Zum IF: Bisherige Zen-APUs hatten weiterhin ein Fabric zwischen CCX und Uncore-Bereich, konnten das aber höher takten, weil es nur On-Chip verlief. Wenn ich es (Mainboard-Fachred redet von CPUs...) richtig im Hinterkopf habe, müsste die CCX-IMC-Verbindung bei Renoir auf dem Niveau der CCX-CCX-Verbindung bei einem Single-CCD-Matisse gewesen sein. Also weit schneller als CCX-IMC bei Matisse, aber immer noch ein gutes Stück umständlicher als mit Intels Ringbus.
Schau dir die Speicherlatenz an. Das ist verglichen mit dem 11900K (~48ns) ein Trauerspiel. Die Write-Bandbreite spielt übrigens in der Praxis zumindest beim Gaming keine Rolle, da z.B. Assets nicht erzeugt, sondern gelesen werden.
Soweit, so bekannt: Einen Speichercontroller mit Umweg über IF anzubinden ist langsamer, als ihn direkt an einen Ring-Bus zu hängen. Aber was hat dich daran jetzt so überrascht, dass du diese zwei Jahre alte Erkenntnis hier noch einmal so breit treten willst? Das Endergebnis ist ja trotz dieser Schwäche/dank anderer Stärken eine durchaus gute CPU.
Zu den Caches noch als Anmerkung: Wenn ich mich richtig erinnere, greift AMDs Speichersystem gleichberechtigt auf andere CCX und auf den RAM-Controller zurück, wenn im eigenen Cache nichts gefunden wird. Das ist rein von der Logik her auch schon alleine deswegen notwendig, weil ein Kern im Nachbar-CCX gerade einen noch nicht ausgeführten Write auf den Speicherbereich veranlasst haben könnte. Auch bei einem 3800X sollte ein einsamer Thread also Daten aus 32 MiB Cache erhalten, auch wenn 16 MiB davon ein Stück langsamer sind. In der Praxis spielt das ohnehin keine Rolle, denn zwei bis vier Threads liefert mittlerweile jede leistungshungrige Anwendung (und erst recht von Dave ausgewählte Spiele), sodass auch bei Zen 2 der gesamte Cache genutzt werden kann. Die große Stärke von Zen 3 dem gegenüber ist die schnellere Synchronisation zwischen mehr als vier Kernen, aber bei Cezanne steht dem halt ein häufigerer Zugriff auf den RAM gegenüber.
Ja, wenn AMD das sagt...

Aber deswegen pocht Don auch so drauf. Jetzt wird mir einiges klar. Wenn AMD das sagt, hat das juristische Gültigkeit mit moralischem Gütesiegel.
Wie heißt es so schön: Man kann alles vergleichen, auch Äpfel und Birnen. Man muss dann nur mit dem entsprechenden Ergebnis rechnen. Wenn AMD den 5700G gegen den 11700_ stellt, dann lautet (m)ein Fazit halt: "CPU zu teuer für die gebotene Leistung, GPU immer noch (viel) zu schwach für Gaming mit Prozessoren dieser Preisklasse => schlechtere Wahl." Aber durchführen kann man den Vergleich erstmal. Der 11700K wäre auch deutlich schwieriger zu greifen, weil er dauerhaft 37 W = 42 Prozent mehr Strom verbrauchen darf als der 5700G, während der mit +35 Prozent zumindest etwas näher am 11700_ im Dauerbetrieb ist, vor allem aber bei nicht-synthetischen, wechselnden Lasten sogar stärker limitiert wird als die Intel-Konkurrenz und daher beim Verbrauch insgesamt noch näher an Intel rankommt. Und in Szenarien, in denen er seine TDP voll via CPU ausschöpfen kann, müsste er ohnehin schneller, insgesamt also sogar effizienter sein. Das Wort mit dem 11700K in einem Satz zu verwenden, ohne ein "nicht" einzubauen, ist dagegen eher schwer.
.gif)