Na sicher spielt der Staatshaushalt eine Rolle. Wenn der Staat ein Loch da drin hat und den Krieg so weiter finanzieren will, muß er von woanders was abzweigen. Oder Steuern erhöhen. Oder Schulden machen. Und/oder eben Goldreserven verkaufen.
Spätestens dann wird wohl das System Putin gestürzt.
Dann ist die Frage wie lange ein Staat das durchhalten kann.
Vor allem wenn er noch sanktioniert wird.
Ein Staat kann sowas sehr lange durchhalten, INSBESONDERE wenn er sanktioniert wird. Guck dir Kuba an. Solange man in einem geschlossenen System arbeitet, ist es kein Problem, die gewünschte Wirtschaft mit frisch gedruckten Geld oder schlicht durch Anweisung am Laufen zu halten. Zwar würde dadurch der Rubel extrem abgewertet werden, aber es wird ja sowieso nichts importiert, wofür einen der internationale Währungskurs interessieren würde und solange Warenproduktion und Warennachfrage im Inland angemessen sind, funktioniert alles. Hitler hat ab Mitte der 30er Jahre praktisch den gesamten zweiten Weltkrieg mit Anleihen finanziert. Formell ist das zwar nicht das gleiche, weil er sich das ausgegebene Geld von den Anlegern "gliehen" hat. Aber in der Realität wurde es denen gar nicht ermöglicht, irgendwas zurückzufordern und es gab in den Staatskassen auch nichts, weil alles direkt ausgegeben wurde. De facot hat er also genauso wertloses Papier bedruckt, wie die es 15 Jahre vorher schon mal praktiziert wurde, nur dass die Weimarer Republik "1 Billion Reichsmark" draufgeschrieben hat, statt "Kriegsanleihe". Aber der wirtschaftliche Effekt war eigentlich der gleiche - nur mit vollkommen anderer Wirkung unter den Bedingungen einer Kriegswirtschaft, in der dieses Geld für zusätzliche (Rüstungs-)güter gebraucht wurde, sodass der zivile Warenverkehr kaum betroffen war und dass es eben keinen Außenhandel gab, in dem das Gesamtvolumen der deutschen Wertpapiere eine Rolle spielen könnte.
In so einer ähnlichen Situation wäre auch Putin, wenn die Sanktionen wirklich greifen würden. Er könnte rein monetär weitermachen, solange Krieg und Sanktionen laufen würden und erst danach käme das böse Erwachen, wenn Russland sehen würde, wo es relativ zum Rest der Welt mittlerweile steht.
Praktisch sind die russischen Grenzen aber weitaus offener und im Zuge dessen auch die Verluste gar nicht mal so groß. Heißt umgekehrt aber auch, dass er noch lange weitermachen kann, solange er keine teuren Importgüter in großer Menge will (Stichwort: Moderne Militärelektronik)
Zumindest was den Geld-Aspekt angeht. Eine ganz andere Frage ist, wielange die Russen eine Isolierung vom internationalen Konsum mitmachen. (privat aber auch unternehmerisch)
Das Narrativ der Bedrohung von außen und das der Umzingelung Russlands von Feinden wird seit über 100 Jahren gehegt und gepflegt. Wenn es danach geht, ist aktuell alles wie gehabt und folglich auch keine Veränderung für die Kremlinge notwendig. Die müssen nur die Geschichte immer wieder auffrischen. Was man aber erkennen kann, dass ist die extreme Form dieser Darstellung. Das lässt mich ein wenig hoffen, dass man seitens der Kremlinge schon begriffen hat, dass die eigene Bevölkerung nicht mehr ganz so doof ist. Andererseits muss man sich auch vor Augen halten, dass man die Kremlinge wohl nicht so wirklich mag, aber im Zweifel dann doch zu Mütterchen Russland steht, auch wenn das bedeutet, dass man die Kremlinge an der Macht hat.
Die Verschärfung der Narrative passt eigentlich zur Steigerung der Kriegsaktivität. Es handelt sich also nicht um eine mediale Eskalation, weil die eigene Glaubwürdigkeit/Propagandawirkung abnehmen, sondern weil man mehr schlechte Nachrichten übertünchen muss. Aber man hat dafür auch viel mehr Anlass, über die böste NATO und ihre Unterstützung für den Feind zu schwadronieren. Aus Putins Sicht past also alles, sein größtes mediales Problem ist derzeit der mangelnde militärische Erfolg. Öffentlich gefordert wird nicht, dass er endlich seinen Angriffskrieg einstellt, sondern dass die Luschen durch wen ersetzt werden, der die Ukraine im Handstreich unterjocht.
Ob das die Russen nicht-öffentlich auch so sehen...
Kaum eine Information wäre interessanter zu erfahren als was die russische Bevölkerung trotz aller Progpaganda wirklich mitbekommt und denkt. Aber belastbare Quellen dazu gibt es gar keine. Selbst die vor der Zwangsrekrutierung Geflohenen, die sich nur auch recht frei äußern können, scheinen ja zu erheblichen Teilen eher apolitisch bis sogar proputisch zu sein und hatten einfach nur keinen Bock ihr Leben zu riskieren.
M.A. nach will Putin das ukrainische Gas, mehr Gas für Russland und wichtiger kein Konkurrent und noch wichtiger,
Was will Putin mit mehr Gas? Und was soll die Ukraine bitte schön für ein Konkurrent sein, der sich nicht einmal seinen eigenen Bedarf decken kann?
Putin (und nicht nur der) sitzt auf wortwörtlich mehr Gas, als er in Anbetracht der Klimaentwicklung überhaupt jemals verkaufen kann und wie groß der Teil des endlichen fossil-C-Kuchens ist, den er sich noch abschneiden kann, hängt davon ab, wie schnell er möglichst viel davon los wird. Wichtigster Faktor dabei: Eine gute Lieferinfrastruktur. Und die seinige hat Putin durch den Krieg praktisch komplett entwertet. Katar, USA & Co lachen sich gerade einen ab, denn eigentlich drohten die auf großen Teilen ihrer Reserven sitzen zu bleiben, wenn alle Welt ab Mitte des Jahrhunderts ihre CO2-Emissionen soweit drosseln muss, dass auch Methan keine Zukunft mehr hat.
will er die Böden, damit hätte er das Monopol und auch das Preismonopol auf das wichtigste Nahrungsmittel in der Welt.
Böden hat er selbst genug, "Monopol" wäre ein Argument. Aber guck dir mal an, wie groß dieser Markt ist und wieviel Geld Putin allein mit Energieexporten nach Europa verdient hat - das war finanziell eine ganz schlechte Idee. Egal wie groß der Hunger ist, die afrikanischen Abnehmer können einfach nicht so viel mehr für den Weizen zahlen, wie sie müssten, damit Russland wirtschaftlich von diesem Wechsel profitiert.
Das ist eine glasklare Lüge, es wurden dort keine Kampfflugzeuge eingesetzt und es fanden zu der Zeit auch keine Angriffe aus der Luft im "Kampfgebiet" statt!!
Und noch viel wichtiger:
Der Luftraum, in dem Kampfhandlungen stattfanden, WAR GESPERRT.
Nämlich alles bis in eine Höhe, die separatistische Waffensysteme erreichen konnten. Es gab überhaupt keinen Anlass, mehrere tausend Meter darüber, wo niemand hätte hinschießen können, das Fliegen zu verbieten.
Niemand außer die angebliche Friedenspartei Russland, die stattdessen auf Zivilisten gefeuert hat.