Special Intel Core 9 273PQE im Test: Der Raptor mit den 12 P-Cores ist Realität

Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.

Vor allem zeigt der Test doch, dass die Hybrid Architektur gar nicht so dumm ist und anscheinend mittlerweile auch in Spielen vernünftig arbeitet.
Der Aufwand, mehrere Kern-Arten zu bauen und - vor allem - mittels Software gewinnbringend anzusprechen, ist eben deutlich größer, als "stupide" uniforme Kerne zu bauen. Mittlerweile läuft das alles, aber als Alder Lake startete ... örks. Ich denke immer noch, dass Bartlett Lake mit einem "vollwertigen" BIOS und etwas Handoptimierung ein sehr flottes, robustes System wäre.

MfG
Raff
 
Das hätte mich interessiert. Und ob man dann vielleicht doch die 5600 beim RAM knackt.

Vielen Dank für den Test @PCGH_Dave !

Mal sehen wie es mit der CPU weitergeht. Kontron hat bislang kein neues BIOS raus gebracht, was die CPU unterstützen würde und Asus macht mit seinen Mainstream-W680-Boards scheinbar überhaupt nichts. Das letzte BIOS stammt aus dem Dezember 2025.

Dabei hat Intel ganz groß in seiner Ark stehen, dass W680 RAM-OC-Optionen für den 273 PQE böte. Leider Pustekuchen.

Die RAM-Einschränkungen dürften ziemlich klar dem Mainboard-Hersteller geschuldet sein. Das ist ein Industrie-Board, bei dem der Kunde nur eins will: Garantiert stabilen Betrieb. Dafür ein bestimmtes RAM-Kit kaufen zu müssen, ist vollkommen okay, denn das System stellt eh irgend ein Mittelsmann bereit. Ein Absturz in 3 Jahren und 227 Tagen bei Neumond mit Saturn im fünften Quartal wäre dagegen inakzeptabel. Also wird so eine Plattform in einer Konfiguration bis zum Erbrechen geprüft und alles andere kommt raus. Die Platine erlaubt zum Beispiel auch keine Änderung der Power Limits, sonst hätten wir die vielen P-Kerne gerne mal ungeachtet der Effizienz entfesselt. Aber was sollte man im originären Einsatzgebiet auch mit so einer Option? Entweder man nutzt sie nicht, dann kann man sie auch weglassen, oder nach jedem unfreiwilligen Systemreset müsste ein Techniker antanzen und sicherstellen, dass die UEFI-Settings unverändert sind => macht niemand.

Ich konnte bei Intel nicht in Erfahrung bringen, was offiziell auf Consumer-Boards erlaubt ist, aber neben dem W680 gibt es bei Kontron auch B- und H-Modelle und das schnell aufgetauchte Mod-UEFI für Z790 spricht für eine komplette Freigabe. Das nützt einem halt nur nichts, wenn niemand entsprechende UEFI-Updates bringt. Mit Asus habe ich drüber sprechen können; die planen Bartlett-Lake-Support explizit nur bei Industrial. Also der eigenen Sparte, die mit den Desktop- und Workstation-Boards, die man als PCGHler sonst so kennt, überhaupt nichts zu tun hat. Andere Hersteller haben gar nicht auf meine Anfrage geantwortet. Ohne ordentliche UEFI sollte man sich aber auch keine Hoffnungen auf Performance-Sprünge machen: Einfach nur den Microcode in ein Z790-File reinzuklöppeln erlaubt nicht einmal stabiles booten. Wie ich als 9900K-@Z170-Nutzer weiß, hat man danach noch sehr viel Optimierungsarbeit vor sich, weil das UEFI schlichtweg nicht weiß, wie mit einem homogenen 12-Kerner umzugehen ist.

Es wirkt rückblickend eher so, als wollte Intel seine Kunden erziehen. Man soll eben nur noch Hybrid kaufen um dann endlich den Vorteil davon zu verstehen, ob man will oder nicht. Einen reinen P-Kerner zu bringen, wäre vielleicht als ein Eingeständnis bei den Kunden rüber gekommen, dass man gerade im Enthusiastenbereich doch auf Hybrid verzichten kann und womöglich auch sollte.

Zumindest wäre das meine Theorie. Sie hätten mit diesem Modell ihre neue Produktphilosophie untergraben.

Aber ein spannender Artikel. Ich mag solche Industrie und Extended Lifecycle Boards :daumen:

Die Theorie scheitert daran, dass es Bartlett Lake überhaupt erst seit 2,5 Monaten gibt.


Für Märkte, in denen E-Kerne wenig Sinn machen, hat Intel schon viel früher 8+0-Konfigurationen angeboten, ohne irgendwen "erziehen" zu wollen.


Ich persönlich vermute, dass Bartlett Lake vor allem als Ersatz für andere Produkte geschaffen wurde. Besagte 8+0er sind billig von Desktop-Chips abgeleitet – aber die laufen aus, wären ohne RAM-Krise vermutlich dieses Jahr EOL gegangen. Ähnliches gilt für viele andere Intel-Prozessoren, die BTL 12P bislang in eine verdammt enge Nische quetschen:

Bartlett Lake 12P steckt in einer verdammt engen Nische, die aber bald wachsen könnte:
- Mehr als 8 Kerne benötigt, sonst reichen Raptor 8+0. Aber Raptor läuft aus.
- Aber nicht viel mehr als 12 Kerne, sonst muss man Sapphire Rapids nehmen. Aber Sapphire Rapids läuft aus.
- Zwingend die gleiche Leistung für jeden Thread, sonst wäre Raptor 8+16 besser. Solange es ihn noch gibt.
- Pro Thread mehr Leistung, als ein E-Kern bereitstellen kann, sonst wäre Snow Ridge besser. Aber der basiert noch auf Tremont, also Vor-Alder-Lake-Architektur.
- Aber nicht viel mehr Leistung, denn innerhalb des Power Limits setzt die Ineffizienz der P-Kerne Grenzen.
 
@PCGH_Torsten OK, Myth busted :ugly: Aber nochmal zu den 2,5 Monaten: Das war schon klar, deswegen meinte ich das aus einer Rückschau.

Das es allerdings schon früher P-only Modelle gab war mir nicht bewußt. Das war dann vermutlich auch nichts für das durchschnittliche Desktop Mainboard?

Auch im Arbeitsumfeld sind wir die letzten Jahre eher Richtung AMD tendiert, wann immer es preislich ähnlich war, selbst bei Aufschlägen von bis zu 50 Euro pro komplett PC. Intel und MS haben gefühlt zu lange gebraucht, den Scheduler zu optimieren. Ebenso scheint manche Software (mit altbackenen Datenbanken) zu einem Glücksspiel zu werden.. Mal läuft es flott, manchmal zäh wie ein Kaugummi.

Für kleine und mittlere Server greife ich dann u.a. auch gerne zum Intel® Xeon® E-2486 und früher (oder heute aus der Not heraus) zum Intel® Xeon® E-2386G. Meintest du eventuell (auch) diese Prozessoren als frühere Pendanten?
 
2468 und 2488 wären zwei Beispiele für die 8+0-Configs. Und nein, die laufen nicht in Mainstream-Mainboards; Xeons sind künstlich auch die C-Serie beschränkt. Das ist aber für Desktop-Nutzer kein Nachteil – wer will, kann jeden 12900/13900/14900 als 8+0 betreiben, in dem er einfach die E-Kerne deaktiviert. Die Xeon W sind unter anderem Zweitverwertung für Exemplare mit defekten E-Clustern, aber intakten P-Arealen, welche zu schade für einen Verkauf als Core i5 wären – und unterm Strich sogar teurer als die Desktop-Spitzenmodelle verkauft werden.

Erst bei BTL 12P gibt es jetzt Embedded-Exklusive Möglichkeiten in Form von mehr als acht P-Kerne insgesamt. Aber wie gesagt: Auch das ist nur innerhalb des Sockel 1700 ein Novum. LGA4677 bietet 6 bis 60 P-Kerne (bis 2024: 6-56) mit der gleichen Architektur. Zugegebenermaßen waren die 12+-Kerner dafür nie billig (und ihre 600er-Nachfolger mit guten MSRPs sind leider OEM-only). Aber das ist Bartlett Lake auch nicht und vor drei Jahren, oder so, als Exklusivprodukt für High-End-Gamer, wäre er schlicht teuer gewesen. "Für die breite Masse die schlechtere Wahl, da Anwendungs-Fail" bedeutet weitaus geringere Stückzahlen und Kleinserien-Preisaufschlag. Sagen wir mal Retail-Preis Core i11-13999K: 1.099 Euro? Heißer und in vielen Fällen langsamer als der i9-13900K? Das hätte niemand gekauft, also hat Intel es gar nicht erst angeboten. Die Nische "etwas mehr als acht P-Kerne auf alter Intel-7-Technik weiter verkaufen" musste sich erst herausbilden und das hat sie, wie gesagt, meiner Meinung nach nur durch die auslaufende Produktion naheliegender Alternativen.

Von daher halte ich Intel physisches Sortiment für nachvollziehbar. Kritisieren sollte man eher die künstliche Fragmentierung: Wie unter obigem [Plus]-Link dargelegt:
3 Produktlinien (Xeon E, Core Embedded, Mainstream) mit getrennten Mainboards
jeweils 2-3 Generationen/Refreshs
jeweils 2-3 TDP-Ausführungen, teilweise weitere Variationen mit/ohne IGP und/oder mit/ohne E-Cores
In der Summe finde achtunddreißig CPU-Modelle bei Intel und die haben alle
- 8 P-Kerne
- Intel-7-Fertigung + einhergehende Architektur (und in 31 Fälle auch die gleiche Cache-Slice-Größe je Kern)
- Sockel-1700-Format
WTF?
 
Hier übrigens das frische Video zum Test. :-)

Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.

MfG
Raff
 
Zurück