Das Internet wird ptn sicher nicht in gänze deaktivieren können.
Er kann es wohl vom Ausland abkoppeln. Würde halt innenpolitisch auffallen, aber besser nichts als was unkontrolliertes. Ich glaube aber nicht, dass die Infrastruktur in Russland schon derart verclouded ist, dass Anonymous da viel machen kann.
Die Moral der Russen ist von Anfang an nicht so dolle, man kämpf eben ungern gg seinen Bruder. Auch Putins Anweisungen an die Armee zeigen dass man das ukrainische Volk auf keinen Fall auf sich bringen will. Zb stellen die Russen sicher dass die Ukrainer sich versorgen können, Strom haben, Wasser ect.
Das würde ich daraus erstmal nicht schlussfolgern. Es ist ein schneller Eroberungskrieg. Da versucht man Schäden an der Infrastruktur immmer gering zu halten, weil es ja nächste Woche die eigene Infrastuktur ist - oder eben nicht, wenn man sie kaputt gemacht hat. Angriffe auf zivile Versorgung sind Zermürbungstaktiken, die typisch für sich lange hinziehende Konflikte sind, in denen ein schneller Sieg längst ausgeschlossen ist und statt der Eroberung die Vernichtung des Gegners angestrebt wird.
Ob mehr Truppen für Putin Sinn machen... ja und nein. Mehr Waffen, nach realer Schätzung sind gerade mal was über 1000 Russen gefallen. Schmerzhafter ist aber der Verlust vieler Kampfhubschrauber aber vorallem Panzer und gepanzerte Fahrzeuge die mitlerweile über 250 Gefallene liegen dürfen. Auch verlieren die Russen immer mehr Flugzeuge, vorallem in der Nacht scheinen die Russen große Probleme zu haben.
Auf Opferzahlen würde ich im Moment noch nicht viel geben. (Auch wenn es plausibel erscheint, dass man in der ersten, ausschließlich mit schnellem Gerät geführten Phase eines Krieges natürlich mehr Hubrschauber und Flugzeuge, aber wenig Soldaten verliert.)
Ich bin leider kein Militärexperte aber in ausländischen Expertendebatten heißt es dass wenn die Ukraine die nächsten Tage durchhalten kann, ihr dank Waffenleiferungen aus dem Westen tatsächlich reale Chancen zugesprochen werden einen langandauernden Konflikt gewinnen zu können. Aber auch wenn nicht wird Putins Hauptpunkt des Krieges, nämlich im kleinen Zeitramen zu gewinnen, warsch, nicht mehr aufgehen.
Siehe oben: Ein langgestreckter Krieg über mehrere Jahre hätte gute Chancen, wäre für Putin innenpolitisch problematisch. Und einen mittleren halte ich sogar für komplett unführbar - sobald der Vormarsch einmal zum stehen kommt und die Ukrainer ihre Stellungen befestigen können, muss die russische Armee entweder mit einem Großteil ihre Gesamtstärke anrücken und hohe Verluste in Kauf nehmen, um sie wieder in Gang zu bringen. Verglichen mit einem langen Zermürbungskrieg wäre das innenpolitisch für Putin nicht mehr "problematisch", sondern blanker Selbstmord wenn mehrere 100000 Russen im von ihm angezetteln Krieg fallen. Der einzige gute Ausweg aus der Situation ist für ihn ein schneller Sieg.
Was auf jeden Fall eingetroffen ist, ist dass entweder Putin oder seine Generäle sich gewaltig verspäkuliert haben, und derzeit spüren wie effizient westliche Kriegstechnik in einem offenen Krieg ist.
Die Ukraine hat mit Ausnahme einiger weniger Infanterie-Raketenwaffen und der türkischen Drohnen eigentlich nur russische oder einheimische Waffen.
Fällt mir auf: Weiß jemand, ob die russische Armee bislang ihr neuestes Gerät einsetzt?
Strategisch wäre es imho ein nicht zu unterschätzender Rückschritt gegenüber der NATO, wenn sie die Kampfkraft der neuesten Waffensystemgenerationen in einem Schlagabtausch demonstrieren würden, in dem die Gegenseite ebenfalls Post-Sowjettechnik ins Feld führt. Danach wüssten nämlich alle westlichen Beobachter exakt, was Russlands Armee kann, aber selbige wäre keinen Deut schlauer bezüglich des gegnerischen Potentials.
Die Russen haben nach 4 Tagen bereits gewaltige Logistikprobleme aus dem Grund sind sie gezwungen sich nach hinten zu ziehen und Stellungen zu halten und kämpfen jetzt mehr aus der Distanz. Man rätselt bereits um den Grund weshalb Putin eine Invasion mit einer so schlecht vorbereitetten Armee umsetzt.
Ich denke nicht dass das in die Länge Ziehen des Krieges für die russische Logistika kein Problem darstellt. Die Ukrainer gewinnen Zeit was sehr schnlecht für die Russen ist, vorallem werden sie mit neuen Waffen beliefert.
Nicht "kein Problem", nur "kein unlösbares". Ich bin erstmal vorsichtig mit den derzeitigen Berichten über größere Probleme, da die Informationslage so unübersichtlich ist und auch auf ukrainischer Sicht definitiv moralstärkende Berichterstattung aka Propagandamärchen in Umlauf sind. Aber bei einem schnellen Eroberungskrieg kommt es sehr darauf an, dass alles Glieder wie geplant ineinandergreifen und die russischen Pläne gingen offensichtlich nicht alle auf. Da bringt auch Logistikprobleme mit sich, deren Lösung aber möglicherweise eher eine Sache von 12-24 h denn von mehreren Wochen ist und somit die Aktionsmöglichkeiten nicht viel stärker einschränkt, als die Strategieänderung an sich.
Natürlich könnte Kiew zu jeder Zeit auch fallen, oder die Donbas Verteidigung in einen Kessel geraten durch die herannahende westliche Front der Russen die sich gestern noch auf Odessa zubewegte.
Bislang gibt es keine Berichte über Vorstöße von der Krim ins Ladesinnere. Das heißt abseits von Cherkiw versucht niemand, den Donbass-Truppen in den Rücken zu fallen. Allgemein scheinen die aber auch nicht im Fokus des Krieges zu stehen, was Sinn macht: Da dort schon länger mit größeren Angriffen gerechnet wurde, sind relativ viele, gute vorbereitete aber nicht zwingend sehr mobile Kontigente in der Ostukraine. Die zu schlagen wäre weniger einfach, sie nicht zu schlagen weniger problematisch als manch anderes Ziel. Russische Strategie scheint es vielmehr gewesen zu sein, möglichst große Teile der militärisch schlecht gerüsteten, aber wirtschaftlich und versorgungstechnisch wichtigen Südküste einzunehmen und die Regierung aus Kiev zu vertreiben oder noch besser gefangen zu nehmen. Danach hätte man mit einer eingesetzten Marionettenregierung und reichlich Substanz in der Hinterhand "Verhandlungen" über den Rest führen können.
Aber dennoch, Fakt ist das eine Armee wie die ukrainische so einer vermeindlichen Übermacht solche Probleme macht. Die haben 2014 gelernt und haben jetzt eine gute Methode gg die Russen. Wer hätte das vor 5 Tagen wirklich geglaubt ?
Eine Übermacht war es nicht. Die letzten Zahlen gingen auf 150000 russsische Soldaten, während die Ukraine 200000 unter Waffen hat. Aber die 200000 waren nur zum Teil kampfbereit, im Gegensatz zu den 150000, und auch nicht an den richtigen Orten, um zurück zu schlagen. So ziemlich alle Beobachter scheinen erstaunt zu sein, wie schnell die Ukraine das ändern konnte.
Dieser Krieg ist die Fortsetzung des Konfliktes aus 2014 und resultiert aus dem Gezerre an der Ukraine. Dass Putin in die Ukraine einfällt, um zu "Entnazifizieren" dürfe vielen Russen gefallen.
Mit dieser Argumentation hat er wohl die Mehrheit hinter sich, auch wenn es nur ganz wenige ukrainische Nazis gab und diese nicht der Rede Wert waren.
Der Rede wert und durchaus zahlreiche waren die schon. Iirc haben sich zeitweise 15% der Ukrainer zu Kräften bekannt, die aus deutscher Sicht als rechtsextrem und gewaltbereit einzustufen sind und 40+% zu weit rechten Strömungen. Aber zum einen gibt es von diesen Nationalisten keinen etablierten Rassimus gegen Russen, die nicht als andere Ethnie wahrgenommen, sondern nur wegen Aggressionen (teils aus Sowjetzeiten) gegenüber der Ukraine diskriminiert werden und zum anderen haben eben genau diese Kräfte keinen Bezug zur derzeitigen Regierung, auf die es Putin abgesehen hat, und wurden auch aus EU-Perspektive kritisch beäugt, was Putin auch durchaus recht war.
Ziel müsste es jetzt sein Finnland und Schweden in die Nato aufzunehmen, Russland aus Swift zu werfen und das Land komplett zu isolieren.
Die Waffenlieferungen an die Ukraine könnten sich jedoch als Fehler erweisen.
Ich sehe Waffenlieferungen in Krisenregionen zwar allgemein kritisch, aber solange eine breite Palette an Ländern jeweils ein Bisschen gibt, sehe ich hier kein Eskalationsproblem. Mit Swift dagegen hätte ich mir weitaus mehr Vorsicht gewünscht. Zumindest solange keine Entscheidung auf UN-Ebene fällt. Das ist internationale, globale Infrastruktur und wenn die EU sie zur geostrategischen Waffe erklärt, wird das einige Nationen auf der Welt misstrauisch machen, wovon vor allem China deutlich profitiert. Außerdem ist es, ähnlich wie die Maßnahmen der USA gegen Iran-Handelspartner eine Form von Drittstaatensanktionen: Wir schneiden Russland nicht nur vom Handel von uns ab, sondern vorübergehend auch vom Handel mit allen anderen außer China. Moralisch selbst in dieser Situation fragwürdig und das ohne echten Mehrwert gegenüber herkömmlichen Wirtschaftssanktionen, denn Russland handelt ja sowieso fast nur mit Europa, Nordamerika und China.
Ums mal auf den Punkt zu brignen: In der Ukraine kämpft gerade Russland gegen die USA, die es gerade herausgefordert ha,
Nö. Russische Propagandisten verbreiten zwar immer wieder solche Behauptungen, aber die USA sind in der Ukraine nicht sonderlich präsent und haben da bislang weder viel Geld und Waffen reingesteckt. Im Gegensatz zu vielen Schauplätzen des kalten Krieges ist das bislang kein Stellvertreterkrieg, sondern eine reine (versuchte) Machtdemonstration Russlands. Das sicherlich an die Adresse USA, aber ohne deren Beteiligung.
Ich bin überzeugt davon dass Putin mit Angriffen auf Polen, Litauen, Estland, Lettland, Slowakei und Tscheschien die USA provuzieren wird, und vor die Entscheidung stellt zwei Kriege zu führen.
NATO ist NATO. Ohne einen von sehr langer Hand fingierten Vorwand kann Putin keines dieser Länder einzeln angreifen. Und bislang hat Russland definitiv nicht die nötige Stärke, um einen Krieg gegen die gesamte NATO zu gewinnen.
Stellen wir uns doch mal einfach vor, dass am Dienstag, China in Taiwan einfällt. Prost..
Haben wir einen anderen Thread zu - China arbeitet zwar fleißig an Kapazitäten, die auch für die Eroberung Taiwans geeignet wären (meiner Meinung nach aber eher für Südostasien gedacht sind), aber noch sind die bei weitem nicht fertiggestellt und Anzeichen für eine Mobilmachung gibt es auch keine. Chinas Position in und Schlussfolgerungen aus diesem Krieg in Bezug auf Taiwan hochexplosiv, aber zumindest für ein paar Wochen scheint ein Krieg dort rein technisch keine Option zu sein, während er das in der Ukraine schon seit einem halben Jahr war.