Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Kann meinem Vorposter nur zustimmen. Sozialismus ist nun wirklich das allerletzte, was wir (wieder) gebrauchen könnten. Bisher ist jede andere Wirtschaftform (nagelt mich nicht auf den korrekten Begriff fest - ihr wisst, was ich meine...) als Kapitalismus (oder eine auf Kapitalismus basierende Wirtschaftsform) in Chaos, noch größerer Armut und einer noch höheren Konzentration des Wohlstandes auf noch weniger Leute geendet (die DDR ist da das Paradebeispiel - oder das SPD-Kind Hartz IV...).

Abgesehen davon, dass HartzIV "soziale Marktwirtschaft" in Reinform ist: Nur weil alle bisherigen alternativen Versuche (es waren nicht gerade viele) schlechter endeten als der Kapitalismus (und das nicht selten wegen direkten Angriffen von letzterem) heißt das nicht, dass dieser okay wäre. Guck dir doch die "Lösungen" des Vorposters an, dem du zustimmst:
- "sozialer Wohnungsbau": Sozialismus pur? Aber in nicht profitablen Bereichen ist der ja immer direkt willkommen, nur Gewinne und gewinnbringendes, die sollen bitte schön privat bleiben...
- "mehr Bauland ausweisen": Land ist, im Gegensatz zur kapitalistischen Leere, keine nachfrageabhängig generierte Ware. Es ist ein endliche Ressource und jedes System, dass für sich beanspruchen muss, mehr als nur schlechte Notlösung zu sein, muss mit einer begrenzten Menge Land auskommen - und dabei ist es vollkommen egal, wo man den Schlussstrich zielt. Der Kapitalismus bekommt den Immobilienmarkt nicht ohne ständigen Landnachschub geregelt? Dann ist der Kapitalismus ungeeignet um den Immobilienmarkt zu regeln, Ende der Diskussion. Die einzige Frage ist noch, wie lange wir welche Teile der aktuellen Regelung übergangsweise nutzen, bis uns was bessere einfällt, aber wir müssen auf alle Fälle weg von der jetzigen Regelung.
- "Baukosten runter": Ist Kostenregulierung nicht die ureigenste Aufgabe des Marktes? Wenn er selbst dafür schon externe Hilfe braucht, was kann er dann überhaupt?
- "Baurecht entschlacken": Das ist zugegebenermaßen eine urkapitalistische Forderung nach Nullregulierung. Frage an alle Marktfans hier: Wie oft kann ein Mensch mitsamt seinem vorschriftsfrei gebauten Haus abbrennen, damit er sich beim nächsten Mal einen anderen Anbieter sucht? Wie oft darf die nächste Etage ihn in seiner Wohnung zermalmen, ehe er zu einem höherwertigen Vermieter wechselt?
- "Umland attraktiver machen": Ich verweise auf Punkt 1 und 2. Wenn der Markt im Interesse der Menschen funktionieren würde, dann würde er das ausgewiesene/günstige Bauland im Umland mit der nötigen Infrastruktur erschließen, um die Nachfrage zu bedienen. Macht er aber nicht. Weil der Markt nicht für Menschen, sondern für Gewinne da ist. Und jetzt soll wieder der Staat in die Bresche springen, sich aber natürlich bitte wieder verdrücken, sobald es rentabel wird? Weil nur "Gewinne machen" kapitalistisch ist, alles andere bitte aus dem nichts kommt?

Soziale Marktwirtschaft lautet da das Zauberwort - weitesgehend freie Marktwirtschaft

"weitestgehend" ist sehr diskutabel. Und genau das wird in Berlin gerade gemacht.

bei der der Staat einzig in sozialpolitischen Fragen eingreifen sollte

ALLES ist einer menschlichen Gesellschaft betrifft Menschen und ist somit sozial und absolut alles in einer Demokratie ist politisch.

Enteignungen sind genauso beschissen - nicht umsonst werde ich einen Teufel tun und beim Volksbegehren unterschreiben. Es ist eine a) sehr teure, b) nicht langfristige und c) kaum ursachenbekämpfende Lösung.

Man könnte diese Formen von Enteignungen auch als marktwirtschaftlichen Prozess betrachten. Das ist eben der Preis, den Volks(un)zufriedenheit hat. Wer sich nicht drum kümmert, wird enteignet und steht ohne was da. Genauso wie jemand mit einer Ruine dasteht, der sich nicht um Brandschutz kümmert. Alternativ sollte man sich halt versichern - sonst gilt: Pech gehabt. Urkapitalistisches Prinzip.

Die Alternative sind soziale Strukturen, in dem einen die Gemeinschaft in einem gewissen Rahmen Stabilität und Sicherheit gibt. Preisfrage: Wo haben sich Vonvia & Co je als Teil einer Gemeinschaft verhalten?

Ich würde eine deutlichere Begrenzung und insbesondere eine zeitliche Begrenzung der Modernisierungsumlagen für sinnvoller halten. Für willkürliche/grundlose Mieterhöhungen und Mietsteigerungen bei Neuvermietungen gibts den Mietspiegel... Würde man dann noch den Wohnungsbau effektiv fördern und knallhart gegen nicht genehmigte Ferienwohnungen vorgehen, würde man ein deutlich effektiveres Mittel gegen die Wohnungsnot schaffen, welches a) nicht mal ansatzweise so teuer ist, b) langfristig wirkt und c) die Ursache, in Form von Gesetzen die einem Schweizer Käse gleichen, behebt.

Speziell die Modernisierungsumlagen werden wegen der fehlenden zeitlichen Grenze für dauerhafte Mietpreissteigerungen genutzt - und da sehe ich ein Hauptproblem.

Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber die zeitliche Umlagedauer IST afaik auf 9 oder 11 Jahre begrenzt. Das Problem ist aber, dass sich kaum ein Mieter eine Mieterhöhung um 50, 100, 150% über 11 Jahre leisten kann. Die wenigsten deutschen Mieter dürften genug Barrücklagen haben, um auch nur 2-3 Jahre daraus zu finanzieren. Alles andere muss aus dem laufenden Einkommen bezahlt werden und da man sich die Wohnung mit ihrer alten Miete passend dazu ausgesucht hat, wird das eben nicht reichen. Genau das nutzen die Vermieter systematisch aus, um lange vor Ende der Umlage-Zeit neu und entsprechend teurer zu vermieten: Alte Mieter rausekeln, bei neuen abkassieren.

Gegen letzteres hätte ich nicht einmal viel einzuwenden. Es behindert zwar das Wachstum von Boom-Städten, aber das ist eigentlich sogar wünschenswert. Man muss nur sicherstellen, dass ARGE & Co niemanden mehr zwingen, dort arbeiten zu gehen. Wenn die Betriebe in der Münchener Innenstadt deutlich höhere Löhne zahlen müssen, um überhaupt jemanden zu finden, dann kann der Markt diesen Teil der Gleichung regeln.

Aber für den ersten Teil mit dem Mieter rausekeln brauchen wir viel drastischere Einschränkungen bei der Umlagenregelung und Mieterhöhungen allgemein. Genaugenommen sollten Umlagen, also der Aufbau von neuem Privateigentum auf Basis erpresster Zahlungen anderer, komplett verboten werden. Nur der tatsächliche Nutzwert einer Modernisierung dürfte in Rechnung gestellt werden und das bei reinen Komfort-Upgrades auch nur bei Vetorecht durch die bestehenden Mieter.

Dazu noch eine Nutzungspflicht gemäß Bebaubauungsplan (=> Enteignung bei langem Leerstand, da Missbrauch als reines Spekulationsobjekt) und härte Regelungen für Kündigungen wegen "Eigenbedarf" und wir haben wieder so etwas wie Waffengleichheit zwischen/Vertragssicherheit für Mieter gegenüber dem Vermieter. Aktuell entwickeln wir uns massiv in die Richtung eines Feudalsystems, das im englischsprachigen Raum so treffsicher mit "Landlord" beschrieben wird.


Wir können aber mit Sicherheit sagen, das die soziale Markwirtschaft mind. 90% der Bevölkerung Deutschlands zu überdurchschnittlichem Wohlstand im Vergleich zum Rest der Welt geführt hat, vor allen dingen, wenn man 1949 als Start ansieht.

Wir können mit der gleichen Sicherheit sagen, dass große Teile dieses Wohlstandes von besagtem Rest der Welt erarbeitet oder durch Belastung künftiger Generationen erzeugt wurde. :kotz:


Na sieh dir mal Pflege an. Da gibt es massig unbesetzte Stellen, hier werden Prämien bis zu 8000€ ausgeschrieben:
Naechste Runde im Kampf um die Pflegekraefte in Leipzig

Will trotzdem keiner machen weil die Bezahlung nicht OK ist. Fachkräftemangel existiert

Fachkräftemangel wäre, wenn es keiner machen könnte. Und genau das ist eben nicht der Fall bzw. nur kurzfristig/die Länge einer Ausbildungsdauer, die weitaus kürzer ist, also dieser Mangel bereits bekannt ist.

Was es stattdessen ist: Genau das, was du ständig als Lösung aller Probleme herbeifantasierst. Arbeitnehmer weigern sich, in einen hoffnungslos unterbezahltes Jobverhältnis zu gehen. Und die Reaktion darauf ist eben nicht eine supergeile Lohnerhöhung des Arbeitgebers. Selbst hier, wo immerhin schon mal eine Prämie angeboten wird, bleiben die langfristigen Aussichten auf dem gleichen Scheißniveau. (Und die Prämie liegt umgelegt auf ein paar Jahre Anstellung -sagen wir mal 100 Monate, für weniger lohnt sich beispielsweise ein Umzug nie- lächerlich niedrig)
Würde der Markt so funktionieren, wie du es dir ausmalst, würde der Betreiber deutlich mehr zahlen. Sowohl bei Neuananstellungen als auch dem bestehenden Personal. Und parallel würde ein Ausbildungsprogramm mit gutem Azubigehalt aufstellen. In der kapitalistischen Realität lobiiert er aber dafür, dass er einfacher ausländisches Personal einsetzen darf, weil ""Fachkräftemangel"" herrscht. Geheiminformation: Diese Form von Mangel wird solange "herrschen", wie Deutsche ein höheres Lohnniveau als in Burkina Faso verlangen.


"Aus meiner Perspektive ist das ein glatte Lüge!"
Mein Vater arbeitet als Finanzdienstleister, spezialisiert auf Baufinanzierungen, in der Umgebung Stuttgart und ich kann dir sagen, er hat schon für hunderte von normalen Arbeitern, Finanzierungen von Häusern und Wohnungen auf den Weg gebracht.

"normale", also Median-Arbeiterfamilien haben, wie schon mehrfach hier dargelegt, in BW 3692 Euro Netto im Monat. Davon müssen sie in Stuttgart rund 3640 Euro für Miete und Lebenserhaltung ausgeben. Sparquote/Grundkapital also gleich null. Wenn sie direkt zum Start ins die 100% ohne Garantien kreditfinanzierte Eigenheim umziehen, bleiben die Nebenkosten und Alltagsausgaben mindestens gleich, 1204 Euro/Monat entfallende Miete werden für Grundsteuer, Hauserhaltungs-/Sanierungskosten, Kreditzinsen und Tilgung frei.
*rechne*
Ich komme zu drei möglichen Ergebnissen:
- Dein Vater ist ein absoluter Meister seines Faches, dass er ohne jegliche Garantie Finanzierungen findet, die so billig sind, dass das aufgeht
- Du bist ein Lügner
- Du verwechselt "normale Arbeiter" mit Besserverdienern, die sich ein Eigenheim leisten können und beschuldigst deswegen andere der Lüge, weil du ihre vollkommen korrekte Aussage nicht verstanden hast.

Ich habe einfach mal ein paar naive Fragen!
Wie sieht die Re- Finazierung im demokratischen Sozialismus von allen Unternehmen aus, vom Start Up bis zum Großunternehmen, wenn Risikokapital durch Risikokapitalgeber und Investitionskapital durch Aktien völlig wegfallen?

Es gibt im reinen Sozialismus nur Staatsunternehmen und somit keine Start-Ups und kein Risikokapital?

Wer bestimmt welches Unternehmen wieviel Geld bekommt, um Ideen oder Innovationen zu entwickeln oder zu investieren. Wo kann ein Unternehmen Geld außer vom Staat herbekommen?

Siehe oben: Wieso sollte ein Unternehmen, also ein Teil des Staates, irgenwo anders her Geld oder Anweisungen annehmen, außer vom Staat?

Und wenn es ausschließlich vom Staat kommt, wer bestimmt die Leute, die an diesen entscheidenden Vergabepositionen sitzen?

In einer Demokratie: Das Volk. (real existierende Beispiele für einen demokratischen Sozialismus auf Staatsebene hat es nie gegeben, ehe du fragst. Alles, was sich sozialistisch nannte, stürzte schon während des Umbruchs in eine Teildiktatur.)

Wer bestimmt wo Leute wohnen, wer entscheidet darüber wer in Berlin Mitte oder Mazahn wohnt oder in Hamburg Plankenese oderHarburg, München Schwabing oder Moosach.
Wer bekommt eine Seevilla in Starnberg am Wannensee oder an der Alster?
An wen müssen sich Menschen wenden, wenn sie erstmal nur in Deutschland umziehen wollen, gibt es dann Wohnungsvergabeämter? Nach welchen Kriterien werden Villen, Häuser, Doppelhaushälften, 4-3-2-1 Zimmerwohnungen vergeben und wo?

Die Vergabe von Villen stellt sich nicht, wenn der sozialistische Staat keine Villen baut. Und wenn er es doch macht, dann wohl um Leute nach bestimmten, bei dieser Gelegenheit festgelegten Kriterien. Für die allgemeine Festlegung, wer wo wohnt (& arbeitet & ...) gibt es verschiedene Möglichkeiten. In real existierenden Sozialismen ging das tatsächlich meist über Ämter, weil diese Teildiktaturen allesamt verfahrene Mangelplanwirtschaften mit reichlich Mangel an brauchbaren Wohnungen waren. Von der Grundideologie her ist aber alles mögliche denkbar - im dir naheliegensten Fall ein freier Markt. Nur weil alle Firmen dem Staat gehören, der natürlich bestrebt ist, verschwenderische Konkurrenz zwischen diesen zu minimieren, heißt dass nicht, dass es keinen auf Kundenseiten freien Markt geben kann, der die Preise der Nachfrage anpasst.

Nur die Gewinne würden eben nicht unbegrenzt in Taschen einzelner abfließen, sondern entweder auf einen Gesamtwert für alle Wohnungsunternehmen gedeckelt werden (=> Mieterhöhugnen an einer Stelle führen zu Mietsenkungen an anderer Stelle führen) oder aber direkt in anderen staatlichen Bereichen wieder investiert werden. Beispielsweise höhere Löhne.

(Disclaimer: Wie gesagt - idealer Sozialismus. Über realexistierenden braucht man nicht viel zu sagen. Wer einen "Sozialismus" mit einer Beölkerung startet, die nicht aus Sozialisten besteht, sondern einen nenneswerten Teil Materilisten/Kapitalisten beinhaltet, endet zwangsläufig in einer Diktatur. Nichts ist so primitiv und brutal wie der Kapitalismus, weswegen dieser alle anderen Gesellschafts-/Wirtschaftsformen zerstört, wenn er nicht unterdrückt wird. Sobald man unterdrückt, ist die utopische Gesellschaft aber ebenfalls gescheitert - die Leute müssen ein besseres Leben samt angehängender Selbsteinschränkungen wollen und das tun zu viele nicht.)

Bevor du hier große Sprüche über andere Leute und ihre Uneinsichtigkeit klopfst, beantworte doch mal als erstes diese einfachen Fragen!

Ich hab zwar keine Sprüche geklopft, aber hoffentlich die Fragen beantwortet. Bei weiteren nur her. Ich bin zwar kein Sozialist/Kommunist, aber die Grundzüge sind genauso einfach zu verstehen wir der Kapitalismus, was das beantworten theoretischer Fragen leicht macht.


Ach ja fast hätte ich es vergessen, wer bezahlt die Enteigung aller Firmen und Grundstücke?

Beim Berliner Volksbegehren? Letztlich die Steuerzahler, das ist der Haken, vor allem wenn es Entschädigungen in nenneswerter Höhe sind.
Im Sozialismus? Beim reinen, theoretischen stellt sich die Frage nicht, weil er einen ideelen Istzustand beschreibt und deine Frage den Übergang aus einer nicht-idealen Vorängerperiode betrifft. Die real existiernden/klassischen Sozialisten haben mit "gar keiner" geantwortet und die Revoultion ausgerufen. Wieso sollte man auch, wenn die Angleichung aller Vermögen das Ziel ist, diejenigen die bislang viel mehr hatten, entschädigen?
 
"normale", also Median-Arbeiterfamilien haben, wie schon mehrfach hier dargelegt, in BW 3692 Euro Netto im Monat. Davon müssen sie in Stuttgart rund 3640 Euro für Miete und Lebenserhaltung ausgeben. Sparquote/Grundkapital also gleich null. Wenn sie direkt zum Start ins die 100% ohne Garantien kreditfinanzierte Eigenheim umziehen, bleiben die Nebenkosten und Alltagsausgaben mindestens gleich, 1204 Euro/Monat entfallende Miete werden für Grundsteuer, Hauserhaltungs-/Sanierungskosten, Kreditzinsen und Tilgung frei.
*rechne*
Ich komme zu drei möglichen Ergebnissen:
- Dein Vater ist ein absoluter Meister seines Faches, dass er ohne jegliche Garantie Finanzierungen findet, die so billig sind, dass das aufgeht
- Du bist ein Lügner
- Du verwechselt "normale Arbeiter" mit Besserverdienern, die sich ein Eigenheim leisten können und beschuldigst deswegen andere der Lüge, weil du ihre vollkommen korrekte Aussage nicht verstanden hast.

Du solltest sehr vorsichtig sein, was du sagst, wenn einer am Band arbeitet was ist er dann oder Handwerker ist?
Mein Vater hat wie ich bereits gesagt habe, hunderten von Arbeitern Finanzierungen vermittelt, natürlich sind das meistens Doppelverdiener und alle bringen Eigenkapital mit, mal mehr mal weniger!

Tja Gott sei Dank will die Mehrheit hier in diesem Land keinen Sozialismus und ich hoffe das bleibt so, mindestens bis ich die Augen zu mache, damit ich nicht den völligen wirtschaftlichen Untergang und Verfall dieses Landes live miterleben muss.
 
Mein Vater hat wie ich bereits gesagt habe, hunderten von Arbeitern Finanzierungen vermittelt, natürlich sind das meistens Doppelverdiener und alle bringen Eigenkapital mit, mal mehr mal weniger!

Und wie viele sind davon am Ende gescheitert?
Ich kenne auch genug Leute, die Finanzierungen vermitteln und einzig daran interessiert sind, für sich selbst das Beste rauszuholen und wo die anderen bleiben, ist ihnen egal.
 
Entschuldigung aber ich kann dir nicht folgen!

Ideen zur Arbeitnehmerbeteiligungen an Unternehmen sind schon mehr als hundert Jahre alt, die sind bis jetzt ausschließlich an den Gewerkschaften gescheitert, weil es nur Arbeitnehmerbeteiligungen ohne Risiko geben soll, sprich die Arbeitnehmer sollen ausschließlich am Gewinn beteiligt werden, aber nicht an den Verlusten!
Also prinzipiell bin ich persönlich der Auffassung, dass man bei Beteiligung an einem Unternehmen auch Gewinne/Verluste mittragen sollte. Dieses Risiko sollte jedem bewusst sein. Falls das jemandem zu heikel ist, sollte man keine Investitionen tätigen. Ich denke, da sind wir gleicher Meinung?

Kannst du mir bitte mal erklären wie ein Aktien oder Finanzmarkt ohne Eigentum und Sicherheiten entstehen soll? Aktien bedeuten in der Regel Eigentum, wie soll das bei verstaatlichten Unternehmen gehen?
Dazu ist die Vorstellung es gibt Stimmrechte losgelöst von den Aktienanteilen, vollkommen naiv, denn Aktienanteile bedeuten nicht nur die Möglichkeit auf Gewinn, sondern auch auf Verlust, wie willst du diese Kausalität auflösen?
Mal abgesehen von verstaatlicht (schließt Aktien aus) oder nicht verstaatlicht, investiert doch kein normal denkender Mensch, mehr in ein Unternehmen und trägt dafür mehr Risiko, wenn er nicht auch mehr Stimmrechte hat, als andere die weniger Risiko tragen!
Wenn man vom Grundsatz "Alle Unternehmen sind in staatlicher Hand" ausgeht, wird es den Finanzmarkt oder Aktien in der jetzigen Form natürlich nicht mehr geben. Das Wort Start Ups hat mich in der Hinsicht bisschen verwirrt, da es diese bei rein staatlichen Unternehmen so auch nicht mehr geben würde. Zumindest nicht in der heutigen Form.
Wo ist das Problem, wenn jemand nicht sehr viel Kapital in ein einziges Unternehmen investiert, weil das finanzielle Risiko relativ hoch ist? Damit würde man Spekulationen eindämmen bzw. erschweren.



Darf ich mal laut lachen?! Welche Demokratie, die der Parteien? Volksabstimmungen? etc. etc.???
Wechseln die Positionen alle 4 Jahre mit einem neuen Wahlergebnis?
Es wäre z.B. eine Rätedemokratie möglich. Meinetwegen auch Volksabstimmungen.

Wenn es kein Eigentum an Grundstücken gibt und somit an Wohnungen oder Häusern, und hier bin ich mal von Kevins Äußerungen ausgegangen, muss den Jemand zuteilen, oder eroberst du dir deine Bleibe mit der Waffe oder den Fäusten?

Wenn es doch privaten Grunstückseigentum gibt, gibt es auch einen privaten Wohnungsmarkt, in dem die Mieten (Höhe) von Angebot und Nachfrage bestimmt werden, genauso wie es weiterhin Spekulanten etc gibt.
Wenn ich mich recht entsinne, ging es Kevin Kühnert darum, dass erstmal jeder Mensch ein Anrecht auf eine Wohnung hat (aber nicht auf Eigentum an einer Wohnung) und nicht die Gewinnmaximierung einiger Unternehmen im Vordergrund steht. Man könnte den Wohnungsmarkt mit Mieten usw. in staatliche Hand geben - da könnte bei Bedarf reguliert werden, aber ansonsten wäre erstmal jeder in der Lage, die Wohnung zu mieten, die er haben möchte. Klar kann der Staat dann am Ende bestimmen, wer welche Wohnung kriegt, aber das wäre derzeit auch nicht anders. Nur würde beim Staat nicht der Profitgedanke im Vordergrund stehen. Hoffentlich. :ugly:
 
Und wie viele sind davon am Ende gescheitert?
Ich kenne auch genug Leute, die Finanzierungen vermitteln und einzig daran interessiert sind, für sich selbst das Beste rauszuholen und wo die anderen bleiben, ist ihnen egal.

Ich glaube du hast null Ahnung von Finanzierungen und wie die genehmigt werden!
Mein Vater arbeitet mit Banken und Bausparkassen zusammen, den reicht er die Unterlagen und Berechnungen ein und letztendlich genehmigen ausschließlich diese die Finazierung!
Was dabei eingereicht werden muss ist gesetzlich festgelegt und wird von Jeder seriösen Bank und Bausparkasse so umgesetzt!

Nochmal man sollte sehr vorsichtig sein, welche Unterstellungen man hier tätigt.
 
Danke an ruyven. Ich dachte schon, ich hätte Don komplett missverstanden. Deshalb bin ich auch nicht der Meinung, dass er gelogen hat, sondern ich habe mich teilweise zu ungenau ausgedrückt bzw. wir haben aneinander vorbeigeredet.

Ich weise auch daraufhin, dass die von mir geäußerten Ideen usw. natürlich nichts Neues sind und wesentlich klügere Leute als ich darüber schon debattiert haben. Es kann aber in meinen Augen nicht sein, dass hier seit Jahrzehnten ein System herrscht, welches den "durchschnittlichen Bürger" eklatant benachteiligt und dieses System dann auch noch in Schutz genommen wird. Sicherlich ist Sozialismus oder Kommunismus nicht die Lösung aller Probleme, aber ich denke, einige sozialistische Elemente würden unserer Wirtschaft bzw. Gesellschaft gut tun.
 
Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber die zeitliche Umlagedauer IST afaik auf 9 oder 11 Jahre begrenzt. Das Problem ist aber, dass sich kaum ein Mieter eine Mieterhöhung um 50, 100, 150% über 11 Jahre leisten kann. Die wenigsten deutschen Mieter dürften genug Barrücklagen haben, um auch nur 2-3 Jahre daraus zu finanzieren. Alles andere muss aus dem laufenden Einkommen bezahlt werden und da man sich die Wohnung mit ihrer alten Miete passend dazu ausgesucht hat, wird das eben nicht reichen. Genau das nutzen die Vermieter systematisch aus, um lange vor Ende der Umlage-Zeit neu und entsprechend teurer zu vermieten: Alte Mieter rausekeln, bei neuen abkassieren.
Sollte da tatsächlich eine Begrenzung existieren, ist sie, wie du es treffend beschrieben hast, viel zu lang gefasst. Die sollte höchstens auf 2-3 Jahre begrenzt sein und neben einer Höhenbegrenzung bezogen auf die Modernisierungskosten in der Höhe auch auf Basis der alten Miete begrenzt werden.
Also sowas wie "Maximal 10% der Modernisierungskosten aufgeteilt über 3 Jahre dürfen umgelegt werden, jedoch aber höchstens in Höhe von +25% auf Basis der Originalmiete.".

Ja, da müsste der Vermieter am Ende vielleicht auch mal einen Teil der Kosten selber übernehmen, aber das finde ich nicht schlimm...
ruyven_macaran schrieb:
Aber für den ersten Teil mit dem Mieter rausekeln brauchen wir viel drastischere Einschränkungen bei der Umlagenregelung und Mieterhöhungen allgemein. Genaugenommen sollten Umlagen, also der Aufbau von neuem Privateigentum auf Basis erpresster Zahlungen anderer, komplett verboten werden. Nur der tatsächliche Nutzwert einer Modernisierung dürfte in Rechnung gestellt werden und das bei reinen Komfort-Upgrades auch nur bei Vetorecht durch die bestehenden Mieter.
... denn eigentlich ist es auch aus meiner Sicht schon kriminell, eine Zwangslage auszunutzen, um sich die Aufwertung des eigenen Eigentums durch Dritte bezahlen zu lassen. Wertsteigernde Maßnahmen die über das Maß der Instandhaltung hinausgehen gehören eigentlich aus der Tasche der Vermieter gezahlt...

Und: Wenn ausgehend von einer Basismiete von 400€ +25% auf drei Jahre berechnet werden, trägt die eine Mietpartei 3600€ der Kosten - wenn man bei angenommen 15 Mietparteien mit den 54.000€ nicht hinkommt, kann man eindeutig nicht mehr von Instandhaltung reden.

ruyven_macaran schrieb:
Gegen letzteres hätte ich nicht einmal viel einzuwenden. Es behindert zwar das Wachstum von Boom-Städten, aber das ist eigentlich sogar wünschenswert. Man muss nur sicherstellen, dass ARGE & Co niemanden mehr zwingen, dort arbeiten zu gehen.
Äh, worauf beziehst du das Zitat?

ruyven_macaran schrieb:
härte Regelungen für Kündigungen wegen "Eigenbedarf"
Sofern der Vermieter da wirklich EIGENbedarf hat (= eine dauerhafte, eigene Nutzung anstrebt), sollte eine Eigenbedarfskündigung innerhalb der geltenden Fristen weiterhin möglich sein.
Wenn eine eigene Nutzung als (realer...) Hauptwohnsitz angestrebt ist, halte ich das für völlig in Ordnung.

Natürlich sehe ich die "Eigenbedarf"skündigungen für problematisch, wenn der Eigenbedarf einzig in Einrichtung eines Zweitwohnsitzes, dem Verkauf der Wohnung ohne bestehendes Mietverhältnis oder der Umwandlung in eine Ferienwohnung besteht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na bevor ich meine Bude beim Papa Staat miete (das unfähigste was wir hier im Lande haben aktuell), ziehe ich immer einen privaten Vermieter oder einen größeren Konzern vor.
Wer so was wie den BER fabriziert, sollte keine Wohnungen besitzen, so viel dazu.

Über die ganzen Thesen kann man ja lange diskutieren, ich bleibe lieber bei dem was aktuell Realität ist - 15€/m² in Berlin sind real, vor allem wenn man unter 10km zur Innenstadt bleiben will und keine Bruchbude in einem der schlimmsten Viertel mieten will.
2020 sinds dann 16€ pro m². Und die privaten Wohnungen werden im Preis weiterhin steigen und das ordentlich.

Wie viele Wohnungen gibts in Berlin? Glaub das waren 1,38 Millionen oder so. Um da durch staatliche Übernahme der Wohnungen auch den freien Markt zu bewegen sollte man schon über 30% besitzen, sonst geht das einfach unter. Mal sehen ob Berlin das Geld hat, den Wohnungsbestand auf 400.000+ auszubauen. Werden es deutlich weniger und werden es nur Sozialwohnungen, hilft das nicht viel, da es kaum eine Auswirkung auf den Markt hat. Da werden dann sozial schwache zugeteilt und bleiben da auch drin stecken , der Rest wird zügig vermietet wenn die alten Bewohner nicht schon drin sind und dann? Billige Bestandsmieten wirken sich nicht auf Neumieten aus. Wenn man dadurch den Mietspiegel drücken will - na da sinkt der vll um paar € und steigt gleich wieder in den nächsten Jahren.
Es läuft alles darauf hinaus, das der Markt es regeln wird, wie es dem Markt eben gefällt - hohe Nachfrage, 0,nix Angebot, Preise klettern. Kennt man in jedem Bereich.

Und zum Fachkräftemangel - ich sehe die EU als einen Arbeitsmarkt. Weil praktisch die gesamte EU hier kreuz und quer fahren und arbeiten darf. Was für uns ein Knochenjob mit miesem Lohn ist, ist für den Bulgaren ein halber Lottogewinn - der hat sonst 400€ da drüben verdient, hier bekommt der 1500. Daher wird sich das ausgleichen. Will man die Arbeitnehmer schützen, gibt es eine einfache Regelung (die auch so in anderen Ländern existiert): Wenn es einheimische Bewerber auf die Stelle gibt und sie qualifiziert genug dafür sind, bekommen sie den Job. Oder man macht es einfach nicht rentabel, Ausländer einzusetzen (hier wären auch die EU-Bürger enthalten). Ergo könnte eine Firma halt einen Ausländer einstellen, es würde sie einfach mehr kosten als ein Einheimischer der diese Stelle besetzt.
Da ich aber unserer Politik nicht mal die Müllentsorgung zutraue (selbst da machen die alles kaputt), wird so was hier nicht passieren.
 
Es gibt im reinen Sozialismus nur Staatsunternehmen und somit keine Start-Ups und kein Risikokapital?

Wenn man wie er mal wieder wegen mangelnder Bildung Staatssozialismus made in DDR mit demokratischen Sozialismus verwechselt vermutlich ehr nicht. :ugly:

Tja Gott sei Dank will die Mehrheit hier in diesem Land keinen Sozialismus und ich hoffe das bleibt so, mindestens bis ich die Augen zu mache, damit ich nicht den völligen wirtschaftlichen Untergang und Verfall dieses Landes live miterleben muss.

Nimm es mir nicht übel / böse, aber hoffentlich machen Menschen wie du sie dann möglichst bald zu, das wir als Gesellschaft vielleicht mal wieder einen größere Chance haben einen Zentimeter voran zu kommen, statt uns erneut wegen ewig gestrigen bildungsfernen blinden Kapital- & Marktanbetern, welche seit den 1970 / 1980er Jahren (Thatcher Ära) zunehmend zuviel Einfluss gewinnen, permanent in der Entwicklung rückwärts zu bewegen. ;) :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Sei mir nicht böse und nimm es mir nicht übel, dass ich hoffe und bete, dass nie solche Naivlinge und Personen fern ab jeder täglichen wirtschaftlichen Realität wie du, jemals die Chance bekommen unsere Gesellschaft zu "entwickeln", das führt nur zu Verarmung des gesammten Landes und millionenfachem Leid!
 
Sei mir nicht böse und nimm es mir nicht übel, dass ich hoffe und bete, dass nie solche Naivlinge und Personen fern ab jeder täglichen wirtschaftlichen Realität wie du, jemals die Chance bekommen unsere Gesellschaft zu "entwickeln", das führt nur zu Verarmung des gesammten Landes und millionenfachem Leid!

Aha, kannst du gerne so sehen, aber schon interessant das du meinst beurteilen zu können und zu wissen wie meine Erfahrungen & Wahrnehmung der täglichen wirtschaftliche Realität aussieht... :rollen:
 
Meldung aus Thüringen: Obwohl die Linkspartei den Ministerpräsidenten stellt, ist es bis heute nicht zu "Verarmung des gesammten Landes und millionenfachem Leid" gekommen. :schief:

Aber hier grüßt sowieso mal wieder das Murmeltier:
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Du solltest sehr vorsichtig sein, was du sagst,

Sag mal gehts noch? Ich sage meine Meinung, untermauert mit Fakten samt Quellen. Seit wann bitte schön muss man in diesem Land "vorsichtig sein", wenn man die Wahrheit sagt?


wenn einer am Band arbeitet was ist er dann oder Handwerker ist?

Bandarbeiter oder Handwerker. Darum gehts aber nicht, sondern wenn um "normal" respektive der Mitte der Gesellschaft angehörig. Und wenn jemand am Band einen Lohn weiter oberhalb des Medians bekommt, dann ist er eben überdurchschnittlich. Dass das insbesondere in der Region Stuttgart mit einer großen Zahl gehobener Autohersteller, die bekanntermaßen sehr gut zahlen, immer mal wieder vorkommt, sollte einem blinden mit Krückstock klar sein: Natürlich gibt es Arbeiter, die mehr als der Median verdienen, denn es kann nicht die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung nur aus Abteilungs- und Firmenleitern bestehen. Schließlich will so ein Vorgesetzter mehr als nur einen Untergebenen haben und selbst mit gehörigem Wasserkopf kommen die meisten Unternehmen auf deutlich über 50% Malocheranteil. Die bestverdienensten davon sind dann halt 5-10-15% mit überdurchschnittlichem Gehalt und die können vielleicht auch ein Haus finanzieren.
Ändert aber nichts daran, dass die Mehrheit der Angestellten und Arbeiter ein Einkommen unter dem Median bezieht, das geht schon allein aus dem statistischen Grundsatz hervor, was ein Median überhaupt ist. Und wenn dein Vater solchen Leuten kein Eigenheim vermittelt bekommt (und ich wüsste nicht, wie er das schaffen sollte -nooffense- wenn keine Erbschaft oder andere fremde Mittel im Spiel sind), dann ist die Aussage, die DU als "Lüge" bezeichnet hast nun einmal nicht wiederlegt. Sondern wahr.


Sollte da tatsächlich eine Begrenzung existieren, ist sie, wie du es treffend beschrieben hast, viel zu lang gefasst. Die sollte höchstens auf 2-3 Jahre begrenzt sein und neben einer Höhenbegrenzung bezogen auf die Modernisierungskosten in der Höhe auch auf Basis der alten Miete begrenzt werden.
Also sowas wie "Maximal 10% der Modernisierungskosten aufgeteilt über 3 Jahre dürfen umgelegt werden, jedoch aber höchstens in Höhe von +25% auf Basis der Originalmiete.".

Ich hab nochmal drüber nachgedacht/zu recherchieren versucht: Ich glaube, es gibt keine zeitliche Obergrenze. Aber es dürfen definitiv 100% der Moderniesierungskosten umgelegt werden (ungeachtet des Nutzens für den Mieter) und es gibt ein Höchstlimit, wieviel davon pro Jahr. Schöpft der Vermieter dieses Limit aus, dauert es 9 Jahre, erhöht er die Miete um einen geringeren Faktor, läuft die Erhöhrung entsprechend länger. Aber die Mieter zahlen so oder so den gesamten Betrag, solange ihnen der Vermieter nichts schenkt. (Bei einer sehr kleinen Mieterhöhung macht er das zu einem gewissen Teil, weil die Umlage nicht inflationskorrigiert wird. D.h. wenn die Mieter noch 30 Jahre später ein Bisschen was zahlen, ist dieses Bisschen viel weniger wert, als der Vermieter ursprünglich vorgestreckt hat.)

Ja, da müsste der Vermieter am Ende vielleicht auch mal einen Teil der Kosten selber übernehmen, aber das finde ich nicht schlimm...

... denn eigentlich ist es auch aus meiner Sicht schon kriminell, eine Zwangslage auszunutzen, um sich die Aufwertung des eigenen Eigentums durch Dritte bezahlen zu lassen. Wertsteigernde Maßnahmen die über das Maß der Instandhaltung hinausgehen gehören eigentlich aus der Tasche der Vermieter gezahlt...

EXAKT.
Und das ist nur der Normalzustand bei einigermaßen fairen Vermietern. Die richtigen Arschlochkonzerne setzen noch einen drauf und koordinieren Modernisierungsmaßnahmen mit Instandhaltungskosten. Das heißt anstatt etwas Bestehendes instand zu setzen (das müsste der Vermieter aus eigener Tasche/den normalen Mieteinnahmen bezahlen) wird das Bestehende abgerissen und durch etwas "besseres" ersetzt, sodass die ganzen Bauarbeiten als Modernisierung zählen und vom Vermieter zusätzlich bezahlt werden müssen.

Äh, worauf beziehst du das Zitat?

Das bezieht sich auf meine eigene Aussage "bei neuen [Mietern] abkassieren". Das finde ich zwar nicht nett, im Rahmen einer Marktwirtschaft aber tollerabel, solange niemand von ARGE,... gezwungen wird, sein Leben an einen neuen Ort zu verlagern oder von Vermietern auf irgend einem Wege vor die Tür gesetzt wird. Wer aus freien Stücken, aus Lust und Laune oder um seine Lebenssituation (z.B. besserer Job) zu verbessern, in eine andere Stadt zieht, der muss halt das zahlen, was dort verlangt wird. Kommt netto keine Verbesserung bei raus, steht es ihm ja frei, dort zu bleiben, wo er ist.
Leider ist genau das heute nicht der Fall - viel zu viele Leute sind gezwungen umzuziehen, weil ihr bisheriges Leben (sonst) zerschlagen wird.

Sofern der Vermieter da wirklich EIGENbedarf hat (= eine dauerhafte, eigene Nutzung anstrebt), sollte eine Eigenbedarfskündigung innerhalb der geltenden Fristen weiterhin möglich sein.
Wenn eine eigene Nutzung als (realer...) Hauptwohnsitz angestrebt ist, halte ich das für völlig in Ordnung.

Genau da fehlt es halt an Prüfungen. Und in meinen Augen sind auch die Fristen etwas knapp gefasst, ab einer gewissen Mietdauer stecken in einer Wohnung samt Einrichtung und Umfeld erhebliche finanzielle und soziale Investitionen. Der Vermieter hat umgekehrt über lange Zeiträume (oftmals nicht schlecht) vom erarbeiteten Einkommen des Mieters gelebt. Dafür sollte der umgekehrt einen angemessen Bestandsschutz haben.

Wenn man wie er mal wieder Staatssozialismus made in DDR mit demokratischen Sozialismus verwechselt ehr nicht. :ugly:

Auch in einem demokratischen Sozialismus gäbe es kein "Start-Up" wie wir es kennen. Also eine private Risikoinitiative mit neuem Geschäftsfeld. Das setzt eben privates Unternehmertum voraus, dass zum reinen Sozialismus nicht dazu gehört. Man kann sich durchaus soziale Staaten vorstellen, in denen es so etwas gibt, aber im reinen Sozialismus gehen unternehmerische Innovationen vom Staat respektive von Staatsunternehmen aus. Wenn eine einzelne Person die Idee hat, würde er die seinen Vorgesetzen, einem entsprechenden Amt, im Rahmen einer organisierten Hobbyvereinigung, etc. vorbringen und dann müsste ein Repräsentant des Staates (möglicherweise ein sehr niedriger) darüber entscheiden (möglicherweise sehr formlos: Jo, geil! Mach!) und ein staatliches Budget (möglicherweise aus einem vorab für eben solche Experimente pauschal freigegebenen Topf) bewilligen. Das unterscheidet sich dann in der Arbeit kaum vom kapitalistischen Start-Up (bringt privat aber viel weniger Versorgungsängste mit sich), wäre wirtschaftlich aber ein neues Staatsunternehmen respektive eine neue Abteilung mit eingeplanter Zukunft. Keine "mal sehen wann sie pleite geht" Klitsche.

(realexistierende, undemokratische Beispiele kann man in der sowjetischen Militärindustrie bis in die spätern 50er hinein finden. Da gab es durchaus innovative Arbeitsgruppen, die kreativ vorgingen - aber immer mit Rückendeckung von oben, als Teil bestehender Unternehmen oder staatlich organisierter Ingenieurbüros. Nie als unabhängige Neugründung.)
 
Auch in einem demokratischen Sozialismus gäbe es kein "Start-Up" wie wir es kennen. Also eine private Risikoinitiative mit neuem Geschäftsfeld. Das setzt eben privates Unternehmertum voraus, dass zum reinen Sozialismus nicht dazu gehört.
Demokratischer Sozialismus ist ja auch kein "reiner" Sozialismus, geschweige denn eine homogene "Bewegung". Darunter fallen auch die verschiedensten reformistischen und sozialdemokratischen Strömungen die es gibt, die nichtmal eine Überwindung des Kapitalismus anstreben, sondern ihn mit sozialen bzw. mit sozialistischen Elementen beschränken und regulieren wollen. Daher ist der hier von Don-71 an den Tag gelegte Beißreflex hochnotpeinlich, wo alles, was nicht stramm auf schwarz-geld Kurs ist, als Untergang der Bundesrepublik bezeichnet wird und dass es nur Stunden dauert, bis das rote Inferno über einen hereinbricht.
 
Es wäre z.B. eine Rätedemokratie möglich. Meinetwegen auch Volksabstimmungen.

Am Grundgesetz und der Staatsform muss man nicht unbedingt was ändern, das funktioniert bisher ganz gut. Auch die Parteien könnten so bleiben. Zumindest soweit sie nicht wie die NPD/AfD o.ä. verfassungsfeindlich sind.
Es müsste halt nur der Lobbyismus weg.
 
Und mit solchen Leuten hast du mich auf eine Stufe gesetzt @pulli und das nur weil ich in der CDU war :D
 
Millionenfaches Leid? So viele Milliardäre gibt es nicht.

In Deutschland sind es gerade mal 126.
Selbst Weltweit sind es sogar nur knapp über 2200.

Liste der Laender nach Anzahl an Milliardaeren – Wikipedia

Genau da fehlt es halt an Prüfungen. Und in meinen Augen sind auch die Fristen etwas knapp gefasst, ab einer gewissen Mietdauer stecken in einer Wohnung samt Einrichtung und Umfeld erhebliche finanzielle und soziale Investitionen. Der Vermieter hat umgekehrt über lange Zeiträume (oftmals nicht schlecht) vom erarbeiteten Einkommen des Mieters gelebt. Dafür sollte der umgekehrt einen angemessen Bestandsschutz haben.

Siehe: Trickserei mit Eigenbedarf - ZDFmediathek
 
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