Wikipedia und das "Wissen der Menschheit"

Nur wie kann er beurteilen welche Quelle nicht gesichert ist? Indem z.B. 9 von 10 Quellen etwas anderes schreiben?
Im Idealfall Ahnung! Da sind wir ja bei dem von mir angesprochenen. Man muss sich mit der Materie beschäftigen. Wenn ich keine Ahnung von Mathematik habe und hole mir zehn Meinungen, bin ich eventuell kaum schlauer als vorher. Habe ich aber einen gewissen Sachverstand, kann ich manche Quellen und Theorien selbst als unwahrscheinlich oder falsch werten und die Auswahl deutlich einschränken.

Genau darauf bezog ich mich ja. Viele schauen heute im Netz nach einer Antwort und nehmen diese dann als fix hin. Sie hinterfragen das Wissen nicht und diejenigen welche es ihnen liefern.
 
Im Idealfall Ahnung! Da sind wir ja bei dem von mir angesprochenen. Man muss sich mit der Materie beschäftigen. Wenn ich keine Ahnung von Mathematik habe und hole mir zehn Meinungen, bin ich eventuell kaum schlauer als vorher. Habe ich aber einen gewissen Sachverstand, kann ich manche Quellen und Theorien selbst als unwahrscheinlich oder falsch werten und die Auswahl deutlich einschränken.
Das ist klar. Das funktioniert aber nur bei vorhandenen Wissen und nicht bei neuem Wissen was man erwirbt. Da muß man sich ja auf irgendetwas verlassen können.
 
wie kann er beurteilen welche Quelle nicht gesichert ist? Indem z.B. 9 von 10 Quellen etwas anderes schreiben?
Das ist das was echte Bildung ermöglicht. Wenn du zunehmend von einem Spezialthema tieferes Verständnis erwirbst wird es oft automatisch ersichtlich welche Quellen belastbar sind und welche nicht. Manchmal erst nach längerer Zeit und eben nach viel lesen und nachdenken (und Zusammenhänge verstehen).

Quellenarbeit ist nicht umsonst etwas was man lernen und üben muss und sehr viele Dinge werden nunmal erst klar wenn man sich lange zeit intensiv mit einem Thema beschäftigt. Dann fallen schlechte Quellen auch sofort auf.

Beispiel: Ab und zu gibts Dokumentationen über meinen Arbeitgeber und dessen Branche (Stahlerzeugung und Weiterverarbeitung) selten sogar über eines meiner Spezialgebiete (Prüftechnik). Da bemerkt man sehr schnell ob die Quelle gut recherchiert ist (beispielsweise wenn Joachim Bublath über den Hochofenprozess referiert) oder ob es inhaltlich falscher Mainstreambullshit ist (wenn Galileo mal wieder Messerschärfe in Grad Rockwell misst).

All das erfordert eben Übung und am Ende auch eine gewisse Erfahrung. Ein einfaches "Quelle X ist gut/schlecht wegen Y" gibts meist nicht.
 
Beispiel: Ab und zu gibts Dokumentationen über meinen Arbeitgeber und dessen Branche (Stahlerzeugung und Weiterverarbeitung) selten sogar über eines meiner Spezialgebiete (Prüftechnik). Da bemerkt man sehr schnell ob die Quelle gut recherchiert ist (beispielsweise wenn Joachim Bublath über den Hochofenprozess referiert) oder ob es inhaltlich falscher Mainstreambullshit ist (wenn Galileo mal wieder Messerschärfe in Grad Rockwell misst).
Und Wikipedia ist irgendwo dazwischen denke ich. Was die Qualität angeht. ;)
Wie gesagt soll das ja auch eine Enzyklopädie für jedermann sein.
Also eher Populärwissenschaft als Wissenschaft. Wobei manche Artikel ans "Eingemachte" gehen, wie du ja selber auch erkannt hast. Da werden mathematische Formeln verwendet, welche ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. :D
 
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- Die ursprüngliche Idee hinter Wikipedia (jeder kann Artikel schreiben) war gut, hatte aber ganz offensichtlich den unüberwindlichen Nachteil inne, dass man sich einigen musste, was wahr/richtig/wichtig ist. Hier traf man immermal auf Spinner, so ist das Leben.
- Die Einführung der ähm, wie heissen die eigentlich, ?Rezensenten?, ?Master-Autoren?, ?Paten?, also derjenigen, die Gewalt über einzelne Artikel haben (um die Aufgabe wahrzunehmen, die Spinner zu stoppen), hat zu einer Zweiklassengesellschaft bei Wikipedia geführt: nicht selten trifft man nun die Spinner von vorher in eben diesen höhergestellten Positionen wieder.

Ich habe früher recht gerne und häufig Artikel auf Wikipedia überwiegend zu Themen meines beruflichen Fachwissens geschrieben und ergänzt, aber leider ist das nicht mehr in sinnvoller Art und Weise möglich.

Wikipedia ist ein Spiel für machthungrige Kleingeister geworden, die sich daran ergötzen, nichtpriviligierte Autoren zu trollen. Bei einigen mag eine systematische Absicht, nämlich die Manipulation großer Bevölkerungsteile durch einseitige/gefärbte Darstellungen in Artikeln, dahinterstehen - hierzu gibt es bereits Untersuchungen.
Die Mehrzahl scheint dort lediglich eine kleine Machtnische für sich gefunden zu haben, um ihr Ego im Alltag ein wenig aufzuwerten - es kann halt nicht jeder Pastor werden.

Zwei Beispiele:

A) Ein Artikel zu meinem beruflichem Fachgebiet beinhaltete eine Tabelle, in der Körper(3D) und Silhouetten(2D) und deren nach einer bestimmten Theorie berechnete Werte aufgeführt waren. Die Überschrift der Tabelle sprach aber nur von Körpern (3D). Auch die Einheiten der Werte (pauschal in der Spalte oben stehend) können ja für 2D und 3D nicht dieselben sein. Es war naheliegend, dass die Tabelle zuerst von einem Autor mit Elementen aus der einen Gruppe erstellt worden war und später von anderen Autoren fälschlich mit Elementen der anderen Gruppe ergänzt worden war.
Kurz nachdem ich den Abschnitt in 2 Tabellen mit den jeweils korrekten Überschriften und Einheiten umgestellt hatte (eine für 2D und eine für 3D) wurde dies vom Paten des Artikels wieder rückgängig gemacht. In der Diskussionsebene bat ich um Erklärung. Der Pate meinte, zuerst solle ich ihm erklären, was vorher falsch gewesen sein soll. Ich tat das, durchaus ausführlich und geduldig, wie ich auch meinen Studenten etwas erkläre, auch wenn ich mich wunderte, wieso man heutzutage irgendjemandem den Unterschied zwischen 2D und 3D erklären müsste und wieso er als Pate dieses Artikels so wenig Fachwissen zum Inhalt selbst besaß. Selbst nach mehreren unterschiedlichen Erklärungsansätzen, sah sich der Pate nicht in der Lage, diesen Unterschied anzuerkennen und forderte eine Literaturquelle als Beweis, ohne die er sowieso nicht bereit sei, sich inhaltlich mit meinem Änderungsvorschlag auseinanderzusetzen - wtf

B) Ein Artikel (ebenfalls zu meinem beruflichem Fachgebiet) nutzte fachliche Bezeichnungen in haarstäubender Weise falsch und durcheinander. Es wurden z.B. Bezeichnungen aus Größeneinteilungen und Bezeichnungen aus Funktionseinteilungen wild in einen Topf geworfen. Da sich diese Fehler quer duch den ganzen (noch recht neuen) Artikel durch zogen, machte ich erst gar nicht den Versuch, alles zu korrigieren, sondern stellte das Problem auf der Diskussionsebene dar inkl. der wissenschaftlichen Definitionen aller vorkommenden Begriffe. Die Reaktion des Artikel-Paten war bemerkenswert, in jeder Hinsicht. Er ging erst garnicht inhaltlich auf meine Aussagen ein, sondern warf mir sofort vor, ein industriell-politisch motivierter Schreiber zu sein. Wie er darauf kam und was er damit überhaupt meinte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Seine Antwort auf meinen Rat, vielleicht mal ein paar wissenschaftliche Veröffentlichungen zu diesem Thema zu lesen, bevor man das Amt des Artikel-Paten dazu übernimmt war bezeichnend: Er habe ALLES zu diesem Thema gelesen.

Ich warne in jedem Semester meine Studenten aufs Neue, Wikipedia wenn überhaupt dann nur als erste Anlaufstelle zu nutzen. Ich erlaube mir, diese Warnung mit der Erklärung zu festigen, dass bei mir jede Heranziehung von Wikipedia als Quelle zu einem Abzug in der Bewertung führt.
 
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Wobei manche Artikel ans "Eingemachte" gehen, wie du ja selber auch erkannt hast. Da werden mathematische Formeln verwendet, welche ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. :D
Jetzt hast du selbst ein klasse Beispiel gebracht, toll! Du hast die Formeln noch nie gesehen, schreibst du. Demnach könnte es sein, dass du sie eventuell nicht ganz nachvollziehen / verstehen und überprüfen kannst. Wenn jetzt in dem Artikel nicht erklärt ist warum gerade so gerechnet wurde, ist das Ergebnis dieser Rechnung für dich quasi nicht als richtig einzustufen. Es könnte ebenso völlig falsch sein, oder nur ein wenig, oder alles mögliche.

Deshalb sollte das dort erlangte "Wissen" erstmal nur als Annahme, oder Meinung, Denkanstoß angesehen werden.
 
@Cleriker : Richtig. Ich kann solche Formeln nicht auf ihre Richtigkeit beurteilen. Aber das heisst ja nicht das sie deswegen falsch sind. Wären sie falsch, wären sie wahrscheinlich nicht mehr dort drin. Es gibt ja zum Glück andere Menschen die das besser beurteilen können.

Und nochmal allgemein wegen der Kritik an der Tiefe der Artikel: wie ich schon mehrmals schrieb will Wikipedia ja möglichst viele Menschen ansprechen. Deswegen sind viele Artikel eher populärwissenschaftlich geschrieben und nicht reine Fachartikel. Ganz einfach aus dem Grund weil sie so allgemein-verständlicher sind.
Journalistensprache wird auch bewußt allgemein-verständlich formuliert, weil man so logischer Weise mehr Menschen erreichen kann.
 
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Ich halte die Kritik an Wikipedia überwiegend für überzogen und oft künstlich konstruiert, schon alleine dadurch das keiner eine alternative herausbringen will zeigt doch eines deutlich, A das sie auf dem richtigen Weg sind und B die Mehrheit damit zufrieden ist. Ich glaube auch das ein Beweggrund der Kritik ist, dass Informationen bereitgestellt wird die ihnen nicht gefallen, vor allem aus der Fanatischen Ecke. Wenn ich alleine an diese Querdenker denke, da gibt es doch viele die alles glauben, aber Fakten ignorieren, die sind ein Nährboden für Kritiker. Es ist leider oft viel zu leicht andere zu täuschen, wenn man spezifisches nicht ändern kann, greift man das ganze an um es zu diskreditieren.
 
Wiki ist eine sehr gute Enzyklopädie die im naturwissenschaftlichen Bereich auch früher ein paar Mal im Faktencheck gegen die kostenpflichtigen Enzyklopädien vorne gelegen hat. (Die Vergleiche sind aber auch schon wieder 10 Jahre her)
Auch einen Brockhaus hat man nie gekauft um ihn auswendig zu lernen oder dadurch Spezialist in einem bestimmten Fachbereich zu werden. Hilft aber um einen kurzen Eindruck von einem Thema zu bekommen. Ich wollte z.B. heute mal kurz sehen wie das JSON Format aussieht. Wiki auf->kurz überflogen->fertig. Natürlich kann ich mir die ganze Doku reinziehen wenn es dann wirklich zum Einsatz kommt bzw. überhaupt eine ausführliche Bewertung gefordert ist, aber um grob zu wissen worüber der Kollege gerade geredet hat reichte es in dem Moment vollkommen.
Dass man eine Enzyklopädie nicht fragen sollte wer der bessere Präsident, Fußballspieler, whether ist versteht sich eigentlich von selbst.

Am Ende ist es so wie mit allem: Jedes Werkzeug ist nur so gut/schlau wie sein Benutzer.
 
Ich halte die Kritik an Wikipedia überwiegend für überzogen und oft künstlich konstruiert, schon alleine dadurch das keiner eine alternative herausbringen will zeigt doch eines deutlich, A das sie auf dem richtigen Weg sind und B die Mehrheit damit zufrieden ist.
So sehe ich das auch. Es gibt keine brauchbare Alternative in der Größenordnung.
Nur ein paar kleinere spezielle (Fan) Wikis.
 
das sie auf dem richtigen Weg sind und B die Mehrheit damit zufrieden ist
Ich hoffe du willst damit nicht sagen dass die Zufriedenheit der Masse irgendein Qualitätsmerkmal ist. Wenns danach ginge ist die beste Informationsquelle des Landes die BILD. :fresse:

Am Ende ist es so wie mit allem: Jedes Werkzeug ist nur so gut/schlau wie sein Benutzer.
Genau das triffts wirklich auf den Punkt.
 
Das hatte aber vorausgesetzt dass man länger als nur wenige Sekunden bereit war sich damit auseinander zu setzen und sich damit zu beschäftigen.
Wikipedia ist kein Ersatz für Fachbücher sondern für den Brockhaus. Was hattest du da? Längere Suchzeit, kürzere Texte. Aha schön.
Ich habe mir früher, als ich noch kein Internet hatte, öfter mal populärwissenschaftliche Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen. Über Astronomie, Philosophie, Psychologie und ein paar Biographien, u.a. über Albert Einstein.
Im nachhinein habe ich erst rausgefunden was da teilweise für ein Schwachsinn drin stand.
Kenne ich mit Filmen, als 10 Jähriger wusste man zwar schon dies und das über Quellen, aber naja Dokumentationen
die man im Saturn in der DVD Abteilung kaufen konnten waren für mich glaubwürdig, weil seriöser Händler im Gegensatz zu denen die auf dem Marktplatz rumstanden und dir was andrehen wollten (Scientology, damals viel öfter gesehen)
Gerade geschichtliche Artikel sind viel zu sehr aus Sicht des weißen Europäers geschrieben:
Warum wohl wenn man die Wikipedia Seite in der Sprache des europäischen weißen Mannes aufruft?
Als würdest du in der FAZ TAZ Artikel erwarten.
 
Bezüglich Fehlern kann ich bestätigen: Da tut sich Wikipedia schwer mit der Korrektur. Habe auch schon 1-2 mal selbst welche eingebracht, waren keine 24 h später wieder verschwunden. Wie alle sozialen Konstrukte lebt Wikipedia vom Engangement einzelner und wenn in einem bestimmten Themenkreis einzelne Ansichten unter den Aktiven überwiegen, merkt man das auch den Artikeln an. Allerdings waren davor auch professionelle Informationsquellen nicht vollkommen gefeit, vieles von dem einseitigen Kram auf Wikipedia ist ja sogar aus eben diesen abgeschrieben. Am auffälligsten ist das meist wenn man in der englischsprachigen Wikipedia Artikel zu US- und UdSSR-Raumfart- und -Militärtechnik vergleicht. Aber auch bei anderen Themen mit starker politischer Meinungsbildung wie Klimawandel, weniger als 10 Jahre zurückliegenden Ereignissen und Rechtsordnungen muss man sich darüber im klaren sein, dass Wikipedia nur ein bequemer Einstieg, aber keineswegs eine objektivere Quelle als etwas x-beliebig anderes ist. Wenn es sowas wie EINE Wahrheit zu einem Thema überhaupt gibt, findet man auf Wiki aber meist die Verweise auf Primärquellen oder Stichworte, um sie relativ schnell zu finden. Umgekehrt ist es bei allem, was sich logisch verknüpfen lässt, oft leicht Fehler oder stark einseitige Darstellungen zu erkennen. Wie bei jeder anderen Quelle auch muss man bei Wikipedia halt mitdenken.


White, western privilege. Auf der Welt haben viele Haushalte nicht einmal fließend Wasser, geschweige denn Internet. Und mit Hartz IV zahlst Du auch nicht mal locker Breitband.

Wenn du mit Breitband "irgend ein DSL oder Kabel" meinst, ist das mit die günstige Variante, überhaupt einen Festnetzanschluss zu haben und die Bandbreitenanforderungen von Wikipedia sind vorbildlich niedrig. Da kommen selbst Mobile-Flats mit kleinem Datenvolumen mit klar. Natürlich gibt es immer Leute, die einfach gar keinen Online-Zugang haben – in Deutschland zwar fast immer selbst verschuldet (wenn auch teilweise durch eine längere Kette an deren Anfang kein Bewusstsein für die Konsequenzen stand) bzw. wegen nicht-wollens, aber international sicherlich häufiger. Nur:
Wer von diesen Internet-losen hat denn stattdessen ein mehrbändiges Lexikon? Oder einen Bibliotheksausweis? Oder überhaupt eine Bücherei in der Nähe, wo er in ein gedrucktes Lexikon schauen konnte? Eben. Der Wissenszugang über Wikipedia ist nicht komplett egalitär, aber er ist ein riesiger Fortschritt gegenüber Brockhaus & Co, die nur für eine deutlich kleinere Elite erschwinglich waren. (Sowohl privat als auch öffentlich: Eine Bücherei in einem Entwicklungsland kann in der Regel eher einen Internetzugang als eine Komplettausgabe der Britannica anschaffen.)


Die Kritik dass es "fast Food" sei und die Autoren diese Plattform "formen" teile ich.
Im Startpost hat der TE gefragt wie das früher lief, etwas weiter wurde behauptet dass heute Gast jeder schnellen Zugang dazu hätte. Genau hier ist das Problem! Es ist wirklich toll dass man schnell an Infos kommt, ja. Es ist aber auch ein Problem. Wie schon erwähnt musste man früher mehr Aufwand treiben um sich dieses Wissen zu besorgen. Ja. Das hatte aber vorausgesetzt dass man länger als nur wenige Sekunden bereit war sich damit auseinander zu setzen und sich damit zu beschäftigen. Man hat Zeit investiert. Man hatte sich automatisch länger geistig damit befasst und in der Bibliothek beispielsweise auf der Suche nach DEM Buch noch andere entdeckt und Menschen getroffen die sich ebenfalls dafür interessieren. Es hat die soziale Kommunikation gefördert, es hat den geistigen Horizont erweitert und die eigene Denke geschult. Man hat auch klar abgewogen ob es einen die Zeit wert war und so sein Handeln viel genauer bestimmt und seinen Fokus trainiert.

Während ich bei der Qualität vieler Wikipedia-Artikel durchaus den Vergleich mit Fast Food angemessen finde, kann ich dein Lob nicht im geringsten nachvollziehen. Bibliotheken sind für soziale Kontakte denkbar ungeeignet (die sind sogar ausdrücklich nicht erwünscht), während umgekehrt dank Wikipedia deutlich substantieller mögliche Online-Diskussionen heute für viele Leute mehr soziale Kontakte initiieren als alles andere zusammen genommen. Und was die Quervernetzung von Wissen angeht, nach dem man ursprünglich gar nicht gesucht hat, liegt Wikipedia so meilenweit uneinholbar in Führung, dass "in Wikipedia gefangen" ein feststehender Ausdruck geworden ist. Bleibt noch die Aussage, dass man früher sehr genau abgewogen hat, ob man wegen einer Wissenslücke überhaupt recherchiert hat. Das stimmt. Aber das ist ja wohl das genaue Gegenteil von Horizonterweiterung: Wo man früher aus Faulheit dumm blieb (was viele aber nicht davon abgehalten hat, ihr Nichtwissen weiterzugeben!), guckt man heute wesentlich eher mal nach.


Gerade geschichtliche Artikel sind viel zu sehr aus Sicht des weißen Europäers geschrieben:


Hier fehlt die Sicht der Opfer fast vollständig und die Schuld der Weißen ist bei weitem nicht massiv genug dargestellt.

Abgesehen davon dass der Artikel insgesamt schlecht ist und auch als solcher geflaggt wurde, ist es ein Artikel über die Kolonisierung Amerikas. Also über einen Prozess, der zu 95 Prozent von weißen Europäern betrieben wurde. Worüber soll man da also sonst schreiben? Es ist weder ein Artikel über die Folgen noch über das davor noch über die Opfer, sondern ausdrücklich über die Tat. Da sind zwei komplette Absätze zu den Untaten sowie zahlreiche weitere einzelne Sätze ein angemessener Blick über den Tellerrand. Was fehlt sind die Links zu den weiterführenden Artikeln, die diese Aspekte weiter ausbauen - ist halt, wie gesagt, ein schlechter Artikel. Auch in der Hinsicht. Aber unausgewogen finde ich ihn nur bezüglich der beinahe-Gleichsetzung des "Amerikas" im Titel mit "Gebiet der (späteren) USA".
 
Nur: Wer von diesen Internet-losen hat denn stattdessen ein mehrbändiges Lexikon? Oder einen Bibliotheksausweis? Oder überhaupt eine Bücherei in der Nähe, wo er in ein gedrucktes Lexikon schauen konnte? Eben. Der Wissenszugang über Wikipedia ist nicht komplett egalitär, aber er ist ein riesiger Fortschritt gegenüber Brockhaus & Co, die nur für eine deutlich kleinere Elite erschwinglich waren. (Sowohl privat als auch öffentlich: Eine Bücherei in einem Entwicklungsland kann in der Regel eher einen Internetzugang als eine Komplettausgabe der Britannica anschaffen.)
Eben ! Viel mehr Menschen haben dadurch kostenlosen Zugang (ausser den Internet-Kosten) zu Wissen. Jederzeit.
 
Es kommt stark darauf an wie man eine Sammlung wie WIKI benutzt.
Das Denken wird einem nicht abgenommen. Und natürlich sollte man wie bei allen Seiten im Netz kritisch herangehen.
Die schnelle Information ist ein großer Fortschritt besonders für diejenigen, die nie ein Lexikon im Haushalt hatten. Hier ist die Hemmschwelle oder Faulheit nun weniger hinderlich.
Und die, die ausführliche Recherchen betreiben haben mehr Informationen, meist auch ausführlicher zur Verfügung.
Damit möchte ich den Brockhaus und andere nicht abwerten, ich habe einiges davon und schaue immer noch ab und zu hinein. Die Qualität war sehr gut.
 
Und wer Wiki benutzt ist nahezu immer besser dran als wenn er auf irgendeine VT Seite gerät.
Sowohl Wikipedia als auch die sogenannten "Qualitätsmedien" sind schon häufig beim Lügen erwischt und dieser Lügen überführt worden. Alternative Medien machen Fehler und manche nutzen dies auch aus, aber reflexartig alles als Verschwörungstheorie-Seiten zu bezeichnen, zeigt mir nur das du nur über sehr wenig Medienkompetenz verfügst. Wer Medien allgemein blind vertraut dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.
 
Sowohl Wikipedia als auch die sogenannten "Qualitätsmedien" sind schon häufig beim Lügen erwischt und dieser Lügen überführt worden.
Aber nichtmal in der Bild behaupten sie, dass Mikrochips geimpft werden.
zeigt mir nur das du nur über sehr wenig Medienkompetenz verfügst.
Sind wir heute schnell mit Vorverurteilungen? Darf ich dann über deine soziale Kompetenz anfangen wie du hier direkt andere User angehst?
 
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