Wie dicht ist dicht?

smartysmart34

Komplett-PC-Käufer(in)
Hallo zusammen,

mich beschäftigt immernoch die Frage, ob ich in meinem System ein kleines Leck habe, oder nicht. Klein meint in dem Fall, dass ich - grob geschätzt - über's jahr ca. 40 ml Wasser nachfüllen muss.
Nun habe ich gehört, dass Wasser z.B. auch durch die Schläuche verdampft - und ich habe einige Schläuche:
AGB - Pumpe - 3er Radi - Mobo - CPU - 1er Radi - Graka - Agb
Alles normale 10/8er

Auf der anderen Seite habe ich gelesen, dass unter Vollast, wenn das Wasser richtig warm wird (unter BC2 kann das Wasser schonmal 40 Grad erreichen), auch der Druck ansteigt. Und passend dazu habe ich auch beobachtet, dass der Stand im AGB etwas schneller sinkt, wenn ich besonders viel zocke (über mehrerere Tage gesehen).

Dumm ist aber, dass ich - wahrscheinlich weil es nur so wenig ist - im Rechner nie wirklich Wasser finden kann. Die Muffen scheinen alle dicht zu sein. Nix sieht feucht aus, die Anschlüsse sind alle handfest angezogen.

Meine Frage wäre:
- sind 40ml im Jahr zuviel?
- Konntet ihr bei Euch auch schonmal beobachten, dass bei "Hochtemperaturbetrieb" - z.b. auch bei distributed.net oder f@h - der Wasserstand schneller abgenommen hat?

Danke und Gruß,
Martin
 
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Ähm die Schläuche sind wie du schon sagst wirklich nicht so dicht wie du denkst, daher ist ein Verlust von 40ml im Jahr durchaus nachvollziehbar und sogar normal. ;)
 
40ml pro Jahr durch Diffusion sind völlig normal und auch die Tatsache, dass sich die Diffusion bei höheren Wassertemepraturen verstärkt ist völlig normal (siehe Formel des Diffusionskoeffizienten). Mit dem Wasserdruck im System hat das btw nichts zu tun ;).

Ein Leck ist hier absolut auszuschließen.

Edit:
Sehr viel mehr Wasserverlust durch Diffusion könntest du z.B. bei Verwendung von Silikonschläuchen beobachten. Nahezu diffusionsfrei wären PUR Schläuche und mit Kupferrohr statt Schlauch verlierst du überhaupt kein Wasser durch Diffusion. Allerdings ist die Verschlauchung bzw. Verrohrung mit diesen Materialien etwas aufwändiger.

Edit#2:
Man sollte vllt. noch hinzufügen, dass ein völlig diffusionsfreies Material nicht existiert. Atomarer Wasserstoff durchdringt jeden Feststoff bei Raumtemperatur in verhältnismäßig kurzer Zeit. Wasser als, im Vergleich, großes Molkül kann jedoch nur durch Feststoffe diffundieren die eine gewisse Porösität besitzen oder aufgrund ihrer Struktur genügend Freiräume lassen (z.B. Polymere wie das PVC aus den Schläuchen).
 
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Das klingt ja bisher recht beruhigend ;-) Danke schonmal.

Da hätte ich dann noch zwei Fragen im Nachgang:
- Ab wieviel Verlust macht man sich denn normalerweise Gedanken über eins schleichendes Leck?
- Diffundiert denn nur Wasser, oder der Korrosionsschutz gleich mit? Oder andersrum: Wenn der Kreislauf voll war, jetzt Flüssigkeit verliert und ich IP Fertigmischung nachwerfe: Erhöht sich damit die Konzentration?

Danke, Gruß und das wars dann wirklich,
Martin
 
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Zur ersten Frage:
Es gibt normalerweise keine "schleichenden" Lecks in Wasserkühlungen. Wenn man so will könnte man einen undichten AB oder einen rissigen Kühlerdeckel so nennen, aber da verliert man in der Regel die halbe AB-Füllung oder mehr innerhalb eines Tages. Der Grenzfall, dass das ausgetretene Wasser sofort verdunstet und sich keine Tropfen oder Pfützen an der undichten Stelle bilden ist zwar nicht auszuschließen aber äußerst unwahrscheinlich. Ein Leck, was man als solches bezeichnen kann (also kein reiner Diffusionsverlust), geht immer mit einem Wasserverlust einher, der sich innerhalb eines Tages sichtbar im Wasserspeigel des AB bemerkbar macht. Voraussetzung ist natürlich ein vollständig entlüfteter Kreislauf - Luft im Kreislauf kann natürlich auch zu einem scheinbaren Wasserverlust im AB führen. Das kommt immer wieder vor, und Leute meinen dann ihr System sei undicht, obwohl dem nicht so ist.

Zur zweiten Frage:
Auch die Bestandteile des Korrosionsschutzes haben einen erhöhten Dampfdruck gegenüber der Umgebung und würden daher gern diffundieren. Allerdings sind Glykol-Moleküle und die Moleküle der Korrosionsinhibitoren größer als H2O. Sie diffundieren daher entweder bedeutend langsamer durch Schläuche oder das PVC stellt für sie bereits ein echte Diffusionssperre dar. Ob das schon mal exakt untersucht wurde wage ich aber zu bezweifeln, da hier wirklich hochpräzise Labormesstechnik nötig wäre. In jedem Falle ist davon auszugehen, dass das verlorene Flüssigkeitsvolumen zu einem extrem hohen Anteil ausschließlich aus Wasser besteht. Wenn du nur die Glykolkonzentration gleich halten willst, müsstest du also mit destilliertem Wasser nachfüllen. Auf der anderen Seite ist es aber aufgrund der nicht reversiblen Chemie der Korrosionsinhibitoren auch sinnvoll von Zeit zu Zeit das Kühlmittel komplett zu wechseln (vllt. alle zwei Jahre) bzw. frischen Korrosionsschutz nachzufüllen ;).
 
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Zur ersten Frage:
Ein Leck, was man als solches bezeichnen kann (also kein reiner Diffusionsverlust), geht immer mit einem Wasserverlust einher, der sich innerhalb eines Tages sichtbar im Wasserspeigel des AB bemerkbar macht.

Das war ja von Anfang an Teil meines Problems: Ich habe keinen großen AB wie die meisten hier, sondern ein Aquadrive X4. Das ist so "empfindlich" bzw. hat ein so kleines Volumen, dass der Verlust von ca. 10ml fast schon den Abfall des Wasserstands von max. nach min. bedeutet.

Und das merkt man dann auch schon recht bald am Ausschlag des Füllstand-Indikators (rote Kugel).

Aber ich denke, dann werde ich mich jetzt einfach entspannen und das ruhige System weiter genießen ;-)

Danke und GRuß,
Martin
 
Das ist dann aber eher ein spezielles Ableseproblem des Aquadrives. Abgesehen davon hat das so wenig Volumen ja auch wieder nicht. Wie lange läuft den deine Wakü schon?
 
Jetzt seit bald einem Jahr

Das Probelm beim Aquadrive ist, dass es aus zwei Kammern besteht. links und rechts. Wenn die Pumpe anläuft drückt sie die gesamte Luft der linken Kammer in die Rechte, und da ist der Ableser.

Ich habe mal bei Aquacomputer nachgefragt, ob man die Kugel ausgeschaltet oder eingeschaltet ablesen soll:
Ausgeschaltet.

Das bedeutet aber, dass - wenn die Kugel ausgeschaltet z.B. auf der Hälfte zwischen min und max ist - sie bei eingeschalteter Pumpe bis auf min runter fällt und das Wasser sogar noch weiter runter fällt, wodurch sie an der min markierung trocken liegt.
Das hat zwei Effekte:
- Durch das Abtrocknen der Glasscheibe bildet sich ein dünner weisser Belag (Rückstände vom IP schätze ich)
- Dadurch kam es schon vor, dass die Kugel beim Ausschalten, wenn der Wasserspiegel auf der rechten Seite wieder steigt (Luft geht nach links), unten "festgeklemmt!" war und nicht mit nach oben gestiegen ist.

Ich habe bei Aquacomputer auch gefragt, wie sie das Volumen des AGB messen. Herausgekommen ist am Ende, dass mir der Suporter folgendes gesagt hat:
- Das gesamte Volumen des Aquadrive (also der gesamte Festplattenkühler) wurde für das Volumen des AGB gezählt. Er meinte "Alles was Wasser enthält ist eine Art von AGB". Also auch Kühler.
Wenn ich nun aber davon ausgehe, dass das Aquadrive ja auch 4 Festplatten kühlen soll, kann ich nicht einfach die "Wegstrecke" im Kühler als AGB-Volumen zählen, denn ein AGB hat ja noch die Aufgabe, Luft zu fangen und als Ausgleichsvolumen zu fungieren. Das geht mit den hoffentlich luftfreien Strecken im Kühlkörper und der hohen Bewegungsgeschwindigkeit da drinnen aber nicht.

Letztlich hat man mir bestätigt, dass es eher ein AGBlight ist und man in der Regel einen separaten zusätzlichen AGB im Kreislauf hat.

Auf meine Frage, ob sie nach der Logik eigentlich auch das Volumen meines CPU-Kühlers und das des Trippleradis als AGB-Volumen zählen möchten haben sie nicht mehr geantwortet ;-)

Gruß,
Martin

P.S.: Und daher weiss ich nicht, wie groß das eigentliche AGB-Volumen ist. Kann aber nicht groß sein, wenn man von der Dicke der Bauteile noch die Wandstärke und den Kupferkühlkörper abzieht. Bleibt eigentlich fast nur das Volumen der beiden Rohrverbindungsteile von links nach rechts. Und das ist weniger als 250 ml.

Was ich aber weiß: Ich fülle meist nach, wenn die Kugel (ausgeschaltet) auf der Hälfte steht - damit sie eben nicht unten trocken sitzt. Und dann brauche ich kaum mehr als 5ml um wieder bei max anzukommen.
 
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Nur mal so nebenbei, 40grad wassertemp sind scho recht hoch (vor allem da das nicht der volllastfall ist, sondern während dem spielen, oder habe ich dich falsch verstanden)
Wenn dich das mit der kugel so stört, solltest du dir vielleicht wirklich einen zusätzlichen/anderen/größeren agb zulegen
 
Zum Volumen habe ich oben im P.S. nochmal ergänzt.

Naja, meine 5870 und mein i7/960 geben beim BC" auf höchster Detailstufe und bei 1920*1200 einiges an Wärme ab. Sicher kein Furmark und kein prime95, aber das muss auch erstmal gekühlt werden. Da finde ich 40 Grad Wasser bei 25 Grad Raumtemperatur eigentlich nicht zu schlecht.
Die CPU hat 130 Watt TDP und die Graka gibt auch ordentlich was ab.
 
Solange du damit auskommst ist es ok, wenn du die radifläche verdoppelst kannst du die temperaturdifferenz zwischen wasser und raumtemp nochmal halbieren
 
Ich habe an dieser Stelle auch mal eine Frage bzw. ein Problem.

Und zwar habe ich gestern meinen Rechner nach gut drei Wochen Betrieb auseinandergebaut, um eine neue Komponente zu installieren. Dabei ist mir aufgefallen, dass auf dem Boden eine kleine Pfütze war und auch an einigen Schläuchen Rückstände vom IP Gemisch waren. Die Kühlung, besser gesagt die Schlauchtüllen (nicht deren O-Ringe) war also undicht. Ich habe dann den Schlauch an der Pumpe, wo die größte Flüssigkeitsmenge ausgetreten ist neu abgeschnitten und verschraubt. An den anderen Anschlüssen ist mir aufgefallen, dass die Überwurfmuttern recht locker waren und habe sie nachgezogen.
Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob ich das System wirklich dicht ist oder ob noch kleinste Mengen Kühlflüssigkeit ausreten können. Das System war nach zwei Stunden unter Höchstlast (25°C Wassertemperatur) und 14 Stunden im ausgeschalteten Zustand immer noch Dicht, zumindest konnte man an den Anschlüssen nichts erkennen und auch keine Feuchtigkeit fühlen.

Kann ich jetzt ganz sicher sein, dass alles zu 100% dicht ist oder muss ich in drei Wochen wieder feststellen, dass Kühlflüssigkeit austritt. :huh:
 
wie willst du den ganz sicher sein ? :ugly:
ich bin mir sicher das mein sys dicht ist, trotzdem kontrolliere ich alle paar wochen die tüllen z.b. in der nähe der pumpe, ob sich was durch vibrationen gelöst hat, auch werf ich dann gleich nen blick auf den intern verbaute filter inwieweit der klar ist, nen gewisses minimum an wartung sollte man sich schon geben und wenn die wakü nach 12std dicht war, würd ich vielleicht nochma 24 std 48 std dann ne woche später und dann einmal im monat oder so schauen ;)
so mach ichs zummindest bei meiner wenn ich was umgebaut habe oder halt irgendwas am pc gebastelt hab :D
 
Das Problem ist, dass ich zum Öffnen und Schließen der Seitenwand ca. 30 Minuten brauche. (Konstruktionsbedingt bei meinem CaseCon) Das ist eine ziemliche Arbeit, auf die ich keine Lust habe.

Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich beim ersten Zusammenbau und der ersten Inbetriebnahme nur ungefähr 20 Minuten geprüft habe, ob alles dicht ist. Das reicht aber scheinbar nicht, oder? Ansonsten hätte ich ja bemerken müssen, dass die Schläuche nicht wirklich dicht sind.
 
Dumm nur, dass man dann bei Alarm einen Herzinfarkt bekommt. :D

Ehrlich, ich mache mir schon Sorgen, dass noch irgendetwas undicht werden könnte. Was ich bis jetzt so gelesen habe, scheint das aber nicht sonderlich wahrscheinlich. Entweder hat man ein Leck oder nicht. Ganz sicher bin ich mir aber nicht. :huh:
 
hier im Forum hat einer die Hardware von seinem Werkstatt PC lackiert um sie vor Staub und Dreck zu schützen, er hat auch ein How-To geschrieben, ich denk das macht die Hardware auch unempfindlich gegen Wasser
 
Um die Hardware geht es mir gar nicht unbedingt, weil die Kühlflüssigkeit nur an Stellen ausgetreten ist, wo keine Hardware im "gefährdeten" Bereich war. Es ist nur ungünstig, wenn die Kühlflüssigkeit dauernd im Gehäuse ausläuft.
 
Zur ersten Frage:
Es gibt normalerweise keine "schleichenden" Lecks in Wasserkühlungen. Wenn man so will könnte man einen undichten AB oder einen rissigen Kühlerdeckel so nennen, aber da verliert man in der Regel die halbe AB-Füllung oder mehr innerhalb eines Tages. Der Grenzfall, dass das ausgetretene Wasser sofort verdunstet und sich keine Tropfen oder Pfützen an der undichten Stelle bilden ist zwar nicht auszuschließen aber äußerst unwahrscheinlich.

Ist aber schon vorkommen. Je nach Position im Kreislauf und Form des Anschlusses scheint die Oberflächenspannung auszureichen, um eine so große Oberfläche zu halten, dass sich ein stabiler Zustand einstellt. Bemerken tut man so eine Undichtigkeit dann nur, wenn man alle in Frage kommenden Stellen mit Zellstoff testet.
Aber auch in solchen Fällen stellt sich ein sichtbar niedrigerer Wasserspiegel in <1 Woche ein, selbst in normalen (=funktionierenden) AGBs.



Das System war nach zwei Stunden unter Höchstlast (25°C Wassertemperatur) und 14 Stunden im ausgeschalteten Zustand immer noch Dicht, zumindest konnte man an den Anschlüssen nichts erkennen und auch keine Feuchtigkeit fühlen.

Kann ich jetzt ganz sicher sein, dass alles zu 100% dicht ist oder muss ich in drei Wochen wieder feststellen, dass Kühlflüssigkeit austritt. :huh:

Dein System erfüllt die Kriterien, nach denen man sich normalerweise keine Gedanken mehr macht.


Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich beim ersten Zusammenbau und der ersten Inbetriebnahme nur ungefähr 20 Minuten geprüft habe, ob alles dicht ist. Das reicht aber scheinbar nicht, oder?

Ein Test in warmen Zustand ist definitiv nötig, PVC arbeitet.

Ansonsten hätte ich ja bemerken müssen, dass die Schläuche nicht wirklich dicht sind.

Da du jetzt in der Mehrzahl sprichst: PVC passt sich mit der Zeit der Form der Muttern an, d.h. dass du die vielerorts nachziehen konntest, ist normal. Dadurch können aber eigentlich keine Lecks entstehen.
 
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