Am Anfang hat Selenskyj verhandelt und einen mehr als guten Kompromiss vorgestellt
1: Verschiebung der Krimfrage um 15 Jahre (die Russen hätten die Kontrolle behalten)
2: Autonomie für Luhansk und Donezk
3: Neutralität der Ukraine
4: Begrenzung der Stärke des Ukrainischen Militärs
Das waren alles Punkte, die Putin nicht zustanden und die ihm dennoch gewährt worden wären. Putin hat sich entschieden diesen guten Kompromiss nicht anzunehmen und stattdessen diesen mörderischen Krieg zu führen. Es ist eindeutig Putins Schuld.
Eine kleine Ergänzung, die Ukraine hat Neutralität und Begrenzung des Militärs angeboten, auf ein Maß welches aber noch eine effektive Landesverteidigung ermöglicht.
Dafür wollte man dann aber auch Schutzmachtgarantien, von Ländern der eigenen Wahl, um Russland möglichst von künftigen militärischen Hirnfürtzen abzuhalten, wenn ihnen mal wieder irgend etwas nicht passt.
So sehr ich Boris Johnson für einen Idioten halte, so sehr hatte er da recht (vermutlich hat ihm das jemand gesagt): wenn man da nachgibt und sich davon einschüchtern läßt, dann kommt als nächstes eine noch unverschämtere Erpressung und danach wird es nochmal unverschämter.
Man darf da nicht nachgeben, denn das wird pervers ausgenutzt.
In dem Punkt ist Putin in der Tat wirklich sehr nah an Hitler.
Hitler hätte bis zum März 1939 wohl, abseits seiner idiologischen Hirnfürtze, nach damaligen Stand und Weltsicht, als einer der größten Politiker in die deutschen Geschichtsbücher eingehen können.
Besetzung des entmilitarisierten Rheinlands, mit durchgekommen, offene Wiederbewaffnung Deutschlands, mit durchgekommen, Flottenvertrag mit England, mit durchgekommen, Anschluss Östereichs, mit durchgekommen, Forderung nach Anschluss der Sudetengebiete, mit durchgekommen, militärische Besetzung und Angliederung der Resttschechoslowakei, mit durchgekommen, Rückgabe des Memellandes durch Litauen, mit durchgekommen.
Es wurde ihm am Ende immer von allen Beteiligten Seiten nachgegeben und entgegen gekommen.
Aber Hitler hat darauf wie ein Spielsüchtiger immer weiter gezockt, bis er dadurch am Ende absolut alle Erfolge und noch viel mehr verloren hatte.
Genauso Putin.
Putin wäre mit der militärischen Anektion der Krim 2014 und Angliederung an Russland vermutlich durchgekommen, er wäre mit dem was die "Seperatisten" 2014 im Donbass erobert haben, als autonome, evt. auch unabhängige Gebiete, vermutlich noch durchgekommen.
Er wäre bei der Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland, zu Beginn des Krieges, vermutlich sogar noch mit einer bündnisneutralen Ukraine durchgekommen.
Er hätte mit diesen "Erfolgen" sicherlich irgendwann aus russischen Sicht, als der größte russische Staatsmann, seit dem Zerfall der UDSSSR, in die russischen Geschichtsbücher eingehen können.
Aber, Putin hat lieber weitergezockt und so wie es im Moment für ihn, soweit bewertbar, ausschaut, wird er alles das, was er seit 2014 erspielt hat, verzocken und er hat darüber hinaus Russland und die Menschen dort, durch die Sanktionen, auf einen wirtschaftlichen Kurs gebracht, der Russland direkt in den größten wirtschaftlichen Kolaps, seit 1990 / 1991, manövriert.