Also ist es ein völlig irriger Gedanke, wenn man davor warnt, dass die Ukraine es militärisch nicht schaffen könnte Russland aus dem Land zu vertreiben? Nein, ist es nicht.
Evtl. sind die Erwartungshaltungen schlichtweg zu hoch.
Man bedenke, dass die Russen nach 8-9 Monaten (!) gerade Mal ca. 40 km² rund um Bachmut erobern konnten.
Das war die einzig nennenswerte Landgewinnung in diesem Frontabschnitt seitens Russlands.
Von den Geländeverlusten im Süden mal ganz abgesehen.
Die Gegenoffensive verlautbart angebliche 160 km² Geländegewinn binnen 4-8 Wochen.
Bekannter Maßen fortifizieren die Russen ebenso seit Monaten das bisher eroberte Gebiet.
Die Panzersperren und Schützengräben sind zwar Anachronismus pur aus dem Lehrbuch von 1945, die wohl 1000de km² große Minenfelder jedoch bitterer Ernst.
Sprich, wir haben es durchaus mit einer Art Stellungskrieg zu tun.
Die Russen augenscheinlich zu schwach für weitergehende Offensiven.
Die Ukraine augenscheinlich zu schwach, um die Befestigungsanlagen zu sprengen.
Es kommt nicht von ungefähr, dass die Ukrainer alles daran setzen, die Nachschublinien derart zu stören, dass den eingegrabenen Russen irgendwann schlichtweg Munition und Mampf ausgehen.
Die Russen haben schlichtweg den Nachteil, dass bei einem Durchbruchserfolg ihre Truppen ungleich weniger mobil sind, sprich gekesselt werden können - wie schon immer bei Befestigungsanlagen gleich welcher Art.
Und die Ukrainer haben den Nachteil, dass sie derzeit ihre deutlich höhere Mobilität wegen den Minenfeldern nicht aufs Schlachtfeld bringen können.