Das australische Modell hat effektiv das Sterben in den Gewässern vor Australien bekämpft und die illegale Migration nach Australien extrem erschwert.
Wer sich daran stört, unterstützt illegale Einwanderung. Dann sollte man dazu aber auch stehen und es so sagen.
Ganz im Gegenteil, das sogenannte "australische Modell" macht de facto jede Migration illegal, weil es darauf basiert, die Leute auf See abzufangen und festzuhalten, *bevor* sie ordentliche Asylanträge stellen können.
Und nein, wie ich bereits schrieb, hat das Verfahren für die Flüchtlinge nichts geändert. Diese sterben nach wie vor bei der Überfahrt. Der einzige Unterschied ist, dass sie, falls sie nicht sterben, *trotzdem* nicht australischen Boden erreichen, sondern in exterritorialen Konzentrationslagern landen.
Wer nach Australien einwandern will, soll das halt legal tun, so wie es jedes Jahre mehrere zehntausend Menschen machen.
Es ist nicht per se verboten, per Boot nach Australien überzusetzen. Und da die Boote bereits auf See abgefangen werden, bleibt es - und das ist durchaus im Sinne der inzwischen wackelnden Regierung - auf ewig im Dunkeln, ob sie einen regulären Hafen angelaufen und die Insassen Asylanträge gestellt hätten.
Es hat schon seine Gründe, warum der Oberste Gerichtshof von Papua-Neuguinea die Schließung des Lagers Manus bereits 2017 angeordnet hat und das Lager Nauru nur noch mit begrenztem Betrieb weitermachen darf.
Auch kann man sich durchaus Gedanken machen, warum ausgerechnet die USA (!) Insassen aufgenommen hat, die dort *nachweislich* gezielt schikaniert wurden.
Weil die Mehrheit der Länder der EU auch keine weitere illegale Einwanderung wünscht. Genau das ist das Gebot der Stunde. Und der Rückhalt für die australische Politik ist nachwievor vorhanden.
Ein berechtigtes Anliegen berechtigt nicht jedes Vorgehen. Wenn ich dich beim unerlaubten Betreten meines Stadtgrundstücks erwische, darf ich dich ja auch nicht auf meinem Landsitz internieren und dich dort so lange piesacken, bis du dich nie wieder bei mir erwischen lässt.
Und wie diese Entwicklungen zum Teil ausgegangen sind, weiß man ja.
Du allerdings offenbar nicht, denn das Ergebnis der Völkerwanderungen ist das, was wir gemeinhin als unsere Kultur bezeichnen, obwohl unsere Vorfahren von sonst woher zugewandert sind. Und zwar genau so, wie es Migranten heute tun: auf jedem gangbaren Weg, teilweise durch Vertreibung, teilweise auf der Suche nach einem besserem Leben, teilweise beides. Selbstverständlich ist der Eingliederungsprozess um so schmerzhafter, wenn sich stärker unterscheidende Kulturen zusammenkommen, aber am Ende fügt sich das dann doch.
Wir können ja mal die amerikanischen Ureinwohner fragen, wie toll sich ihre Willkommenskultur ausgezahlt hat.
Schiefer geht der Vergleich ja schon bald nicht mehr. Die Konquistadoren kamen, wie der Name schon andeutet, nicht als Flüchtlinge, sondern als Eroberer: voll gerüstet, mit Pferden und Kanonen im Gepäck. Das waren keinen halbverhungerten Flüchtlinge, die mit halb abgesoffenen Booten landeten und als Hilfesuchende aufgenommen wurden. Und die Ureinwohner hießen die Konquistadoren nicht als Zuwanderer willkommen, sondern irrtümlich als Götter. Kurz gesagt, die Besiedlung des amerikanischen Kontinents durch Europäer hatte eine genau umgekehrte Asymmetrie, denn die Europäer waren zahlenmäßig und technisch überlegen. Es war *keine* Fluchtbewegung.
Und falls du auf die späteren Pilgerväter anspielst: Ja, die Ureinwohner halfen ihnen über den/die ersten Winter und daraus entstand für Jahre eine friedliche Koexistenz. Erst spätere Siedlungswellen, bei denen dann haufenweise dubiose Glücksritter dabei waren, haben das zerstört.
Wenn man daraus etwas lernen will, dass man sich zwar genau anschauen muss, wen man bei sich aufnimmt, jedoch Abschottung der Weg ist. Wohin letztere führt, kann dir das Schicksal einiger asiatischer Länder zeigen.
Und was die Kriminalitätsstatistiken angeht, habe ich keine Lust, die in diesem Thread zum wiederholten Mal im Detail durchzukauen, da sich die Fakten offenbar bei manchen Leuten ohnehin nicht setzen.
Nur soviel: Die überproportionale Präsenz von Flüchtlingen in der Kriminalitätstatistik hängt damit zusammen, dass nach wie vor Straftaten eingegen, die sich nach wie vor aus dem deren ungeklärten Status ergeben, also opferlose Formaldelikte. Die leicht überproportionale Präsenz bei Eigentumsdelikten ergibt sich daraus, dass die Leute nichts haben und auch nur selten einer regulären Erwerbstätigkeit nachgehen dürfen. Die leicht überproportionale Präsenz bei Gewaltdelikten ergibt sich daraus, dass in der Gruppe der Flüchtlinge kriminalitätsaffine Teile (vulgo: junge Männer mäßiger Bildung und Perspektive) überrepräsentiert sind.
Und das ist hausgemacht. Mit einer gescheiten Einwanderungspolitik, an der die Bundesrepublik seit ihrer Gründung scheitert, gäbe es sichere Migrationsrouten, auf die man nicht die jungen Männer vorschickt; es gäbe eine schnelle Bearbeitung von Anträgen, Anerkennung von Abschlüssen, Weiterbildungen und zügig Arbeitserlaubnis, damit die Leute sowohl sinnvoll beschäftigt als auch selbstversorgt sind - und nebenbei noch zu unserem Wohlstand beitragen, statt von ihm zu zehren.
Ich will nicht behaupten, dass volle Patentrezept in der Tasche zu haben, aber da ist auch nicht nötig um zu erkennen, dass (nicht nur) sämtliche Bundesregierungen seit dem 2. Weltkrieg in diesem Punkt haarsträubend irrlichtern. Da heißt es einmal Hü und einmal Hott und es existiert keinerlei langfristiges Konzept.
Und das australische "Aus den Augen, aus dem Sinn"-Modell funktioniert eben - selbst rein utilitaristisch betrachtet - auch nur so lange, wie es wirklich aus den Augen bleibt. Man kann viel unter den Teppich kehren, aber irgendwann wirft er Wellen und man stolpert drüber.