Volksentscheide

robbe

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Wie ist eure Meinung zum aktuellen Thema Volksentscheide?

Ich finde Volksentscheide an sich sehr gut. Nur sehe ich ein da ein riesiges Problem:
Medienmanipulation

Die großen Medienunternehmen (Fernsehsender,Zeitungen, usw.) könnten und werden Versuchen diese Volksentscheide unter anderem durch einseitige Berichterstattung zu manipulieren und da könnten wir dann auch genauso gut unsere Politiker entscheiden lassen.

Als Paradebeispiel für für diese Medienmanipulation nenn ich mal "Killerspiele". Hier wurden von den Medien über Jahre hinweg Falschinformationen und Lügen verbereitet, um das Volk gegen Spiele und Spieler aufzuhetzen.
Und ich denke, genau sowas könnte bei Volksentscheiden auch passieren.
 
Volksentscheide find ich persönlich auch gut, weil schließlich das Volk die entscheidende "Macht" ist und nicht die Politiker.

Falsche Informationen können aber auch nicht nur die Medien vertreiben, sondern auch Gruppierungen.
Da aber RTL und Bild sehr eng zusammenarbeiten (was man jedes Mal bei den Nachrichten sieht) und sich viele davon beeinflussen lassen, könnte es kritisch werden.
 
Eingentlich finde ich Volksentscheide auch gut...

Doch leider hab ich auch ein Negativ-Beispiel.

Bei uns im Kaff musste entschieden werden, was für ein Kindergarten gebaut werden soll...

Zur Auswahl standen:

- Ritterburg
- Normales Gebäude
- Stelzendorf
- Villa Kunterbunt

Die mehrheit (75%) hat sich für die Ritterburg entschieden. Die sah auch echt klasse aus!!! :daumen:

Und was wurde gebaut? Ein normales Gebäude was aussieht wie ein Bunker am ehemaligen Westwall.... -.-

Volksentscheid? EPIC FAIL! -.-

(war halt ein Entscheid im kleinen Kreise, 1000 EW. Aber selbst das ging daneben)
 
Wer das meiste Geld hat, bestimmt ;) So war es, so wird es immer sein.

Interessant wär gewesen, wenn abgestimmt werden würde, ob es eine katholische oder evangelische KiTa werden sollte :D
 
Wenn mehr Voksentscheide möglich wären, auch auf Bundesebene, würde Politik unmöglich werden. Beispiel Arni und Kalifornien: Kalifornien ist pleite, Arni kann nix dazu, war schon vorher so. Er hat Gesetze und Verordnungen auf den Weg gebracht, um das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. ALLE Gesetze und Verordnungen bzgl. sparen wurden durch Volksabstimmungen gekippt. Sankt Florians-Prinzip, sparen ja, aber doch nicht bei uns... Kalifornien ist handlungsunfähig, hat keinen verabschiedeten Haushalt. Eine der Folgen: Kein Haushalt, kein Geld für die Gehälter der Angestellten, Arni blieb nichts anderes übrig, als alle Angestellten des Staates Kalifornien auf den gesetzlichen Mindestlohn zu setzen, weniger darf er Ihnen nicht bezahlen...

Eine zukunftsgerichtete Politik kann nicht immer populär sein.
 
Problem an den Volksentscheiden ist allerdings, dass es keine Stetigkeit in den Entscheidungen gibt. Z.B. würden schnell zu hohe Strafen für beliebige Strafen eingeführt werden wenn das Volk entscheiden könnte.
 
Wie ist eure Meinung zum aktuellen Thema Volksentscheide?

Ich finde Volksentscheide an sich sehr gut. Nur sehe ich ein da ein riesiges Problem:
Medienmanipulation

.......

Sehe ich ganz genau so. Direktdemokratie ist spitze, wenn ....
Deine Vorbehalte treffen nämlich den Nagel auf den Kopf.

Ein ganz besonders wichtiger Punkt, der meist keine Beachtung findet: Parteien.
Gesetzgeber schrieb:
(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.
............
Art. 21 GG und in dem Zusammenhang Politische Willensbildung - Lexikon

Zur Beachtung dabei: Zusammenspiel Medien und Politik und deren Organe sowie gegenseitige Einflussnahme über Ämter in der jeweiligen Organisation.
 
Volksentscheide würden wahrscheinlich gar nicht so schlecht funktionieren, wenn

- über die Medien wirklich neutral und umfassend berichtet werden würde
- die Politiker wirklich Volksvertreter und keine macht- und geldgeilen Mietmäuler wären
- der Urnenpöbel wirklich zur Wahl gehen würde
- wenn die Wahlmöglichkeiten, über die abgestimmt werden soll, nicht einseitig sein würden

Leider sind unsere Medien alles andere als unabhängig oder objektiv, unsere Politiker sind alle gekauft, die Wähler wollen lieber Party machen und Fussball-WM gucken als über ihre Zukunft zu entscheiden und wenn ich nur zwischen einer Verlängerung der AKW-Laufzeiten um 20 oder 30 Jahre entscheiden kann, mir die Option des "sofort abschalten" aber vorenthalten wird, kann man sich solche Wahlen auch direkt sparen. Aber genau so würde es kommen, wenn es solche Volksentscheide geben würde.

Es gibt zig Beispiele die zeigen, dass sowas komplett in die Hose geht, weil die "Diskussion" im Vorfeld zur reinen populistischen Meinungsmacherei verkommen ist und die Emotionen absichtlich aufgepeitscht wurden um von den puren Argumenten abzulenken. In einem Deutschland, so wie es jetzt ist, wären Volksentscheide mindestens genau so schädlich, wie die aktuelle Situation.
 
Volksentscheide wären mal wieder ein Schritt in Richtung Demokratie!
Ich wünschte wir hätten über den Euro abstimmen dürfen...
Der Punkt mit den Medien und der gezielten Meinunsmache sollten dabei nicht vergessen werden... kann auch schlecht enden... ;)
 
Volksentscheide sind nur bedingt eine gute Sache. Bei vielen Themen kann man mit purem Populismus Dinge durchsetzen, die sachlich und mit Sachkenntnis betrachtet völlig falsch sind. Das ganze noch geschürt von Medienberichten.

Dazu gibt es auch viele Dinge, die langfristig einfach sinnvoll sind, bei denen man aber selber "Angst" hat, Nachteile zu bekommen - zB sagen wir mal "Moscheebau ja / nein" => da sind nunmal immer rel. viele Leute, die völlig unnötig Angst davor haben, dass dies Islamismus fördert, und die Anwohner in der Gegend wollen das eh nicht, auch wenn es um den Neubau einer großen Kirche gehen würde - und schon hat man in der Stadt weiterhin versteckte Hinterhofmoscheen, und die Muslime empfinden das als eine eine "Anti-Islam"-Stimmung...

oder auch umgekehrt: da wird für einen neuen Flugfhafen gestimmt, weil das angeblich Arbeitsplätze bringt, und alle scheinen Glücklich - obwohl man dort mit nem eigenen Flughafen überhaupt nix anfangen kann... aber dahinter stecken halt Leute, die daraus doch Profit schlage, zB die Baulöwen, die danach dann langfristige Mietverträge mit der Stadt haben...


Und im Zweifel wollen die Leute einfach nicht was "neues", zB siehe Hamburg: da wird gegen die neue Schulidee gestimmt einfach nur aus Schiss vor was neuem - ohne dass es irgendwelche Beweise dafür gibt, welches System nun besser oder schlechter ist. Da kommen halt Elternverbände an und machen Stimmung, und selbst wenn 80% der Verantwortlichen sich einig sind, dass es eine gute Sache und zumindest auf keinen Fall eine Verschlechterung ist, wird das abgeschmettert.


oder zB Finanzhilfen ja/nein. Das können die allermeisten überhaupt nicht beurteilen und sehen dann nur kurzfrsitig "das kostet was und nutzt MIR nichts, also nein!", auch wenn es langfristig dann eben doch der Gesellschaft mehr Nutzen als Schaden bringt. Genau wie die Leute bei Steuersenkung der Regierung zujubeln ohne zu raffen, dass es dem Land deswegen in 10 Jahren vielleicht viel schlechter geht.


Oder zB Todesstrafe. "Der Mob" schreit gerne nach Todestrafe für dieses und jenes - aber grad damit eben NICHT emotional die Masse ein Urteil oder eine Strafe beeinflussen kann, haben wir ja die ganz strikte Trennung zwischen Staatlicher Gewalt, Volksgwalt und Rechtssprechung. Daher wären Volksentscheide über Strafen und ähnliches im kompletten Widerspruch zu unserem Rechtsverständnis.


Was ich o.k. fänd wären Entscheidungen darüber, wenn man zwischen zwei Dingen die Wahl hat, bei denen nicht irgendeine Sache komplett neu vorgeschlagen wurde. zB Budgetverteilung im Stadthaushalt => soll 1Mio in die Sanierung der Schulen, in den Ausbau einer verkehrsreichen Brücke oder in die Überführung einer Bahntrasse, damit eine wichtige Kruezung nicht 20 mal am Tag für 5min stillsteht? Oder auch zB aus Kostengründen muss ein Schwimmbad geschlossen werden => welches von 3 in der Stadt schließt man? Für so was fänd ich Volksentscheide o.k.
 
Volksentscheide sind nur bedingt eine gute Sache. Bei vielen Themen kann man mit purem Populismus Dinge durchsetzen, die sachlich und mit Sachkenntnis betrachtet völlig falsch sind. Das ganze noch geschürt von Medienberichten.

Tatsache. Das Problem ist halt, daß das Volk gerne denkt, es wäre kompetent und könnte die beste Lösung selbst finden. In Wirklichkeit ist das Volk meist (selbstverschuldet) mangelnd informiert, zu kurzsichtig und nicht in der Lage, die entstehenden Vor- und Nachteile bestimmter Entscheidungen zu überblicken.

Und im Zweifel wollen die Leute einfach nicht was "neues", zB siehe Hamburg: da wird gegen die neue Schulidee gestimmt einfach nur aus Schiss vor was neuem - ohne dass es irgendwelche Beweise dafür gibt, welches System nun besser oder schlechter ist. Da kommen halt Elternverbände an und machen Stimmung, und selbst wenn 80% der Verantwortlichen sich einig sind, dass es eine gute Sache und zumindest auf keinen Fall eine Verschlechterung ist, wird das abgeschmettert.
In der Frage wäre ich auch strikt dagegen. Ich kann mich lebhaft daran erinnern, wie sehr ich vier Jahre lang auf der Grundschule unter irgendwelchen Asis gelitten habe. Die Zeit auf sechs Jahre auszudehnen ist nun wirklich unnötige Quälerei für die Kinder, die eben zufällig mal nicht aus den sogenannten bildungsfernen Schichten kommen und sich anständig benehmen können.

Allerdings fußt diese Ablehnung ja nicht nur auf purer Angst vor etwas neuem, sondern auf ganz konkreten Erfahrungen und vernünftigen Überlegungen.

Die mehrheit (75%) hat sich für die Ritterburg entschieden. Die sah auch echt klasse aus!!! :daumen:

Und was wurde gebaut? Ein normales Gebäude was aussieht wie ein Bunker am ehemaligen Westwall.... -.-

Volksentscheid? EPIC FAIL! -.-

(war halt ein Entscheid im kleinen Kreise, 1000 EW. Aber selbst das ging daneben)

Das verstehe ich nicht so ganz. Wie ist aus der geplanten Ritterburg denn jetzt ein Bunker geworden? Wo lag das Problem im ganzen Bauprozeß? Warum ist ein Entscheid bei 1000 Einwohnern in die Hose gegangen, wenn die Mehrheit für eine wenigstens subjektiv hübsche Lösung gestimmt hat, der zur Abstimmung stehende Plan aber nicht korrekt umgesetzt wurde? Da kann ich ein Scheitern der Abstimmung als solcher noch nicht erkennen.
 
In der Frage wäre ich auch strikt dagegen. Ich kann mich lebhaft daran erinnern, wie sehr ich vier Jahre lang auf der Grundschule unter irgendwelchen Asis gelitten habe. Die Zeit auf sechs Jahre auszudehnen ist nun wirklich unnötige Quälerei für die Kinder, die eben zufällig mal nicht aus den sogenannten bildungsfernen Schichten kommen und sich anständig benehmen können.
Da ist dann die Frage, was der größere Nachteil für die Gesellschaft ist? Dass wir ein paar behütete Kinder möglichst früh vor ein paar Asis schützen, indem wir die Asis auf ne Hauptschule "verbannen", oder dass wir Kindern vlt ZU früh auf ne Hauptschule verbannen und denen Bildungsweg+Perspektiven verbauen und somit auch auf besser ausgebildete Mitbürger verzichten?

zB wenn nur 10% der "Asis" oder auch einfach nur 10% der vermeintlich schechten Schüler sich dann 2 Jahre später doch als absolut gymnasiumtauglich erweisen, isses schon ein Gewinn für uns alle. Statt 1000 mal Hartz4 nur 900 mal Hartz4 plus 100 mal Steuer+Sozialeinnahmen durch Leute, die berufstätig sind anstatt vielleicht sogar Leute zu verprügeln, zu berauben, zu vergewaltigen oder gar abzustechen. Dazu kommen die Vorbildeffekte: wenn die "Problemviertel" merken, dass es einige aus der Umgebung doch schaffen, dann kann das auch langfristig ein Vorteil sein. Der Hauptgrund für "keinen Bock" und Gewalt ist ja die Perspektivlosigkeit.

Und so oder so: wieviel man es mit Asis zu tun hat, hängt doch eh nicht grad geringfügig von der Wohngegend ab, und auf nem Gymnasium laufen auch genug Asis rum, vor allem sind da oft sogar viel schlimmere: intelligente Mobber ;)


Ich kann es nicht beurteilen, was nun wirklich die bessere Variante ist, aber hier hat halt NUR die Angst vor was neuem und "ich will nicht, dass man Kind mit Asis zu tun hat" das Volk entscheiden lassen, d.h. es gint NUR um "MEINE direkten Vorteile", um nichts anderes.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann es nicht beurteilen, was nun wirklich die bessere Variante ist, aber hier hat halt NUR die Angst vor was neuem und "ich will nicht, dass man Kind mit Asis zu tun hat" das Volk entscheiden lassen, d.h. es gint NUR um "MEINE direkten Vorteile", um nichts anderes.

So entscheidet aber doch jeder. Ich entscheide prinzipiell bei sowas nur aufgrund meiner direkten Vorteile. Und das wird auch jeder andere tun.

Edit: Wieso steht da jetzt "Zitat von <<Painkiller>>? Seltsam...
 
Volksentscheide würden wahrscheinlich gar nicht so schlecht funktionieren, wenn

- über die Medien wirklich neutral und umfassend berichtet werden würde
- die Politiker wirklich Volksvertreter und keine macht- und geldgeilen Mietmäuler wären
- der Urnenpöbel wirklich zur Wahl gehen würde
- wenn die Wahlmöglichkeiten, über die abgestimmt werden soll, nicht einseitig sein würden

Leider sind unsere Medien alles andere als unabhängig oder objektiv, unsere Politiker sind alle gekauft, die Wähler wollen lieber Party machen und Fussball-WM gucken als über ihre Zukunft zu entscheiden und wenn ich nur zwischen einer Verlängerung der AKW-Laufzeiten um 20 oder 30 Jahre entscheiden kann, mir die Option des "sofort abschalten" aber vorenthalten wird, kann man sich solche Wahlen auch direkt sparen. Aber genau so würde es kommen, wenn es solche Volksentscheide geben würde.

Es gibt zig Beispiele die zeigen, dass sowas komplett in die Hose geht, weil die "Diskussion" im Vorfeld zur reinen populistischen Meinungsmacherei verkommen ist und die Emotionen absichtlich aufgepeitscht wurden um von den puren Argumenten abzulenken. In einem Deutschland, so wie es jetzt ist, wären Volksentscheide mindestens genau so schädlich, wie die aktuelle Situation.


Nicht, dass das dumme Volk noch "falsch" abstimmt, weil es sich zu viel manipulieren hat ließ. ;)
Wenn für jemanden das falsche Ergebnis rausgekommen ist, ist es natürlich einfach auf gefährliche Manipulation zu pochen.
Der Wille des Volkes zählt und nicht die Meinung der Politiker die meinen sie hätten die Weisheit auf ewig gepachtet. Und wenn das Volk unpopuläre Meinungen vertritt, dann soll es halt so sein. Deswegen Volksabstimmung mindestens bis Landesebene! Und bei spezialfällen auch Bund. Aber dafür sind ja dann noch Politiker :):daumen:
 
Nicht, dass das dumme Volk noch "falsch" abstimmt, weil es sich zu viel manipulieren hat ließ. ;)
Wenn für jemanden das falsche Ergebnis rausgekommen ist, ist es natürlich einfach auf gefährliche Manipulation zu pochen.
Ich meinte nicht, dass mir das Ergebnis nicht gefallen könnte. Das ist jetzt bereits so, dass die meisten Entscheidungen unserer Regierung nicht meiner Meinung entsprechen.

Der Wille des Volkes zählt und nicht die Meinung der Politiker die meinen sie hätten die Weisheit auf ewig gepachtet. Und wenn das Volk unpopuläre Meinungen vertritt, dann soll es halt so sein. Deswegen Volksabstimmung mindestens bis Landesebene! Und bei spezialfällen auch Bund. Aber dafür sind ja dann noch Politiker :):daumen:
Genau da liegt das Problem begraben. Wenn die Meinung des Volks zählt, dann gewinnt die Interessengruppe, die am meisten Wähler mobilisieren kann. Das sind natürlich die, die am meisten Geld haben und sich die charismatischsten Köpfe leisten können. Diese Köpfe werden einen dann von allen Plakatwänden, aus jeder Tageszeitung und in jeden Werbeblock im TV entgegengrinsen und ihre Meinung als die reine Lehre verkaufen. Und das Volk wird es glauben! Außerdem wäre dann immer Wahlkampf. Wer sich jetzt die unendliche Tatenlosigkeit der Parteien vor Wahlen in Erinnerung ruft, kann sich die Lähmung des politischen Aperats vorstellen, wenn das ein Dauerzustand wäre...

Oder nimm Themen, die immer ziehen. Kinderpornografie, Killerspiele, Krieg, sexueller Missbrauch... da würde der Mob reflexartig zu den einfachsten Entscheidungen greifen (Todesstrafe, verbieten, Rückzug etc.) ohne auf die Folgen ihrer Entscheidung zu schauen.

Es gibt viele Bereiche in denen nur echte Experten entscheiden können, was wirklich gut ist und das mag öfter nicht die populärste Meinung sein. Dennoch ist sie die richtige! Im Volksentscheid würde sie sang und klanglos untergehen wohingegen Politiker sie durchsetzen könnten. Wohlgemerkt "könnten", denn auch hier geht es oft nicht im die wirklich beste Lösung sondern um die, die für den Politiker/die Partei/die Freunde/die Spender/ die Kofferträger am besten wäre. Man sieht also: Beide Seiten haben ihre Schwachstellen...

Ich kann mich gerade nicht wirklich entscheiden, was ich besser finde... ich versuch es mal so zu beschreiben: Momentan werden die Entscheidungen von beeinflussten Politikern getroffen. Bei Volksentscheiden würde das beeinflusste Volk entscheiden... Das wäre kein großer Unterschied... die Ergebnisse sind immer Mist ;)
 
Volksentscheide sind nur bedingt eine gute Sache. Bei vielen Themen kann man mit purem Populismus Dinge durchsetzen, die sachlich und mit Sachkenntnis betrachtet völlig falsch sind. Das ganze noch geschürt von Medienberichten.
Tatsache. Das Problem ist halt, daß das Volk gerne denkt, es wäre kompetent und könnte die beste Lösung selbst finden. In Wirklichkeit ist das Volk meist (selbstverschuldet) mangelnd informiert, zu kurzsichtig und nicht in der Lage, die entstehenden Vor- und Nachteile bestimmter Entscheidungen zu überblicken.
Da habt ihr beide nicht mal unrecht.
Was unterscheidet jetzt aber das Volk in genau dieser Sachlage von den Volksvertretern, die momentan darüber entscheiden dürfen?
Nichts ... und zwar rein gar nichts.

Der Punkt, den man nämlich gern einmal übersieht, ist, dass unser Parlament genauso nur ein Abnickverein ist, der weder Langzeitfolgen abschätzen noch Zusammenhänge überblicken kann. Viele der Abgeordneten haben nicht mal einen Überblick über was sie gerade abstimmen und verlassen sich komplett auf die Parteivorgaben. Das reine Fachwissen kommt da aus den Ausschüssen und so genannten Expertenrunden, Vorschläge zumeist aus den Fraktionen, gespeist von externen Lobbyverbänden und PR-Firmen, die Umsetzung erfolgt wiederum über die Ministerien, oder noch schlimmer, ebenso von externen PR-Firmen.
Wenn man sich aber mal anschaut, was da so für Experten sitzen und wie diese Experten und Fachleute die Situation der vergangenen Jahre eingeschätzt haben, was unterscheidet diese dann noch vom Laien?
Wiederum rein gar nichts. Zumindest im Bezug auf die Folgen.

Und aus eben diesem Grund kann man mit Direktdemokratie nicht schlechter liegen, als mit parlamentarischer Demokratie. Allerdings mit dem Unterschied, dass die Bürger sehr wohl wissen, welche Entscheidungen ihnen zum Nachteil gereichen und welche nicht.
Es ist also nur die Frage, welche Themen man wie aufbereitet zur Abstimmung bringt und welche Optionen man dabei hat.

Und hier noch mal ein kleines Beispiel, wie unsere Meinungsbildung funktioniert: http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_wirtschaft/prberater102.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Will mich auch mal melden hab grad erst entdeckt, dass es hier auch andre themen gibt als nur pcs.:D
Also ich finde, dass sowohl nur direktdemokratie als auch nur parlamentarische Demokratie der falsche weg sind ( siehe Schweiz + USA)
Also sollte man sich irgentwo in der Mitte treffen z.B., dass es volksentscheide nur auf Bundes/Gemeindeebene gibt.
 
Da habt ihr beide nicht mal unrecht.
Was unterscheidet jetzt aber das Volk in genau dieser Sachlage von den Volksvertretern, die momentan darüber entscheiden dürfen?
Nichts ... und zwar rein gar nichts.
Doch, und zwar ne ganze Menge: in der Politik sind dann eben doch viele Fachleute und auch Berater, die sich wochen- oder gar monatelang NUR mit diesem einen Thema beschäftigen, über das evlt. abgestimmt wird. Inklusive den ganzen Überlegungen, was für Auswirkungen die Entscheidung haben kann für die Zukunft. Selbst wenn dann Lobbyisten Druck machen, wissen die Entscheidungsträger dann trotzdem viel mehr als der Normalbürger, sie kennen alle Fakten und Überlegungen, und sie Wissen auch, dass natürlich aus Interessenlagern Beweise für ein pro und ein contra kommen, die man mit Vorsicht genießen muss. Keiner wird nur aufgrund eines angeblich korrekten Gutachtens zB der Automobilhersteller über ein Ablehnen eines generellen Tempolimit urteilen.

Der "normalbürger" aber wird sich im Schnitt aber nur auf dem Weg zur Arbeit den halbseitigen Kommentar in der Zeitung zu der anstehenden Abstimmung durchlesen und nach der Arbeit mal 10 Minuten Nachrichten, und wenn es ein überdurchschnittlich interessierter Bürger ist, schaut er sich sogar eine Poltiktalkshow zu dem Thema an, bei der im Zweifel dann der lauteste Politiker den Bürger überzeugt wie zB ein Gredor Gysi, der als Meinungsmacher wirklich sehr gut ist und IMMER ne Antwort parat hat und/oder ein Gegenargument bringen kann... Dazu noch die ein oder andere "Stammtischdiskussion", bei der wie ja alle wissen, dass da im Endeffekt meist eher populistische Meinungen bei rumkommen wie zB "Wenn ein Kanacke was klaut, dann gehört der abgeschoben, basta!" oder "wenn einer ein Kind anfasst, gehört der gelyncht" oder "Moscheebau? Die sollen zurück in ihre Bergdörfer, wenn die hier nicht zurecht kommen!" usw usw - und die Verbände, die besonders viel Geld haben, kommen dann mit "Info"-Ständen zu Supermärkten und in die Fußgängerzonen und "klären auf", welche Entscheidung die richtige ist... :ugly:

Die Entscheidungsgrundlage, die der Normalbürger hat, ist eben eine viel viel schlechtere als bei einem Berufspolitiker inkl. dessen Team, und die wenigen Infos, die der Bürger bekommt, sind dann wiederum oft "Meinungsmache" - der Durchschnitt der Bürger ist nunmal auch ungebildeter als ein durchschnittlicher Politiker.

Natürlich stehen auch die unter Einfluss von Lobbyisten usw., aber letztenendes wurden die Politiker ja auch vom Volk gewählt, WEIL die eine gewisse Bildung und Intelligenz haben, ganz bestimmte Ansichten und Meinungen vertreten, denen der Brger zustimmt, und auch Fachwissen haben.


Ich würd daher bei Volksentscheiden sehr vorsichtig sein. Ich denke, dass die bei eher kleineren Populationen ganz gut funktionieren können, aber je mehr Einwohner, desto schwieriger wird es. zB ganz banal verglichen: wenn in nem Ort mit 1000 Einwohnern entschieden werden soll, dass der gesamte Ort Tempo 30 sein soll, kann man sich viel schneller darauf einigen als wenn 80 Mio über ein "Innerorts 30" abstimmen sollen. Die Einwohner des kleinen Ortes kennen sich fast alle und werden eher zustimmen, weil sie mit der kleinen Einbuße an Geschwindigkeit dafür allen anderen Einwohnern und vor allem Kindern einen sichereren Ort gewährleisten. Aber Bundesweit kommen dann die Autoverbände an, ADAC usw., und man überlegt selber auch "hmm... in meinem Viertel wär das o.k, aber ich will nicht nur 30 fahren, wenn ich mal in dr Stadt X oder Y unterwegs bin..." *edit so wie Robin123 es auch andeutet: auf kleinerer Ebene is das eher o.k.

Wobei selbst da: wenn ich zB an meine Stadt Köln denke: hier wird eine große Moschee gebaut, und ich finde das gut. Damit können die Muslime ihrer Religion offen nachgehen, das ist auch ein Zeichen, das "wir" das akzeptieren. Das finde ich viel besser, als wenn die quasi wie konspirative Gruppierung behandelt werden und teils sogar Garagen in Hinterhöfen als Moschee benutzen müssen. ABER: die Sache war umstritten, die Anwohner in dem Viertel wollten das natürlich nicht, und so 10-15% der Bevölkerung haben halt auch was gegen Ausländer/Muslime, weitere bestimmt 30% haben "Angst" vor Islamismus - da braucht es dann nur ein bisschen Meinungsmache seitens der "Betroffenen" Anwohner, und schon ist man schnell über 50% "gegen Moschee"...
 
Zuletzt bearbeitet:
Wobei selbst da: wenn ich zB an meine Stadt Köln denke: hier wird eine große Moschee gebaut, und ich finde das gut. Damit können die Muslime ihrer Religion offen nachgehen, das ist auch ein Zeichen, das "wir" das akzeptieren. Das finde ich viel besser, als wenn die quasi wie konspirative Gruppierung behandelt werden und teils sogar Garagen in Hinterhöfen als Moschee benutzen müssen. ABER: die Sache war umstritten, die Anwohner in dem Viertel wollten das natürlich nicht, und so 10-15% der Bevölkerung haben halt auch was gegen Ausländer/Muslime, weitere bestimmt 30% haben "Angst" vor Islamismus - da braucht es dann nur ein bisschen Meinungsmache seitens der "Betroffenen" Anwohner, und schon ist man schnell über 50% "gegen Moschee"...
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Traurig, das das in Köpfen der Deutschen so fest verankert ist...
 
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