Brauchen sie ja nicht. Sie sind weg von der Straße und wenn sie an der Front nicht spuren werden sie erschossen (offiziell: heldenhaft gefallen natürlich). Problem gelöst.
Sind diktatorische Staaten nicht was feines? Die haben immer so einfache Lösungen.
Ich würde das auch eher als Kontrollmaßnahme sehen. "Beweise" für "Straftaten" in so einem Ausmaß zu organisieren würde viel Personal binden, politischen Gegnern einfach eine Pistole an den Kopf halten darf man aber selbst in Russland nicht.
Bei Soldaten, die Befehle verweigern (im Zweifelsfall "du schleppst jetzt diese Vorräte zur vorgezogenen Stellung und nein, dafür brauchst du keine eigene Waffe und erst recht keine Schutzausrüstung"), sieht das anders aus.
Bei scharfen Waffen, die wohl an der Front "beide Seiten" in der Hand haben, gewagte Sache.
Es wären nicht die ersten Offiziere und wohl auch nicht die letzten, die durch eigene Männer erschossen werden, analog galt und gilt das auch für "Kettenhunde" oder "Kommissare", insoweit bin ich da eher bei
compisucher.
So etwas an die Front zu holen, wenn sie denn da hinkommen, ist für eine Armee in mehrerer Hinsicht gefährlich, da dann einmal bewaffnet und sie können auf ihre Kameraden wehrzersetzend wirken, sprich Einheiten könnten sich schneller ergeben oder ins Laufen kommen, als zu kämpfen.
Es hat sich doch in den letzten 7 Monaten eklatant gezeigt, dass die Russische Armee durch ihren masiven Mangel an Unteroffizieren und teilweise Offizieren, noch nicht mal ihre "normalen" Soldaten im Griff hat.
Auf dieses Problem hat Russland allerdings nicht mit besserer Ausbildung, vorsichtigerem Umgang und direkter Betreuung reagiert, um die führungsmüden Soldaten wieder davon zu überzeugen, dass eine Armee wie ein Getriebe zusammenarbeiten muss, sondern mit Gewalt und Zwang. Das funktioniert (wie immer) mehr schlecht als recht, aber es funktioniert in genau gleich mäßigem Umfange auch mit jemandem, der nie dienen wollte.
Aus chinesischer Perspektive wäre das absolut logisch: Ein geschlagenes Russland ist kein Mitbewerber in der Nachbarschaft mehr und muss zum Überleben preiswert Rohstoffe exportieren, was sowohl der chinesischen Produktion als auch deren westlichen Absatzmärkten zugute kommt
Russland ist schon lange kein nenneswerter Mitbewerber für China mehr und vertickt auch seine Rohstoffe seit einem Jahrzehnt billig genug in diese Richtung. Was China viel lieber wäre als ein geschlagenes Russland wäre, ist eines, dass den Westen beschäftigt hält.
Aber das heißt nicht, dass China Versager und Störenfriede mit durchschleift.
Auch interessant, für welche Personen sich bei einem Gefangenenaustausch Putin einsetzt und für wen nicht.
Fakt ist, der normale Soldat ist im Sch....egal^^
https://www.n-tv.de/politik/Ein-Putin-Freund-fuer-ueber-100-Neonazis-article23605986.html
Iirc gab es auch schon in Gegenrichtung stark asymmetrische Austausche mit 10 Russen pro Ukrainer, oder? Sowas ist eigentlich keine Seltenheit, zumal unter den ukrainischen "Gefangenen" ja auch recht viele Fahnenflüchtige sein dürften. Die will Putin überhaupt nicht im Land haben, also braucht er dafür auch kein Tauschmaterial zurückhalten und rumsitzende Ukrainer nützen ihm nichts. Genausowenig übrig, wie russische Soldaten, die wegen Verletzungen in Feindeshand gelandet sind.
Bitte daran denken das die Russen zum überwiegenden Teil unterstützen und nur wenig in vorderer Linie kämpfen.
Den harten Kampf, liefern die Milizen und Tschetschenen und da haben gerade die Donbass Truppen unheimlich erfahrene Leute, die seit 2014 im Kampf stehen.
Mariupol waren eben diese beiden Truppen.
Später stieg Wagner noch groß ein. Die werden jetzt immer an Brennpunkten eingesetzt und zählen auch nicht in der Statistik.
Im Prinzip wie damals Blackwater im Irak.
Die Milizen haben keine sonderlich gute Ausbildung und vermutlich mäßige Kampfmoral. Jedenfalls wurde aus den Separatistengebieten schon vor Monaten von Zwangsrekrutierungen berichtet. Die werden an vorderster Front verheizt, nicht wegen ihrer Erfahrung dahingeschickt. Was den russischen Anteil unter den Gefallen aber natürlich noch stärker senkt. Umgekehrt dürften allerdings viele der Truppen aus Tschetschenien und Georgien als Russen zählen, denn eben diese haben dort ja die ansässige Bevölkerung niedergeschlagen und wenn Putin Truppen aus Tschetschenien einsetzt, dann will er nicht die ex-Unabhängigkeitskämpfer, sondern die damals gegen diese entsandten, russsichen Spezialkräfte.
Bezüglich Irak: Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber haben die USA damals nicht ausschließlich via finanzielle Anreize Freiwillige angeheurt? Das ist das, was Russland in den ersten Monaten gemacht hat. Was jetzt geschieht ist der Arsch-auf-Grundeis-Modus, in dem Leute zum Kriegseinsatz gezwungen werden, weil sich keine Freiwilligen mehr finden. Das hatten die USA afaik das letzte Mal im Vietnamkrieg. (Hoffen wir, dass die Folgen für Russland ähnlich sind.)