nur sagen: es gibt auch mind. 1000 andere Wege um sich mit Prozessen weit vor einem Serienfahrzeug zu beschäftigen ;).
 
Zuletzt bearbeitet:
Das mag sein, dass so etwas nach einer Weile langweilig wird - ich weiß nicht, bisher habe ich jedenfalls endlosen Spaß daran, einfach stundenlang zu fahren. Ob ich das ganze zu meinem Beruf machen wollte, ist natürlich die andere Frage - es gibt auch andere Wege, immer ein neues Auto unterm Hintern zu haben. :P
Würde mich aber trotzdem interessieren, wie Zappaesk das ganze beschreiben würde. :)
 
Was man da so macht hängt natürlich davon ab, was erprobt werden soll. Für mich ist das absolute Negativbeispiel, wenn das Gesamtfahrzeug freigefahren wird. D.h. da wird je nach Hersteller und Test 50t - 150tkm gefahren. Manche Tests sind im Straßenverkehr, andere auf ner Teststrecke. So fährt BMW z.B. 50tkm in Südfrankreich mehr oder weniger Vollgas immer im Kreis rum... toll! Die machen natürlich auch noch andere Sachen, aber das ist schonmal richtig übel.
Oder Ford in Lommel (Belgien) eine ähnliche Strecke auf verschiedenen Rundkursen mit unterschiedlichem Charakter und entsprechenden Fahrvorschriften. Da werden Stadt-, Land, Autobahn- und Bergfahrten und was weiß ich noch simuliert. Dazu natürlich noch die üblichen Schlechtwegestrecken (grauenhaft zum selber fahren - man muss permanent aufs Klo!), Salzwasserdurchfahrten usw.
Die anderen OEMs machen ähnliche Dinge. D.h. da wird lange Stunden immer die gleiche Strecke gefahren mit immer den gleichen Fahrvorschriften... sterbenslangweilig! Das ist auch mit nem tollen Sportwagen nicht aufregender als mit einem 60PS Fiesta!

Bei der Komponentenerprobung werden z.B. Knallstarts gefahren. D.h. eine festgelegte Anzahl von Knall- oder auch Idiotstarts werden nacheinander gefahren, Vorwärts, Rückwärts... Das dauert je nach OEM auch einen Tag und man sollte regelmäßig Pause machen, weil es einem wirklich kotzübel wird dabei.
Dann gibt es Erprobungen zu der Leistungsfähigkeit der Synchronisierungen. Da wird viele hundert mal der Gang ausgedreht und dann so hart wie möglich geschaltet - abends tut einem der Arm bis zu Schulter hoch weh...

Es gibt noch (sehr) viele andere Tests, die ich zum Großteil - solange sie das Getriebe nicht betreffen - gar nicht kenne. Jeder OEM hat da seine eigenen historisch entstandenen Tests, aber die Tests, die wirklich Spaß machen sind sicher in der Unterzahl und ob die auch noch nach 10 Jahren Spaß machen, dass wage ich zu bezweifeln... Man darf auch nicht vergessen, dass diese Tests nicht nur mit den Topmotorisierungen gefahren werden müssen, sondern mit allen Fahrzeugen!

Eine Beurteilungsfahrt ist dagegen, dass man sich ins Auto setzt und bestimmte Einzelheiten beurteilt. Z.B. die Akustik, Schaltkomfort usw. Dabei geht es oft nur um bestimmte Phänomene (z.B. ein bestimmtes Geräusch im 3. Gang Schub zw. 2000 und 1800 rpm) und es dient auch dazu alte Stände zu neueren zu vergleichen. Natürlich geht es auch um eine Gesamtbeurteilung, aber oft sinds halt nur kleine Dinge, die beurteilt werden müssen.

Dann gibts noch Messfahrten wo z.B. solche zu beurteilenden Dinge messtechnisch erfasst werden usw.

Diese Fahrten sind alle relativ kurz und folgen keiner bestimmten Fahranweisung - außer natürlich, dass man das Phänomen so oft wie man es zur Beurteilung braucht anfährt. Es ist nicht immer einfach im Straßenverkehr bestimmte Fahrzustände gezielt zu erreichen, ansonsten erfordert es halt ein wenig Erfahrung um sowas auch beurteilen zu können. Es ist aber auch da weniger Vergnügen, als einfach Arbeit die zu tun ist, zumal die allerwenigsten Themen unter Vollgas zu beurteilen sind.
 
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