Ich sag doch nicht, dass die Entwicklung vor Ort nicht relevant wäre, sondern nur, dass die aus öffentlichen Quellen verfügbaren Zahlen viel zu unpräzise sind, um damit verlässlich rechnen zu können. Man ist sich ja nicht einmal einig, welche Landesteile die Russen gerade konzentrieren. Wie will man ihre Opfer und Gefallenen gezählt haben? Bei den von den jeweiligen Militärs herausgegebenen Zahlen muss man zum jetztigen Zeitpunkt Manipulationen bis Faktor 5 in Betracht ziehen und das ergibt eine so große Spannweite, dass ein Vergleich mehr über eigene Annahmen denn über die Realität aussagt.
Zur Strategieänderung der Russen so viel dass sie die Aktionsmöglichkeiten der Ukraine erhöhen könnte. Hätte sie mehr schwere Waffen könnte das die Russen zeitlich länger binden und materiell schwächen. Es liegt doch an uns ob wir ihr bei bester Möglichkeit dabei helfen, statt nur zu schauen wie sie sich schlägt und daran dann messen wieviele und welche Waffen man dort hinschickt.
Hätten sie mehr schwere Waffen EINSATZBEREIT. Aber schwere Waffensysteme verlangen typischerweise nach geschultem Personal und die Ukraine steht nicht mit 50 trainierten Panzerbesatzungen und 5 Panzern da. Und selbst das, was im Zuge verlorenen Geräts möglicherweise an gerätlosem Personal in der Landschaft rumsteht, wäre auf möglichst ähnliche Technik angewiesen, wie sie nur aus den Altbeständen der östlichen NATO-Partner kommen könnte. Aber denen 50 Leo 2 hinzustellen ändert vorerst gar nichts.
Am meisten erstaunt dürfte Putin selbst sein.
Wäre nicht der erste Autokrat, der an der eigenen Arrogranz scheitert.
Und bei 150000 Russen und 200000 Ukrainern dürften wohl auch die Waffen den Unterschied machen.
Im Bewegungskrieg ja. Aber sobald man auf Gehgeschwindigkeit runter ist, haben Verteidiger allgemein einen Heimvorteil. Bei Kämpfen in Städten sogar einen ziemlich extremen. Mal gucken, wie sich das in Charkiw entwickelt. Verglichen mit Kiev sollte Russland da in deutlicher Überzahl sein, da die Stadt weniger eigene Reserven zu bieten hatte, schon früh schlecht zugänglich für Verstärkungen war und im Zentrum des russischen Aufmarschs liegt. Wenn die Ukrainer dort trotzdem mehrere Tage Widerstand zu leisten schaffen, würde ich Kiev wegen besserer Vorbereitung und zahlenmäßig günstigerer Situation für kaum noch einnehmbar halten. (Bleibt zu hoffen, dass Putin nicht stattdessen auf Zerstörung umschwenkt. Die geht immer.)
Auch nö, keine russischen Propagandisten sondern ThinkThanks, Militärexperten und Geostrategen sehen in Russlands derzeitiger Bewegung eine große Gefahr für das Europa was wir kennen. Und gerade die Beteiligungslosigkeit der USA bei einem russischen Angriff europäischen Bodens, sollte doch zumindest zu denken geben gelinde gesagt.
Dass Leute immernoch drauf vetrauen Putin durch Sanktionen lenken zu können ist so als ob er dir ins Gesicht scheisst und du hoffst dass er nichts gefrühstückt hat. So mancher russischer Propagandist hat da wohl mehr Realitätswahrnemung als die erstarrten Zombies in unseren Reihen. Dabei ist es doch so leicht, einfach mal die Augen auf und glauben was man da sieht.
WTF?
Nur weil du, ThinkTanks und Militärexperten der Meinung sind, dass die USA in der Ukraine Europa verteidigen sollte, heißt das noch lange nicht, dass die USA das auch machen. Es gab etwas Ausbildungshilfe, das ist alles, aber garantiert nichts, was einen Stellvertreterkrieg führen könnte. Da ist die Bundeswehr in Afrika präsenter, aber in der Ukraine kämpft: Die Ukraine. Ende.
Putin hat die NATO mit seiner kürzlichen Ansprache herausgefordert und man tat garnichts,
Ich glaube, du hast das Prinzip eines Verteidigungsbündnisses nicht kapiert. Die NATO ist kein Debatierclub, der auf unfreundliche Aussagen reagiert, sondern eine militärische Allianz, die aktiv wird, wenn eines ihrer Mitglieder angegriffen wird. Und das ist bislang nicht passiert und somit lassen sich aus nicht-Reaktionen auf nicht-passiertes auch nicht deine Schlussfolgerungen ziehen. Mit Ausnahme von Putins Drohungen bezüglich einer etwaigen Einmischung in die Ukraine (die ein offensiver Akt wäre und somit kein Thema für ein Verteidigungsbündniss) ist zwischen Russland und NATO-Mitgliedern bislang nicht ernsteres passiert, als zwischen Türkei und Griechenland im letzten Gasstreit.
Was ist das für eine Logik..
Die von nicht-Kriegstreibern.
Ein Verlust von Charkiw wäre für die Ukraine sehr kontraproduktiv, sollte der Krieg sich noch deutlich in die Länge ziehen, da in Charkiw mit KMDB / Morozv einer der größten Rüstungsproduzenten, für u.a. gepanzerte Fahrzeuge und Panzer, der Ukraine sitzt.
Deren Verlust würde für erhebliche Probleme bei der Wartung vorhandener Panzer (Ersatzteile), als auch beim Ersatz zerstörten Geräts sorgen.
Wäre interessant zu wissen, wie die Lagerung von Ersatzteilen über das Land verteilt ist. Zeit für Vorbereitungen hatte man ja. Der Verlust der Produktion dürfte dagegen über Monate relativ egal sein.
Jetzt kommen ganz massive Sanktionen selbst gegen den Boss himself. Wie will Putin da weitermachen? Wie will er da wieder raus kommen? Letzte Ausfahrt in die Steinzeit atombomben?
Russland ist wirtschaftlich autark genug, um mehrere Monate ohne große Einbußen weiterzumachen und Putin wäre vermutlich mehrere Jahre in der Lage, ausbleibenden Westhandel mit einem Märchen über die Bösen Feinde Russlands zur eigenen Stärkung hinzudrehen. Neue Produktionsmaschinen, High-Tech-Apparaturen, für wärmere Breiten typische Lebensmittel - nichts von dem, was Russland in großen Mengen importiert muss man zwingend täglich haben und für einiges steht mit China sogar ein dankbarer Lieferant von Produkten in B-Qualität bereit. "Weitermachen" kann Putin unter Sanktionen durchaus. Es wäre nur schlauer, sie zu vermeiden, denn damit säße Russland in der gleichen Selbstisolation, die schon die Sowjetunion das Genick gebrochen hat. Aber ich fürchte, ein Putin würde das erstmal hinnehmen/auf spätere Lösungen setzen, anstatt sich geschlagen zu geben.
Spannend bleibt unter diesem Gesichtspunkt, wie er mit einer militärischen Niederlage umgeht. Die kann Russland zwar rein materiell noch lockerer wegstecken (geistig sehen es Paranoiker natürlich anders), aber man kann sie nicht schönreden und in dem Ausmaße auch nur schlecht verstecken.
Trump hat es über seinen Kumpel Putin geschafft, dass Deutschland in Zukunft deutlich mehr als 2% des BIP ins eigene Militär steckt. ************ Putin! -.-
Wird eh wieder alles im Lobby- und Rüstungsindustrie-Koruptionssumpf verschwinden. Wenn man sich mal anguckt, was Deutschland bereits in die Bundeswehr steckt und wie wenig einsatzbereite Armee dabei rauskommt...
Wenn es im Haus zu kalt ist, hilft Geldscheine ins Feuer schmeißen zwar prinzipiell, aber dichte Fenster wären sinnvoller.
Eben, Kommunist klingt halt auch besser als Autokrat, oder Despot,
Vor allem ist "Kommunist" etwas, dass automatisch nur die Feinde derjenigen sein können, die den Begriff ohne jeglichen Verstand als Schimpfwort einsetzen. "Despoten", "Autokraten", "Diktatoren" hat man dagegen mit schöner Regelmäßig zu Freunden erklärt.
Die Nazis benötigten übrigens 6 Wochen um Kiew zu erreichen und weitere 7 um die Stadt einzunehmen und sie nahmen keine Rücksicht auf die Bevölkerung.
Hitler mag Putins Vorbild sein, aber eher in Bezug auf Erfolge und da zählt der Ostfeldzug nur bedingt dazu.
Warum diesen Ansatz nicht zu Friedengesprächen nutzen?
Frag Putin, warum er die Aggression nicht einstellt.
Eigentlich dem Volk...
Es gibt nicht die Spur eines Beweises, aber es hätte ja so sein können, wir wir es uns gewünscht hätten?
Die OSZE wiederspricht dir da. Putins ""Genozid"" ist zwar komplett erfunden, aber Gewalt gab es im Donbass seit der russischen Einmischung praktisch täglich, selbst zu besten Zeit mindestens wöchentlich, von beiden Seiten.
Das ist ja wie die russischen Soldaten, wo man nix machen kann, wenn die zum "Urlaub" auf die Krim oder in den Donbass fahren - und da dann aktiv sind.
Bei Soldaten sollte nahezu jeder Staat auf der Erde etwas dagegen machen können. Denn die verpflichten sich eigentlich immer, nur für ein Land zu kämpfen.
Bei Privatpersonenen, auf die die Ukraine abstellt, sieht es anders aus. In Deutschland ist die Betätigung als Södldner afaik komplett verboten, aber das ist nationales Recht und keinesfalls überall gegeben. Von den Rekruten her ist die ukrainische Anwerbung also nicht mit der russischen Infiltration vergleichbar, vom offenen Ablauf her auch nicht und die so aufgestellten Truppen am Ende offen in Uniform für die Ukraine kämpfen dürften, vom Ergebnis her schon mal gar nicht.
Die Überschrift ist pure Angstmache!
Im Artikel selber steht dann schön im Konjunktiv:
"Ich weise den Verteidigungsminister und den Generalstabschef an, die Abschreckungskräfte der russischen Armee in besondere Kampfbereitschaft zu versetzen", sagte Putin bei dem im Fernsehen übertragenen Gespräch mit hochrangigen Militärvertretern.
Die sogenannten russischen Abschreckungskräfte können auch Atomwaffen umfassen."
Clickbait a la n-tv
Was für "Abschreckungswaffen" hat Russland neben dem Nukleararsenal denn sonst? Geschweige denn welche, die als eigener Teil der Armee organisiert sind? Eben: Keine.
Es gibt nur
- Heer
- Marine
- Luft-(und Weltraum-)waffe
- Luftlandeeinheiten
- Strategische Raketentruppe
1-4 sind keine Abschreckungswaffen und außerdem bereits im Kriegseinsatz, also schon weit über Alarmbereitschaft hinaus. Nummer fünf ist (sieht man von ein paar Hanseln zum Anlagenschutz ab) ausschließlich mit Nuklearwaffen ausgerüstet.
Das einzige, was man an N-TV kritisieren könnte ist, dass sie überhaupt den Fakultativ benutzten. "Putin macht die Atomwaffen scharf" ist die tatsächliche Story, aber deren Präsentation wird abgemildert und mit dem vom Kreml wie üblich euphemistisch ausgewählten Vokabular verklausuliert.
Das ist nur politisches Säbelgerassel. Man braucht keine Atomstreitkräfte in irgendwelche Bereitschaften zu versetzen, das sind diese sowieso 24/7. Jede Atommacht kann auf Knopfdruck schießen.
Da gibt es durchaus eine Abstufungen. Landgestützte mobile ICBMs spielen auf russischer Seite z.B. eine größere Rolle. Die können entweder in der Halle geparkt sein - oder feuerbereit im Wald stehen. Raketenuboote können entweder alle paar Tage oder alle paar Stunden nach neuen Befehlen gucken. Nur die silogestützten (ohnehin eher für Zweitschläge gedachten) Raketen dürften tatsächlich keinen großartig physisch schwankenden Einsatzstatus haben, da kann man nur Wartungsarbeiten abbrechen.
Quer durch alle Untergruppen der Atomstreitkräfte gibt es außerdem ein Netz an Sicherheitsmaßnahmen von "nur die oberste Führung hat die Abschusscodes und die Startvorrichtungen sind wortwörtlich verriegelt bis Änderungen angewiesen werden" bis "Ziel ist eingegeben, alle Sperren freigeschaltet, der Finger über dem Startknopf und im Falle eines Kontaktverlustes geht er runter" gibt es da einige Abstufungen. Ich verweise an der Stelle auf Stanislav Petrov und Vasily Arkhipov. Hätten die ihre Entscheidungen nicht in einer unklaren Situation fällen können, sondern in einer höchster nuklearer Alarmbereitschaft, dann gäbe es die menschliche Zivilisation nicht mehr.