ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Und was war 2008 wahltechnisch in Russland...?
Aha.
Natürlich sind die Argumente nicht aus der Luft herbeigewedelt. Deswegen spreche ich ja ausdrücklich von mehreren Komponenten, von denen du den "was"-Teil beschrieben hast. Aber es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass diese seit der NATO-Osterweiterung bestehende Argumente in einigen Jahren unter den Teppich gekehrt und in anderen zur allerwichtigsten Angelegenheit hochstilisiert werden. Und dieses "wann" korelliert sehr stark mit den Bedingungen in Russland, aber soweit ich es sehen kann nicht im geringsten mit der Außenpolitik des Westens. Weder im positiven noch im negativen Sinne; Putin wurde weder immer dann besonders aggressiv, wenn wir Druck ausgeübt haben, noch war er besonders zahm, wenn ihm ungefragt Honig ums Maul geschmiert wurde. (Auf Erfüllung von Forderungen reagiert er natürlich, wie jeder Erpresser, mit einem Lächeln.)
Was hat sich denn die letzten Jahre auch in der Ukraine getan? Oder auf der Krim? Oder bei der NATO? Gut, letztere hat ein größeres Manöver abgehalten, nachdem Russland selbst mehrfach Großaufmärche geprobt hat. Aber selbst die Aufstockung von Truppenpräsenz in den östlichen Mitgliedsländern als Reaktion auf die Einnahme der Krim ist mittlerweile schon einige Zeit her und Trumps Sanktionen gegen Nordstream 2 wurden auch nicht während Bidens Amtszeit verhängt. Also wo genau wurde Putin denn dieser Tage zu einer Handlung gezwungen? Zu einer Entscheidung zwischen "Kapitulation und Zuschlagen"?
Eigentlich hat die gesamte Welt seit mindestens 21 Monaten besseres zu tun, als sich überhaupt um Russland zu kümmern. Nicht einmal der Neubau interkontinentaler Großbomber und die Indienststellung von drei modernsten Jagd-U-Booten dieses Jahr hat international Beachtung gefunden, dabei ist das rüstungstechnisch Kalter-Krieg-Niveau vom feinsten. Was sich dagegen sehr wohl im Verlaufe des Jahres massiv geändert hat, ist die Stimmung im Russland, weil die medizinische Versorgung was von Arsch und die Wirtschaft am Boden ist. Und die russische Politik gegenüber der Ukraine, die hat auch mal wieder in den Duktus extra scharf geschaltet, nachdem es längere Zeit etwas ruhiger war. Gleichzeitig wurden zahlreiche große Prozesse gegen Oppositionelle veranstaltet, NGOs wurden besonders hart drangsaliert, erst diese Woche Memorial sogar komplett verboten, etc.. Deiner Meinung nach ist es reiner Zufall, dass gleichzeitig stattfindet? Oder sogar alles durch die EU verursacht? Die Anlässe dafür müssen wohl komplett an mir vorbeigegangen sein. (Was in Anbetracht der z.T. arg einseitigen Berichterstattung der Medien durchaus möglich ist.)
Wo ich dir übrigens recht gebe: Ohne eine konsequente Außenpolitik brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Putin macht, was er will, ohne sich um uns zu kümmern. Gute Gelegenheiten für scharfe Reaktionen haben wir allerdings konsequent ungenutzt gelassen und im Moment lässt er nur Muskeln spielen, was man allenfalls verhöhnen, aber nicht unter Einhaltung internationalen Rechts ahnden könnte.
Aha.
Natürlich sind die Argumente nicht aus der Luft herbeigewedelt. Deswegen spreche ich ja ausdrücklich von mehreren Komponenten, von denen du den "was"-Teil beschrieben hast. Aber es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass diese seit der NATO-Osterweiterung bestehende Argumente in einigen Jahren unter den Teppich gekehrt und in anderen zur allerwichtigsten Angelegenheit hochstilisiert werden. Und dieses "wann" korelliert sehr stark mit den Bedingungen in Russland, aber soweit ich es sehen kann nicht im geringsten mit der Außenpolitik des Westens. Weder im positiven noch im negativen Sinne; Putin wurde weder immer dann besonders aggressiv, wenn wir Druck ausgeübt haben, noch war er besonders zahm, wenn ihm ungefragt Honig ums Maul geschmiert wurde. (Auf Erfüllung von Forderungen reagiert er natürlich, wie jeder Erpresser, mit einem Lächeln.)
Was hat sich denn die letzten Jahre auch in der Ukraine getan? Oder auf der Krim? Oder bei der NATO? Gut, letztere hat ein größeres Manöver abgehalten, nachdem Russland selbst mehrfach Großaufmärche geprobt hat. Aber selbst die Aufstockung von Truppenpräsenz in den östlichen Mitgliedsländern als Reaktion auf die Einnahme der Krim ist mittlerweile schon einige Zeit her und Trumps Sanktionen gegen Nordstream 2 wurden auch nicht während Bidens Amtszeit verhängt. Also wo genau wurde Putin denn dieser Tage zu einer Handlung gezwungen? Zu einer Entscheidung zwischen "Kapitulation und Zuschlagen"?
Eigentlich hat die gesamte Welt seit mindestens 21 Monaten besseres zu tun, als sich überhaupt um Russland zu kümmern. Nicht einmal der Neubau interkontinentaler Großbomber und die Indienststellung von drei modernsten Jagd-U-Booten dieses Jahr hat international Beachtung gefunden, dabei ist das rüstungstechnisch Kalter-Krieg-Niveau vom feinsten. Was sich dagegen sehr wohl im Verlaufe des Jahres massiv geändert hat, ist die Stimmung im Russland, weil die medizinische Versorgung was von Arsch und die Wirtschaft am Boden ist. Und die russische Politik gegenüber der Ukraine, die hat auch mal wieder in den Duktus extra scharf geschaltet, nachdem es längere Zeit etwas ruhiger war. Gleichzeitig wurden zahlreiche große Prozesse gegen Oppositionelle veranstaltet, NGOs wurden besonders hart drangsaliert, erst diese Woche Memorial sogar komplett verboten, etc.. Deiner Meinung nach ist es reiner Zufall, dass gleichzeitig stattfindet? Oder sogar alles durch die EU verursacht? Die Anlässe dafür müssen wohl komplett an mir vorbeigegangen sein. (Was in Anbetracht der z.T. arg einseitigen Berichterstattung der Medien durchaus möglich ist.)
Wo ich dir übrigens recht gebe: Ohne eine konsequente Außenpolitik brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Putin macht, was er will, ohne sich um uns zu kümmern. Gute Gelegenheiten für scharfe Reaktionen haben wir allerdings konsequent ungenutzt gelassen und im Moment lässt er nur Muskeln spielen, was man allenfalls verhöhnen, aber nicht unter Einhaltung internationalen Rechts ahnden könnte.
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