: Ich gebe das wieder was man lesen oder z.B. aus der Phoenix Runde mitbekommt.
Dann hör mal bei der aktuellen Lage der Nation rein, Interview mit Bente Scheller (Böll-Stiftung). Sie hat da einige interessante Ausführungen zur HTS, deren Ursprung einerseits im fundamentalistischen Islam liegt und Verbindungen zu al-Quiada hat, andererseits durch die quasi-Regierungsverantwortung in den letzten Jahren in Idlib eine pragmatische, eher Ausgleichende Politik praktiziert hat, gemacht. Mittlerweile scheint die HTS einen eher "nationalistischen" Kurs zu fahren und zu signalisieren, dass sie ihren Auktionsradius auf Syrien beschränkt. Zudem soll sie einen toleranten Umgang mit den unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen pflegen. Dadurch konnte sie auch ihre eigene Position stärken.
Problematischer dürften da akut einige der islamistischen Milizen sein, die von der Türkei unterstützt werden sollen und an der Seite der HTS kämpfen. Zwischen diesen Gruppen und der HTS scheinen jetzt schon Spannungen zu bestehen.
Scheint so als wollten die Kurden auch mal ein paar Faustpfände in die Hand bekommen und Fakten schaffen!-
Zu wünschen wäre es ihnen. Vielleicht schaffen sie es ja so, einen ähnlich Status wie die Kurden im Irak zu sichern. Oder sie bringen die Reste der SDF dadurch in eine gute Position, wenn es nach dem möglichen Fall Assads zu Verhandlungen über die Zukunft Syriens kommen sollte.
Aber die Lage ist und bleibt unübersichtlich, den jetzigen Allianzen ist sicherlich auch nicht zu trauen, gut möglich, dass sich die einzelnen Gruppierungen gegeneinander wenden, sobald der einigende Feind in Form des Assadsregimes weg ist. Und dann sind da auch noch die Interessen der regionalen Mächte, allen voran der Iran und die Türkei.
Am besten wäre ein stabiler Staat.
Das wäre schon sehr viel in einer solchen Region. Nach über 13 Jahren Bürgerkrieg zwischen den ethnischen und religiösen Gruppen, die zeitweise massiv von außen finanziell und militärisch unterstützt wurden, wäre ein halbwegs stabiler Waffenstillstand schon ein Erfolg.
Aber z.Z. fasst das hier es doch ganz gut zusammen:
Keiner hat Plan von nichts!
Ist auch mal wieder ein gutes Beispiel dafür, wie fragil die Lage in einigen Regionen der Welt ist und wie schnell alles ins Rutschen gerät, wenn sich einige Faktoren - hier der Rückzug der Hisbollah bzw. des Irans und der russische Angriffskrieg in der Ukraine - ändern. Jedes Machtvakuum wird gefüllt, sei es durch vorhanden Kräfte (HTS) oder neu enstehende, wie zuvor der IS.
Das lybische Modell ist in seiner Theorie ja gar nicht mal so schlecht, wenn man die Interessen unterschiedlicher Gruppen ausgleichen will/muss. Den Praxistest hat es aber leider nur bedingt bestanden, was aber zum Teil äußerer Einflussnahme - etwas dem Aufrüsten der Hisbollah zu stärksten Streitkraft im Land durch den Iran - und der inneren Lage - allen voran der Korruption und Vetternwirtschaft - geschuldet ist. Da bedingt dann das eine das andere. Aber immerhin konnte das Land nach einem blutigen Bürgerkrieg halbwegs befriedet werden.