Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Hier noch mal ein Update zur Zahlungsproblematik der USA:

Noch drei Wochen, bis USA das Geld ausgeht | kurier.at
Amerika vor der Insolvenz: Sommertheater mit Restrisiko - Meinung - Tagesspiegel

Die Opposition spekuliert darauf, denn das könnte bedeutet, dass es neue Wahlen im Kongress geben könnte.
Obama muss weitere Kompromisse eingehen, als vorher geplant. Steuererhöhungen wurden abgelehnt, Steuerschlupflöcher der Superreichen werden nicht geschlossen. Derzeit steht der US-Präsident mit dem Rücken zur Wand und muss für das büßen, was Bushs Administration 8 Jahre lang gemacht hat: Geld zum Fenster rauswerfen.


Edit:
Für Europa sieht es aber nicht besser aus:
Es gibt Gerüchte, wonach der Euro Rettungsschirm auf 1,5 Billionen Euro verdoppelt werden soll.
http://www.wirtschaftsblatt.at/home...doppelt-werden-479910/index.do?_vl_pos=r.1.NT
http://www.sueddeutsche.de/geld/eu-rettungsschirm-och-die-billionen-euro-1.1028630
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Wobei man nicht vergessen darf: Die Diskussion in den USA wird durch ein absolutes Schuldenlimit ausgelöst. Sich so etwas aufzuerlegen, hat sich afaik bislang kein europäischer Staat auch nur getraut.
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Nun ja, was hat denn Deutschland gemacht mit der Schuldenbremse? Es ist zwar jetzt kein Gesetz, das dem Staat komplett verbietet Schulden zu machen, aber diese Schulden sind sehr begrenz und derzeit ist der Staat weit von diesem Limit weg.

Ich denke mal, dass die USA auch nicht damit gerechnet haben, irgendwann mal an dieses Limit zu stoßen. Allerdings hat der Kongress in den letzten Jahren (kann auch Jahrzehnt sein, hab da jetzt keine Belege für gefunden), immer wieder das Limit erhöht. Nur jetzt haben die Republikaner die Mehrheit im Kongress und das nutzen sie, um Obama zu schaden, damit er keine Chance mehr auf eine Wiederwahl hätte. Wären die Demokraten in der Mehrheit, wäre das Limit schon lange erhöht worden, ebenso gilt das unter einem republikanischen Präsidenten.
Letztendlich ist es nur Machtpoker, mehr nicht. Obama muss seine Ziele aufgeben, die Steuern für Reiche zu erhöhen und Steuerschlupflöcher für Reiche zu schließen. Das sind Bedingungen der Republikaner, ebenso verlangen sie einen starke Kürzung im Gesundheitssystem und im Sozialsystem.

Eigentlich wie immer, die reichen sollen gestärkt werden und die Armen müssen das ausbaden. :( :daumen2:
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Nun ja, was hat denn Deutschland gemacht mit der Schuldenbremse? Es ist zwar jetzt kein Gesetz, das dem Staat komplett verbietet Schulden zu machen, aber diese Schulden sind sehr begrenz und derzeit ist der Staat weit von diesem Limit weg.
Das ist jetzt aber nicht mit den Limit der USA vergleichbar. ;) Allerdings glaube ich auch nicht, dass sich die USA als ganzes damit jetzt eingefallen getan hat. Jetzt wird wieder in "letzter Sekunde" eine Kompromis erzielt werden, der letztlich, wie du schon sagst, nur den Reichen auf kosten der Armen hilft. :daumen2:
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Die Republikaner sind nun mal die Partei der Reichen und die sind am Drücker. Obama muss die Kompromisse eingehen, denn er braucht die Stimmen der Republikaner, deswegen verhandelt er mit ihnen und er weiß, dass ihn dieser Kompromiss wahrscheinlich seine Wiederwahl kosten wird. Aber was soll er machen? :ka:
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Nichts kann er da tun, aber das macht das Problem doch auch nicht leichter. Wenn ich mir anschaue welche Entscheidungen die Republikaner so alles treffen, muss ich mich aber schon ersnthaft fragen, warum diese überhaupt noch gewählt werden. ;)

Klar ist das zwei Parteien System in den USA nicht mit den hier vergleichbar, aber dennoch finde ich es merkwürdige das eine Partei die nur einseitig eine kleine Bevölkerungsgruppe ernsthaft vertritt soviele Stimmen bekommt. ;)
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Weil die Republikaner die "einfachen" Leute genau dort erreichen kann, wo man die Amerikaner erreichen kann, bei ihrem Patriotismus und ihrem Glauben zu den Werten.
Mit dieser Taktik hatte damals George Bush gegen John Kerry gewonnen. Er gewann die Staaten, die durch seine Politik Millionen Jobs verloren haben und wo die Leute auf der Straße leben mussten, aber er hat sie eben da gepackt, wo man die Amis packen muss. Er laberte was vom Krieg, der so wichtig sein, dass der verlorene Job neue Chancen bedeutet (echt jetzt, das sagte er) und dass man die Grundwerte beibehalten muss (was für ein Müll), aber die Leute haben es ihm abgekauft und in den 4 Jahren hat er ihnen noch mal in den Arsch getreten und das fanden sie dann doch nicht so gut und daher war klar, dass ein Demokrat gewinnen wird. Alle gingen von Clinton aus, bis Obama sie in den Vorwahlen geschlagen hat.
Doch die Amerikaner vergessen schnell, sie denken nie zurück, sie denken nie an das, was war. Du darfst nicht vergessen, dass sie nicht die Partei wählen, die dann Politik macht, in den USA wählt man vor allen die Person, die für etwas steht und schaut dann, was für eine Politik sie macht und bisher sind alle mit Obama unzufrieden.
Er kann nicht das durchsetzen, was er will, weil er nicht die Mehrheit im Kongress hat. Die Republikaner blockieren ihn wo es nur geht und die Leute sehen nur, dass "ihr Mann" nichts gerissen bekommt, denn ein Präsident, der sich nicht durchsetzen kann, wird als schwach angesehen.
Dass er nun die Zahlungskrise nicht gebacken bekommt, wird alleine ihm angekreidet, nicht den Republikanern, ganz gleich was sie fordern (und sie wollen eine Menge haben, damit sie einer Schuldensteigerung zustimmen, obwohl sie ja selbst für diese hohe Zahl verantwortlich sind).
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Ja, eingies davon habe ich ja mit bekommen, dennoch ist es für einfach unverständlich. ;)

Und im Endeffekt ist das was die Republikaner jetzt machen auch für die Situation der USA in dieser Schuldenkriese ein Fehler. Alles deutet doch jetzt darauf hin, dass man das Limit erhöht aber am Verhalten nichts ändert. Ergo man erkauft sich wieder nur etwas mehr Zeit, die man aber nicht nutzen kann/will. Welchen Sinn macht das?
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Ja, eingies davon habe ich ja mit bekommen, dennoch ist es für einfach unverständlich. ;)

Tja, so sind die Amis eben, hier in Europa kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Und im Endeffekt ist das was die Republikaner jetzt machen auch für die Situation der USA in dieser Schuldenkriese ein Fehler. Alles deutet doch jetzt darauf hin, dass man das Limit erhöht aber am Verhalten nichts ändert. Ergo man erkauft sich wieder nur etwas mehr Zeit, die man aber nicht nutzen kann/will. Welchen Sinn macht das?

Natürlich wird man sich darauf einigen, dass das Limit erhöht wird, denn wenn das Land wirklich zahlungsunfähig wird, betrifft es auch die Republikaner, das weiß Obama auch, daher wird da wohl bis zum letzen Hemd verhandelt. Mal sehen, wie sie sich einigen werden und wer mehr Federn lassen muss. Derzeit sieht es eben danach aus, als wenn Obama alles verliert, das er eingesetzt hat, also Erhöhung der Steuern für Reiche, Gesundheitssysteme für Arme, mehr soziale Gerechtigkeit.
Die Republikaner sind eine stärkere Klientelpartei als es die FDP je sein wird. :ugly:
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Die Republikaner sind eine stärkere Klientelpartei als es die FDP je sein wird. :ugly:
Ja das ging mir schon den ganzen Tag durch den Kopf, wollte es nur nicht schreiben, da ich mit der US Politik nicht so ganz vertraut bin. ;)

Alles in allen, kann man wohl nur festhalten, das es im Moment wohl keinen Westlichen Staat gibt (zumindest fällt mir gerade keiner ein), der nicht Probleme mit der Staatsverschuldung hat. Wenn jetzt sogar Italien anfängt zu wackeln, die wurden ja von den Experten nie als so Problematisch angesehen, dann sollten Deutschland und Frankreich auch schon mal Anträge stellen. ;)
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

So sieht es aus, wenns Neuigkeiten zur USA Situation gibt oder Italien, poste ich das dann.
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Wie sieht die Lage jetzt eigentlich im Königreich (GB) aus? Hab da schon lange nichts mehr von gelesen.
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Dafür haben wir doch jetzt den "News of the World" Thread. ;)
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Ich meine jetzt in Sachen Finanzkrise und nicht Spionage Presse. :D
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Naja, über die "alternativelose Rettung" brauchen wir nicht reden finde ich. Unsere Regierung hat sich jetzt dazu entschieden Griechenland zu retten und spielt sich auf als könnten ihnen, also im Endeffekt uns, das nie passieren. Wobei uns bis zu diesen Punkt auch nicht mehr soviel fehlt ... aber es ist halt ohne Alternative.

Eigentlich hätte ich ja gesagt, England müsste mit den ganzen nicht soviel zu tun haben, immerhin haben sie den Euro ja nicht. Aber wir reden hier doch schon lange nicht mehr nur von Griechenland. Ein Zerfall der Eurozone hätte auch massive Auswirkungen auf England und da es den Staat da auch nicht besser geht ... es ist einfach nur ein Trauerspiel gerade.

Ich habe ja nichts dagegen zu helfen, aber dennoch finde ich das gerade alles falsch! Es geht doch gerade gar nicht mehr darum den Griechen zu helfen, sonderen nur noch darum wie die privaten Banken aus den ganzen raus kommen. Die Euro Staaten leihen Griechenland das Geld, damit diese die Banken bezahlen können und wieder fein raus sind. Im Endeffekt stehen wir dann in doppelter Hinsicht blöde da.

Ok, ich bin keine Expertin, aber so kommt es mir gerade vor!
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Du darfst nie vergessen, dass es ja nicht darum geht einen Staat zu retten, in erste Linie geht es darum, dass das geliehene Geld nicht futsch ist und damit betrifft es die Banken. Englische Banken haben z.B. viel in Irland investiert, deswegen haben sie auch am lautesten geschrieen, als Irland vor der Pleite stand, denn dann hätten britische Banken Milliarden verloren. Und wie es in Griechenland aussieht, weiß ich nicht, scheint aber zu sein, dass britische Banken da nicht so drin sind. Dafür machen die Franzosen Druck ohne Ende, denn französische Banken stecken bis zum Hals in griechische Anleihen.
Es geht erst mal darum, die Banken zu retten (wie immer), damit sie keine gigantischen Verluste einfahren.
Die EZB macht das z.B. damit, dass sie die Müll Anleihen von den Banken abkauft.
EZB kauft weiter Ramschanleihen | Zivile Koalition e.V.

Obwohl das gar nicht ihre Aufgabe ist, aber wenn es um die Währung geht, scheinen alle Mittel erlaubt zu sein.
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Aber damit rutschen wir doch gerade ins Problem. Die Banken wussten doch ganz genau auf was sie sich da einlassen und welche Risiken es gibt wenn man jemanden Geld leiht der es nicht mehr tragen kann. Klar ist die Situation für einen Staat erstmal schlecht, aber bei jeden von uns wäre es nicht anders, und ich behaupte mal, da drückt keine Bank mehr als einmal alle Augen zu. ;)

Mein Bankberater meinte zu mir anfang des Jahres, man könnte dank EU Rettungsschirm ja ruhig in Griechenland investieren und würde dafür noch 13% bekommen (genau % Angabe hab ich nicht mehr im Kopf). Was bitte soll ich zu solch eine Verhalten bitte noch sagen? Es ist das Fehlverhalten der Banken die hier, mal wieder, voll auf kosten der Bevölkerung zuschlägt. :daumen2:

Und ich für meinen Teil sehe es solangsam einfach nicht mehr ein das diese Vollpfosten gerettet werden, nur weil sie es einfach nicht in ihre Birne bekommen. Das es natürlich auch Probleme macht, wenn es Bank drauf geht ist mir klar, aber wenn es soweit geht, steht uns das eh bevor.
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Aber damit rutschen wir doch gerade ins Problem. Die Banken wussten doch ganz genau auf was sie sich da einlassen und welche Risiken es gibt wenn man jemanden Geld leiht der es nicht mehr tragen kann. Klar ist die Situation für einen Staat erstmal schlecht, aber bei jeden von uns wäre es nicht anders, und ich behaupte mal, da drückt keine Bank mehr als einmal alle Augen zu. ;)

Ich gehe mal davon aus, dass es nur eine Handvoll Leute gibt, die wirklich verstehen, wie die Sachen laufen, also das mit den Anleihepapiere.
Der einfache Kunde wird inzwischen alles andere als fair von den Banken beraten.
Test der Beratungsqualität: Banken: Aus der Krise nichts gelernt - Wirtschaft - Tagesspiegel

Mein Bankberater meinte zu mir anfang des Jahres, man könnte dank EU Rettungsschirm ja ruhig in Griechenland investieren und würde dafür noch 13% bekommen (genau % Angabe hab ich nicht mehr im Kopf). Was bitte soll ich zu solch eine Verhalten bitte noch sagen? Es ist das Fehlverhalten der Banken die hier, mal wieder, voll auf kosten der Bevölkerung zuschlägt. :daumen2:

Dein Bankberater vertraut darauf, dass Griechenland nicht fallen gelassen wird und da die Griechen ja hohe Zinsen zahlen müssen, ist die Rendite auch hoch, daher locken die Banken damit, aber es muss dir als Kunde klar sein, dass 13% Rendite ein Witz sind, das geht praktisch nicht. Wer darauf rein fällt, halt selbst Schuld.
Und wegen des Verhaltens der Bank... mal zur Verbraucherschutzzentrale gehen und sich über die Beschweren.

Und ich für meinen Teil sehe es solangsam einfach nicht mehr ein das diese Vollpfosten gerettet werden, nur weil sie es einfach nicht in ihre Birne bekommen. Das es natürlich auch Probleme macht, wenn es Bank drauf geht ist mir klar, aber wenn es soweit geht, steht uns das eh bevor.

Die Banken wissen, dass sie wichtig sind und dass es ohne sie nicht geht. Hätten die USA Lehman Brothers auch gerettet, wäre die Lage sicher nicht so, wie sie jetzt ist.
Aber Blasen gibts überall, nicht nur in den USA und Europa.
China: Weltbank warnt vor Platzen der Blase - WirtschaftsWoche
 
AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?

Die Frage, die man sich langsam aber sicher mal stellen sollte, ist imho, ob es nicht billiger wäre, wenn die Privatbanken, die sich verspekuliert haben, Pleite gehen und man dafür die Mittel des Rettungsfonds den Staatsbanken oder EZB (denen man solche Spekulationen recht leicht verbieten kann) zur Verfügung stellt, damit sie die nötigen Angebote für Wirtschaft und Bevölkerung aufrechterhalten. Der Witz ist ja auch, dass man mit dem derzeitigen Verhalten nicht nur dem katastrophalen Verhalten der Banken nachträglich den Ritterschlag verleiht. Man unterstützt damit auch weiterhin das hochproblematische Verhalten der Industrie, das den Banken überhaupt nur ihre Bedeutung gibt. Eigentlich sollten Europa (und USA) im aktuellen Aufschwung alles daranlegen, um von einer ausschließlich schuldenbasierten Wirtschaft wegzukommen, damit die nächste Störung auf ein System eigenständiger Unternehmen trifft - und nicht auf ein eng verbones Kartenhaus, das komplett einstürzt, sobald an einer Stelle gewackelt wird.
 
Zurück