Aufpoliert: Neuer GPU Block rostet (EK Waterblocks)

AW: Neuer GPU Block rostet (EK Waterblocks)

Es geht doch aber hier um Metall :huh:
 
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Überall dort wo verschiedene Metalle aufeinander treffen und Elektrolyt anwesend ist, kann durchaus auch stärkere Korrosion auftreten. Ich vermute mal, das ist auch der Grund warum die Schrauben gerostet sind. Nickel ist edler als Eisen, hier ist also Vorsicht geboten. Ich würde daher prinzipiell nur mit Ethanol oder Aceton reinigen.

Nickel ist unedler als Eisen! Es passiviert nur wesentlich stärker ;). Um Metalloberflächen von Oxidschichten zu befreien taugen beide Lösungsmittel nichts. Das kann man sich getrost sparen ;).
Ethanol darf in keinem Fall mit Plexiglas in Berührung kommen - selbst wenn man damit nur die Metallteile reinigt sollten Plexiglasteile, egal ob nun vom Kühler oder andere Teile, schon wegen der Dämpfe außer Reichweite sein. Gegenüber Ethanol ist Plexiglas extrem empfindlich. Ähnliches gilt für PMMA und Aceton, wobei da vor allem keinerlei Berührung mit dem Lösungsmittel stattfinden sollte. POM ist chemisch ziemlich beständig. Ethanol und Aceton sind für POM kein Problem.
Hier sind säurehaltige Reinigungsmittel wie Cilit-Bang (orange Kappe) schon das Richtige, nur sollte man mit kurzen Einwirkzeiten arbeiten und muss, genau wie bei Essigsäure oder Zitronensäure, gründlich spülen und vor allen trocknen, um nicht erneute Flugrostbildung und Rost an nicht rostfreien Teilen zu erreichen.

Der Grund, dass alle Schrauben korrodiert sind bzw. Flugrost angesetzt haben, obwohl einige aus rostfreiem Stahl sind (an der Edelstahlblende des Kühlers eingesetzt) ist folgender: Offenbar wurden alle Teile zusammen mit den schwarzen Schrauben (nicht rostfrei) in Säure gebadet. Dabei wurden die schwarzen Schrauben unweigerlich angegriffen und sind korrodiert. Das dabei in der Lösung freigesetzte Eisen setzt sich auf allen Teilen in der Suppe ab (sieht man nicht, ist aber so). Nun kam der zweite Fehler zum Tragen: Die Komponenten wurden vor dem erneuten Zusammenbau nicht 1005ig gespült und nicht vollständig getrocknet. Vermutlich war noch Elektrolyt in den Gewinden, so dass ich um Edelstahlschraubenköpfe Flugrost aus den zuvor aufgesammelten Eisenpartikeln bilden konnte. Das Schadensbild der Schrauben ist relativ eindeutig.

Das Schadensbild auf der Nickelbeschichtung des Kühlers ist weniger offensichtlich. Allerdings dürfte es meiner Meinung nach ebenfalls auf unzureichende Spülung und Trocknung der Komponenten vor den erneuten Einbau zurückzuführen sein. Die Nickelschicht selbst kann auch in leicht sauren Medium mit der Zeit angegriffen werden, aber ich vermute, dass sich hier eher Rückstände oder Korrosionsprodukte aus andern Teilen des Kreislaufs auf der, durch das Säurebad, leicht aktivierten Oberfläche abgesetzt haben. Sieht aber vermutlich schlimmer aus als es ist. Einmal mit Cilit-Bang drüber (gründliches Spülen und Trocknen nicht vergessen) und mit Nevr-Dull drüber poliert, dann schaut er wieder aus wie neu. Hier lässt sich ohne genaue Analyse aber nur spekulieren. Jedenfalls wäre das aus meiner Sicht alles vermeidbar gewesen. Im Übrigen würde ich im Wakü-Bereich schon wegen des Geruchs und der prinzipiell relativ starken Reaktion mit Kupfer grundsätzlich dei Finger von Essigsäure lassen.
 
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Es geht doch aber hier um Metall :huh:

Die letzte Frage des TS war, wie man einen neuen Block reinigen kann.
Bei EK darfst du das Ding eben nicht zerlegen wegen der Garantie und somit spielt der Kunststoff eine Rolle.

POM selbst macht Aceton zwar nichts aus aber den Herstellern würde ich zutrauen das sie minderwertige Qualität einsetzen, wo dem POM noch weitere Substanzen zugesetzt wurden.
 
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Ja wenn es um Kunststoffe geht, ist Aceton gefährlich. Ethanol oder ISO sind hier besser geeignet.
Ich glaube Ethanol kann man auch für PMMA verwenden. ISO da eher weniger.

@VJoe2Max: Jo, da habe ich wohl was verwechselt. Der Unterschied ist zwar klein aber doch zu Gunsten des Eisens :-)
Ansonsten denke ich hast du den möglichen Verlauf sehr gut zusammengefasst.

Übrigens ist Nickel anfälliger für verdünnte als für konzentrierte Säuren, eben aufgrund der Passivierung.
 
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Ethanol führt bei bearbeitetem PMMA zu heftiger Spannungsrisskorrision mit feinen Haarrissen. Das ist keine Korrosion im Sinne von metallischer Korrosion aber das Wirkprinzip der Spannungsrisskorrosion ist dasselbe. Daher wird es offiziell auch bei PMMA so genannt.
Selbst Ethanoldampf kann das schon verursachen. Deshalb sollte man z.B. auch niemals Röhren-ABs mit ethanolhaltigem Glasreinigern putzen oder sonst wie mit Ethanol in Kontakt bringen ;). Früher gab es nahezu 100%ige Ausfallserien beim Einsatz von "WaterWetter" als Korrosionsschutz, weil es geringe Mengen einwertiger Alkohole enthielt. Das Problem dabei ist auch, dass die Schädigungswirkung bei geringen Ethanolkonzentrationen oft zeitversetzt eintritt. Nutzt man aber konzentrierten Spiritus zum Putzen von bearbeitetem Plexiglas, geht es in der Regel sofort zu Bruch. Insbesondere an Kratzern oder Gewinden tritt dann sofortische Schädigung ein - selbst wenn die feinen Risse erst nach vollständiger Trocknung sichtbar werden.
Isoprop ist nicht ganz so dramatisch auf PMMA, aber auf lange Frist kann das ebenso zu Spannungsrisskorrosion führen.

Nur durchgetempertes langkettiges gegossenes PMMA welche möglichst keine Kratzer hat, kann Ethanol standhalten. Aber die wenigsten Plexiglas-Teile im Wakü-Bereich sind aus Plexiglas GS geschweige denn getempert ;).

Was die Anfälligkeit für Korrosion von Nickel angeht hast du recht, aber bei Essig und Zitronensäure haben wir es sowieso mit schwachen Säuren zu tun. So oder so ist es nicht sinnvoll einen sauren pH-Wert bei der Kühlflüssigkeit zu haben. Macht zwar im Regelfall nicht viel aus, wenn einen die angeriffene Optik nicht stört, aber sinnvoll ist es nicht.
 
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Gestern sind wir dem Waterblock mit NEVR DULL zu Leibe gerückt, um zu testen, wie sauber man das Teil wieder kriegen kann.

So sahen Block und Schrauben gestern aus, als wir den Block aus der Schachtel genommen hatten. Der Block lag komplett zusammengeschraubt einen Monat in seiner Schachtel. Vor dem Einpacken Ende Juni hatten wir ihn mit CB gereinigt.

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Die Schrauben sind gerostet und mit einer weissen Schicht überzogen:

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Behandelt haben wir den Block in zwei Schritten:

1. Reinigung mit CB rot: 10 Minuten einwirken lassen, dann abschrubben und spülen mit Wasser
2. Polieren mit NEVR DULL

Nach dem CB hatte der Block noch mehr schwarze Flecken als vorher:

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Erst das NEVR DULL hat dann wahre Wunder gewirkt:

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Der Block sieht wieder sehr gut aus, das Polieren in den Rillen ist sehr schwierig. Das könnte man mit dem geeigneten Werkzeug sicher noch besser hinkriegen. Insgesamt hat Monk-Trader rund 3 Stunden Arbeit investiert, um den Block wieder so herzurichten. Schrauben hat uns der Support von EK Waterblocks kostenlos zugeschickt. Bevor man diese verwenden könnte, müsste man die Gewinde im Block noch mit einem Rost-Stopper behandeln.

Unsere Bilanz: Viel Arbeit, aber mit NEVR DULL schafft man es, den Waterblock wieder sehr gut aussehen zu lassen. Wenn man die Kosten für das Poliermittel, den Rost-Stopper und die investierte Zeit aufrechnet, relativieren sich die Kosten für einen neuen Block doch sehr schnell. Allerdings fängt das Nickel sich jetzt – also rund 24 Stunden nach dem Polieren – wieder an zu verfärben und anzulaufen. Also muss mit der Nickelbeschichtung etwas nicht in Ordnung sein. Das NEVR DULL wird uns sicher auch in Zukunft mal gute Dienste leisten, aber unsere Beschäftigung mit dem nickelbeschichteten Block ist hiermit abgeschlossen.
 
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Mit der Nickelbeschichtung wird, nach erneutem intensivem Säurebad und anschließendem Anschleifen, sicherlich einiges nicht mehr ganz in Ordnung sein. Z.B. wird es jetzt halt eine angerauhte Oberfläche haben und die sieht nach der Selbstpassivierung nicht so ansehnlich aus, wie der polierte Lieferzustand.
 
Mit der Nickelbeschichtung wird, nach erneutem intensivem Säurebad und anschließendem Anschleifen, sicherlich einiges nicht mehr ganz in Ordnung sein. Z.B. wird es jetzt halt eine angerauhte Oberfläche haben und die sieht nach der Selbstpassivierung nicht so ansehnlich aus, wie der polierte Lieferzustand.

Mir ist nicht ganz klar, was du meinst: wir haben den Block weder in Säure gebadet noch ihn angeschliffen. Wir haben ihn nur mit CB gereinigt und mit ND poliert.
 
CB (orange) enthält Salzsäure ;). Genau das macht man sich allerdings beim Putzen von Kupferteilen zu Nutze. Man darf es nur nicht lange einwirken lassen und verwendet es vorzugsweise verdünnt.
Was mit dem Schleifen gemeint war, ist mir aber ebenso unklar. Die Politur NervDull Polierwatte führt tendeziell zu geringerer Rauheit. Allerdings hinterlässt es einen leichten Wachsfilm.
 
Also ich hab schon häufiger davon gehört, dass Nevrdull auf weichen Untergründen (Alu, Lackierungen - und eben Beschichtungen) ein eher mattes Ergebniss hinterlassen hat. Für Stahlteile mag es ja gut geeignet sein, aber das meiste, was da genug Material abträgt, um eine blanke Oberfläche zu hinterlassen, ist für andere Materialien halt zuviel.
 
Das Ergebnis der Reinigung kann man als zufriedenstellend bezeichenen, wenn die Dichtungen nicht porös sind und die Schrauben ausgetauscht werden, hat man einen voll funktionsfähigen Fullcovercooler. Den Bereich bei der GPU, könnte man noch mittels einem Zahnstocher säubern ^^
Aber sonst wir der Fullcovercooler sicher seine Dienste leisten.Auch wenn die Nickelschicht angegriffen wurde, es wird keine Beinträchtigung entstehen, weder "EDELROST" noch eine messbare Leistungsminderung :devil:
 
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Also ich hab schon häufiger davon gehört, dass Nevrdull auf weichen Untergründen (Alu, Lackierungen - und eben Beschichtungen) ein eher mattes Ergebniss hinterlassen hat. Für Stahlteile mag es ja gut geeignet sein, aber das meiste, was da genug Material abträgt, um eine blanke Oberfläche zu hinterlassen, ist für andere Materialien halt zuviel.

Alu kann man damit genau wie Kupfer hervorragend polieren. Nickelschichten sind in der Regel härter als diese beiden Werkstoffe und lassen sich ebenso gut polieren. Ob Schicht oder Vollmaterial spielt dabei keine Rolle. Bei all diesen Metallen genau wie Chrom, Silber, Gold, Messing, Zinn, Zink, und Stählen bringt es sehr gute Politur-Ergebnisse. Neben den vorgenannten Alu, Kupfer und Nickel ist es dafür auch explizit vorgesehen - funktioniert aber auch bei weiteren Metalle und Legierungen. Glanzchromschichten, für die es wohl am häufigsten angewendet wird, sind btw häufig noch etwas dünner als Nickel, wenn auch noch härter.
Der Materialabtrag ist bei NevrDull im Vergleich zu konventionellen Polierpasten jedenfalls äußerst gering, da es nicht abrasiv wirkt - da wirkt eher die enthaltene Oberflächenchemie und Umlagerungseffekte ;). Habe sogar mal Schichtdickenmessungen von mit NevrDull nachpolierten Chromschichten unter´m REM durchgeführt und konnte keinen messbaren Abtrag feststellen.

Was Lackierungen angeht: Dafür ist es in der Tat ungeeignet - steht btw auch auf der Verpackung ;). Für Alu-Eloxalschichten ist es ebenfalls nicht sonderlich gegeignet. Für blankes Alu wüsste ich hingegen nichts Besseres.
 
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Nein, mit reinem dest. Wasser wär gar nichts passiert.
Genutzt wurden Spülmittel, Zitronensaft und Putzessig (siehe Startpost).
Die Schrauben sind auch nass geworden.
 
Nein, mit reinem dest. Wasser wär gar nichts passiert.
Genutzt wurden Spülmittel, Zitronensaft und Putzessig (siehe Startpost).
Die Schrauben sind auch nass geworden.

richtig, destilliertes wasser kann keinerlei rückstände hinterlassen, da es frei von den entsprechenden inhaltsstoffen ist. es ist halt wirklich nur wasser, nicht das normale gemisch aus wasser, kalk, salzen, etc.
 
Das mit dem destillierten Wasser ist zwar an sich korrekt, Uter, jedoch treten mit der Zeit Metallionen ins Wasser über, welche die Leitfähigkeit, die vorher bei nahe Null war, erheblich erhöhen kann. Dann wird die Elektronegativitätsdifferenz der verschiedenen verbauten Metalle eben doch zum Problem und das unedlere von ihnen kann korrodieren.

Deshalb ist ein Korrosionsschutz IMMER angezeigt, reines Aqua dest ist absolut nicht empfehlenswert!
 
ok, es kann definitiv nicht schaden ihn zu nutzen, und er wird einen existenzsinn haben.

aber mal nebenbei: es gibt doch deutlich besser wärme-leitende flüssigkeiten als wasser oder?
 
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