Da habt ihr beide Recht.
Wer vor Krieg flüchtet, der ist froh, wenn er im Nachbarland in einem Lager mit mehreren Tausend Anderen unterkommt, wo man schlafen kann ohen Angst haben zu müssen, dass in der Nacht eine Bombe einschlägt...
Dem ist so. Und was macht jemand, nachdem er monatelang in so einem Lager gesessen hat, froh wenn er genug zu Essen bekommt und offensichtlich damit konfrontiert, dass er in den nächsten 10, 20 Jahren oder länger (man gucke sich die Palästinenischen Flüchtlingslager rund um Israel an) nichts anderes wird tun können, als in dem Lager zu sitzen und hoffen, dass die Versorgung nicht einfach eingestellt wird (wie Lybien) oder dass die unzureichende Infrastruktur spätestens im Winter oder nach dem nächsten Unwetter kollabiert und er an Kälte oder Krankdheit krepiert?
Eben: Er geht woanders hin. Der Ausdruck "Kriegsflüchtling" erzielt da zugegebenermaßen nur die halbe Geschichte. Bessere wäre "Kriegsflüchtling auf der Suche nach einer neuen Heimat". Der Krieg war der Grund, sein bisheriges Leben aufzugeben - jetzt sucht man ein neues. Und wenn man nichts hat, als das was man am Körper trägt, kann man genauso gut in der Türkei, in Griechenland oder in Deutschland suchen. Mit dem Unterschied dass man in Deutschland wesentlich bessere Chancen auf eine erfolgreiche Suche hat. Also suchen diejenigen, die sich die Reise leisten können, hier.
Das ist mal ehrlich gesagt auch nicht so einfach.
Wir haben hier mehrere Syrer mit Bachelor Abschlüssen....Studienzeit zwischen 1 und 2 Jahren, deren Bachelor ist nach unseren Standarts nicht zu vergleichen.
Es geht nicht nur um Studiengänge. Für jeden zweiten Beruf, der älter als 20 Jahre ist und mehr als 1-2 Monate Einarbeitung erfordert, gibt es in Deutschland eine Ausbildung und zwar meist eine vorgeschriebene. Und fast immer gibt es die nur als Block. Es gibt keinen Möglichkeit für jemandem, der fast oder gar alle Kenntnisse hat, die für dieses Berufsbild vorgeschrieben sind, dem Beruf nachzugehen, ohne vorher die gesamte Ausbildung zu durchlaufen.
Zugegebenermaßen kann man nicht verlangen, dass Deutschland Äquivalenzlisten für alle Formen von Handwerkern, Bürofachkräften, etc. aus allen Ländern der Welt pflegt. Aber meines Wissens nach ist es nicht einmal möglich, sich zu Prüfungen anzumelden oder gar Kursmaterial anzugucken, ohne die gesamte Ausbildung zu durchlaufen. D.h. du hast immer wieder Fälle, wo jemand 10+ Jahre in einem Beruf hat, für den er in Deutschland eine bestimmte Prüfung bestehen muss und du verlangst von dieser Person, dass sie mindestens 3 Jahre die Schulbank drückt (i.d.R. dann eher mehr, weil derjenige zuvor alle deutschen Beamtenausdrücke lernen muss, selbst wenn die in der Praxis keiner kennt, weil er sonst nicht ins zweite Lehrjahr kommt), ehe er überhaupt versuchen kann diese Prüfung abzulegen.
Man stelle sich vor, ein Deutscher dürfte im Ausland erst Autofahren, nachdem er dort einen Führerschein gemacht hat - den er aber erst machen darf, nachdem er vier Jahre in der dortigen Grundschule war um sicherzustellen, dass er auch alle Verkehrsschilder lesen kann.
Ich dachte ehrlich hier geht es um Pegida Afd etc.
Aber seit mehreren Seiten geht es nur noch um Flüchtlinge. Also sollte dieser Thread geschlossen werden.
In einem Teil der Post geht es zwar nur darum, diffamierende Vorurteile gegenüber Muslimen zu verbreiten, dem eigenen Rassismus zu frönen oder allgemein gegen Ausländer zu hetzen, aber in vielen auch um Flüchtlingspolitik. Und das ist gerade DAS Thema der AFD. (Auch wenn nicht einmal deren Anhänger wissen, was die AFD in dieser Sache unternehmen möchte, wie hier im Thread zu sehen war.)
Um noch mal auf Köln und Silvester zurück zu kommen. Nach wie vor gibt es praktisch keine Hinweise auf ominöse kriminelle Diebesbanden. Es waren einfach nur genügend Gleichgesinde am selben Ort zur gleichen Zeit.
Wurde eigentlich überhaupt schon Anklage gegen irgendwen erhoben? Oder sucht die Polizei weiterhin nur nach den "nordafrikanischen" Verdächtigen aus den presse-verbreiteten Zeugenaussage-Vorlagen?
Bemerkswert finde ich immer, dass Menschen, die unsere freie und abgewogene, wenn auch tendentiell berichtende Presse als Lügenpresse bezeichnen,
völlig blind jeden youtube Video hinterher laufen, welches die eigenen Meinung widerspielt. Diese Einstellung findet man gehäuft bei Pegidasten.
Das ist die gleiche Unlogik, die auch hinter AFD-Wahlergebnisse & Co stecken:
(0. Personen konsumieren unreflektiert Medien und wählen unreflektiert Politiker)
1. Im Zuge eines Ereignisses kommt erweisen sich konsumierte Medien/gewählte Politiker als unzureichend.
2. Diese Feststellung wird pauschal auf alle etablierten Medien/gewählte Politiker übertragen.
3. Eine Gegnergruppierung (i.d.R. eine, die die unzufriedene Person irgendwie als positiv hervorhebt, also z.B. "besorgte Bürger" lobt) zu etablierten Medien/gewählten Politikern gilt fortan als "richtig" (wiederum ohne Beachtung deren tatsächlicher Eigenschaften)
Das ist übrigens nicht auf das rechte Spektrum beschränkt. Auch die Linke wird oft von Leuten gewählt, die keine Ahnung von deren außen- wirtschafts- oder umweltpolitischen Kompetenzen haben und denen es nur darum geht, dass die Linke gegen die (enttäuschende) SPD ist. Und außerhalb von Politik und Medien haben wir bekanntermaßen eine gewisse Gruppe von Jugendlichen, die auf Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft mit brennender Unterstützung des Islamismus reagieren.
Kleinmaßstäbliches Äquivalent ist dieser Thread hier, in dem haufenweise nur haufenweise "gegen XYZ" zu "für ABC" führt (ohne über ABC nachzudenken oder zu wissen, wofür ABC ist), sondern in dem auch pauschal Leuten, die sich "gegen DEF" äußern pauschal unterstellt wird, dass sie "für UVW" wären.
Leider scheint ein viel zu großer Teil unserer Gesellschaft zu blöd zu sein, um außerhalb von Dichotomien zu denken - aus denen unsere Welt nun einmal nicht mehr besteht.
Wie kommst Du auf Die Idee? Wo gibt es gesellschaftliche Gleichbehandlung der Geschlechter?
Ich glaube, ihm geht es nicht um den Ist-Zustand, sondern um die Ziele sogenannter Feminist(inn)en. Da gebe ich ihm durchaus recht: Zumindest der die öffentliche Diskussion prägende Teil dieser (heterogenen) Strömung beschränkt sein Maßnahmenpaket fast ausschließlich auf frauenfördernde/männerbenachteiligende Ausgleichsmaßnahmen. Es wird oft nicht an Gleichstellung, sondern an Gegendiskriminierung gearbeitet. (Besonders toll für Intersexuelle...) Und das zeigt sich eben auch schön an Begriffen wir "Feminist/in", "Frauenbeauftragte"(i.d.R. ohne "(-r)"...), "Mutter...", etc. .
(Wobei ich damit, im Gegensatz zu Genderadvokaten, kein Problem mit solchen Ausdrücken habe, solange dahinter eine neutrale Gleichstellungspolitik steht. Was aber all zu oft tatsächlich nicht der Fall ist.)
Wie oft werden Männer Opfer sexuellere Gewalt und wie oft werden Frauen Opfer sexueller Gewalt?
Mich stört es nicht, wenn es Frauenparkplätze in Tiefgaragen gibt.
Zumindest kann man an denen gut ablesen, wie weit es mit dem Vorurteilsabbau vor Ort ist. In den meisten Fällen haben sie die Breite von Familien/Behindertenparkplätzen...
