Tekkla
Volt-Modder(in)
Mich kennt der eine oder andere bestimmt schon. Ich bin der Typ, der gerne mit den vermeintlichen Unzulänglichkeiten, die man aktuellen Linux-Distris immer noch gerne andichtet, mehr oder wenige verbissen entgegentritt. An dieser Stelle möchte ich ein User/Linux-Porträt von mir zeichnen. Eines, was ein bisschen erklärt, wo mein Interesse an Linux herrührt, welchen computertechnischen Werdegang ich damit absolviert habe, und wo ich aktuell mit meinem System stehe. Los geht's.
Für mich war Linux, trotz dass ich es zum Laufen bekommen habe, ein Buch mit sieben Siegeln. Ich selber war mit Windows 98 SE unterwegs. In der Zeit hatte ich abseits des obligatorischen Zockens den meisten Spaß an den ersten Gehversuchen mit Office 97 und den Möglichkeiten durch VBA in Kombination mit Access. Und Zocken unter Linux war gemessen an Windows nicht mal ein schlechter Witz.
Mit dem ersten eigenen Server im Netz kam dann auch das Interesse an Webprogrammierung auf, die ich heute noch immer im kleinen Rahmen betreibe. Es muss so um 2009 gewesen sein, wo mir beim Zocken von WoW ein Raider begegnete, der das unter Linux spielte. Damals muss das echt Gefrickel gewesen sein. Heute installiert man das einfach ...
Das änderte sich langsam gegen 2012/13, als es mich immer mehr nervte, meine Entwicklungsumgebung unter Windows zu betreiben. Das fühlte sich alles so schwammig an, immer so von hinten durch die Brust ins Auge. Ja, es ging alles immer irgendwie, aber schön war das nicht.
Damals begann ich mich mit Ubuntu auseinander zu setzen. Da gab es noch den Unity-Desktop. Den fand ich toll. Von daher rührt auch mein Faible für eine Taskleiste am linken Bildschirmrand. Jedenfalls war das 'ne ganz andere Nummer. Ich konnte plötzlich über das Terminal deutlich schneller meine Arbeitsabläufe realisieren. Die Erfahrungen mit den Debian-Servern kamen mir zugute. Und wenn ich Programme brauchte, dann half damals Synaptic als Installationstool. Da war alles drin zu finden, was ich brauchte. Das passte insgesamt deutlich besser zu mir und meinen Wünschen hinsichtlich Workflow. Schon damals war alles durch die GUI einstellbar. In Configs [Edit: für den Desktop] herumdoktern war zu der Zeit schon so gut wie gar nicht mehr notwendig.
Allerdings: Gezockt wurde noch immer unter Windows. Dualboot sei Dank, denn Proton gab es noch nicht. Damals machte ich die ersten Versuche mit IOMMU und Virtualisierung, wo die Haupt-GPU an einen Windows-Guest durchgereicht wurde. Fand die Idee sexy. War aber eher so'n Nerdding. Heute läuft das mit WSL unter Windows andersherum.
Bei Ubuntu blieb ich bis 2019.
Mit dem Wechsel auf Arch bzw. deren Abkömmlinge wechselte ich auch immer mehr auf Gaming unter Linux. Meine Zeit in Windows wurde immer weniger. Und heute, da starte ich das Windows nur noch, wenn ich was testen muss. Gearbeitet und gezockt wird ausschließlich unter Linux. Ich will nicht sagen, dass zocken unter Linux perfekt ist. Es ist bzw. ich empfinde es aber als so gut, dass es mMn Windows überholt hat. Ein ganz großer Pluspunkt ist aber mein geliebtes KDE! Aber das ist eine ganz eigene Geschichte ...
Ich sehe (Manjaro-)Linux als mein Mittel zum Zweck. Damit mache ich alles, was ich für mein berufliches wie privates Computervergnügen benötige. Es erfüllt nahezu alle meine Anforderungen und zudem deutlich mehr als es Windows für mich macht.
Und du so? Wie bist du auf den Tux gekommen?
Edit: Diverse Typos noch entdeckt. -.-
Die Anfänge Ende der 1990er
Erste Kontakte mit Linux hatte der 1990er Jahre mit SuSE (6 oder so). Meine Schwester studierte seinerzeit ein naturwissenschaftliches Fach, wo die Paper wegen der vielen Formeln mit Tex bzw. LaTex geschrieben wurden. Sie hatte damals ein gebrauchtes Toshiba Notebook gekauft, auf dem ich mit diversen CDs jonglieren musste. Damals gab es schon YaST, was eine grafische Oberfläche zur Systemkonfiguration darstellte. Sie kam damit sogar online und ins RZ der Uni. Rückblickend betrachtet hatte ich aber wenig Dunst von so gut wie nichts, und davon obendrein ganz viel! Trotzdem lief das irgendwie.Für mich war Linux, trotz dass ich es zum Laufen bekommen habe, ein Buch mit sieben Siegeln. Ich selber war mit Windows 98 SE unterwegs. In der Zeit hatte ich abseits des obligatorischen Zockens den meisten Spaß an den ersten Gehversuchen mit Office 97 und den Möglichkeiten durch VBA in Kombination mit Access. Und Zocken unter Linux war gemessen an Windows nicht mal ein schlechter Witz.
Die 2000er
Am Anfang war Linux weiter keine Sache. Ich selber wechselte sehr schnell zu Win2K und macht erste Servergehversuche mit dem damaligen Win NT4.0. Das änderte sich 2004, als Unreal Tournament 2004 herauskam. Damals konnte man seinen eigenen UT Server hosten. Zuerst selber fürs LAN mit Windows, aber dann schon auch im Netz. Dazu kam dann Teamspeak. Damit begann auch meine "Linux-Karriere". Mit einem Kumpel betrieb ich einen Debian 3.1 Server in einem Rechenzentrum in meiner Heimatstadt. Das lief echt smooth. Damals gab es noch nicht solche Sachen wie VPS oder Recovery Zugänge, wo man über ein Webinterface die Kiste aus'm Quark ziehen konnte. Hatte man sich wegen "Unfähigkeit" ausgesperrt, dann musste man ins RZ fahren. Passierte zum Glück nicht so oft.
Mit dem ersten eigenen Server im Netz kam dann auch das Interesse an Webprogrammierung auf, die ich heute noch immer im kleinen Rahmen betreibe. Es muss so um 2009 gewesen sein, wo mir beim Zocken von WoW ein Raider begegnete, der das unter Linux spielte. Damals muss das echt Gefrickel gewesen sein. Heute installiert man das einfach ...Die 2010er Jahre
Unreal Tournament wurde komplett durch andere Games ersetzt. Bei mir vornehmlich durch World of Warcraft. Der Dedicated UT2K4 Server verschwand, auch weil die Anbieter von Shootern das Hosting immer mehr selber anboten. Teamspeak wurde für die großen Raids in WoW noch relevanter, zusätzlich kam ein bisschen Webhosting für mich und einige meiner Kunden. Ich habe in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts Linux nur im Serverbereich eingesetzt. In der Zeit lernte ich extrem viel über PHP und Mysql - sprich, mehr in Richtung Entwicklung. Mein daily driver war da ausnahmslos Windows.Das änderte sich langsam gegen 2012/13, als es mich immer mehr nervte, meine Entwicklungsumgebung unter Windows zu betreiben. Das fühlte sich alles so schwammig an, immer so von hinten durch die Brust ins Auge. Ja, es ging alles immer irgendwie, aber schön war das nicht.
Damals begann ich mich mit Ubuntu auseinander zu setzen. Da gab es noch den Unity-Desktop. Den fand ich toll. Von daher rührt auch mein Faible für eine Taskleiste am linken Bildschirmrand. Jedenfalls war das 'ne ganz andere Nummer. Ich konnte plötzlich über das Terminal deutlich schneller meine Arbeitsabläufe realisieren. Die Erfahrungen mit den Debian-Servern kamen mir zugute. Und wenn ich Programme brauchte, dann half damals Synaptic als Installationstool. Da war alles drin zu finden, was ich brauchte. Das passte insgesamt deutlich besser zu mir und meinen Wünschen hinsichtlich Workflow. Schon damals war alles durch die GUI einstellbar. In Configs [Edit: für den Desktop] herumdoktern war zu der Zeit schon so gut wie gar nicht mehr notwendig.
Allerdings: Gezockt wurde noch immer unter Windows. Dualboot sei Dank, denn Proton gab es noch nicht. Damals machte ich die ersten Versuche mit IOMMU und Virtualisierung, wo die Haupt-GPU an einen Windows-Guest durchgereicht wurde. Fand die Idee sexy. War aber eher so'n Nerdding. Heute läuft das mit WSL unter Windows andersherum.

Bei Ubuntu blieb ich bis 2019.
Und dann kam Arch ...
Wenn Dinge rund laufen, dann wird es für mich schnell langweilig. Also begann ich zu experimentieren. Ich habe mich zuerst mit Gentoo versucht, aber das war mir dann zu hardcore. Ich ging zu Arch über, aber auch das war mir zu viel manuelles Gefrickel. Ohne Installer ein OS auf die Kiste ziehen, da gehört schon was zu. War/ist nicht meins. Und da kam Antergos ins Spiel. Das war echt super. Arch und rolling releases, aber mit Installer und kuratierten Paketen. Einfach perfekt für mich! Leider hat man diese Distribution eingestampft, was mich dazu brachte, mich erneut umzuschauen. Daraus resultierte mein bis dato genutztes und mit Manjaro bespieltes System.Mit dem Wechsel auf Arch bzw. deren Abkömmlinge wechselte ich auch immer mehr auf Gaming unter Linux. Meine Zeit in Windows wurde immer weniger. Und heute, da starte ich das Windows nur noch, wenn ich was testen muss. Gearbeitet und gezockt wird ausschließlich unter Linux. Ich will nicht sagen, dass zocken unter Linux perfekt ist. Es ist bzw. ich empfinde es aber als so gut, dass es mMn Windows überholt hat. Ein ganz großer Pluspunkt ist aber mein geliebtes KDE! Aber das ist eine ganz eigene Geschichte ...
Der Abschluss
Wenn ich so meinen Computer-Lebenslauf lese, dann habe ich eigentlich schon viel gesehen und gemacht. Letztendlich ist das aber alles nur einer gehörigen Portion Neugierde als auch dem Hang zu etwas Neuem zu verdanken. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nicht DAS System oder DAS Tool oder DEN Zwang gibt. Ebenso habe ich gelernt, dass es für mich gut ist, offen für Neues zu sein. Hätte ich nicht das Bedürfnis gehabt über den Tellerrand zu schauen, ich würde nicht stehen, wo ich aktuell stehe.Ich sehe (Manjaro-)Linux als mein Mittel zum Zweck. Damit mache ich alles, was ich für mein berufliches wie privates Computervergnügen benötige. Es erfüllt nahezu alle meine Anforderungen und zudem deutlich mehr als es Windows für mich macht.
Und du so? Wie bist du auf den Tux gekommen?
Edit: Diverse Typos noch entdeckt. -.-
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