AW: Wie seit ihr zur NPD eingestellt?
Evt. reden wir aneinander vorbei, darum versuche ich es mal anhand eine Beispiel zu Erklären was ich meine!
möglich bzw. klärend bzw. s.u.
Zum Beispiel die Aussage von Bundesbankmanager Thilo Sarrazin, ich finde natürlich extrem krass wie er das formuliert hat, aber im Grunde hat er recht. Es kann z.B. nicht sein, das manch Ausländer hier unser Land beschimpfen sich weigern sich zu intregieren, Sprachkurse zu besuchen oder sich weigern ihre Kleidung so anzupassen, um auf den Arbeitsmarkt vernünftige Chancen zu haben! Stattdessen stellen sie sich sogar ins Fernsehen und sagen ganz öffentlich das sie dann lieber garnicht arbeiten gehen, aber sich in aller Seelenruhe auf unserem Sozialnetz ausruhen!
Da hast du und er nicht unrecht. Aber: Auch diverse Vertreter aus der Mitte bishin und auch dem selbstverständniss nach Linke bis hin zum Sozialarbeiter, der gerne wen integrieren möchte, stimmen dazu. Diese Aussage ist somit einfach eine weit verbreitete und ~akzeptierte Feststellung, aber nicht "rechts". Man braucht sich somit auch nicht nach rechts zu orientieren, um zu solchen Aussagen zu kommen.
Was rechts sind, sind die Sprüche mit der Fließbandproduktion von Kopftuchmädchen und Vergleiche mit "osteuropäischen Juden", als wären die etwas, was i.d.R. negativ anzusehen ist.
Das sind die Aussagen, für die Sarrazin massiv kritisiert wird, die rechts bis rechts-extrem sind und aus denen man imho rein gar nichts positives herausziehen kann. Wie erwähnt: Nicht alles, was Rechte von sich geben, ist falsch oder schlecht. Gerade jemand, der sich über Jahrzehnte einen guten Ruf in der Bewältigung komplexer Probleme erworben hat, wie Sarazin, ist vermutlich nicht doof und sagt somit vieles, das richtig ist.
Aber der Teil, der jemanden oder eine Aussage einem/einer rechten macht, ist zeugt nach meiner Erfahrung immer von einem Hirn-Totalveragen oder von höchst zweifelshafter und keinesfalls nachahmenswerter Moral.
Da sage ich ganz ehrlich, denen gehört Feuer unterm Allerwertesten gemacht oder alternativ gibt es auch ein Land in SÖ Richtung wo man so leben kann und auch Arbeit findet.
Und da ich kein rechtes Gedankengut habe, gilt gleiches natürlich für deutsche Sozialschmarotzer, die sich in aller seelenruhe auf unserem Sozialnetz ausruhen, den gehört natürlich genauso feuer gemacht.
Tjo. Auch das sind Sprüche, die viele als "rechts" einstufen bzw. die Rechten für sowas loben. Dabei wird die Grundideologie durchaus von Linken geteilt (zumindest denen, die ein bißchen mitdenken) . Was aber rechts fehlt und der Grund ist, warum man solche Forderungen von links i.d.R. nicht hört:
Wie?
Die Zahl der Sozialschmarotzer unter den Hilfeempfängern ist trotz aller Vorurteile eher klein, genauso wie die Zahl derjenigen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, die ihn ihrer Heimat nicht verfolgt werden (d.h. zurück könnten). Das heißt "Feuer unterm Hintern machen" steht vor dem ganz konkreten Problem, dass man sehr, sehr leicht Unschuldige trifft.
Siehe HartzIV: Schätzungen bis ca. 1 Million Kinder in Armut, um Einzelfälle wie Florida-Rolf zu verhindern.
Rechte Populisten haben es da leicht, große Forderungen zu stellen, die zu einer moralischen Katastrophe führen. Gerade im Konservativen Lager stoßen sie dann ganz schnell auch auf Zuhörer, die weder persönliche Kenntnisse über die Situation am unteren Ende der Gesellschaft noch über die statistische Situation haben, noch sich viel Gedanken über das eine oder das andere machen wollen - aber über genug Stammtischwissen verfügen, um ohne Rücksicht auf Verluste jede Aktion gutzuheißen, die ihnen keine Nachteile bringt, aber ggf. Einzelperson bestraft, die sich von ihren Steuergeldern bereichern.
(Siehe am entgegenliegenden Ende auch Politiker: Sehr oft sind es die gleichen Leute, die auch für Diätensenkungen sind - ohne sich Gedanken über die Grundlangen für eine Korruptionsfreie Politik zu machen. Am Ende werden dann trotzdem die Parteien gewählt, die sich gegen eine Offenlegung weiterer Einkünfte oder gar eine Limitierung dieser aussprechen, denn was nicht an die Große Glocke gehängt, sondern unter den Tisch gekehrt wird, wird nicht beachtet)
Die NPD ist natürlich extrem Radikal und wollen sie gleich alle rausschmeissen und manche Aussagen gehen echt nicht, aber in unserem Land funktioniert die Ausländer- und Integrationspolitik überhaupt nicht und nur weil die das sagen ist es gleich totaler Mist
Nö, ist es nicht. Genausowenig, wie wenn es die Linke sagt, die Grünen, die SPD, die CDU, die CSU, die FDP und wer sonst noch alles sowas gesagt hat.
Kritisch -und rechts- wird es dann, wenn die NPD
ihre "Lösung" dafür nennt, die z.B. die Aufhebung der Rechtsstaatlichkeit, den Entzug deutscher Staatsbürgerschaften und die Ausweisung von Personen ins Niemansland zwischen Grenzen einschließt. (bzw. müsste, wenn die Sprüche in einem Maßstab umgesetzt werden sollen, der einen Effekt hat)
Deutschland ist in meinen Augen viel zu "weich" und sobald mal einer was sagt, schreien sofort alle Nazi, gerade wenns um Ausländer geht, wie es bei dem Sarrazin jetzt wieder hochgejubelt wird.
Ich würde vorschlagen, genauer hinzuzugucken. Abgesehen von Unternehmen, die gern billige (ggf. relativ zur Qualifikation) Arbeitskräfte hätten, sowie einigen nicht-parteilichen Hilfsorganisationen (merke: Es gibt für alles jemanden, der es fordert), jubeln nur wenige, wenn es um Ausländer geht. Denn es geht sehr, sehr selten um Ausländer. Genausowenig, wie Deutschland zu "weich" ist.
Die meisten Probleme, die vom rechten Rand (aber auch z.T. der politischen Mitte) auf Ausländer geschoben werden, werden von deutschen Staatsbürgern verübt. Zum Teil eingewanderten, z.T. den Kindern von Einwanderern, z.T. den Enkeln. Und bei weitem nicht immer aus muslimischen Ländern, die viele vor Augen haben, sondern auch Spätaussiedler, die nach rechter Definition eigentlich Deutsche und keine Ausländer sind.
Das impliziert zwei Dinge:
1. Solche Probleme lassen sich nicht abschieben
2. Diese Personen hätten vor Jahr(zehnt)en integriert werden müssen (oder gar nicht erst dauerhaft eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten dürfen, je nach persönlicher Einstellung), Deutschland
war "zu weich".
Zum Teil wurden die Eltern heutiger "Problemtürken" (=deutsche Staatsbürger, aufgewachsen in Deutschland, gebohren in Deutschland und in der Türkei garantiert nicht gern gesehen) gerade von den Kräften nach Deutschland geholt (als billige Arbeitskräfte) und dann allein gelassen (nix Integration. Wenn man tausende Leute en Block importiert, die nicht einmal Deutsch sprechen, ergibt das nunmal ein Getho), die heute am rumjammern sind.
Ich sehe die NPD ebend als Partei an, die Probleme aufzeigen die in Deutschland Jahrelang totgeschwiegen wurden, weil man ja immer sofort in der rechten Schublade landet, sobald mal kritik an unseren ausländischen Mitbürger übt oder mal Sachen Anspricht die nicht populär sind.
Es gibt seit Jahr(zehnt)en Forderungen, nach drastisch verbesserten Integrationsmaßnahmen (da Ländersache kann ich nur für Hessen sprechen: Kein Interesse seitens der Union, sich um das Problem zu kümmern), das Aufenthalts- und Einwanderungsrecht wurde seit Beginn der 90er mehrfach und mitlerweile massiv verschärft.
Auf politischer Ebene ist durchaus ein gewisses Bewußtsein da. Aber genau diese Prozesse werden totgeschwiegen, wärend einzelne Straftaten mit Migrationshintergrund z.T. über Wochen die Medien beherrschen und die resultierenden Vorurteile von Rechten über Jahre ausgeschlachtet werden.
Und wenn unseren Regierungsparteien ob CDU, SPD, FDP ect. mal endlich was an Bildung, Erziehung, Jugendlicher Freizeitgestaltung ect. tun, dann kriegen solche Parteien immer mehr Zulauf, da es dann genug Leute gibt die aus Unwissenheit oder Langeweile, den Zusammenhalt solcher Parteien schätzen, traurigerweise!
Institutionalisierte Freizeitgestaltung für Jugendliche ging schon immer in die Hose, freie Hand für soziale Projekte auf niedriger Ebene wäre ja "links" - also: Keine Chance.
Bildung ist sowieso etwas, wo man beliebig viel Geld sparen kann, ohne dass es innerhalb der Legislaturperiode zu spüren wäre - und wie der Bürger riesige Klassengrößen, steigende Ausfälle, Studiengebühren, reale Sozial-Selektion,... honoriert, sieht man ja an den Wahlergebnissen:
Ein bißchen Festhalten an alten Aufteilungsstrukturen und schon hat Schwarz/Gelb wieder alle Stimmen im Topf. (nicht, dass die anderen ernsthaft was an den eigentlichen Problemen ändern wollten. Aber zumindest haben sie sie nicht so aktiv mit aufgebaut und gelegentlich gezeigt, dass sie wissen, woher das Problem kommt)