Allgemeine Beobachtung der Erfolgs-/Rückschlagbereichte aus Syrien. Wikipedia hat auch ein paar übersichtlich Karten:
Juni 2015
Oktober 2015
März 2016
Grau ist das vom IS kontrollierten Territorium und mit Ausnahme der
aktuellesten Fassung, der auf einmal ein großer Block im Südosten Rebellen zugeordnet wird (obwohl es weder einen großen Vorstoß gab noch es für die Rebellen möglich wäre, diese zwischen IS- und Assad-Territorium liegende Gebiet zu erreichen), gibt es keine größeren Rückschläge. Der schnelle Vormarsch des IS durch den vergleichsweise schlecht geschützten und dünner besiedelten Osten des Landes ist zwar gestoppt, aber von Rückeroberungen ist man noch weit entfernt. Und wie die Erfahrung mit anderen Gruppen zeigt, die asymmetrische Kriegsführung betreiben, beginnt die eigentliche Arbeit erst danach. 5 Jahre zur Zerschlagung des IS mit den bisherigen Bemühungen? Kolumbien versucht gerade, nach 50 Jahren vergleichbarer Anstrengung einen Friedensvertrag mit der FARC zu unterschreiben und die sind im Gegensatz zum IS sowohl innerhalb der lokalen Bevölkerung als auch international isoliert.
Na ja, das weiß ich auch nicht genau. Der Irakkrieg dauerte von März bis Mai, also nur ein paar Wochen. Ich wüsste nicht, warum es beim IS länger dauern sollte, wenn europäische Streitkräfte sich der Sache annehmen würden.
Die Zerschlagung von Saddams Armee und Staat dauerte ein paar Monate. Die Bekämpfung des Islamismus ist bis heute nicht gelungen, im Gegenteil, und genau um diese ginge es im Falle des IS. Der versucht zwar auch, staatsähnliche Strukturen aufzubauen, aber im großen und ganzen ist er schlecht strukturiert und baut seine Stärke nicht auf Hierarchie, sondern auf Ideologie. Und Ideologien kannst du nicht einfach die Führung abschlagen und dann die Kämpfer friedlich nach Hause gehen lassen.
Natürlich, und das ist wohl dein Punkt, werden danach wieder teilweise bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen und der Kampf gegen Guerilla-Kämpfer beginnen. Da kann ich nur hoffen, dass unsere Leute aus der Vergangenheit gelernt haben und heute besser mit solchen Gegebenheiten umgehen können.
"Da kann man nur hoffen"

Auf dieser Grundlage willst du einen Bodenkrieg starten, in der Hoffnung und ohne ein einziges Anzeichen dafür und ohne das eine einzige Änderung durchgeführt wurde, dass man diesmal besser mit asymmetrischen Taktiken klarkommt, als in Afghanistan? Als im Irak? Als in Palästina? Als in Vietnam?
Ich glaube, du würdest nach einigen 100000 Toten enttäuscht von Ergebnis deiner Forderungen sein
Einsichten in Fehler hat man ja auf politischer Ebene des Öfteren öffentlich bekundet. Unsere Streitkräfte müssten dann die ehemaligen IS-Gebiete so lange besetzen, bis die einheimischen und rechtmäßigen Armeen die Lage selbstständig unter Kontrolle haben.
Welche einheimischen rechtmäßigen Armeen? Wir du selbst feststellst: Das ist Bürgerkriegsland. Der IS hat keinen Krieg gestartet und alles unterdrückt, sondern der IS ist eine von vielen Parteien, die sich irgendwann in einem lokalen Konflikt eingemischt haben. Selbst wenn es dir gelingt, den IS zu besiegen, sind die anderen immer noch da. Wie gesagt - Afghanistan ist ein gutes Beispiel für die Bedingungen, die eine Besatzungsmacht in Syrien erwarten würden.
Es wäre ein Reboot, eine zweite Chance, diesmal alles richtig zu machen. Manche Leute meinen, das ist nicht möglich. Sie sagen, dass es schief geht, immer wenn der Westen militärisch interveniert. Aber ich bin da weniger pessimistisch, denn ich glaube, diesmal würde so ein Militäreinsatz von der großen Mehrheit der Menschen dort unten als Hilfe und freundlichen Akt angesehen werden und nicht als Invasion und feindliche Besatzung.
Das Problem sind nicht die 30-60%, die eine Invasion als Hilfe wahrnehmen würden (ob sie das tun würde entscheident davon abhängen, wieviele Kollateralschäden es gibt. Nach bisherigen Erfahrungen: Zu viele), sondern die 40%, die nur darauf warten, dass sie ihren jetzt geschwächten Gegenern den Gar aus machen und die Kontrolle übernehmen können. Optimissmus in Ehren, aber er ist keine Basis für komplexe Entscheidungen und führt, wenn er ohne sachlichen Unterbau ganz alleine da steht, sehr schnell zu katastrophalen Fehlern.
Das ist auch schwer möglich, solange Bodentruppen unterpräsent sind.
Assad, FSA, Islamische Front, Kurden - wieviel mehr Bodentruppen willst du den schicken, damit sich die Anzahl signifikant ändert? Jede einzelne dieser Gruppierungen hat bereits (deutlich) mehr aktive Bodenkämpfer, als z.B. die gesamte Bundeswehr. Und die technische Ausrüstung westlicher Streitkräfte ist bekanntermaßen nutzlos gegen Feinde, die sich optisch kaum von Zivilisten unterscheiden und die keine Hemmungen haben, aus zivilen Einrichtungen heraus anzugreifen. Wir müssten schon die gesamten Streitkräfte Europas in Marsch versetzen, um einen deutlichen Unterschied vor Ort zu machen.
Eine Frau Petry, die sich hinstellt und Brandstifter, Nötiger und Angst verbreitende Menschen nicht als Pack ansieht, sondern als Teil der Demokratie
ist so weit weg von der Mitte, dass man rechtsextreme Tendenzen eindeutig attestieren kann. Aber mit Frau Petry und den anderen Rechtsaußen
hat es sich vielleich bald erledigt. Warten wir ab, was von der AfD übrig bleibt. Meiner Meinung nach wird sie sich zur neuen FDP ohne Liberalismus
entwickeln und als Partei der Bestverdienenden ihre Nische rechts der CSU suchen.
FDP ohne Liberalismus? Das ist eine 0,5% Partei und bislang hat niemand in der AfD Interesse daran gezeigt, eine sachliche arbeitende Nischenpartei zu werden. Aber dutzende Leute sind sehr gut darin, mit Populismus große Masse zu umgarnen. Mit einer so radikalen Kehrtwende der Partei würde ich nicht rechnen.
P.S.: Könntest du darauf verzichten, deine Posts mit durchgehend manuellen Zeilenumbrüchen zu versehen? Das ließt sich ********** für all diejenigen, die ihre Fensterbreite für eine kürzere Zeilenlänge angepasst haben.
Auch toll diese Doppelmoral und Verallgemeinerungen hier.
Wenn ein paar rechte Spinner bei Demos mitrumlaufen muss man sich sofort davon distanzieren weil man ja sonst selbst ein Rechtsradikaler ist.
Wie oft hab ich lesen muessen: wer mit Rechtsradikalen mitrennt ist selbst einer?
Ich weiß nicht, wie oft du es geglaubt hast zu lesen, aber zu lesen war es ~0 Mal.
Die von vielen Personen geäußerte und weiterhin vertretene Meinung lautet:
Wer Rechtsradikalen hinterrennt, ist selber einer.
Für diesen Unterschied sollte eigentlich die Lesekompetenz eines Viertklässers reichen, wenn man schon nicht von selbst realisiert, dass man als Demo-Teilnehmer zwar nicht die Ansichten von Mitdemonstraten teilen muss, aber zwangsläufig den Botschaften der Redner und Veranstalter Gewicht verleiht.
Ich frage mich immer wieso die Medien der AfD, Pegida immer so viel Aufmerksamkeit schenken. Die Leute wollten etwas konservatives wählen um sich genen Merkel zu stellen. Wieso kam keiner in den Medien auf die Idee die Partei Alfa für die Personen als gemäßigte Alternative mit vernünftigen Wahlprogramm zu präsentieren? Die Medien haben entweder keine Ahnung was ihre Berichterstattung bewirkt oder sind wirklich nur auf Klicks aus.(oder beides) Die Medien freuen sich doch in Wirklichkeit über viel Show und kontroverse Aussagen.(siehe Trump)
Willkommen im Kapitalismus (nach dessen Grundsätzen seit langem auch die ÖR agieren müssen - die Bürger haben es so verlangt), in dem sensationsgeile Massen dazu führen, dass vor allem über wortwörtlich "aufsehenerregendes" berichtet wird. Das liefert die AfD und sehr viele andere tun es nicht - und die wirst du deswegen in den Boulevardmedien gar nicht und in den etwas weniger schlechten Medien nur auf den hinteren Plätzen finden.
(Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass Alfa sich auf keiner Ebene als sonderlich berichterstattungswürdig zeigt. Das ist eine Kleinstpartei von sehr vielen, aber neben Nischenparteien gibt es ja wortwörtlich hunderte Themen, von denen die Mehrheit rein gar nichts mitbekommt)