Im Großen und Ganzen ist der Threadripper jetzt doch eine sehr interessante Cpu.
Die Performance in multithreadoptimierten Anwendungen lässt, wenn die Software die 32 Threads auch voll nutzen kann, den 19 7900x einfach deutlich hinter sich, das Problem bei den meisten Anwendungen ist jedoch leider, dass sehr viele Anwendungen noch nicht auf enormes Multithreading ausgelegt sind, was das angeht, sind zu Teil beide Prozessoren überdimensioniert (andererseits gibt es genug Anwendungsbereiche für Cpus mit deutlich mehr Threads). Hier sehe ich das Problem dass etwas zu wenig darauf eingegangen wird wie sich der Threadripper bei multiplen, gleichzeitig laufenden Anwendungen macht, z.B. Spielen und gleichzeitiges Encoden in hoher Auflösung, denn in genau diesem Anwendungsbereich sehe ich die Threadripper und dies ist auch ein Anwendungsbereich der Enthusiastenplattform selbst. Hier wären zusätzliche Tests, wie gut die Cpus diese Aufgaben erledigen können sehr interessant (könnte für Streamer den zweiten Streaming-Pc unnötig machen).
Zusätzlich wären weitere und ausführlichere Tests mit oc und deutlich schnellerem Ram schön gewesen, gerade letzteres hat in der Vergangenheit bei Ryzen sehr viel gebracht und die Performance teils drastisch erhöht. Die beiden Threadripper sollten schnellen Ram-Takt eigentlich auch gut schaffen können, immerhin wurde am Microcode einiges getan seit Ryzen-Launch und im Prinzip sind die Prozessoren zwei "zusammengeklebte" (nicht negativ gemeint) 1800x bzw. 1600x, von daher sollten ähnliche Frequenzen wie bei diesen möglich sein, also auch bis hoch zu 3600Mhz. Da wären Tests schön um zu wissen wie gut die ccx und einzelnen Dies hier mit dem Ram-Takt skalieren, immerhin ist IF an den Ram-Takt gekoppelt, und durch die verbesserte Kommunikation sollte die Leistung noch einmal prozentual stärker verbessert werden als bei den Single-Die-Cpus, da die Kommunikation zwischen den Dies ebenfalls über IF erfolgt.
Was wirklich suboptimal für die Plattform ist, ist die mangelnde Anzahl an Pcie-Verbindungen, leider sind nur 7 möglich, und dass man nicht die Laneverteilung auf den einzelnen Slots bestimmen kann. Selbst wenn ein Plx-Switch nötig wäre, um eine Große Anzahl an Pcie-Slots mit x16 anzubinden, wäre dies im Großen und Ganzen wohl sinnvoller als die bestehende Konfiguration. Außerdem könnte man auf diese Weise Zusatzcontroller wie 10Gbit Ethernet/ Wlan/ wenn es kommt Usb 3.2/ Thunderbolt direkt an die Cpu anbinden und müsste nicht den Umweg über den Chipsatz gehen, der trotz reichlich vorhandener Lanes nur mit 4 angebunden ist, die bei reichlich ausgestatteten Boards (wenn es denn in der Hinsicht noch welche geben wird) gerne mal den Flaschenhals darstellen. Dazu käme eine größere mögliche Anschlussvielfalt mit, die aus der Plattform auch schnell mehr als nur einen HEDT-Pc machen, sondern dem Namen Workstation auch gerecht werden, man denke hier an manche x99 Boards zurück, trotz weniger Lanes von der Cpu doch eine enorme Anschlussvielfalt bieten, z.B. das Asrock x99-e ws 10G und einige andere, die bei manchen Nutzern auch als Basis für eine beachtliche Workstation benutzt wurden. Das kann AMDs Epyc- Cpus nicht einmal relevant schaden, da diese bei gleicher Kernzahl nicht oder kaum teurer sind, je nachdem wie sich die Preise entwickeln, und mehr verkauft Cpus sind mehr verkaufte Cpus für Amd, denn dadurch kann man doch eine Zahl an Kunden an Intel und dessen HEDT- Plattform verlieren, da diese den Anschluss von viel mehr Geräten erlaubt. Und dabei wurde vor dem Launch so stark mit den 64 lanes geworben, und jetzt hat der Endkunde davon weniger als bei Intel, obwohl AMD fast 50% mehr bieten kann!
Natürlich gibt es zum Launch mal wieder Probleme bei der Kühlerkompatiblität und die Plattform ist-mal wieder-noch nicht voll fertig, aber das ist bei Cpus und bei Amd generell wohl in Mode.
Die Leistungsaufnahme ist bei oc schon ziemlich hoch, auch zur Zeit eine Krankheit bei Cpus *hust*Skylake-X*hust*, andererseits bekommt man auch 6 kerne mehr geboten und muss für 4Ghz auch reichlich Spannung geben im Vergleich zu Intel, bei denen die Leistungaufnahme selbst bei für den Chip eigentlich moderatem oc sehr hoch wird, obwohl die Cpus eigentlich 5Ghz schaffen könnten, wenn man das denn gut kühlen könnte ohne custom Wakü, was auch ein Problem bei den großen SKL-X sein wird selbst mit Wasserkühlung, weswegen diese den Threadrippern nicht so überlegen sein sollten.
Zusammengefasst denke ich beide Prozessoren sind für stark parallelisierte und mehre zeitgleiche Aufgaben hervorragend geeignet(genannte Streamer und Workstations) und bieten ein gutes P/L-Verhältnis (wo bekommt man 4 Kerne mehr für 200€?), bieten für reines Gaming keinen Mehrnutzen zu einem günstigeren Prozessor (Wozu dann die Blinkie-Blinke-Boards) und beiten dank sehr vieler Kerne eine recht zukunftssichere Plattform, allerdings ist die Konnektivität deutlich schlechter als von einer 64-Lane-Cpu erwartet.