Vorstellung Kühlerentwicklung und Anregungsfindung

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@Uter: Mit Napals Maschinenpark ist es möglich so feine Strukturen herzustellen ;). Daran wird´s nicht scheitern. Die Kanäle die er vorgesehen hat sind schon ziemlich schmal. Mit entsprechenden Kreisslägeblättern wären mit seinem Equipment auch locker die Strukturbreiten eines AC Kryos drin und das ist afaik momentan der kommerzielle Kühler mit den feinsten Lamellen und Kanälen.
Das klingt ja sehr gut. :)

Dann ergeben sich ja doch einige neue Möglichkeiten:
1. Den Kühler ähnlich wie den Kryos mit sehr feinen Pins ausstatten.
2. Mein Vorschlag aber ohne die senkrechten Verbindungen (wobei die mich immernoch interessieren würden :D), also wirklich so wie der Supreme LT, u.U. mit tieferen Kanälen um mehr Fläche zu schaffen und den Durchfluss zu verbessern.
3. Eine Kombination aus beidem: Ein Mikrostrukturkühler mit ähnlichen Pins wie beim Kryos, bei dem jedoch das Wasser durch die ganze Struktur muss (ähnlich wie beim Supreme LT). Das wär dann mein neuer Favorit.

OT: Der Kryos ist schon cool... wird bei mir wohl auch bald in den PC einziehen, ursprünglich war das schon für kurz nach Weihnachten geplant, aber ich warte noch auf die neue Version, bei der in jeder Version 16/10er passen.
 
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Eine Pinnstruktur hab ich auch schon in erwägung gezogen. Hab auch testweise mal was Konstruiert. Aber ab 1.000 Pins geht der Rechner im CAD doch ganz schön in die Knie, und das bei 2 Wochen altem, sauschnellem System (i7, SSD, QuadroFX, 16GB RAM) :-/

Muss einfach mal ein schneller Rechner her :D

Aber die Pin-Strategie werd ich auf jedenfall weiter verfolgen. Nur die Pin-Anzahl muss etwas weniger werden. Bei 1096 Pins mal Spaßhalber den 0,6er Fräser drüber rechnen lassen. Berechnungsdauer für den Fräsweg 8h und theoretische Laufzeit für die Pins knapp über 24h. Das macht der Fräser dann doch nicht mit :-/

Sowas wie beim Kryos war die inspiration für Pins. Allerdings benötigt man dafür einen Sägeblattfräser, und sowas haben wir in der Firma nicht. Und mir persönlich sind die zu teuer zum selber kaufen :D
 
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Hm schade... der Kryos hat über 1900...
Aber warum dauert das so lang? Sind doch im Prinzip "nur" ca. doppelt so viele Kanäle wie aktuell geplant oder?
 
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Naja, das Fräsprogramm war noch nicht optimiert. Der Fräser fährt quasi um jeden Pin rum. und bei 3mm hohe (ist glaube deutlich mehr als beim Kryos) und 0,05mm Zustellung macht das grad mal 60 umkreisungen jedes Pins. Das dauert halt. Eine Optimierung wäre einfach das grade abfahren der nuten, ist aber von der Programmierung im CAM etwas aufwendiger. Dafür war für die Tests bisher keine Zeit.

Aber wie gesagt, werd das Thema nicht aus den Augen verlieren ;)
 
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Das ist ja wirklich extrem viel... 60 pro Pin und an die 1900 Pins... ist einiges :D
Was hast du dir als Ziel gesetzt? Soll der Kühler mal mit den aktuellen Top-Kühlern mithalten können oder sogar besser sein?
 
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Mein jetztiges Ziel ist es, meinen Kühler fertig in den Händen zu halten und ihn am liebsten dann noch in einer Kategorie bei der Deutschen Kühler Meisterschaft gewinnen zu sehen :D Das wär für mich als absoluter Neuling in dem Gebiet natürlich was ganz feines. Außerdem haben die Jungs von Anfi-Tec mich ein wenig inspiriert. Aber um sowas auf die Beine zu stellen, hab ich einfach zu wenig Zeit.

Was natürlich der Brüller wäre, wenn ich "Markenhersteller" oder sogar Top-Produkte in Sachen Kühlleistung hinter mir lassen würde. Aber ich glaube, da brauch man sich nix vormachen. Diese Produkte sind viel weiter ausgereift und es steckt natürlich Jahrelanges KnowHow drin. Die Fertigungsoptionen sind natürlich bei Serienherstellern aus kostengründen auch runter gefahren, aber trotz allem sollte ich mit meinem Kühler noch weit hinter deren Kühlleistung liegen. Aber schön wärs trozdem :D

Kleinserienproduktion hab ich zwar immer im Hinterkopf (dank Anfi-Tec), eine realisierung ist aber nicht geplant. Momentan ist alles nur Hobby. Und auch noch ein sehr junges Hobby :D
 
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Ich denke mit den richtigen Maschinen ist es machbar. Bei den Herstellern stehen die Kosten oft im Mittelpunkt. Für dich wär es z.B. kein großes Problem doppelt so viel Kupfer zu verbauen wie bei den meisten anderen Kühlern, wobei mehr natürlich nicht gleich besser sein muss...

Gibt es die Meisterschaft jedes Jahr?

Wenn du den Kühler fertig bekommst, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass du die Kühler von mindestens einem großen Hersteller in den Schatten stellen wirst...
 
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Danke, das freut mich natürlich zu hören und kommt dem Ego zugute :D

Soviel ich weiß ist die Meisterschaft dieses Jahr zum ersten Mal. Aber genaueres kann dir da sicher VJoe2max sagen. Der ist länger in der Thematik, denke ich zumindest :)

Fehlt nur noch ein Schönes Logo von dir.

Das ist allerdings so ein Thema, bei dem ich völlig unkreativ bin :-/
Vorschläge sind immer willkommen.
 
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Das kommt bei meinen Initialien gar nicht gut, glaubs mir :D
 
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Ich glaub, das gehört hier nicht hin :D Aber SM ist es nicht :lol:

Nene, da muss was kreatives her...
 
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Bilder
:D

VHM-Schaftfräser, Durchmesser 0.6mm Eckenradius 0.06mm Arbeittiefe 3mm, Drehzahl 38.000, Forschub 1200mm/min, Zustellung 0.03mm.

Touché :)
Trotzdem würde ich für die Abflusskanäle was gröberes einplanen. Das macht keinen Unterschied in der Leistung, bringt aber ettliche Stunden Einsparung.


Dann ergeben sich ja doch einige neue Möglichkeiten:
1. Den Kühler ähnlich wie den Kryos mit sehr feinen Pins ausstatten.
2. Mein Vorschlag aber ohne die senkrechten Verbindungen (wobei die mich immernoch interessieren würden :D), also wirklich so wie der Supreme LT, u.U. mit tieferen Kanälen um mehr Fläche zu schaffen und den Durchfluss zu verbessern.
3. Eine Kombination aus beidem: Ein Mikrostrukturkühler mit ähnlichen Pins wie beim Kryos, bei dem jedoch das Wasser durch die ganze Struktur muss (ähnlich wie beim Supreme LT). Das wär dann mein neuer Favorit.

Kenne keine entsprechenden Tests oder Simulationen, aber bringen Pins per se einen Vorteil gegenüber Lamellen?
Würde ich ehrlich gesagt nicht erwarten, insbesondere wenn man mit gleichem Wiederstand arbeitet (statt gleicher Strukturbreite - da könnten Pins einen minimalen Vorteil durch die größeren Verwirbelungen und Oberfläche bei gleicher Kanalbreite haben)


Was natürlich der Brüller wäre, wenn ich "Markenhersteller" oder sogar Top-Produkte in Sachen Kühlleistung hinter mir lassen würde. Aber ich glaube, da brauch man sich nix vormachen. Diese Produkte sind viel weiter ausgereift und es steckt natürlich Jahrelanges KnowHow drin.

Würde ich nicht sagen. Seit dem HK2.5 gab es keine große Veränderungen mehr bei den Strömungsprinzipien. Der Rest ist ein Optimierungsspiel zwischen Lamellenoberfläche=Abstand/Herstellerungskosten, Wiederstand/Beschleunigung und Restbodenstärke.
Mit deiner unbezahlbar feinen Fertigung und maximal großer Kühlstruktur könntest du ziemlich weit vorne mitspielen. Düsenstruktur kannst du ja auch nach Bedarf durchtesten - bleibt nur noch die Restbodenstärke als Optimierungsproblem.
 
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Kenne keine entsprechenden Tests oder Simulationen, aber bringen Pins per se einen Vorteil gegenüber Lamellen?
Würde ich ehrlich gesagt nicht erwarten, insbesondere wenn man mit gleichem Wiederstand arbeitet (statt gleicher Strukturbreite - da könnten Pins einen minimalen Vorteil durch die größeren Verwirbelungen und Oberfläche bei gleicher Kanalbreite haben)
Ich kenne auch keine Tests, aber Pins haben die Möglichkeit eine größere Oberfläche zu besitzen als Lamellen (wenn man die Lamellen aufteilt und die entstehenden Pins einen Abstand haben, der kleiner die Breite der Lamellen ist (theoretisch kann sie sogar minimal größer sein, da die Oberseite der Lamellen nicht genutzt wird), so ergibt sich eine größere Fläche. Außerdem können sie je nach Anordnung Verwirbelungen erzeugen (nicht immer sinnvoll) und die Fließrichtung wird bei einem zentralen Einlass 2 dimensional (beim HK z.B. kann das Wasser nur nach links oder rechts, also 1 dimensional (natürlich fließt das Wasser in den Kanälen auch 3 dimensional, aber ich denk hier nicht auf molekularer Ebene)), wodurch die Fläche u.U. besser genutzt werden kann und der Durchfluss je nach Aufbau minimal erhöht werden kann...
 
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Das sind alles ein haufen sehr interessante Vorschläge. Allerdings wird es schwer, alle in einem Kühler unter zu bringen. Aber es sagt ja keiner, dass es bei einem Kühler bleibt :D So wie ich das hier sehe, hab ich hier Material für die nächsten 3-4 Kühler :daumen:

Ich werd jetzt erstmal versuchen, mein Grundprinzip etwas weiter zu verbessern/optimieren in Sachen Einlass/Auslass-Ströumgsverhalten. Evtl. bastel ich auch nochmal etwas am Höhen/Breiten-Verhältnis der Rippen rum. Aber das Grundprinzip sollte so bleiben wie bisher, sprich, Deckel und Frame bleiben erstmal so (außer der fehlenden Verdrehsicherung zueinander).


Zitat von Napal
Was natürlich der Brüller wäre, wenn ich "Markenhersteller" oder sogar Top-Produkte in Sachen Kühlleistung hinter mir lassen würde. Aber ich glaube, da brauch man sich nix vormachen. Diese Produkte sind viel weiter ausgereift und es steckt natürlich Jahrelanges KnowHow drin.

Würde ich nicht sagen.
Danke! :D
 
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@uter:
Die Netto-Strömung wird durch Form und Position von Ein- und Auslass vorgeben - und die ist bei HK und Kryos identisch. Der optimale Wasserstrom im Sinne des minimalen Wiederstandes wäre also nur geradeaus. Deswegen frage ich mich ja eben, ob die zusätzlichen Querverbindungen bei einer Pinstruktur Sinn machen. Klar: Sie rufen Wirbel hervor. Aber wie Vjoe dargelegt hat und Inno-Kühler anschaulich beweisen: Markoskopische Wirbel verbessern die Kühlleistung nicht - und den Wiederstand steigern sie eher.
Damit stellt eine Pin-Struktur für mich im Best-Case eine Lamellenstruktur dar, bei der aber Teile der nützlichen Lamellenoberfläche durch stehendes Wasser in den Querverbindungen ersetzt wird - folglich ein Netto-Verlust an Oberfläche gekoppelt mit einem höheren Wiederstand.
Etwas anders sieht das bei Kühlern mit unidirektionalem Fluss aus, z.B. SCW-1. Das würde mit Lamellen gar nicht funktionieren (bzw. wäre extrem teuer in der Anfertigung). Aber imho bringt das 2D-Strömungsfeld keinen Vorteil: Erwünscht ist eine hohe Strömung (siehe Verwirbelung) über den gesamten Bereich der Kühlfläche bei möglichst niedrigem Wiederstand. Ein Kühler mit sehr engen Querschnitt innen und zunehmend größer werdenden nach außen kann das nicht erfüllen, weil das Wasser nur in einem sehr kleinen Bereich mit der optimalen Geschwindigkeit fließt.

Bezüglich der Vergrößerung der Oberfläche: Wie du schon sagst - nur wenn die Querkanäle dünner sind, als die Dicke der Lamellen. Es hat sich bei den derzeitigen Fertigungsdimensionen aber als Vorteilhaft erwiesen, die Lamellen dünner stehen zu lassen, als die minimal mögliche Kanalbreite. D.h. eine Pin-Struktur hat bei gleicher Fläche und Werkzeug typischerweise eine geringere Oberfläche.


(alles Theorie. Der Kryos beweist, dass irgendwo eine Lücke drin ist - oder das AC mit weniger Arbeit mehr Leistung erzielen könnte :ugly: )
 
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Die Netto-Strömung wird durch Form und Position von Ein- und Auslass vorgeben - und die ist bei HK und Kryos identisch. Der optimale Wasserstrom im Sinne des minimalen Wiederstandes wäre also nur geradeaus. Deswegen frage ich mich ja eben, ob die zusätzlichen Querverbindungen bei einer Pinstruktur Sinn machen. Klar: Sie rufen Wirbel hervor. Aber wie Vjoe dargelegt hat und Inno-Kühler anschaulich beweisen: Markoskopische Wirbel verbessern die Kühlleistung nicht - und den Wiederstand steigern sie eher.
Die Netto-Strömung kann man doch vollends vernachlässigen oder? Sonst wären ja alle Kühler mit zentralem Einlass vom Durchfluss her besser, da die Strecke nur halb so lang ist wie bei den anderen, oder hab ich deine Def. von Netto-Strömung missverstanden?
Nur gerade aus kann ja keinen Sinn machen, weil dan die genutzte Fläche extrem klein wär.
Bei extrem hohen Durchfluss (High-Flow-Kühler) nutzen die Verwirbelungen wirklich nichts mehr, umso primitiver die Struktur ist, umso stärker dürfte jedoch die Verbesserung sein (ohne die Verwirbelungen würden die Inno-Kühler wohl nicht mal reichen um eine moderne CPU zu kühlen, da die Fläche und der Durchfluss sogar bei uralten Kühlern besser ist). Die Frage ist wann dieses Durchfluss erreicht ist. Afaik nutzt sogar noch der Supreme HF kleine unebenheiten in dem Boden der Kanäle um Verwirbelungen hervor zu rufen, obwohl die Strömungsgeschwindigkeit in den Kanälen sehr hoch ist.

Damit stellt eine Pin-Struktur für mich im Best-Case eine Lamellenstruktur dar, bei der aber Teile der nützlichen Lamellenoberfläche durch stehendes Wasser in den Querverbindungen ersetzt wird - folglich ein Netto-Verlust an Oberfläche gekoppelt mit einem höheren Wiederstand.
Entweder oder... entweder die Oberfläche wird kleiner da das Wasser steht (unwahrscheinlich), oder es gibt Verwirbelungen und eine größere genutzte Fläche und einen schlechteren Durchfluss (was auch alles im Vergleich zwischen Kryos und HK der Fall ist).

Etwas anders sieht das bei Kühlern mit unidirektionalem Fluss aus, z.B. SCW-1. Das würde mit Lamellen gar nicht funktionieren (bzw. wäre extrem teuer in der Anfertigung). Aber imho bringt das 2D-Strömungsfeld keinen Vorteil: Erwünscht ist eine hohe Strömung (siehe Verwirbelung) über den gesamten Bereich der Kühlfläche bei möglichst niedrigem Wiederstand. Ein Kühler mit sehr engen Querschnitt innen und zunehmend größer werdenden nach außen kann das nicht erfüllen, weil das Wasser nur in einem sehr kleinen Bereich mit der optimalen Geschwindigkeit fließt.
Warum würde das nicht mit Lamellen funktionieren? Die Pins sind alle in mehreren Linien von der Mitte nach außen angelegt, also könnte man auch Lamellen nutzen, bei denen manche eben auch erst weiter außen entstehen (wie die Pinreihen auch). Die Herstellung sollte damit auch nicht teurer werden, da man sich immernoch die arbeitsintensiven Unterbrechungen spart.
Außerdem gibt es die volle Stömungsgeschwindigkeit bei den meisten anderen Kühlern auch nur punktuell, sonst bräuchte man ja auch keine Düsenplatte.

Bezüglich der Vergrößerung der Oberfläche: Wie du schon sagst - nur wenn die Querkanäle dünner sind, als die Dicke der Lamellen. Es hat sich bei den derzeitigen Fertigungsdimensionen aber als Vorteilhaft erwiesen, die Lamellen dünner stehen zu lassen, als die minimal mögliche Kanalbreite. D.h. eine Pin-Struktur hat bei gleicher Fläche und Werkzeug typischerweise eine geringere Oberfläche.
Ist das der Fall? Für mich sehen die Kanäle meist ähnlich breit aus wie die Lamellen...

(alles Theorie. Der Kryos beweist, dass irgendwo eine Lücke drin ist - oder das AC mit weniger Arbeit mehr Leistung erzielen könnte :ugly: )
Vielleicht ist AC ja wirklich nicht an Physik gebunden. :D
Was mich auch wundert ist, dass der Kryos so gut ist, obwohl ein Teil der Pins scheinbar nicht durchströmt wird...
 
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Klar: Sie rufen Wirbel hervor. Aber wie Vjoe dargelegt hat und Inno-Kühler anschaulich beweisen: Markoskopische Wirbel verbessern die Kühlleistung nicht - und den Wiederstand steigern sie eher.
So schwarzweiß kann man es imo nicht sehen. Auch makroskopische Verwirbelungen und Staupunkte unterhalb von Düsen z.B. wirken grenzschichtauflösend und verbessern somit lokal den Wärmeübergang. Allerdings führt der Strömungswiderstand den sie verursachen eben auch dazu, dass die Strömung andernorts nicht so schnell ist wie sie sein könnte.
Zwar hat man auch in einem Pinfeld normalerweise trotz der Widerstände fast überall turbulente Strömung, aber der Turbulenzgrad ist halt nicht so hoch wie in einem Speedchannelkühler gleicher Oberfläche und Kanalbreite.
Ein Pinfeld + Düse ist daher ein Kompromiss der alle Effekte ein wenig nutzt und bei der richtigen Dimensionierung durchaus überzeugen kann. Die Innokühler haben hingegen keine nennenswerten beschleunigenden Elemente und nutzen also im wesnetlichen nur lokale Grenzschichtüberwindung durch makroskopische Verwirbelungen. An deren Kühlleistung erkennt man, dass das allein nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Dazu kommen aber auch noch andere kühltechnisch ungünstige Konstruktionsmerkmale (extrem dicker Boden etc.). Auf der anderen Seite ist die Kühlwirkung auch nicht so schlecht wie bei einem einfachen Kanalkühler der noch fast komplett lamiar durchströmt wird.
Wie so oft im Kühlerbau ist es also eine Optimierungsaufgabe. Man kann nicht sagen Pins oder Speedchannels sind besser - Punkt! Es geht letztlich darum, mit welcher Methode auch immer, einen möglichst guten Wärmeübergang bei den gegebenen Randbedingungen zu erreichen. Da auch die sich aber von System zu System unterscheiden, ist ein perfekter Wasserkühler, der in allen Systemen optimale Leistung liefert, einfach ein Ding der Unmöglichkeit (mal von werkstofftechnischen und mechanischen Grenzen ganz abgesehen) .

Damit stellt eine Pin-Struktur für mich im Best-Case eine Lamellenstruktur dar, bei der aber Teile der nützlichen Lamellenoberfläche durch stehendes Wasser in den Querverbindungen ersetzt wird - folglich ein Netto-Verlust an Oberfläche gekoppelt mit einem höheren Wiederstand.
Wenn das so wäre, müsste der AC Kryos ohne die Querrillen besser kühlen - das wage ich, auch wenn er eine Schlitzdüse über die gesamte Breite hätte, zu bezweifeln ;).

Etwas anders sieht das bei Kühlern mit unidirektionalem Fluss aus, z.B. SCW-1. Das würde mit Lamellen gar nicht funktionieren (bzw. wäre extrem teuer in der Anfertigung). Aber imho bringt das 2D-Strömungsfeld keinen Vorteil: Erwünscht ist eine hohe Strömung (siehe Verwirbelung) über den gesamten Bereich der Kühlfläche bei möglichst niedrigem Wiederstand.
Der Widerstand ist nicht ausschlaggebend - der ergibt sich. Auf geringen Widerstand optimieren bedeutet bei gegebener Strömungsenergie gleichzeitig immer Strömungsgeschwindigkeit zu verlieren. Das widerspricht sich also. Um trotzdem hohe Strömungsgeschwindigkeit zu erreichen hilft dann wieder nur mehr Pumpendurchsatz - mit den bekannten Nebenwirkungen. Das war das HighFlow-Konzept, welches bekanntermaßen gescheitert ist.
Der genannte Enzo-Kühler ist noch ein Kühler aus dieser Generation aber kein Extrembeispiel dafür. Die Kühlleitung war da ähnlich wie bei den Innokühlern nicht berauschend aber noch absolut OK - auch bei geringem Durchfluss.

Ein Kühler mit sehr engen Querschnitt innen und zunehmend größer werdenden nach außen kann das nicht erfüllen, weil das Wasser nur in einem sehr kleinen Bereich mit der optimalen Geschwindigkeit fließt.
Wenn du nur niedrigen Widerstand forderst (was nichts bringt) ist das OK, aber nicht wenn du Strömungsgeschwindigkeit forderst - das ist richtig. Beides zusammen geht aber nur wenn du die Highflow-Schiene fährt und deren Effektivität scheitert an den Randbedingungen (laute Pumpe, hoher Wärmeeintrag durch die Pumpe, Begrenzungen durch andere Bauteile im Kreislauf (Anschlüsse etc.). Das ist alles in allem kein zukunftsfähiges Konzept. Allerdings ist ein super restriktiver Kühler der zwar sehr hohe Geschwindigkeiten erlaubt aber zu viel Druck erfordert ebenso ein Konzept was an den Randbedingungen scheitert. Da müsste man dann in Richtung Verdrängerpumpen gehen.

Bezüglich der Vergrößerung der Oberfläche: Wie du schon sagst - nur wenn die Querkanäle dünner sind, als die Dicke der Lamellen. Es hat sich bei den derzeitigen Fertigungsdimensionen aber als Vorteilhaft erwiesen, die Lamellen dünner stehen zu lassen, als die minimal mögliche Kanalbreite. D.h. eine Pin-Struktur hat bei gleicher Fläche und Werkzeug typischerweise eine geringere Oberfläche.
Ist dem so? Eigentlich eher nicht - du unterschlägst dabei auch die Bodenfläche der Kanäle die am nächsten andern Wärmequelle sind und ebenfalls etwas beitragen.

(alles Theorie. Der Kryos beweist, dass irgendwo eine Lücke drin ist - oder das AC mit weniger Arbeit mehr Leistung erzielen könnte :ugly: )
Der Kryos beweist eigentlich nur dass eine sehr geringe Restbodentsärke und extrem große Oberfläche in der Struktur - wie auch immer die zustande kommt - sehr gute Kühlleistungen hervorrufen kann, aber effektiv ist der Kühler auch nicht besser als andere Top-Kühler. Allenfalls Tendenzen innerhalb der Messgenauigkeit lassen sich erahnen.

Die Frage ist einfach ob das das Ende Fahnenstange ist, oder nicht. Es kommt eben auch auf die Randbedingungen an. Je nach System ist mal der ein mal der andere Topkühler ein Quäntchen besser, aber das Niveau hat sich schon länger nicht mehr wirklich messbar verändert. Wenn man also noch mehr raus holen will liegt die Veränderung der Randbedingungen natürlich erst mal am nächsten. Will man aber an der Kühltechnik noch ein Sprung schaffen müsste ein Konzept her, was die vorhanden Methoden noch besser vereint oder eine völlig andere Methode nutzt oder hinzufügt.
Ich bin sehr gespannt ob irgendjemanden da noch was einfällt. Möglich ist alles. Viellicht sind auch alle einfach nur zu festgefahren in den vorhanden Denkstrukturen. An der Physik ändert sich nichts, aber unter einem anderen Blickwinkel betrachtet ergeben sich manchmal neue Perspektiven ;).
Einen richtigen Innovationsschub auf dem Gebiet erwarte ich daher nicht aus Richtung der etablierten Kühlerbauer, schon eher aus dem Eigenbau-Bereich aber noch viel eher aus einer Richtung an die wir noch gar nicht denken. Und ganz nebenbei bemerkt: So wahnsinnig wichtig ist die Kühlleitung eins Wasserkühlers nicht. Selbst Innokühler kühlen jede verfügbare CPU noch locker und wenn sie nicht korrosionsgefährdet und überteuert wären, würde man damit auch keinen Fehler machen ;).
 
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Wenn man also noch mehr raus holen will liegt die Veränderung der Randbedingungen natürlich erst mal am nächsten

Hhmm... ok, ich geh in die Pumpenentwicklung :D Da sind bestimmt auch aus kostengründen alles mögliche, was verbessern könnte, eingespart worden :D
 
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@ VJoe:
Glaubst du, dass sich in Zukunft wirklich noch so viel ändern wird?
Ich denke Kupfer ist ziemlich am Ende: Den Boden kann man kaum mehr verdünnen, die Strukturen kann man zwar noch verkleinern, allerdings würden die Kühler dann noch Verstopfungsanfälliger und ein Reinigen würde erschwert werden (die Pins oder Lamellen würden sich verbiegen), die Tiefe der Struktuen kann man zwar noch erhöhen, aber das würde wohl auch nicht mehr allzu viel bringen.
Der einzige Sprung wär durch andere Materialien möglich, die aber noch nicht ausgereift (Kohlenstoffnanorohre) und/oder zu teuer (Diamanten :ugly:) sind.
Alles in allem denke ich, dass die Kühler in den nächsten Jahren höchstens ein paar Grad gut machen und dabei vielleicht auch noch einen etwas besseren Durchfluss bekommen.

@ Napal:
Warum nicht? :D
Wär doch cool eine Wakü zu haben, bei der du den besten CPU-Kühler der Welt hast, einen passiven Radiator ohne Alu im Kreislauf, eine Pumpe mit dem Druck, Durchfluss und Größe einer Laing und der Leistungsaufnahme und Lautstärke einer EHEIM 1046.
Und das alles selbst gebaut. Damit hast du ein Hobby für die nächsten 20 Jahre. :ugly:
 
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