Verwechselst du den mit Piledriver?

Ja.
Muss spät gewesen sein, gestern.
Aber an der Grundaussage ändert es nicht viel, dass ich eine Generation verrutscht bin. Dank der Einführung eines ausreichenden Front-Ends (mit "nur" ~8 Jahren Verspätung) wird Piledriver->Steamroller zwar ein größerer Schritt sein (allerdings auch in der Verlustleistung und den Herstellungskosten!), als der von mir damit verwechselte Steamroller->Excevator Schritt, aber das Grundproblem bleibt: Dieser Schritt erfolgt zumindest im "High-End"-Bereich nicht vor 2014 (wenn überhaupt). 30% mehr Leistung (wenn sie denn überhaupt im Schnitt erreicht werden und nicht nur unter optimalen Bedingungen) als Vishera werden aber anno 2014 auch nicht gerade viel sein. Je nachdem, wo man guckt, bietet ein 3770K bereits heute diese Leistung (bei weniger als 60% des Verbrauches!) und ein 3960EE/3970EE bietet sie in fast allen Lebenslagen. Wie gesagt: Einen Lynnfield schlägt AMD damit, einen Sandy-Bridge DT vermutlich nur noch in der absoluten Leistung der verkauften Modelle - genehmigt man dem SB-DT einen vergleichbaren Verbrauch und investiert die Reserven in Spannung und Takt, wird vermutlich nicht einmal ein Gleichstand für AMD bei rauskommen.
Und eine solche CPU, auf dem Intel-Niveau von 2010, soll dann 2014 die große Hoffnung sein, wenn sie (ggf. nicht ab Start, aber den größten Teil des Verfügbarkeitszeitraums) gegen Broadwell ran muss?
Imho keine Chance.
Na ja, wenn AMDs Top Modell so schnell (oder schneller) wäre als Intel's, dann würden ja auch die anderen CPUs davon profitieren, denn sie würden vermutlich ein Stück weit auf diesem Top Modell basieren, was dann automatisch auch AMDs Ansehen heben würde, was wiederum Leute dazu bringen könnte auch mal eine AMD CPU anstatt Intel zu kaufen.
"Allgemein schnellere CPUs" würden AMDs Position immer verbessern (logisch), sind aber illusorisch. Ein hypothetische Zusatz-CPU, einfach nur um an der Spitze präsent zu sein (z.B. wenn man sich den Aufwand machen würde, Abu Dhabi auf ein DIE und so ins enge AM3 Package zu quetschen), würde aber rein gar nichts bringen.
Gut, aber Entwicklungs- und Produktionskosten hat man ja immer.
Aber nicht immer die gleichen. Und wenn du dir anguckst, was für eine DIE-Fläche ein Vishera, ein RD970, eine SB920 und eine
*beliebige Lowest-End-Graka-einfügen* belegen und was sie damit in der Herstellung kosten, dann wird klar, warum AMD ein Finanzproblem hat. Denn Intel liefert fast die komplette Funktionalität in der Kombination IB-H2 + Panther Point...
wenns man nur so einfach wäre.
schau einfach mal in der CPU-geschichte etwas zurück. da sind so einige CPU-Hersteller vom markt verschwundem, obwohl gute Produkte vorhanden waren.
ähnlich bei AMD´s Athlon-Serie. jahrelang die nummer 1 und trotzdem kam der Marktanteil nie richtig nach vorne. warum wohl.
AMD hat während der AthlonXP und Athlon64 Zeit deutlich an Marktanteilen gewonnen, iirc stellenweise mehr als 20%. Sie sind aber eben auch weit unten gestartet und haben keinerlei Anstrengungen unternommen, diesen Erfolg als "AMD" in den Köpfen der Leute zu verankern...
Es ist nunmal so, dass Rahmenverträge (wie sie matty2580 beschrieben hat) gerade bei hoher Marktmacht aus rechtlicher Sicht heikel sein können, weil sie natürlich den Einstieg der Konkurrenz erschweren.
Warum dir das niemand belegt, fragst du ja wohl nicht ernsthaft, oder?
Die Frage ist ja nicht mal, ob diese Verträge illegal sind oder nicht. Fakt ist einfach, dass Intel seine Marktmacht mit solchen Verträgen schützen will und wird; das ist normales Geschäftsgebahren, wo man vielleicht mal übers Ziel hinausgeschossen ist.
Man beachte, dass Matty überhaupt keine Verträge mit Intel beschrieben hat, sondern zwischen OEMs und Einzelhandel. Und auch diese wirkten nicht, als ob sie gezielt auf Marktmacht auswähren - sondern es ist einfach der klassische Bezug zwischen Marge und Masse:
Wer große Mengen einkauft, der bekommt auch besonders gute Preise dafür.
Man mag das moralisch für falsch halten, aber das hat nichts mit Intel oder AMD zu tun, sondern mit grundlegender Kapitalismuskritik, denn solche Verträge sind überall üblich und gehen natürlich automatisch zu lasten kleinerer Firmen.
Ja, allerdings wäre doch aber beispielsweise ein FX8350 eine CPU, wo der typische unbedarfte Media Markt Käufer drauf anspringt.
So nach dem Motto: "Viel kann viel", sprich "4GHz, 8 Kerne, also muss das Ding gut und schnell sein. ".
Das sollte AMD doch im OEM Markt eigentlich sogar helfen.
(Das ist nicht abwertend oder provokativ gemeint
)
Sowas könnte AMD vielleicht aktiv vermarkten, ja. Aber dazu müssten sie überhaupt erst einmal vermarkten. Und dann besteht, bei den Preisen, immer noch die Gefahr, dass der Kunde hellhörig wird. Denn "8 Kerne 4 GHz" ist weit, weit, weit über dem, was er als "Oberklasse" gewohnt ist (also n Core i3, vielleicht i5

) - und wenn das dann auf einmal SOOO billig ist, wird selbst ein MediaMarkt-Käufer misstrauisch.
Dazu kommt noch: 55% des gesamten PC-Marktes entfallen längst auf Notebooks. In den Elektronikmärkten dürfte der Anteil noch größer sein, denn "ich will einfach das alles funktioniert und ich nicht mal verkabeln muss"-Leute kaufen bevorzugt da, "ich brauche Desktops für 2000 Büros"-Leute überhaupt nicht. Von 60-70% der Elektronikmarkt-Verkäufe sind >50 W TDP CPUs, wie die FX, also schon einmal komplett ausgeschlossen. (Trinity dagegen dürfte von seinen "4 Kernen" im Kampf mit den i3 und Pentium profitieren)
Ich meine, bei einem 08/15 Office Rechner merkt man den Leistungsunterschied sowieso nicht, da reicht auch eine der AMD APUs, zumal man ja noch die GPU dazu bekommt. Zum normalen surfen, mal was mit Word, etc. reicht sogar noch mein alter Atom D510
Eben - da reicht sogar der. Und ein alter Core2 sowieso. Und ein alter Phenom. Den meisten "reicht doch"-Leuten, die keine Ahnung von Technik haben, reicht vermutlich auch ein Pentium 4 vollkommen aus. (Ich hab meiner Freundin gerade einen 1400er Athlon flott gemacht. Erstaunlich für was der ihr alles "reicht").
Das heißt es gibt tausende Leuten, denen ein Trinity oder kleiner FX vollkommen reichen würde. Aber alle diese Leute werden im kommenden Jahr keinen PC kaufen, weil ihnen der alte noch reicht. Und wenn sie irgendwann mal einen kaufen, dann vermutlich nach dem Schema "lieber gebe ich 200 € mehr aus, aber dafür reicht er dann wieder eine Weile".