"Männer haben keine Opfer-Identität", sagt Waldmann. Sie fürchteten, "als Weichei" stigmatisiert zu werden, wenn sie zugeben, dass sie von ihrer Frau geschlagen oder in anderer Weise drangsaliert werden.
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Hinzu kommt aber auch: Spezielle Beratungsangebote für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt werden, sind selten. Bundesweit kennt Waldmann nur fünf andere Beratungsstellen, die sich gezielt dieser Opfergruppe annehmen. 435 Frauenhäusern stünden nur drei
Männerhäuser gegenüber.
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Zwar werden Frauen sehr viel öfter Opfer von häuslicher Gewalt, dennoch seien in etwa zehn Prozent der Fälle Männer die Leidtragenden, sagt Ursula Matschke, die Leiterin der Stuttgarter Abteilung für individuelle Chancengleichheit. Sie stützt sich dabei auf Angaben der Polizei in Stuttgart.
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Das Landeskriminalamt Berlin ermittelte 2013 bei insgesamt rund 14.300 Fällen von häuslicher Gewalt sogar 23,8 Prozent weibliche Verdächtige. Belastbare bundesweite Zahlen fehlen.
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Zwar gab es vor zwei Jahren eine Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit Erwachsener. Diese kam gar zu dem Ergebnis, dass Frauen im häuslichen Bereich sogar häufiger zu Täterinnen würden als Männer.
Andere Wissenschaftler übten
später jedoch deutliche Kritik an der Datengrundlage dieser Untersuchung.
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Dabei gehe es nicht nur um körperliche, sondern auch um psychische Gewalt. Manche Männer litten zum Beispiel darunter, dass ihre Frauen sie demütigten oder permanent kontrollierten. Aber auch Selbstmordankündigungen oder die Drohung mit dem Sorgerechtsentzug für die Kinder könnten eine Form von psychischer Gewalt darstellen. Häufig gehe das eine in das andere über.