Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Das Jammerlied auf die Steuerlast für Unternehmen entbehrt nicht einer gewissen Ironie, angesichts dessen, dass die kombinierte Belastung aus Körperschaftssteuer, Soli und Gewerbesteuer von 59,27% 1991, auf mittlerweile 29,83% gesunken ist.
https://www.bundestag.de/resource/b...edfa9527b5b7b1078778/WD-4-065-18-pdf-data.pdf

Aber da ist man mal wieder bei dem Punkt:
Mit den 90er Jahren began hierzulande die idiotische Deregulierung der Finanzmärkte, u.a. durch die vier "Finanzmarktförderungsgesetze", welches unter rot-grün (Danke Schröder, Danke Joschka...) und deren Kuschelei mit den Hedgefonds dann nochmal richtig auf die Spitze getrieben wurde. Ebenso began in den 90er Jahren eine Steuer- und Sozialpolitik nach dem Matthäus-Prinzip, wo denen, die ohnehin schon viel haben, gegeben bzw. sie weniger belastet werden und denen, die nichts oder nur wenig haben, umso mehr in die Tasche gegriffen wird. Beispiele dafür:
Wegfall der Wohnungsgemeinnützigkeit,
Nichterhebung der Vermögenssteuer, obwohl sie noch im Grundgesetz steht,
Anhebung der Mehrwertsteuer , welche vorallem Haushalte mit kleinen Einkommen oder die gar auf Transferleistungen angewiesen sind, überdurchschnittlich belastet. Gleichzeitig Eseleien, wie z.B. das bis 2012 für Reitpferde der ermäßigte Mehrwertsteuersatz galt, während bis heute für Windeln der volle gezahlt werden muss.
eine absolut unsolidarisch gestaltete Ökosteuer,
Wegfall der Börsenumsatzsteuer und Wechselsteuer,
Senkung des Spitzensteuersatz von 53% auf 42%, mit dem kleinen Häubchen Reichensteuer von 45%,
Senkung der Körperschaftssteuer von 50% bzw 36% auf einheitlich 15%
Kapitalertragssteuer von einst gekoppelt an den persönlichen Steuersatz, gesenkt auf 25%,
eine Erbschaftssteuer, die Quandt und Co euphemisch zu Familienunternehmern macht und Reiche kaum bis gar nicht belastet,
Milliardengeschenke an Banken und Versicherungskonzerne durch Riester und Rürup, bei gleichzeitiger Schwächung der Gesetzlichen Rentenversicherung
Schaffung eines prekären Arbeitsmarktes, mit seinen ganzen Mini- und Midijobs, im Zuge von Hartz 1, den es vorher in der Form nie in der Bundesrepublik gegeben hat. Das ganze etwas später noch durch Hartz 4 flankiert, wo jeder, der sich weigert Prekär beschäftigt zu sein, die Sanktionskeule bekommt. Einhergehend mit diesem prekären Arbeitsmarkt auch indirekt Milliardengeschenke an die Wirtschaft. Denn die Prekären müssen aufstockend Alg2 beantragen, damit sie überhaupt über die Runden kommen.
...
Steuer- und Abgabenreformen seit 1998 haben nur die reichsten 30 % entlastet - Hans-Boeckler-Stiftung
Und wenn man noch etwas zurückgeht: In den 80er Jahren Betrug der Spitzensteuersatz sowie die Körperschaftssteuer (thesauriert) sogar mal 56%.


€: Memorandum 2018: Unternehmerstaat Deutschland (neues-deutschland.de)
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Jammerlied auf die Steuerlast für Unternehmen entbehrt nicht einer gewissen Ironie, angesichts dessen, dass die kombinierte Belastung mit Körperschaftssteuer, Soli und Gewerbesteuer von 59,27% 1991, auf mittlerweile 29,83% gesunken ist.
https://www.bundestag.de/resource/b...edfa9527b5b7b1078778/WD-4-065-18-pdf-data.pdf

Ist halt irgendwie wie mit dem Epic Store.
Am Anfang lagen die "Abgaben" im Einzelhandel bei 50 - 60%, dann kam der Onlinehandel und man musste nur noch 30% abgeben und es wurde weiter gejammert. Jetzt hast du Epic, die nehmen 12% und sobald dann wer kommt und es auf 8% senkt werden wieder alle jammern das 12% zu hoch sind.

Nicht anders ist das bei Unternehmen, bei 59,27% jammerten alle und bei 29,83% jammern immer noch alle und sie würden weiter jammern würde man die Belastung auf 20% senken. :ugly:
 
Sie jammern halt immer.

Deshalb hat man als Politik auch etwas falsch gemacht, wenn die Unternehmen mal nicht jammern.
Die Beschwerden über die 5G-Ausbauauflagen sind das beste Beispiel, wie man es richtig macht.
 
@ruyven_macaran

Es gibt aktuell halt den Trend, umweltbewusst zu leben und work/life-balance zu schaffen, da gehört es auch dazu, keine X Stunden pro Tag zu verschwenden um sich im Stau aufzuregen oder in den ÖPNV zu schwitzen. Daher gibt es auch wieder Leute die aufs Land ziehen, nicht nur in Speckgürtel, sondern auch in kleinere Städte.

Ich kenne auch sehr viele Leute die mit einer Großstadt wie Leipzig oder Berlin mehr als zufrieden sind - sie lieben diese Städte. Alles ist da wenn man will, Auto braucht man nur wenn man wirklich was transportieren will, nach einer Sauftour gibt es den Nightliner - nix laufen, nix Taxi, es gibt so viele Gründe warum Leute die Städte lieben und hier gerne leben, vor allem in den mittleren Städten die unter 1Mio. Einwohner liegen - wie Leipzig - die Stadt ist nicht rammelvoll, das ist das schöne dabei - und man hat immer noch Kulturangebote, weltweit bekannte Messen, internationale Gäste usw. Alles was die Stadt halt lebenswert macht. Und wer Ruhe mag, holt sich nen Garten, der kostet ja auch so gut wie nix heutzutage.
Was die Leute in die Städte zieht: Kultur, alles in Reichweite, Freunde/Familie, Weiterbildung (um sich halt auch zu entwickeln, das muss ja nicht mal was offizielles sein), bessere Verkehrsanbindung (Flughafen etc.) - es gibt so viele Gründe und der Job steht recht weit hinten bei vielen - man arbeitet um zu leben, man lebt NICHT um zu arbeiten.
Und genau das hält die Leute in den Städten: alles was sie dahin zieht. Alles was auf dem Land fehlt. Bei einigen Sachen kann man das verstehen - welche Kultur, für die paar Rentner da? - aber einige andere Sachen sind höchst seltsam - auf dem Land lässt es sich doch wunderbar arbeiten, es gibt auch sehr sehr viele große Unternehmen die gerade die Standorte in der Pampa wählen weil man da Grundstücke hinterhergeworfen bekommt - es lohnt sich also. Thomann ist z.B. so ein Unternehmen, auf dem platten Land steht einer der besten Onlineshops für Musiker&DJ-Bedarf.
Wenn alle anderen Gebiete auch anfangen den Leuten was zu bieten, wird sich das umkehren wie gesagt. Niemand will in einer 45m² Betonkiste leben wo man die Nachbarn ****** hört wenn man 30km weiter ein Haus haben kann fürs gleiche Geld.
So viel dazu. Arbeit gibt es überall, massig Angebote für fast alle Berufe. Aber die Leute rammeln trotzdem in die 10 größten Städte auch wenn sie wissen das sie da mit ihrem Gehalt nicht weit kommen. Nicht jeder ist ITler, Oberarzt oder Anwalt und muss in die Stadt.

Und was die Wohnungen angeht - es gibt sehr viele riesige Wohnungen, entweder zusammengelegt oder noch aus der Gründerzeit, die werden extra für StudentenWGs hergerichtet (ink. zweites Bad etc.) - weil man sich dabei RICHTIG die Taschen vollstopfen kann. Eine Großfamilie hat vll 1500€ Budget für die Wohnung, warm - und will drunter bleiben, die 6-7 Stunden die da aber auch reinpassen können auch 2000 stemmen (nicht unüblich hier).
Da der Trend dazu ging, weniger Kinder zu haben. sind Großfamilien hier selten, diese wurden durch asiatische Großfamilien ersetzt - sie sind die einzigen, wo ich mal mehr als 3 Kids sehe. Und die haben kein Budget für eine hippe, zentrumsnahe geile Wohnung mit so viel Platz - also hat man Studenten in diese Wohnungen gesteckt, schon seit Ewigkeiten ist das normal.
WG Leipzig : WG-Zimmer Angebote in Leipzig
Da zum nachsehen^ Das sind recht große Räume die als WG-Zimmer angeboten werden und man sieht - die Hälfte der Anzeigen hat 6-7-8 Personen in der WG. Diese riesigen Wohnungen existieren in jeder Studentenstadt in Massen. Klar sind mehr Wohnungen in normaler Größe, aber an den riesigen Wohnungen mangelt es nirgendwo für StudentenWGs, das ist wie gesagt auch ein gutes Geschäft. Zumal so eine Wohnung niemals leer steht, die WG durchmischt sich immer, aber wenn eine Familie auszieht, viel Glück da einen Nachmieter reinzubekommen in den halben Palast.
 
Und was die Wohnungen angeht - es gibt sehr viele riesige Wohnungen, entweder zusammengelegt oder noch aus der Gründerzeit, die werden extra für StudentenWGs hergerichtet (ink. zweites Bad etc.) - weil man sich dabei RICHTIG die Taschen vollstopfen kann. Eine Großfamilie hat vll 1500€ Budget für die Wohnung, warm - und will drunter bleiben, die 6-7 Stunden die da aber auch reinpassen können auch 2000 stemmen (nicht unüblich hier).

Bei 6 Leuten passt das aber auch nicht. Das wären 333€ pro Person. Die Miete im Bafög liegt selbst mit der aktuellen Änderung bei maximal 325 Euro.
 
Bei 6 Leuten passt das aber auch nicht. Das wären 333€ pro Person. Die Miete im Bafög liegt selbst mit der aktuellen Änderung bei maximal 325 Euro.

Gibt ja auch Studenten die arbeiten oder von Eltern durchfinanziert werden. Die bewohnen meist die größeren Räume, die kleineren werden den Bafög-beziehenden Studenten überlassen.
Für die Vermieter ist das eine super Sache, die Wohnung steht nie leer und die Miete passt auch, dazu sind es Studenten die nicht sonderlich anspruchsvoll sind - ergo muss man da nur einfache Sachen erledigen und kann dabei noch sparen (Studenten renovieren selbst etc.).
Gerade in Leipzig wo man irre viele Häuser aus der Gründerzeit hat, sind solche Wohnungen nicht selten.
 
Willst du mich veräppeln? Die Personalkosten gehen von der Rendite ab. Dann haben die Heimbesitzer halt keine 8% sondern nur noch 6%, an den Kosten wird sich nichts ändern. Und wenn die versuchen die Preise zu erhöhen, ziehen die Bewohner um.
Pflege ist ein Bereich wo die Löhne dauerhaft zu niedrig sind, da müssen sie steigen. Und diese bezahlen wir am Ende mit, daran ist ja nichts verwerfliches, dafür verdienen wir hier auch gut. Ich würde nicht wollen das mein Pfleger den Mindestlohn bekommt - denn dann arbeitet der genau so - nur das Mindeste tun und ja nicht mehr.


Altenpflege: Gesetz von Angebot und Nachfrage | ZEIT Arbeit
 
Ich wäre ja schon fast geneigt gewesen mal wieder ein "Wer hat uns verraten ..." zu bringen, aber angesichts dessen:
Hinter den Namen verbergen sich mächtige Investoren aus dem Ausland. Sie stecken Milliardenbeträge in deutsche Altenheime und hoffen, dass sich die Milliarden vermehren. Lange Zeit war das in Deutschland nicht möglich; die Heime wurden von Kirchen und vom Staat betrieben. Anfang der neunziger Jahre öffnete die damalige Bundesregierung die Pflegebranche für Privatunternehmen. Heute ist von den mehr als 10.000 deutschen Altenheimen etwa die Hälfte in privater Hand, und ihr Anteil wird von Jahr zu Jahr größer.
Danke Kohl... Vorallem dass man nicht gleich die Beschränkung reingebracht hat, dass die zulässige Rechtsform nur in Richtung Gemeinnützige GmbH und dergleichen sein darf.
 
Die prekäre Beschäftigung haben sich die Leute selbst angeschafft.
Es gibt keinen Arbeitskampf, kaum noch neue Gewerkschaften (und die alten schrumpfen), die Leute haben einfach keinen Arsch mehr in der Hose. Zum Ausbeuten gehören immer zwei dazu - der, der ausgebeutet wird sollte sich hier wehren und er hat mittlerweile alle Mittel dazu die er sich wünschen kann.
Das ist doch dann aber due Schuld der Arbeitnehmer. Wenn sie sich nicht organisieren haben sie halt Pech gehabt, Vielleicht sollten die Gewerkschaften auch mal darüber nachdenken wieso sie so wenig bzw. immer weniger Mitglieder haben. Oft fühlt sich der gemeine Arbeitnehmer dort nicht mehr richtig vertreten. Postengeschacher unter Gewerkschaftsbonzen und falsche Prioritäten in der Aussendarstellung, Da wird die massenhafte Migration in die Sozialsysteme von den Gewerkschaften verteidigt und für gut befunden. Damit könnte ich, wäre ich Arbeitnehmer, nichts anfangen. Ich würde erwarten dass sich die Gewerkschaften um meine Belange kümmern denn dafür zahle ich ja Beiträge und nicht um irgendwelche jungen Männer aus Afrika oder dem nahen Osten. Das ist für den Arbeitnehmer gar kein Thema.
Hier mal so als kleiner Denkanstoß, was passiert, wenn man einen Betriebsrat gründen bzw. eine gewerkschaftliche Organisation etablieren will und der Chef ein Problem damit hat:
Wombat`s Hostel Berlin: Protest gegen Auslagerung zieht Kreise | arbeitsunrecht in deutschland
Wombat`s: Protest gegen Outsourcing | arbeitsunrecht in deutschland

Hat übrigens dazu geführt, dass die Betreiber das gewinnbringende und sehr gut laufende Hostel geschlossen haben - vermutlich, um es mit neuem Personal neu zu eröffnen.

Das ist den Investoren doch Rille, was die Stadt durchgemacht hat, wie die Geschichte aussieht (sogar bei Objekten wo sie direkt rein investieren ists denen oft egal).
Mir ist es ziemlich latte ob die Investoren sich noch einen Cent mehr in die Tasche stecken. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und muss bezahlbar bleiben - das trifft für einen immer größeren Teil der hiesigen Bevölkerung aber nicht mehr zu.

cryon1c schrieb:
Die EZB hat diverse Probleme geschaffen und deswegen gehen die Investoren in den Immobilienmarkt. Das hat den positiven Effekt das unsere steinalte Häuser endlich mal die finanzielle Spritze bekommen, die den Genossenschaften usw. immer gefehlt hat um umfassend zu modernisieren und Wohnraum zu schaffen der richtig gut ist. Billig ist nicht gut, wer spart, spart sich hier kaputt. Wenn nur Geld für Instandhaltung ausgegeben wird (so wie Genossenschaften halt arbeiten) dann bleibt der Wohnraum im besten Fall auf dem Stand so wie der gebaut wurde, im schlimmsten Fall werden nur die nötigsten Arbeiten gemacht und die Häuser werden hässlich, ungemütlich und einer weltoffenen Metropole wie Berlin in einem stinkreichen Land nicht würdig. Da entstehen Ghettos usw.
Keine Ahnung was du hast - die Genossenschaften pflegen ihre Wohnungen doch gut. Wir haben schon vor Jahren eine Wärmedämmung bekommen, wir haben schnelles Kabelinternet, wir haben einen Fahrstuhl, einen Keller, praktisch alle Wohnungen haben einen Balkon, alle Fenster wurden schon um die Jahrtausendwende neu doppelt verglast, die Flure sind gepflegt und im Zuge der letzten Balkonsanierung hat man uns sogar vor die Wahl gestellt, ob wir ne Verglasung (auf eigene Kosten) haben wollen oder nicht. Selbst bei einer Neuvermietung würde unsere Wohnung kaum über 600€ warm kosten.

Die großen privaten Konzerne stopfen sich für solche Selbstverständlichkeiten die Taschen voll und sorgen mit überflüssigen Luxussanierungen dafür, dass sich der gemeine Durchschnittsverdiener die Wohnungen zunehmend schlechter leisten kann. Keiner braucht einen Kokosfußboden, ne Video-Gegensprechanlage oder integriertes SmartHome (gerade letzteres wäre für mich ein NoGo...). Vielleicht bleibt der Wohnraum dann nicht auf dem modernsten Stand - das ist den Leuten aber herzlichst egal, die den modernen Wohnraum nicht bezahlen können, im Zweifelsfall auf der Straße landen und dadurch ihre Lebensgrundlage verlieren. Zumal es für einen modernen Wohnraum keinen Kokosfußboden, ne Video-Gegensprechstelle oder SmartHome braucht...

Ghettobildung entsteht nicht durch nicht luxussanierte Wohnungen. Ghettobildung entsteht dadurch, dass die ärmeren und damit auch tendenziell sozial schlechter Gestellten Menschen gehäuft in billigere, ranzige Gegenden ziehen, weil die sich woanders die Mieten nicht mehr leisten können und sich dadurch Armut auf gewisse Hotspots begrenzt. Viele der heutigen Brennpunktbezirke sind auch durch die unglaublich dämliche Einführung der Fehlbelegungsabgabe in den 80ern entstanden, also durch den umgekehrten Effekt, dass besser verdienende und damit tendenziell sozial besser gestellte Leute weggezogen sind. Nur mal so als Beispiel...
High-Deck-Siedlung – Wikipedia

cryon1c schrieb:
Wie umgeht man das? Na in dem sich Arbeit wieder lohnt. Damit der Arbeiter sich halt auch ne gute Wohnung leisten kann, genau so wie der Anwalt 2 Stockwerke drüber.
Wiegesagt. Dann kostet das ÖPNV-Ticket aber auch nicht mehr nur 81€, der Friseur nicht mehr nur 18€, der Latte nicht mehr 2€ dann kostet das Brötchen auch nicht mehr nur 15 Cent und dann kostet der Döner auch nicht mehr nur 3,50€. Wo viel Geld ist, sind auch die Preise höher.

Und was ist so schlimm daran, wenn Investoren richtig viel Geld zu uns bringen und Rendite erwarten? [...]Es ist nicht umsonst alles privatisiert, das ist gewollt - von allen, weil das einfach effizienter ist als staatliche Einrichtungen die dann alle gnadenlos veraltet sind und sehr zäh arbeiten.
Lass mal schauen... Ach, schau dir doch selber an, wozu bspw. die Privatisierung der Telekom geführt hat. Wir sind für solch eine reiche Nation peinlich weit hinten, was den Internetausbau angeht.
Oder bei der Deutschen Bahn - eine Pünktlichkeitsquote, die ganz offiziell und garantiert schon geschönt bei nur 70% liegt ist einfach peinlich. Oder die Deutsche Bahn, die die S-Bahn hier in Berlin zur Profitmaximierung auf kriminelle Art und Weise kaputtgespart hat (u.A. hat man Wartungsbücher "optimiert").
Analyse: Wie die S-Bahn in Schieflage geriet - Berlin - Tagesspiegel

Beide Beispiele haben gemeinsam: Der Ausbau wird zu großen Teilen von den Steuerzahlern getragen, weil man ja den armen Aktionären noch Dividenden zahlen muss und im Falle der Telekom der Wille fehlt, die großen Gewinne anstatt in Bonis und Dividenden mal in das eigentliche Produkt zu stecken.
Oder die Privatisierung großer Teile des Berliner Wohnraums - darum gehts hier die ganze Zeit. Die Mietpreise explodieren.
Die Berliner Wasserbetriebe wollte man auch privatisieren - hat man auch gemacht, festgestellt, dass die Preise nur einen Weg kannten (nach oben), und sie zum Glück rechtzeitig wieder verstaatlicht.

Es gibt gewisse Dinge, die stellen eine Grundlage für die Entstehung von wirtschaftlicher Stärke dar. Dazu gehört jegliche Infrastruktur, Recht und Ordnung. Das gehört auf keinen Fall privatisiert - weil dann keine langfristige Zukunftssicherheit im Raum steht, sondern einzig möglichst kurzfristiger Gewinn.
Bisher hat sich Privatisierung einzig in einer Form bemerkbar gemacht: Am Anfang durch ein günstigeres und besseres Angebot, das sich schon nach kurzer Zeit ins totale Gegenteil verwandelt hat - kaputtgespart und extrem teuer, weil nur kurzfristig gedacht und investiert wird und daher alles doppelt und dreifach bezahlt werden muss. Und das allerbeste: Will der Staat nun an der Infrastruktur modernisieren oder arbeiten um das Land konkurrenzfähig zu halten, muss man bei den Privatunternehmen den Stiefellecker spielen.

Willst du mich veräppeln? Die Personalkosten gehen von der Rendite ab. Dann haben die Heimbesitzer halt keine 8% sondern nur noch 6%, an den Kosten wird sich nichts ändern. Und wenn die versuchen die Preise zu erhöhen, ziehen die Bewohner um.
Pflege ist ein Bereich wo die Löhne dauerhaft zu niedrig sind, da müssen sie steigen. Und diese bezahlen wir am Ende mit, daran ist ja nichts verwerfliches, dafür verdienen wir hier auch gut.
Du glaubst doch selber nicht, dass die stinkreichen Unternehmer freiwillig was vom Kuchen abgeben. Die Kosten werden 1:1 an die Kunden weitergegeben...
Einfach so den Pflegeheimplatz wechseln funktioniert auch nicht - die Plätze sind eh schon knapp. Bei alten Leuten sind Ortswechsel sowieso so eine Sache (sowohl sozial, als auch gesundheitlich) - insbesondere aber bei Pflegeheimbewohnern.

Und so als kleiner Tipp: Immer weniger Leute haben überhaupt die Möglichkeit, die Pflegeheime mitzuzahlen. Die Pflegeversicherung zahlt nur einen Teil, bei ehemaligen Geringverdienern ist die Rente zu klein um die Differenz aufzufressen, oft sind kaum private Rücklagen vorhanden - den Rest dürfen dann die Angehörigen zahlen. Und das kann gerade, wenn die Eltern keine sonderlich hohe Rente haben, richtig teuer werden.

Also sind junge Arbeitnehmer nicht nur durch immer höhere Sozialkosten und durch eine immer höhere Abgabenlast bestraft - gerade Arbeitnehmer mit Eltern die Geringverdiener oder "nur-gerade-so-Normalverdiener" waren werden in Zukunft noch ihr blaues Wunder erleben und doppelt bestraft sein. Jetzt schon. Da sind höhere Eigenanteile bei den Pflegeheimkosten nicht gerade förderlich.

Das in DIESE Käffer niemand von außerhalb ziehen möchte, hat sehr offensichtlich Gründe. Aber davon abgesehen: Nö, da scheint es kein gigantisches Job-Angebot zu finden. Jedenfalls find ichs spontan nicht. Erster Treffer für "Elektriker Plauen":
Ergebnisse Ihrer Jobsuche
Niemand, der einen gelernten Kabelleger sucht. Die Bahn würde wahrscheinlich einen nehmen, die nehmen gerade fast alles - aber dafür muss ich nicht nach Plauen.
Fliesenleger?
Friseur? negativ
Mag sein, dass es auch die falsche Plattform ist, hab da keinen Überblick. Aber ich bezweifle, dass du irgend eine finden wirst, in der zu klassischen Ausbildungsberufen 10 Stellenausschreibungen zu finden sind. Klar gibt es auch in Kleinstädten freie Stellen für hunderte spezialisierte Fachkräfte. Aus genau dem Grund, den ich oben beschrieben habe: Pro Spezialisierung ist es jeweils nur ein Job von einem Arbeitgeber. Für so eine Stelle zieht nur jemand um, der ungebunden ist und an seinem aktuellen Arbeitsort gar keine Chance sieht. Alle anderen werden den Teufel tun und irgendwo hinziehen, wo nicht mindestens ein halbes dutzend potenzielle Arbeitgeber für sie in Reichweite sind.
Oder Einzelhandelskaufleute, Personalkaufleute, Industriemechaniker, KFZ-Mechaniker, Lokführer, Busfahrer... Die Jobmöglichkeiten auf dem Kaff sind äußerst begrenzt. Nebenher gibts oft kein vernünftiges Internet, eine allgemein eher schlechte Infrastruktur, kaum Freizeitbeschäftigungsmöglichkeiten und kaum spezielle Einkaufsmöglichkeiten innerhalb eines Dorfes bzw. einer Gemeinde. Und ohne Auto ist man auf dem Land generell aufgeschmissen.

Gibt eine Menge gute Gründe wieso immer mehr Leute in die Stadt ziehen. Eigentlich müsste man das Land zumindest hinsichtlich der Infrastruktur fördern... Nur naja, fast jeder dürfte wissen, dass cryon1c die Landbevölkerung quasi egal ist.


ruyven_macaran schrieb:
Gutes Angebot? Nö. Aber ein zweites, wenn das erste nichts wird. Ein sicheres schlechtes Einkommen ist besser, als ein unsicheres mittelmäßiges Einkommen (jeweils bezogen auf die lokalen Lebenserhaltungskosten)
Und Jobs, für die sich umziehen allgemein lohnen kann, also min. 1500 netto, eher 2000, gibt es in einer Kleinstadt mit 5000 Leuten oft nicht mal einen je Branche. Bei 100000 dann vielleicht 2-3, aber das ist trotzdem ein extremes Risiko. Nur für ungelernte würde die reine Einwohnergröße keinen Unterschied machen, aber die haben allgemein in wachsenden Gemeinden die besten Jobchancen und das sind auch wieder die großen Städte.
Seit wann haben Ungelernte die besten Jobchancen, gerade für was, womit man halbwegs komfortabel über die Runden kommt?
Eigentlich ist es eher so: Egal als was man später Arbeiten will, aber irgendeine Ausbildung sollte man immer gemacht haben. Höre ich andauernd.

Für einen 1500€ Netto-Job würde ich übrigens nicht umziehen. Das ginge ab 2000€ Netto los - 1500€-Jobs bekommt man selbst hier in Berlin zu hauf... Ist ja auch kein Wunder, liegen 1500€ doch schon recht nah an der Geringverdienerschwelle.
Und das auch nur in Abhängigkeit von der vorhandenen Infrastruktur und/oder der Leistbarkeit eines Autos.


ruyven_macaran schrieb:
Das bieten sie schon heute nicht mehr. Ich kenn niemanden, der in einer Großstadt lebt und die Stadt toll findet.
Naja, würde man hier in Berlin etwas mehr Wert auf Recht und Ordnung legen, wäre alles ok.
Wegziehen werde ich hier trotz meiner grundsätzlichen Verachtung der derzeitigen Berliner Politik trotzdem nicht - meine gesamte Bekanntschaft wohnt hier, meine Freunde wohnen hier und meinen Arbeitgeber gibts auch nur hier (und mit meiner Ausbildung hätte ich eh nur die Option, in andere Städte mit einer U-Bahn umzuziehen...).

Höchstens würde ich in den Speckgürtel ziehen - dann aber nur mit Auto. Der ÖPNV-Ausbau bis in den Speckgürtel wird niemals über das Notdürftigste hinausgehen können.

ruyven_macaran schrieb:
Die meisten der genannten Verbindungen sind die westlichen Enden der längeren Strecken. Also die Trassen, die bis 1990 tot fahren und aus Westberlin in abgeschnittene, tote Vororte nicht-führten. In den 90er und frühen 0ern war da afaicr auch kein Bedarf für Ausbau - Berlin wuchs nicht und zu DDR-Zeiten war da nie was hochgewachsen, weil das alle Orte mit dem Rücken zur Mauer und der brandenburgischen Leere vor sich waren. Ganz abgesehen davon, dass große Teile Westberlins selbst erst mal S-Bahntechnischn ausgebaut werden mussten, die BRD hatte in weiten Teilen nur auf Buslinien gesetzt, die schon mit dem Verkehr innerhalb der Insel ihre Mühe hatten.
Es gab damals so einige Problematiken...
Einerseits die Tatsache, dass nach dem Krieg weite Teile des Streckennetzes zerstört waren oder als Kriegsentschädigung abgebaut wurden und man wegen der politischen Unsicherheit nicht sonderlich viel ausgebaut hat.
Andererseits die damalige Problematik, dass die S-Bahn auch in Westberlin durch die Reichsbahn der DDR betrieben wurde. Entsprechend "beliebt" war die S-Bahn - und entsprechend gepflegt wurde sie. Im Grunde wurden nur die wichtigsten Strecken notdürftig geflickt, während unwichtigere Strecken zurückgebaut oder eingestellt wurden. Selbst der verbliebende und in Betrieb befindliche Bestand musste 1984, als die BVG West den S-Bahn-Verkehr im Osten übernommen hatte, grundlegend saniert werden. Da war kein Geld für den S-Bahn-Ausbau angedacht.

Ost-Berlin hat fast nur auf einen Straßenbahnausbau gesetzt, während in West-Berlin mWn. 1965 oder 1967 die letzte Straßenbahn fuhr und zum Großteil auf den Bus und den, in dicht besiedelten Gebieten sinnvolleren aber recht teuren, U-Bahn-Ausbau gesetzt hat.
Der Osten hat mWn. die S-Bahn ebenfalls kaum ausgebaut. Die BVG Ost hat von 1987-1989 allerdings Marzahn-Hellersdorf und Hönow per U-Bahn mit oberirdischer Streckenführung angebunden. Quasi eine S-Bahn, nur halt als U-Bahn betrieben.

West-Berlins Ansatz der U-Bahn und der Feinversorgung mit dem Bus war meines Erachtens nach nicht nur in Hinsicht auf eine autofreundliche Stadt der bessere - eine U-Bahn amotisiert ihre hohen Anfangskosten im Falle eines unterirdischen Streckenverlaufes durch ihre hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, ihre extrem hohe Fahrgastkapazität, die geringe Störanfälligkeit im Vergleich zur Straßenbahn und insbesondere durch den praktisch nicht vorhandenen Platzbedarf an der Oberfläche. Eine Straßenbahn hingegen ist in erster Linie billig, dafür genauso unflexibel, auch mit eigener Trasse sehr Störanfällig, ohne eigene Trasse noch viel störanfälliger und noch viel langsamer, hat eine geringe Fahrgastkapazität und insbesondere der hohe Platzbedarf bei vorhandener Infrastruktur ist problematisch. Auch ist der Wartungsaufwand hoch und Bauarbeiten sorgen in doppelter Hinsicht für ein Verkehrschaos.


ruyven_macaran schrieb:
Erst jetzt, mit dem Boom der letzten 10-15 Jahre ist die Gegend auf einmal Speckgürtel und man braucht mehr S-Bahnen für die Häuslebauer. Im Osten, wo ein historisch konstant genutztes und auch zu DDR-Zeiten (gewohnt langsam) ausgebautes ÖPNV-Netz besteht, kenne ich nur eine einzige eingleisige Strecke auf Stadtgelände: Die südöstzliche Abzweigung vom Ring Richtung Köpenick/Müggelseeumfeld. Da ist ab Schöneweide bis Spindlersfeld nur ein Gleis in Benutzung und die Flächen für das Zweite wurden seit der Wende afaik auch teilweise überbaut. Spindlersfeld ist dann aber auch Endhaltestelle, sodass wie bei vielen jwd eingleisig verlaufenden Strecken gilt: Da wäre ein dichter Takt durchaus möglich, weil es nur ein kurzes Stickstück betrifft und Expresszüge, die nicht ganz durchfahren, währen überhaupt kein Problem.
Die Strecke nach Strausberg Nord wurde bis vor kurzer Zeit auch nur Eingleisig bedient. Deshalb gabs zwischen Strausberg und Strausberg Nord lange Zeit nur einen 40-Minuten-Takt. Die Strecken abzweigend von Blankenburg nach Hohen Neuendorf ist auch zum Großteil nur eingleisig ausgeführt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass spätestens ab Zeuthen die Strecke nach Königs Wusterhausen ebenfalls nur eingleisig ausgeführt war - wobei ich nicht weiß wie das da aktuell aussieht, ich war seit über einem Jahrzehnt nicht mehr dort.

Die Strecke nach Spindlersfeld könnte durchaus auch im 10-Minuten-Takt betrieben werden - spätestens dann, wenn man den Bahnhof Oberspree zweigleisig ausführt, damit ausgewichen werden kann. Ein großer Bedarf an der S-Bahn besteht dort aber nicht wirklich, die Gegend um Spindlersfeld wird hauptsächlich durch die Straßenbahn bedient.

ruyven_macaran schrieb:
Aber solange die BVG nicht genug Züge und Personal hat, nützt auch das ausreichenste Gleis nichts.
Der eigentliche Grund, weshalb ich mich genötigt war auf diesen Post zu antworten... DIE S-BAHN GEHÖRT NICHT ZUR BVG. :motz::D
Die S-Bahn ist durch die Deutsche Bahn betrieben. Damit hat die BVG nichts zu tun.

ruyven_macaran schrieb:
Investoren, die Rendite erwarten, bringen kein Geld, sondern entziehen es netto. Das ist nun einmal der Grundgedanke: Hinterher mehr haben als vorher. Und wenn der, der hat, nicht in der Stadt wohnt, dann fließt das Geld offensichtlich ab.
Besser kann man es nicht ausdrücken.


ruyven_macaran schrieb:
Wir leben in einer Gesellschaft, in der sich die Lohnhöhe nach der Seltenheit der Qualifikation richtet und ein massenhaft benötigter Job mag zu knapp, aber nie selten ausgebildet werden. Und (glücklicherweise) leben wir nicht mehr in einer exponentiell wachsenden Bevölkerung, sodass insbesondere jetzt in der Babyboomer-Verrentungszeit häufig nur ein Nachkomme in arbeitsfähigem Alter (möglicherweise aber auch noch ohne Job) auf zwei Pflegebedürftige mit bekanntermaßen in vielen Fällen knapper Rente kommt.

Und ehe du jetzt wieder den Smartarsch mit Eigenverantwortung und selber Vorsorgen auspackst: Die verarmten Rentner sind zwar Mitschuld an diversen Problemen unserer Zeit, haben während ihres Arbeitslebens aber noch erzählt bekommen, dass der Staat sich um alles kümmert. Heute stehen sie da und können sich gut bezahlte Pflege schlicht nicht leisten. Das müsste wenn dann über öffentliche Mittel z.B. aus Unternehmenssteuern bezahlt werden, wenn sich der Lebensstandard von niemand anderem verschlechtern soll. Und ich kann mich nicht erinnern, dass du deren Erhöhung zustimmst.
Ebenfalls bestens ausgedrückt. Wie oben schon erwähnt entsteht halt noch die Problematik, dass durch höhere Pflegeheimbeiträge speziell die Angehörigen enorm belastet werden. Insbesondere Angehörige von ehemals gering verdienenden Eltern oder solche, die selber nicht viel verdienen.



@ruyven_macaran

Es gibt aktuell halt den Trend, umweltbewusst zu leben und work/life-balance zu schaffen, da gehört es auch dazu, keine X Stunden pro Tag zu verschwenden um sich im Stau aufzuregen oder in den ÖPNV zu schwitzen. Daher gibt es auch wieder Leute die aufs Land ziehen, nicht nur in Speckgürtel, sondern auch in kleinere Städte.
Aufs Land ziehen viele Leute hauptsächlich deshalb, weil die sich die Mieten in den Städten nicht mehr leisten können, Ruhe haben und wenigstens wieder etwas Recht und Ordnung genießen wollen.
Niemad würde diese Vorteile....
cryon1c schrieb:
Was die Leute in die Städte zieht: Kultur, alles in Reichweite, Freunde/Familie, Weiterbildung (um sich halt auch zu entwickeln, das muss ja nicht mal was offizielles sein), bessere Verkehrsanbindung (Flughafen etc.) - es gibt so viele Gründe und der Job steht recht weit hinten bei vielen - man arbeitet um zu leben, man lebt NICHT um zu arbeiten.
... die du ja schon passend wiedergegeben hast aufgeben. Gerade in Zeiten, wo man in Städten das Auto am liebsten verbieten will, würde niemand freiwillig aufs Land ziehen, da die ÖPNV-Anbindung ins Land/auf dem Land bestenfalls notdürftig und absolut unflexibel ist.

cryon1c schrieb:
Und genau das hält die Leute in den Städten: alles was sie dahin zieht. Alles was auf dem Land fehlt. Bei einigen Sachen kann man das verstehen - welche Kultur, für die paar Rentner da? - aber einige andere Sachen sind höchst seltsam - auf dem Land lässt es sich doch wunderbar arbeiten, es gibt auch sehr sehr viele große Unternehmen die gerade die Standorte in der Pampa wählen weil man da Grundstücke hinterhergeworfen bekommt - es lohnt sich also. Thomann ist z.B. so ein Unternehmen, auf dem platten Land steht einer der besten Onlineshops für Musiker&DJ-Bedarf.
Schön und toll das Thomann ein auf dem Land gut laufendes Unternehmen ist. Weil es ein Versandunternehmen ist und daher nicht auf lokale Kundschaft angewiesen ist. Das sind Handwerksbetriebe, Supermärkte, Friseure, diverse Einzelhandelsgeschäfte usw. hingegen schon. Nur sind die Käffer so klein, dass sich das Geschäft kaum lohnt.

cryon1c schrieb:
Wenn alle anderen Gebiete auch anfangen den Leuten was zu bieten, wird sich das umkehren wie gesagt. Niemand will in einer 45m² Betonkiste leben wo man die Nachbarn ****** hört wenn man 30km weiter ein Haus haben kann fürs gleiche Geld.
Den jungen Leuten würde ein zeitgemäßer Internetanschluss vielleicht auch erstmal reichen. Das kann sich das Land aber nicht alleine leisten. Lohnen tut es sich für die privaten Unternehmen scheinbar kaum - und jedem dürfte bekannt sein, dass du das Land beim Internet am liebsten in der Steinzeit siehst...
Selbst für Internetunternehmen, für die der Ort sowieso praktisch egal ist, ist das Land unattraktiv - eben weil das Internet auf dem Land so schlecht ist. Nur willst du daran auch nichts ändern...

Mal abgesehen davon: Ich bin mir ziemlich sicher dass du, wenn nicht in diesem Thread, irgendwo mal geschrieben hattest, dass 45m² für eine Person doch eh recht viel wären und diejenigen die sich das nicht leisten könnten doch in eine noch kleinere Wohnung umziehen sollten...
 
Zuletzt bearbeitet:
Du glaubst doch selber nicht, dass die stinkreichen Unternehmer freiwillig was vom Kuchen abgeben. Die Kosten werden 1:1 an die Kunden weitergegeben...
Einfach so den Pflegeheimplatz wechseln funktioniert auch nicht - die Plätze sind eh schon knapp. Bei alten Leuten sind Ortswechsel sowieso so eine Sache (sowohl sozial, als auch gesundheitlich) - insbesondere aber bei Pflegeheimbewohnern.

Und so als kleiner Tipp: Immer weniger Leute haben überhaupt die Möglichkeit, die Pflegeheime mitzuzahlen. Die Pflegeversicherung zahlt nur einen Teil, bei ehemaligen Geringverdienern ist die Rente zu klein um die Differenz aufzufressen, oft sind kaum private Rücklagen vorhanden - den Rest dürfen dann die Angehörigen zahlen. Und das kann gerade, wenn die Eltern keine sonderlich hohe Rente haben, richtig teuer werden.

Also sind junge Arbeitnehmer nicht nur durch immer höhere Sozialkosten und durch eine immer höhere Abgabenlast bestraft - gerade Arbeitnehmer mit Eltern die Geringverdiener oder "nur-gerade-so-Normalverdiener" waren werden in Zukunft noch ihr blaues Wunder erleben und doppelt bestraft sein. Jetzt schon. Da sind höhere Eigenanteile bei den Pflegeheimkosten nicht gerade förderlich.

Ebenfalls bestens ausgedrückt. Wie oben schon erwähnt entsteht halt noch die Problematik, dass durch höhere Pflegeheimbeiträge speziell die Angehörigen enorm belastet werden. Insbesondere Angehörige von ehemals gering verdienenden Eltern oder solche, die selber nicht viel verdienen.

BSP. in meine Heimatstadt sind es durchschnittlich 2400 Euro Eigenanteil ( gesetz. Pflegeversicherung abgezogen)
diese muss du mit deinem Rente bezahlen, wenn die net ausreicht muss die Ehepartner/in ran +Gemeinsames Vermögen(Haus/ETW, falls vorhanden,Sparbuch usw) wenn diese aufgebraucht wurde..kommen die Kinder: nur ab bestimmte Einkommen usw, gibt Regelungen)erst dann kommt Sozialhilfe (Glaube man darf maximal 3000-5000 Euro behalten wie es bei Ehepartner aussieht wo einer net in Pflegeheim ist..weiß ich nicht., also für die Beerdigung reicht es halt :P

In Zukunft wird viel Kosten auf uns zukommen,
ich glaube nämlich falls die Pflegesystem so bleibt und die Babyboomer pflegebedürftig werden, werden die Kinder aus Untere Einkommen auch Elternunterhalt zahlen.


p.s

Sogar Eltern müssen für ihre Pflegebedürftige erwachsene Kinder zahlen

-Als meine Tante ins Pflegeheim kam, hat das Sozialamt meine Oma(die war damals Ende 70 Jahre alt gewesen) kontaktiert und die wurde durchleuchtet,
bsp. falls meine Tante ihr Geld geschenkt hätte( solche Kram)glaub die gucken die letzte 10 jahre,
und weil ihre Rente 750 euro war, musste die nicht zahlen.


könnt ihr schon mal rechnen ob ihr zahlen müsst oder net :P
Elternunterhalt berechnen auf Seniorplace.de

Schwiegersöhne/töchter gehalt wird auch berechnet
 
Richtig... Und wenn die Kinder sich selber um die Eltern kümmern wollen ist eine Arbeit auch unmöglich -> Abrutschen in die Sozialhilfe.
Es trifft wie immer nur diejenigen in unserer Gesellschaft, die nicht Spitzenverdiener sind.

Falls tatsächlich sogar noch Vermögen angerechnet werden (bspw. ein Bausparkredit, damit man sich mal Eigentum leisten kann) wird Eigentum für die breite Masse ja automatisch unmöglich gemacht.
Wird denn auch eine private Altersvorsorge angerechnet (@Tengri86)?

Ich muss ja zugeben, dass der Selbstbehalt tatsächlich aber höher liegt wie gedacht. Bei 2000€ Netto als Single sinds laut dem Rechner immerhin nur 110€ die man abdrücken muss, nur mal so völlig ohne Kosten/Aufwendungen oder sonstige Einkünfte gerechnet.
 
Richtig... Und wenn die Kinder sich selber um die Eltern kümmern wollen ist eine Arbeit auch unmöglich -> Abrutschen in die Sozialhilfe.
Es trifft wie immer nur diejenigen in unserer Gesellschaft, die nicht Spitzenverdiener sind.

Falls tatsächlich sogar noch Vermögen angerechnet werden (bspw. ein Bausparkredit, damit man sich mal Eigentum leisten kann) wird Eigentum für die breite Masse ja automatisch unmöglich gemacht.
Wird denn auch eine private Altersvorsorge angerechnet (@Tengri86)?

Ich muss ja zugeben, dass der Selbstbehalt tatsächlich aber höher liegt wie gedacht.
Elternunterhalt >> Unterhalt fuer Eltern zahlen?
Kosten für die private Altersvorsorge von bis zu fünf Prozent des Bruttoeinkommens (die Form ist frei wählbar, auch eine Rücklagenbildung auf dem Sparbuch ist möglich)

Ich habe meine Oma ja zu hause gepflegt(7 jahre)

Die ersten 3 jahre konnte ich nicht Arbeiten gehen(Bekam kein arbeitslosen Geld, hatte noch gut was auf Sparbuch und bin dann mit Oma zur meine Eltern gezogen)
dann ging es ihr besser und konnte nebenbei monatlich 80 Stunden arbeiten. habe jetzt voll die Lücke von 7 Jahren in meine Rente^^

Wenn man bedenkt, wäre sie in heim gewesen bei ihre Rente von 750 Euro
meine eltern müssten glaub 200 zahlen, das macht 950

2400 - 950 = 1450 Euro Sozialhilfe

7 jahre x 12 Monate = 121 800 Euro
also wäre Sie in Altenheim gewesen, hätte es soviel für Sozialamt gekostet .


Staat spart sich dank Pflegende Angehörigen viele mrd. an euro´s
und die landen dann ins Altersarmut :P

Armutsrisiko Pflege | NDR.de - Fernsehen - Sendungen A-Z - Panorama 3
YouTube

Muss du halt viel googlen


Ich habe aber meine Eltern gesagt
das ich die Wahrscheinlich nicht Pflegen werde, weil ich schon Große Einbußen wegen meine Oma habe.
(Werden die nach meine Rentenalter pflegebedürftig und ich bin noch körperlich fit, dann gerne^^)

arbeite nach meine Oma´s Tod am okt.2018 wieder vollzeit, habe direkt für meine Eltern eine private Versicherung abgeschlossen^^
und für mich selbst eins die auch EU weit bezahlt :P verfrachte ich mein altes arsch dann nach Niederlande oder so.

Habe keine Hoffnungen das hier sich was tut, ist man mehr für Soziales wird man direkt als Kommi betitelt oder sowas, sieht man hier oft in Forum

Was sich Nightslaver und Co. anhören müssen , ist der net CDU Mitglied :D ?
 
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@iGameKudan

Auf dem Land hat jeder die Möglichkeit sich vernünftiges Internet legen zu lassen, genau so wie Kanalisation. Stromanschluss usw. auch zum Haus geführt werden muss wenn man jetzt zum Häuslebauer wird (was viele bevorzugen, denn die Zinsen für den Kredit steigen nicht im Gegensatz zu den Mieten - wer also da bleiben will, baut sich einfach was oder kauft und restauriert etc.)
Ich will das platte Land nicht in die Steinzeit versetzen, ich bin nur dafür das die Leute sich um ihre Sachen selbst kümmern. Wenn irgendwas nicht rentabel ist, man es aber unbedingt will, dann investiert man auch selbst, daran ist doch nichts falsch. Das Haus muss eh verkabelt werden für Telefon usw. - Grundversorgung, da nimmt man aber kein Kupfer mehr, so blöd is doch keiner.

Und auf dem Land gibt es extrem viele extrem gut laufende Unternehmen, die nicht auf lokale Kunden angewiesen sind. Dort werden Teile für alles mögliche produziert, da wird online gearbeitet und gehandelt (und für ein Unternehmen ist ein Glasfaser-Business Anschluss gar kein Thema, vor allem weil die Kosten absetzbar sind!).

Die Städte machen das richtig. Immer mehr verkehrsberuhigte Bereiche, immer mehr Platz für Radfahrer, teure Parkplätze, allgemein weniger Parkplätze, Umweltzonen usw. - ALLES um die Blechlavinen zu verkleinern. Die Stadt will leben und atmen können, das geht nur schlecht wenn alles vollgestopft wird mit parkenden, fahrenden und hupenden Blechdosen, die mit 2 Tonnen und 4m Länge nur einen Hintern bewegen und dann irgendwo 8-9h rumstehen und Platz fressen.
Das soll pendeln ja auch eindämmen, weil es schlicht und einfach dumm ist, so weit zu fahren bei einem stationären Job. Es ist teuer, schädlich, es verschwendet Zeit und sorgt für übermüdete Leute überall die für die Gesellschaft nutzlos werden weil sie weder Zeit noch Lust haben noch irgendwas zu machen. Die können nicht irgendwo ehrenamtlich mitmachen oder sich kreativ ausleben oder einfach mal wie normale Leute abends mal am sozialen Leben teilhaben - die haben halt keine Zeit um sich ins Kino für 3h zu setzen, nicht wenn sie schon 12h unterwegs sind - auf Arbeit und zurück. Da leiden auch Kinder drunter, wie willste wen erziehen wenn du den ganzen Tag nicht da bist? Es hat nur Nachteile, keine Vorteile. Auch auf Arbeit sind diese Leute nicht so produktiv - die kommen ja schon angepisst auf Arbeit und auch öfters mit Verspätungen, da arbeitet es sich auch nicht so gut nach dem man sich im Stau grün und blau aufregen durfte und hinterher noch einen Anpfiff vom Chef eingefangen hat, warum man zum Geier schon wieder zu spät ist.
Es wird sich also ordentlich was ändern für die Leute. Auch Umweltschutz geht damit einher - kurze Wege, bessere Umweltbilanz. Gibt 0 Sinn seinen Kadaver durch das halbe Bundesland zu bewegen, wenn man eh hinterher immer im selben Büro sitzt.

Hier sehe ich nur Leute aufm Land die halt wirklich wegen ihrer Ruhe dahin gezogen sind, um den Kids mal ein Haus zu bieten und keine laute Wohnung mit Straßenbahn vorm Fenster usw. Um selbst mal abzuschalten und kreativ zu sein. Geld ist nie ein Thema, denn die Leute leisten sich auch auf dem Land ordentlich was, wo sie auch in der Stadt was geiles dafür bekommen.
Speckgürtel halt. In die Pampa zieht keiner, es sei denn diese Pampa hat eine richtig geile Umgebung, was sehr selten vorkommt.

Und zum Thema - mehr Geld = höhere Kosten - na warum denn nicht? Die, die gut verdienen, zahlen diese sowieso gerne (man gönnt sich ja auch was) und die, die halbwegs gut verdienen - die haben einen ordentlichen Spielraum. Und wer nix verdient (working poor) - dem kommt das ja zu gute, weil der dann mehr verdient und sich eben etwas mehr leisten kann (denn nicht alle Preise steigen, höhere Löhne hier werden kaum Auswirkungen auf Waren aus dem Ausland haben - der Anstieg wäre also minimal, verglichen mit dem Lohnzuwachs.
Wir müssen hier einfach das Thema "working poor" aka Niedriglohnsektor abschaffen, dann haben wir das Problem mit den Mieten auch zur Hälfte gelöst, automatisch, weil dann ALLE die arbeiten sich auch was leisten können und nicht nur die oberen 50%.
 
Auf dem Land hat jeder die Möglichkeit sich vernünftiges Internet legen zu lassen

Nur hat es die Telekom bis heute noch nicht geschafft die neu verlegten Glasfaserkabel an den Kästen anzuschließen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass spätestens ab Zeuthen die Strecke nach Königs Wusterhausen ebenfalls nur eingleisig ausgeführt war - wobei ich nicht weiß wie das da aktuell aussieht, ich war seit über einem Jahrzehnt nicht mehr dort.

Aktuell ist nach KW noch eingleisig und 20 min Takt. Wobei zur Zeit ab Eichwalde gebaut wird. Baustopp am Bahnhof Eichwalde - Immer mehr Kunden bleiben weg
 
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Nur hat es die Telekom bis heute noch nicht geschafft die neu verlegten Glasfaserkabel an den Kästen anzuschließen.

Wer guten Service will, geht ja auch nicht zu den Telekomikern, sondern lässt sich vom regionalen Anbieter verkabeln, dann klappt es auch mit online sein statt offline. Das ist auch so n Ding, hier erwarten alle das denen alles aufn Kopf fällt - Glasfaser ja, aber nur 19,99 zahlen wollen. Gute Wohnlage, geiles Haus aber das bitte unter 10€/m²! Selbst Geld ausgeben - nenene, nicht mit mir, Papa Staat springt im Notfall ein.
 
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