AW: Bundeskoalition - Neuwahlen oder Durchbeißen?
Edit: Sollte jedenfalls so sein, aber scheinbar ist die Mindestdauer 30 Tage
Also meine Wahlumfragen haben regelmäßig unter 30 Tage
Am Besten schon gestern. Die Kerle versprechen Steuersenkungen aber machen es nicht. Naja, nicht für den Arbeiter, für den Haufen an Unternehmen schon.
Es hat doch auch niemand "Steuersenkungen für Arbeiter" versprochen.
Daran, dass die Leute Wahlversprechen nicht kritisch durchdenken, ändern Neuwahlen nichts. Auch nicht daran, dass Politiker ihre Ankündigungen so formulieren, das möglichst niemand diejenigen bemerkt, die ihm schaden und idealerweise eine ganze Menge gesagtes fälschlicherweise zu seinen Gunsten interpretiert, auch nicht.
ja aber die FDP muss sich doch nicht wundern mit einem wie westerwelle ....
Nun hackt mal nicht alle auf Guido rum. Dafür, dass er zeitgleich Vizekanzler, Außenminister, Parteichef, Innenminister und Oppositionsführer ist/glaubt zu sein, macht er doch noch einen ganz guten Job
@topic:
[X]neutral
Ich mag die Union nicht, ich hasse die FDP. Aber ständiges Neuwählen bringt keine bessere Politik - im Gegenteil. Gerade im Umfeld um Wahlen findet die schlimmste Klientelpolitik statt oder man konzentriert sich gleich ganz auf Wahlkampf und macht gar nichts mehr. Außerdem sind imho ein erheblicher Teil der Probleme, die wir im Moment haben und in den nächsten Jahren zu spüren bekommen, auf konservative Strukturen oder kapital-liberale Entscheidungen zurückzuführen. Das hat zwar nichts mit der heutigen Regierung zu tun, aber zumindest wird es mal der richtigen Partei zugeordnet. Wenn jetzt Neuwahlen wären, würde es wohl auf Rot-Grün hinauslaufen und die Bevölkerung würde denen die Schuld zu schieben, was bei der darauf folgenden Wahl die jetzigen Verhältnisse ergeben würde.
Abgesehen davon glaube ich nicht, dass die SPD schon wieder gefestigt genug ist, um die anstehenden Probleme zu bewältigen - und die Grünen würde ich zwar für eine mittelfristige Perspektive begrüßen, aber für kurzfristige Maßnahmen bei frisch geleehrten Kassen haben die auch keine Lösung.
Nachdem jetzt auch einige Landesverbände wieder unabhängiger aggieren und die Bundesratsmehrheiten auf Messers Schneide stehen, besteht imho aber auch kein dringender Bedarf. Die gröbsten Schwarz/Gelben-Fehler werden so verhindert und z.B. die Nummer mit der Brennelementesteuer weißt auch darauf hin, dass die alten Lobbystrukturen ein bißchen ins Hintertreffen geraten sind.
Somit hoffe ich einfach, dass die Politiker die Zeit bis zur nächsten Wahl nutzen, um sich auf ein System mit mehr als 2-3 wichtigen Parteien einzustellen. Die SPD schafft das auf Länderebene ja schon, die Grünen sind sowieso flexibel - und die FDP sollte die winkenden Zaunpfähle mitlerweile nicht mehr nur sehen, sondern spüren.
Damit wäre dann bei der nächsten Wahl ein wichtiger Schritt hin zu einer funktionierenden Demokratie gemacht. (der andere -mitdenkende Wähler- ist sowieso utopisch)