Man kann Hardware sinnvollerweise nicht in „normal“ und „unnormal“ einordnen. Prozessoren unterscheiden sich nach Einsatzzweck und Architektur, nicht nach einem vermeintlichen Normalzustand. Ebenso wenig lässt sich Leistung auf einen einzelnen Faktor wie den L3-Cache reduzieren, sie ergibt sich immer aus dem Zusammenspiel mehrerer Eigenschaften (Kerne, Takt, Latenzen, interner Aufbau, IMC etc.). Edge-, Mobile-, Desktop-, HEDT- und Server-CPUs, dazu ARM-Prozessoren und auch NPUs: Das sind auch
Prozessoren. Die Frage ist also weniger, was davon „normal“ ist, sondern wofür sie gebaut wurden. Diese Trennlinie ist deutlich sinnvoller als eine wertende Einordnung. Historisch zeigt sich das auch gut: Zu Zeiten von Intels Haswell- und Broadwell-HEDTs wurden diese ganz selbstverständlich mit klassischen Desktop-CPUs von AMD verglichen, auch bei uns. Zu dieser Zeit war Intel doppelt so schnell in Spielen, hier, in Crysis 3 etwa. Da hat sich auch niemand beschwert, sondern es wurde freudig die Mehrleistung mitgenommen, wenn man es sich leisten konnte.
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Bezogen auf den Desktop-Markt hat Intel derzeit nichts im Angebot, was einen Ryzen 7 9800X3D in Spielen oder einen 9950X3D in Anwendungen schlagen kann. Das ist keine Wertung, sondern eine nüchterne Momentaufnahme. Der zusätzliche Cache ist dabei kein unfairer Trick, sondern eine Designentscheidung von AMD. So wie Takt, Kernanzahl, Architektur oder Fertigung. Wenn ein Hersteller damit messbar bessere Ergebnisse erzielt, gehört das Ergebnis zum Vergleich dazu. Man vergleicht dabei Produkte, nicht Rechtfertigungen. Und Leistung definiert sich nicht darüber, ob sich die technischen Ansätze gleichen, sondern darüber, was am Ende auf dem Bildschirm ankommt.