"Normale" Preise wie wir sie im Sommer 2020 noch hatten, werden nie wieder kommen. Ganz einfach, weil Hersteller wie Händler gesehen haben, das selbst die völlig überzogenen Preise irgendwann gezahlt werden.
Fragt sich nur, wie häufig die Kundschaft dieser abgezockten Preise künftig bereit sein wird, wieder und wieder diese hohen Ausgaben zu tätigen. Sehr schön konnte man diesen Effekt etwa im KFZ-Bereich sehen, wo immer mehr ihre Autos immer länger nutzen - was nun nicht unbedingt an einer generell gesteigerten Haltbarkeit liegt, sondern daran, dass eine adäquate komplette Ersatzbeschaffung meist weit mehr kostet, als die Lohnsteigerungen und das frei verfügbare Einkommen im selben Zeitraum hergeben.
Sicher wird es immer eine kleine (und zunehmend kleinere) Gruppe geben, denen das egal ist, weil entweder der Fokus maximal einseitig ausgelegt ist oder tatsächlich der laufend hereinströmende Finanz-Zuwachs die realen Ausgabe-Optionen eh deutlich überschreitet. Das wird aber nicht die Masse der bisherigen "Konsumenten" betreffen, so dass sich zumindest Teile der Industrie und des Handels, die bislang mit einer recht stabilen Zielgruppe planen konnten (also z.B. die Online-Kisten-Durchschieber-Branche für PC-Selbstbauer und Tuner) deutlich veränderten Marktbedingungen anpassen müssen - wie gesagt: unter der Prämisse, die vorausgesagten Preissteigerungen manifestieren sich dauerhaft und bestimmen die künftige Ausgangsbasis bei den UVPs. Da werden wir so manchen dieser Marktteilnehmer demnächst auch sang- und klanglos untergehen sehen, die vllt. dieses Jahr noch über ein fette Jahresend-Bilanz gejubelt haben, weil das aktuelle Business-Modell kaum Spielraum für Anpassungen hergibt oder man schlicht den Zeitpunkt verpennt, diese vorzunehmen.
Solange jedenfalls mein persönliches Wohl nicht von einer kauf- und finanzierbaren Grafikkarte & Co abhängt, wird eine durch solche Marktentwicklungen erzwungene Anpassung meines Freizeitverhaltens mir vllt. kurzfristigen Verdruss bescheren, weil ich ggf. lieb gewonnenen Freizeitaktivitäten nicht mehr so zufriedenstellend oder gar nicht mehr nachgehen kann, aber davon geht meine Welt nicht unter. Die Branchen, die sich ggf. damit jetzt den eigenen Ast absägen, werden jedenfalls deutlich mehr drunter zu leiden haben, wenn sie sich nicht rechtzeitig anpassen können.