Was ist los in Syrien?

Über unterschiedliche Grade der Legitimation ließe sich sicherlich streiten (ich z.B. würde den US Präsidenten als ausreichend legitimiert betrachten, auch wenn bei knappem Wahlausgang der mit der geringen Anzahl an Wählerstimmen gewinnen kann - aber auch der hat dann eben fast die Hälft der Bevölkerung hinter sich),

Wobei gerade die USA den Sonderfall darstellen, dass man auch mit weniger Stimmen der gewählte Präsident werden kann.

Das letzte Mal geschehen bei der Wahl 2000, wo G.W. Bush mit ca. 500.000 Stimmen weniger Präsident wurde.

Ob man da denn sagen kann, dass das dem Wählerwillen entspricht, ist meiner Meinung nach zumindest fragwürdig.

Aber prinzipiell, natürlich die Wahl in den USA entsprechen demokratischen Gepflogenheiten.

aber ja: Es geht defintiv eine Reihe von amtierenden Staatsoberhäuptern auf der Welt, die nicht durch die Bevölkerung des jeweiligen Landes legitimiert sind.

Absolut.

Die sollte man dann aber auch nicht als "legitimes Staatsoberhaupt" bezeichnen, wie du es hier machst.

Bestes Beispiel, China.

Dort ist aktuell Xi Jinping das Staatsoberhaupt. Gewählt wurde der Mann von seinem Volk natürlich nie. China ist eine Einparteiendiktatur.

Trotzdem kann ich mich nicht erinnern, dass irgendjemand ihm die Legitimation abspricht, China international zu vertreten.

Ergo unterstellen ihm ja offensichtlich die anderen Ländern (jene mit denen China diplomatische Beziehungen unterhält), dass er das Land legitim vertritt.

Assad ist nichts weiter als eine weitere Person in der Region, die die politische Kontrolle für sich allein beansprucht und dass er in der Vergangenheit zeitweilig derjenige mit der größten (eingekauften) militärischen/polizeilichen Macht war, gibt ihm im hier und jetzt genau 0 moralische Boni gegenüber genausowenig legitimierter Konkurrenz, die deinen Worten zu Folge das ""legitime Staatsoberhaupt"" stürzen wollen...

Moralische Boni natürlich nicht. Die hat keine Machthaber in einem der arabischen Länder. Aber meiner Meinung nach, gibt es ihm rechtliche Boni gegenüber den anderen Gruppen.
 
hey zusammen,
Erst mal schön zu sehen das es wieder einen thread zu dem Thema gibt. Ich hab mir gerademal die letzten Seiten hier durchgelesen. Mir ist aufgefallen das sich der ein oder andere hier nicht wirklich in die Lage versetzen kann wie es den Menschen geht die aus Syrien flüchten, was wahrscheinlich auch nicht möglich ist. Aber man könnte es ja wenigstens versuchen es nachzuvollziehen wie es den Menschen da geht.

Die nicht. Die sind einfach nur feige.

DIe sind feige? O.o Ich hoffe du sitze bequem auf deinen Stuhl vor deinem Rechner.

Mein Vater bringt sich zur ZEit in einem Kurs "Deutsch als Zweitsprache" mit ein. Dabei bekommt er immer wieder Geschichten von den Flüchtlingen erzählt. z.B.:

Ein 19 Jähriger Junge hat ihm erzählt das er seine Geschwister bei einem Bombenanschlag verloren hat. Er stand keine 20 Meter von ihnen entfernt. Er hat noch kurz sein T-Shirt etwas angehoben und muss wohl so wie es mir mein Vater erzählt hat einige Splitter abbekommen haben . Darauf hin hat der Rest der Familie sich entschieden zu flüchten. Sind sie jetzt feige nur um nicht selbst irgendwann drauf zu gehen?

Zu Ostern hatten meine Eltern eine Flüchtlingsfamilie mit 2 Kindern eingeladen. Der Mann war in Syrien Baggerfahrer und die Frau Lehrerin. Sie kommen aus einer Nachbarstadt von Homs (sollte bekannt sein was da los war/ist). Es hat 20 Tage gedauert bis sie es nach Deutschland geschafft haben. - Ist ein Vater der versucht seinen Familie in Sicherheit zu bringen feige?
 
DIe sind feige? O.o Ich hoffe du sitze bequem auf deinen Stuhl vor deinem Rechner.

Ich sitze ziemlich bequem, danke der Nachfrage.

Mein Vater bringt sich zur ZEit in einem Kurs "Deutsch als Zweitsprache" mit ein. Dabei bekommt er immer wieder Geschichten von den Flüchtlingen erzählt. z.B.:

Ein 19 Jähriger Junge hat ihm erzählt das er seine Geschwister bei einem Bombenanschlag verloren hat. Er stand keine 20 Meter von ihnen entfernt. Er hat noch kurz sein T-Shirt etwas angehoben und muss wohl so wie es mir mein Vater erzählt hat einige Splitter abbekommen haben . Darauf hin hat der Rest der Familie sich entschieden zu flüchten. Sind sie jetzt feige nur um nicht selbst irgendwann drauf zu gehen?

Schön, dass du uns so viele Informationen gibst.

Wo haben sie denn innerhalb Syriens gewohnt? Haben sie an den „Demonstrationen“ teilgenommen? Haben sie irgendeine der Terroristenfraktionen unterstützt? Haben sie vorher schon versucht in Gebiete zu gelangen, die unter der Kontrolle der Regierung stehen?

Zu Ostern hatten meine Eltern eine Flüchtlingsfamilie mit 2 Kindern eingeladen. Der Mann war in Syrien Baggerfahrer und die Frau Lehrerin. Sie kommen aus einer Nachbarstadt von Homs (sollte bekannt sein was da los war/ist). Es hat 20 Tage gedauert bis sie es nach Deutschland geschafft haben. - Ist ein Vater der versucht seinen Familie in Sicherheit zu bringen feige?

Guck mal hier ist der nächste logische Fehler. Es sind keine Flüchtlinge, wenn sie in Deutschland sind. Sie kamen durch zig sichere Länder.

Wie so oft. Tränendrüsenpropaganda. Danke ich verzichte.
 
Die Infos kann ich dir leider nicht geben. Aber es ging mir nicht darum, wie du sagst, irgendeine "Tränendrüsenpropaganda" zu betreiben. Das war eher nur so mein Beitrag zu der Aussage die du da getätigt hast - "Die sind einfach nur feige. "
Ich persönlich mache mir lieber selbst einen Eindruck von den Menschen.

Guck mal hier ist der nächste logische Fehler. Es sind keine Flüchtlinge, wenn sie in Deutschland sind. Sie kamen durch zig sichere Länder.
.
Ich bin mir nicht hunderprozentig sicher wie die genau Definition von "Flüchtling" ist aber aus rein logischer Sicht sind diese Menschen für mich schon Flüchtlinge.

Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention definiert einen Flüchtling als Person, die "… aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will . . ."
 
Bestes Beispiel, China.

Dort ist aktuell Xi Jinping das Staatsoberhaupt. Gewählt wurde der Mann von seinem Volk natürlich nie. China ist eine Einparteiendiktatur.

Trotzdem kann ich mich nicht erinnern, dass irgendjemand ihm die Legitimation abspricht, China international zu vertreten.

Ergo unterstellen ihm ja offensichtlich die anderen Ländern (jene mit denen China diplomatische Beziehungen unterhält), dass er das Land legitim vertritt.

China ist nun mal einer der wichtigsten Wirtschaftspartner und ohne die chinesische Führung kannst du als Ausländisches Unternehmen sowieso kein Werk in China aufbauen.
Die Chinesen ziehen sich das Know How immer daraus.

Aber, wenn man deine Argumentation ganz frech weiter spinnt -- hat Deutschland auch kein vom Volk legitimiertes Staatsoberhaupt.
Denn der Bundespräsident wird ja nicht vom Volk gewählt sondern von den Parteien geschachert, als Art Brettspiel für Sinnlose.
Und Merkel ist ja ganz groß darin, Bundespräsidenten durchzudringen und später abzusägen. Wie viele hat die Frau inzwischen verschlissen? Weiß ich gar nicht mehr.
Aber egal. Hat ja mit Syrien nichts weiter zu tun.
 
Die Infos kann ich dir leider nicht geben. Aber es ging mir nicht darum, wie du sagst, irgendeine "Tränendrüsenpropaganda" zu betreiben. Das war eher nur so mein Beitrag zu der Aussage die du da getätigt hast - "Die sind einfach nur feige. "
Ich persönlich mache mir lieber selbst einen Eindruck von den Menschen.
Ich bin mir nicht hunderprozentig sicher wie die genau Definition von "Flüchtling" ist aber aus rein logischer Sicht sind diese Menschen für mich schon Flüchtlinge.

Um es kurz zu machen, nein sind sie nicht. Wer durch zig sichere Länder wandert, ist kein Flüchtling.

Ich darf aber auch dich bitten, dich an diese Aussage eines Moderators zu halten, damit wir nicht die Schließung dieses Threads riskieren.

China ist nun mal einer der wichtigsten Wirtschaftspartner und ohne die chinesische Führung kannst du als Ausländisches Unternehmen sowieso kein Werk in China aufbauen. Die Chinesen ziehen sich das Know How immer daraus.

Korrekt.

Aber, wenn man deine Argumentation ganz frech weiter spinnt -- hat Deutschland auch kein vom Volk legitimiertes Staatsoberhaupt.
Denn der Bundespräsident wird ja nicht vom Volk gewählt sondern von den Parteien geschachert, als Art Brettspiel für Sinnlose.
Und Merkel ist ja ganz groß darin, Bundespräsidenten durchzudringen und später abzusägen. Wie viele hat die Frau inzwischen verschlissen? Weiß ich gar nicht mehr.

Das ist nicht „frech gesponnen“ sondern (leider) traurige Realität. Das deutsche Volk darf sein eigenes Staatoberhaupt nicht wählen.

Aber egal. Hat ja mit Syrien nichts weiter zu tun.

Korrekt.
 
Du verstehst das falsch. Das sind doch die "gemäßigten" Terroristen, weil die für uns kämpfen.

So wie damals die Mudschaheddin in Afghanistan. :D
Ach, wenn es dem richtigen Zwecke dient, ist mittlerweile alles in Ordnung!?
Mittlerweile wird so stark moralisiert, dass man schon einmal vergessen kann, wer denn den "gemeinnützigen" Weltfrieden schaffen will, wer wen durchgehend ausbeutete und dass es die Europäer waren, die die Sklaverei in arabischen Staaten abgeschafft haben.
 
Er handelt halt mal wieder nach dem Grundsatz: "Lügenjudikative!". business as usual

Jaja, die Mehrheit der europäischen Staaten hat Unrecht und ihr wisst es besser. Alter Hut.

Nachtrag: Ich sehe gerade, dass sogar bei Frau Merkel ein bisschen Vernuft einkehrt. Man lese sich mal den Twitterpost ihres Regierungssprechers vom 12. Mai kurz nach 6 Uhr durch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wobei gerade die USA den Sonderfall darstellen, dass man auch mit weniger Stimmen der gewählte Präsident werden kann.

wie von mir geschrieben...

Bestes Beispiel, China.

Dort ist aktuell Xi Jinping das Staatsoberhaupt. Gewählt wurde der Mann von seinem Volk natürlich nie. China ist eine Einparteiendiktatur.

Trotzdem kann ich mich nicht erinnern, dass irgendjemand ihm die Legitimation abspricht, China international zu vertreten.

Ergo unterstellen ihm ja offensichtlich die anderen Ländern (jene mit denen China diplomatische Beziehungen unterhält), dass er das Land legitim vertritt.

Kann mich zwar nicht daran erinnern, diese Formulierung je gehört zu haben (meist ist von der "chinesischen Führung" bzw. deren Repräsentanten die Rede), aber prinzipiell könnte man so argumentieren: Ja, er ist legitimer Vertreter des chinesischen Staates. So wie Hitler legitimiter Führer der NS-Diktatur war.

Deine Aussage war aber, Assad wäre legitimer Vertreter des syrischen Volkes. Das ist ein himmelweiter Unterschied, denn ein Repräsentant der Bevölkerung steht automatisch auch für die Interessen, Wünsche und Rechte der Mehrheit der Einwohner eines Landes. Davon kann bei Assad aber definitiv keine Rede sein, der repräsentiert ausschließlich seine eigenen Machtgelüste.

Moralische Boni natürlich nicht. Die hat keine Machthaber in einem der arabischen Länder. Aber meiner Meinung nach, gibt es ihm rechtliche Boni gegenüber den anderen Gruppen.

Ich habe den Begriff Moral bewusst gewählt, denn wir über den Sturz eines ganzen Staatsapparates reden, sind juristische Kategorien wertlos - das Rechtssystem, aus dem sie hervorgehen könnten, ist ja Teil der Problematik. Es bleiben für die Interessensabwägung nur moralische Grundwerte, z.B. die Achtung der Menschenrechte.
Und da ist Assad ein Schlächter unter vielen und garantiert niemand, der irgendwelche "Boni" anführen kann.


hey zusammen,
Erst mal schön zu sehen das es wieder einen thread zu dem Thema gibt.

Der ist bald ein Jahr alt und iirc wurde er einfach nur ein neues Zuhause für bestehende Diskussionen.


Ich darf aber auch dich bitten, dich an diese Aussage eines Moderators zu halten, damit wir nicht die Schließung dieses Threads riskieren.

Ist aber auch sehr traurig hier, dass gewisse Leute derart unfähig zu ausartungsfreien Diskussionen sind, dass deswegen jetzt einige Themen für alle Tabu sind. Schade, dass die Hetzer niemand rechtzeitig in ihre Schranken verwiesen hat :schief:
 
wie von mir geschrieben...

Korrekt.

Kann mich zwar nicht daran erinnern, diese Formulierung je gehört zu haben (meist ist von der "chinesischen Führung" bzw. deren Repräsentanten die Rede), aber prinzipiell könnte man so argumentieren: Ja, er ist legitimer Vertreter des chinesischen Staates. So wie Hitler legitimiter Führer der NS-Diktatur war.

Korrekt.

Deine Aussage war aber, Assad wäre legitimer Vertreter des syrischen Volkes. Das ist ein himmelweiter Unterschied, denn ein Repräsentant der Bevölkerung steht automatisch auch für die Interessen, Wünsche und Rechte der Mehrheit der Einwohner eines Landes. Davon kann bei Assad aber definitiv keine Rede sein, der repräsentiert ausschließlich seine eigenen Machtgelüste.

Unsere Repräsentanten (die sich ja gerne Volksvertreter nennen) stehen ja auch nicht immer für unsere die Interessen, Wünsche und Rechte der Mehrheit der Einwohner ein. (Wie man aktuell an TTIP sehr gut sieht).

Sicher, es sind Qualitätsunterschiede, aber unterm Strich vertritt unsere Regierung auch nicht unsere Interessen, sondern die anderen Leute.

Warum soll es denn Syrern da anders ergehen als uns?

Ich habe den Begriff Moral bewusst gewählt, denn wir über den Sturz eines ganzen Staatsapparates reden, sind juristische Kategorien wertlos - das Rechtssystem, aus dem sie hervorgehen könnten, ist ja Teil der Problematik. Es bleiben für die Interessensabwägung nur moralische Grundwerte, z.B. die Achtung der Menschenrechte. Und da ist Assad ein Schlächter unter vielen und garantiert niemand, der irgendwelche "Boni" anführen kann.

Nach der Logik, dürfte keine der Konfliktparteien einen Anspruch auf die Vertretung Syriens erheben.

Bleibt also die Frage, welche von den Konfliktparteien ist das kleinste Übel? Meiner Meinung nach Assad. Der hat das Land jahrelang geführt und politisch stabil gehalten.

Er war immer ein nützlicher Diktator für uns und ich sehe keinen Grund nicht auch in Zukunft wieder so zu verfahren.

Ist aber auch sehr traurig hier, dass gewisse Leute derart unfähig zu ausartungsfreien Diskussionen sind, dass deswegen jetzt einige Themen für alle Tabu sind. Schade, dass die Hetzer niemand rechtzeitig in ihre Schranken verwiesen hat :schief:

Da ja jede Meinung, die nicht auf Linie der von Medien und Regierung vermittelten politischen korrekten Meinung ist, sofort hier mit Schaum vorm Mund niedergebrüllt wurde (sieht man gut im Trump Thread, angesichts der Forderung von Trump bezüglich der Muslime. Ob diese Forderung umsetzbar ist oder nicht, gut oder nicht, wird gar nicht erst diskutiert, sondern die üblichen Berufsempörten haben sofort wieder Schaum vorm Mund).

So wird von den politisch korrekten Bessermenschen jegliche freie Diskussion sofort im Keim erstickt.

Am Ende wählt das Volk noch konservativ, wie im Rest Europas. Das geht ja nicht, weil Autobahn.
 
Unsere Repräsentanten (die sich ja gerne Volksvertreter nennen) stehen ja auch nicht immer für unsere die Interessen, Wünsche und Rechte der Mehrheit der Einwohner ein. (Wie man aktuell an TTIP sehr gut sieht).

Unsere Repräsentanten vertreten im Schnitt das, was die Wähler sich erwählt haben. Wenn die zu blöd sind, das zu wählen, was in ihrem Interesse ist (z.B. eine Partei, die Globalisierung kritisch sieht - und das sind SPD und Union garantiert nicht, da braucht man nicht überrascht zu tun), dann ist das schade, aber es sind immer noch legitimerte Vertreter. Nicht von mir legitimiert, vermutlich auch nicht von dir - aber von der Mehrheit des Volkes (wenn man die nicht mitzählt, die sich an Wahltagen für "Fernsehgucken" entscheiden, also offensichtlich gar keine politischen Interessen haben, die man vertreten könnte)

Warum soll es denn Syrern da anders ergehen als uns?

Den Syrern ergeht es da anders als uns, weil in der syrischen Diktatur nur die Interessen Assads vertreten werden.

Nach der Logik, dürfte keine der Konfliktparteien einen Anspruch auf die Vertretung Syriens erheben.

Korrekt.

Bleibt also die Frage, welche von den Konfliktparteien ist das kleinste Übel? Meiner Meinung nach Assad. Der hat das Land jahrelang geführt und politisch stabil gehalten.

Meiner Meinung nach nicht Assad. Der das Land in seine heutige Situation gesteuert. Das heißt nicht, dass ich die Unterstützung so manch anderer Kämpfer für gut halte, aber einen Diktator zu unterstützen, so wie es Putin macht, kann nicht die richtige Schlussfolgerung in einer Situation sein, die entstanden ist, weil man Jahrzehntelang einen Diktator unterstützt hat.

Er war immer ein nützlicher Diktator für uns und ich sehe keinen Grund nicht auch in Zukunft wieder so zu verfahren.

Tja, das ist der Unterschied zwischen einer moralischen und einer juristischen Betrachtung...
Immerhin: Wenn du keinen Grund siehst Unterdrückung, die mittelfristig zu gewaltsamen Aufständen führt, in Zukunft zu vermeiden, dürfte dir ja die aktuelle Türkeipolitik gefallen...

(sieht man gut im Trump Thread

Danke, ich verzichte auf einen Blick da rein. Die Zeiten, als ich mich dazu verpflichtet gefühlt habe, jede Jauchegrube im Auge zu behalten, sind vorbei - und ich kenne die hiesige Klientel gut genug um genau zu wissen, zu welchen Themenkomplexen man eine sachliche, fakten orientierte Diskussion nicht einmal zu versuchen braucht.
 
Unsere Repräsentanten vertreten im Schnitt das, was die Wähler sich erwählt haben. Wenn die zu blöd sind, das zu wählen, was in ihrem Interesse ist (z.B. eine Partei, die Globalisierung kritisch sieht - und das sind SPD und Union garantiert nicht, da braucht man nicht überrascht zu tun), dann ist das schade, aber es sind immer noch legitimerte Vertreter. Nicht von mir legitimiert, vermutlich auch nicht von dir - aber von der Mehrheit des Volkes (wenn man die nicht mitzählt, die sich an Wahltagen für "Fernsehgucken" entscheiden, also offensichtlich gar keine politischen Interessen haben, die man vertreten könnte).
Und genau das darf überhaupt nicht sein. Du kannst wählen, was du möchtest, doch ist keine Partei daran gebunden, ihre Wahlversprechen auch nur im Ansatz einzuhalten. Für Gesetze braucht es nicht nur die Regierung, sondern auch den Bundestag oder Bundesrat. Am Ende stellen sich alle quer und behindern sich gegenseitig.

Es ist sehr gut möglich, dass ein Großteil der Parteien die Interessen der Bürger auch nicht im Ansatz verfolgt. Könnte auch ein Indikator für die geringe Wahlbeteiligung sein.

Heutzutage bekommen die meisten Menschen ja Schüttelfrost, wenn man ganz frei losgelöst von allen Ideologien und Zuständen erwähnt, dass eine Diktatur dem Volkswillen besser entsprechen und für ihr Wohl dienlicher sein könnte als eine Demokratie.
Damit möchte ich nun keineswegs sagen, dass die Diktatur als willkürliche Herrschaftsform viele positive Effekte mit sich brächte, doch kann eine demokratisch legitimierte Regierung dem Volkswohl noch wesentlich weniger dienlich sein.
Das lässt sich auch nicht damit rechtfertigen, dass diese Regierung ja offiziell und frei gewählt wurde. Jede Regierung muss anhand ihr Taten beurteilt werden und nicht wegen ihrer Form.
Die nächste Wahl nach 4 Jahren als Zeugnis für die Leistung eines Politikers? Das ist ziemlich unbefriedigend und wird der Verantwortung nicht gerecht.
Ebenso dürfen Parteien selbst einzelne Minister stellen, ohne dass das auch nur im Ansatz dem Volkswillen entsprechen muss. Unser derzeitiger Justizminister ist weder moralisch, noch von den Voraussetzungen her für seinen Posten geeignet. Das ist die größte Verunglimpfung des Wortes Justiz, seitdem es einen Minister hierfür gibt.

Ich finde es jedenfalls unwahrscheinlich, dass eine dem Volke keine Rechenschaft schuldige Regierung etwas Positives sein kann.

Die Gewaltenteilung funktioniert auch nicht richtig. Es kann nicht sein, dass ein Teil den anderen absetzen kann. Passiert in der Praxis allerdings recht oft. Diese Entscheidungen sind auch nicht demokratisch legitimiert.

So schön die Demokratie im Ansatz ist, funktioniert sie letzten Endes so gut wie der Kommunismus. Es sind Fantasiekonstrukte, die schön utopisch bleiben, in der jetzigen Welt aber niemals fair umgesetzt werden können, weil manche Menschen lieber etwas gleicher als andere sind, um auf den guten George Orwell zurückzukommen.


Um von diesem kleinen Ausflug zum eigentlichen Thema zurückzukommen:

Assad ist kein guter Diktator. Dennoch erfolgte die Destabilisierung Syriens ebenso wir bei den benachbarten, arabischen Ländern von außen.
Wieso schwappt die Welle der Demokratisierung nicht auf Algerien über? Nur weil die Militärdiktatur weniger Familien den Volkswillen besser unterdrücken kann als Assad? Das glaube ich nicht.
Ich bin zumindest davon überzeugt, dass dort wesentlich größere Willkür herrscht als vorher. Die Absetzung der absolutistischen Regierungen hatte eine direkte Auswrikung aufs Wiedererstarken von islamistischen und terroristischen Gruppierungen.

In den 90ern konnte man in Ägypten und Tunesien noch problemlos Urlaub machen. Man wurde von Menschen in Tunis mit der islamischen Gastfreundschaft begrüßt, die es heute kaum mehr gibt.
Woran liegt das?
 
In den 90ern konnte man in Ägypten und Tunesien noch problemlos Urlaub machen. Man wurde von Menschen in Tunis mit der islamischen Gastfreundschaft begrüßt, die es heute kaum mehr gibt.
Woran liegt das?

Mein Onkel und meine Tante waren vor kurzem im Oman und haben dort Urlaub gemacht.
Sie waren ganz begeistert von der arabischen, muslimischen Gastfreundschaft.
Und wieso sollte das in Tunesien anders sein? Auch das ist ein Land, das auf Tourismus setzt.
 
Mein Onkel und meine Tante waren vor kurzem im Oman und haben dort Urlaub gemacht.
Sie waren ganz begeistert von der arabischen, muslimischen Gastfreundschaft.
Und wieso sollte das in Tunesien anders sein? Auch das ist ein Land, das auf Tourismus setzt.
Abgesehen davon, dass das so ziemlich der uninteressantes Teil meines Beitrages war, gibt es bestimmt Gründe dafür, dass einem vom auswärtigen Amt davon abgeraten wird, sich frei in den großen Städten und vor allem außerhalb zu bewegen.
Früher lief man nicht Gefahr, dort entführt zu werden. Mittlerweile passiert das regelmäßig. Ebenso sprengten sich dort früher keine Leute in die Luft oder töteten gezielt Urlauber. Ein Zustand, der dem von damals nicht einmal im Ansatz entspricht.

Diesbezüglich empfehle ich einen genaueren Blick in die Reiseinformationen des auswärtigen Amtes im Hinblick auf muslimische Länder. Angefangen mit Ägypten bis hin zu Turkmenistan.

Ein kleiner Auszug. Nur weil einem persönlich nichts passiert, heißt es noch lange nicht, dass jeder das Glück hat.
Auswartiges Amt - Reise- und Sicherheitshinweise - Oman: Reise- und Sicherheitshinweise
Auswartiges Amt - Reise- und Sicherheitshinweise - Tunesien: Reise- und Sicherheitshinweise
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, und?
Weil die jetzt einen Hinweis geben, fährt man nicht mehr in Urlaub?
Dann dürfte man auch nicht mehr nach Berlin fahren, da es dort ja auch zu einem großen Anschlag kommen könnte -- nach Madrid, London, Paris und Brüssel.
 
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