Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Und warum nicht, wenn es doch alle mit finanzieren sollen?? Nur über Steuern ist eine gerechte Verteilung möglich.
Wobei man da sinnvollerweise noch die Finanztransaktionssteuer und Vermögenssteuer braucht.

Btw, haben wir hier schon einen sehr hohen Standard, wenn mal in andere Länder schaut, wo es oft nicht mal Strom und fließendes Wasser gibt.

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Warum über Steuern? Das ist kein öffentlicher Grund wie eine Straße oder Parkplatz das man es über Steuergelder querfinanzieren soll. Das ist Privateigentum was von einer oder mehreren Personen gemietet wird und entsprechend von genau denen finanziert wird. Der Besitzer geht in Vorleistung (Erwerb vom Eigentum, Instandhaltung, Sanierung etc.) und legt die Kosten entsprechend um. Wo ist da ein Problem?
Ich vergleiche das mit jeder anderen Ware auf dem Markt, auch Essen und andere Dinge die für das normale Leben unersetzlich sind. Da steigen die Preise teils auch, ist ja nichts dabei. Inflation, höherer Lebensstandard, höhere Kosten für XYZ, all das spielt für die Ware eine Rolle - wie es halt beim Endkunden ankommt und zu welchem Preis. Da ist eine Wohnung nichts anderes - eine Ware, die aktuell gehandelt wird.
Das wir Genossenschaften haben und soziale Wohnungen die nicht auf Profit abzielen oder gar mit Kosten verbunden sind, ist ja nicht schlimm. Wir subventionieren doch auch andere Bereiche damit das funktioniert.
Man sollte nur nicht zu hart in den Markt reinlatschen, sonst macht man es kaputt. Der Markt regelt sich selbst, wenn die Städte so weit sind das es sich nicht mehr lohnt in Massen dahin zu pilgern, balanciert sich das wieder aus.

Und man sollte uns mit Slums irgendwo in Mexiko nicht vergleichen (oder Kolumbien wie mir der Name vom verlinkten Foto sagt). Wir verdienen hier im Monat mehr als die im Jahr, entsprechend sollten wir auch mindestens 12x so viel ausgeben wie die da drüben. Wenn da so eine Bruchbude 100€ im Monat kostet, kann unsere Wohnung hier locker 1200€ kosten.
Wir sind hier so brutal verwöhnt, wir haben hier für praktisch 0,nix die Wohnungen gemietet die in anderen Teilen der Welt mit entsprechend hoher Lebensqualität locker das mehrfache kosten - das ändert sich alles, alles gleicht sich an.
Egal wohin ich blicke, Städte die so massiv wachsen und so eine hohe Lebensqualität bieten, kosten überall richtig viel. Egal ob Seoul, Tel Aviv, New York, Paris, London oder meinetwegen auch Moskau (wobei sich hier über den Lebensstandard wenig gutes sagen lässt), sie sind alle eines - irre teuer. Das ist aber nicht vom Himmel gefallen, die Nachfrage schafft diese Preise für ein begrenztes Angebot. Irgendwann kapieren die Leute das es sich nicht lohnt in die Metropole zu ziehen wegen Arbeit, weil man dafür aufm Land ein ganzes Haus mieten kann und trotzdem noch mehr Geld übrig hat. Ganz ohne pendeln.
 
Wenn die Abdachlosenzahlen explodieren (eine Vervierfachung in den letzten Jahren!!!), muss man sich nicht darüber streiten ob Wohnungen eine gute Geldanlage sind oder nicht, sondern wir haben dann ganz andere Probleme.....:(

Familien mit kleinen Kinder fragen jetzt in Notunterkünften nach einem Schlafplatz für die Nacht, Behinderte, und alte Frauen und Männer.

Solche Zustände haben wir hier mitten in Deutschland, seit Jahren, und es wird noch nicht einmal thematisiert in den Medien, weil es keine Quote bringt, und sich niemand wirklich dafür interessiert.

Auch die Schlangen an den Tafeln werden immer länger, trotz Hartz IV.
Die Leute stellen sich doch nicht stundenlang aus Spass da an, für vergammelte und abgelaufene Lebensmittel, wie altes Brot, und Gemüse was normalerweise im Müllkontainer gelandet wäre.

Deutschland war immer stolz auf seine soziale Marktwirtschaft.
Länder wie die Benelux-Staaten, Österreich, Schweiz, Dänemark, und Skandinavien, haben aber eine viel bessere "soziale" Marktwirtschaft als Deutschland, die auch viel effektiver funktioniert als unsere.

Trotz gigantischer Sozialausgaben kommt das Geld also nicht bei den armen Menschen an, wo es eigentlich hin sollte.
Alle Parteien sehen nur noch auf die Mitte, weil es da die meisten Wähler gibt, und die Ränder der Gesellschaft fransen immer weiter aus.
 
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Wenn die Abdachlosenzahlen explodieren (eine Vervierfachung in den letzten Jahren!!!), muss man sich nicht darüber streiten ob Wohnungen eine gute Geldanlage sind oder nicht, sondern wir haben dann ganz andere Probleme.....:(

Familien mit kleinen Kinder fragen jetzt in Notunterkünften nach einem Schlafplatz für die Nacht, Behinderte, und alte Frauen und Männer.

Solche Zustände haben wir hier mitten in Deutschland, seit Jahren, und es wird noch nicht einmal thematisiert in den Medien, weil es keine Quote bringt, und sich niemand wirklich dafür interessiert.

Auch die Schlangen an den Tafeln werden immer länger, trotz Hartz IV.
Die Leute stellen sich doch nicht stundenlang aus Spass da an, für vergammelte und abgelaufene Lebensmittel, wie altes Brot, und Gemüse was normalerweise im Müllkontainer gelandet wäre.

Deutschland war immer stolz auf seine soziale Marktwirtschaft.
Länder wie die Benelux-Staaten, Österreich, Schweiz, Dänemark, und Skandinavien, haben aber eine viel bessere "soziale" Marktwirtschaft als Deutschland, die auch viel effektiver funktioniert als unsere.

Trotz gigantischer Sozialausgaben kommt das Geld also nicht bei den armen Menschen an, wo es eigentlich hin sollte.
Alle Parteien sehen nur noch auf die Mitte, weil es da die meisten Wähler gibt, und die Ränder der Gesellschaft fransen immer weiter aus.

In Deutschland gibt es für alle dt. Staatsbürger ohne Einkommen Sozialhilfe. Die müssen sich nur im Amt melden und werden einquartiert. Wenn die sich aber nicht an die Hausregeln halten fliegen die raus. Das ist eher die Ursache bzw, sie wollen nicht in einer Wohnung leben. Es ist aber kein Problem mit Wohnungsnot, nur bekommen diese Leute sehr kleine heruntergekommene Zimmer. Sehe ich aber nicht als Problem.
 
Ja und während sich in den Großstädten die Leute so verhalten, vergreisen uns diverse kleine Orte. So viel Hirn sollte man doch haben das man sich woanders hin bewegt wenn es einem zu teuer, zu voll usw. ist in der Großstadt. Einige verstehen das aber irgendwie nicht, warum auch immer.
 
Dann verlassen mehr Pflegepersonal und andere berufe die Großstädte, Stationen werden geschloßen und sogar kinderintensiv Stationen müssen Betten unbelegt bleiben , weil es wenig Personal gibt oder halt wegziehen,wo die sich leisten können gell
(Dann kommen Noch die Altenheime dazu)

Wurden ja verlinkt
 
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Einige verstehen das aber irgendwie nicht, warum auch immer.
Ich kann dir sagen warum:

In den Städten sind nunmal die Unis und die gutbezahlten Arbeitsplätze. Auf dem Land verdienst du heutzutage nichts mehr, außer es ist zufälligerweise ein größeres Unternehmen dort ansässig.
Noch darüberhinaus benötigt jede Stadt Personal, das die Berufe ausfüllt um eine Stadt nunmal am Leben zu halten.
Und dass es mehr als genug Orte gibt, in denen die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel hundsmiserabel ist, muss ich jetzt nicht ernsthaft dazuerwähnen?

Tja, aber so ist das halt mit Leuten, die in ihrem eigenem Horizont festsitzen. Ein völlig segmentiertes Weltbild aber dann anderen ein Verständnisproblem andichten wollen.:nene:
 
Ich kann dir sagen warum:

In den Städten sind nunmal die Unis und die gutbezahlten Arbeitsplätze. Auf dem Land verdienst du heutzutage nichts mehr, außer es ist zufälligerweise ein größeres Unternehmen dort ansässig.
Noch darüberhinaus benötigt jede Stadt Personal, das die Berufe ausfüllt um eine Stadt nunmal am Leben zu halten.
Und dass es mehr als genug Orte gibt, in denen die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel hundsmiserabel ist, muss ich jetzt nicht ernsthaft dazuerwähnen?

Tja, aber so ist das halt mit Leuten, die in ihrem eigenem Horizont festsitzen. Ein völlig segmentiertes Weltbild aber dann anderen ein Verständnisproblem andichten wollen.:nene:

Kranke

und besonders alte und junge pflegebedürftige Menschen sind ja keine Leistungsträger und Menschen die mit solchen Leute arbeiten ja auch nicht;)
 
Ich kann dir sagen warum:

In den Städten sind nunmal die Unis und die gutbezahlten Arbeitsplätze. Auf dem Land verdienst du heutzutage nichts mehr, außer es ist zufälligerweise ein größeres Unternehmen dort ansässig.
Noch darüberhinaus benötigt jede Stadt Personal, das die Berufe ausfüllt um eine Stadt nunmal am Leben zu halten.
Und dass es mehr als genug Orte gibt, in denen die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel hundsmiserabel ist, muss ich jetzt nicht ernsthaft dazuerwähnen?

Tja, aber so ist das halt mit Leuten, die in ihrem eigenem Horizont festsitzen. Ein völlig segmentiertes Weltbild aber dann anderen ein Verständnisproblem andichten wollen.:nene:

In der aktuellen Arbeitswelt, wo immer mehr Home Office Jobs existieren, immer mehr automatisiert wird (ein Kraftwerk rennt gerade mir 15-20 Leuten z.B.) macht es keinen Sinn die Städte vollzustopfen.
Studenten sind übrigens da gar kein Faktor. Sie leben in WG's, bewohnen also irre teure riesige Wohnungen mit 3-8 Personen oder sind in Wohnheimen und haben gar keine Auswirkungen auf die Mietwohnungen für kleine Familien oder Singles - welche Familie braucht bitte ne 180m² Wohnung mit 5 Zimmern und 2 Bädern? Dazu verstopfen die Studenten die Städte nicht dauerhaft, nach dem Abschluss ziehen sie weiter.

In der Stadt verdienst du zwar richtig gut, darfst aber auch richtig kräftig draufzahlen. Für das was man aktuell in Großstädten wie München, Frankfurt oder Köln für eine Wohnung bezahlt, kriegt man 50km weiter schon ein Haus. Ich kann ja verstehen das Leute in die Städte gehen für die es keine Jobs auf dem Land geben kann allein schon wegen Bevölkerungsdichte (du kannst einen Chirurgen halt nicht in der übelsten Pampa halten wo das nächste Krankenhaus wo der arbeiten könnte 50km weit weg ist), aber warum der Rest da hinrammelt, das verstehe ich nicht.

Kleinstädte sind auch schon im Koma je nach Gebiet, es trifft ja nicht nur Dörfer. Dort hast du Leerstand, der Vermieter gibt dir noch Champagner und Blumen wenn du da was größeres mieten willst. Und Leute generieren Jobs. Sobald es da Leute gibt, wird da auch der Bedarf an Dienstleistungen usw. steigen.

Jeder mit etwas Hirn weiß doch - die Großstädte sind voll, die sind nicht aus Gummi, die Straßen werden nicht breiter nur weil man dort leben will, die Wohnungen fallen nicht vom Himmel, der Stau wird nicht kleiner und billiger wirds nicht. Was bringt einem 50% mehr Lohn in der Stadt wenn die passende Wohnung 3x so teuer ist? Hast am Ende auch nix gekonnt, dir bleibt genau so viel Geld übrig. Und dann motzen die Leute noch über Lärm, Dreck, schlechte Luft und verstopfte Straßen in den Städten, obwohl sie selbst dazu beitragen.
Landflucht ist ein Thema und auch das regeln die Leute selbst und der Markt - der eben von den Leuten geschaffen wird, nicht von der Politik oder sonstigen Firmen.
 
Auf dem Land hast du keine Jobs, außer du verdingst dich als Landwirt oder als Ladenhüter irgendwo in eine der ja sehr zukunftsträchtigen, kleinen Dorfläden oder als - natürlich topbezahlter - Verkäufer im Supermarkt. Es gibt zwar auch Firmen, die auf dem Land ihre Standorte unterhalten, aber nicht überall.

Und eine Stadt besteht ja nicht nur aus Chirurgen. Angestellte in Kaufhäusern, Kaufleute aller Art, Pflegekräfte, usw. eventuell auch noch mit Kindern.
Wenn die sich von ihrem Durchschnittsgehalt keine Wohnung mehr leisten können, hat die Stadt eben ein Problem. Sind ja nicht nur die gutbezahlten Berufe. Meinst du eine 500-Seelen-Kaff auf dem Land bietet Stellen für 100-200 Erwerbssuchende? Denen bleibt auch nichts anderes übrig, als in die Stadt zu ziehen oder zumindest bis da hinzupendeln.

Oder kuck dir die vielen Eigenbedarfanmeldungen an - da werden Rentner die Wohnung gekündigt, in denen sie schon jahrzehntelang gelebt haben.
Das Problem kommt nicht allein von den Leuten, es ist irgendwo auch hausgemacht, die übermäßige Verprivatisierung hat seit den 90ern Wohnraum immer unerschwinglicher werden lassen, noch dazu wurde Geld lieber in sinnlose Großprojekte, wie einen Bahnhof, ein Konzerthaus oder einen Flughafen, verpulvert.^^
 
In Deutschland gibt es für alle dt. Staatsbürger ohne Einkommen Sozialhilfe. Die müssen sich nur im Amt melden und werden einquartiert. Wenn die sich aber nicht an die Hausregeln halten fliegen die raus. Das ist eher die Ursache bzw, sie wollen nicht in einer Wohnung leben. Es ist aber kein Problem mit Wohnungsnot, nur bekommen diese Leute sehr kleine heruntergekommene Zimmer. Sehe ich aber nicht als Problem.
So viel komprimierten Quatsch habe ich schon lange nicht mehr gelesen.....

Bitte lese erst einmal wenigstens meine Posts in den Thread hier, wenn du schon mitreden willst.

Wer arbeiten kann bekommt in Deutschland ALG 2 und keine Soziialhilfe.
Nur kranke, behinderte, oder alte Menschen bekommen Sozialhilfe oder eine Rente.

Ich engagiere mich öfter im Lerchensteig (dem größten Obdachlosenheim in Potsdam).
Die Masse dort sind arbeitende Bürger, die bei den meisten Vermietern in Ungnade gefallen sind, oder zu wenig verdienen.
In Berlin sieht es ähnlich aus, wobei angeblich der Ausländeranteil sehr hoch sein soll.

Ein Wohnung wollen aber alle haben, und suchen da schon seit Jahren nach!!!
 
Ja und während sich in den Großstädten die Leute so verhalten, vergreisen uns diverse kleine Orte. So viel Hirn sollte man doch haben das man sich woanders hin bewegt wenn es einem zu teuer, zu voll usw. ist in der Großstadt. Einige verstehen das aber irgendwie nicht, warum auch immer.

Zum einen kosten Umzüge Geld, das hat man als HartzIVer nicht (und nein, dass Jobcenter zahlt keinen Cent, solange es nicht für einen Job ist. Und selbst dann entbrennt ein Papierkampf sondergleichen, der wirklich nur für jemanden, dessen Zeit 0 Cent/Stunde wert ist, etwas einbringt). Als Obdachloser ohne Eigentum wäre es natürlich vergleichsweise einfach, Obdachlose kriegen aber unabhängig vom Geld in der Regel keine Wohnung, weil niemand an sie vermieten will. Das ist, neben der Notversorgung, einer der Standbeine von Obdachlosenhilfen: Sie bieten erstmal sowas wie eine feste Anschrift und eine Dusche, mit der man dann hoffentlich irgendwo einen Scheißjob bekommt und mit einem Scheißjob und sauber kann man dann versuchen, eine Wohnung zu bekommen. Aber nicht in Berlin oder irgend einen anderen größeren Stadt, wo es Jobs gibt => Teufelskreis

Zwischen beiden Zuständen gibt es eine schmale Lücke, in der man sowieso schon vieles verkauft hat und relativ leicht umziehen könnte, aber von Vermietern nicht sofort die Tür gezeigt bekommt. Problem hier: Wer dann auf eins der verlassenen Käffer zieht, verlässt sich nicht nur sein gesamtes bisheriges Umfeld zugunsten völliger Einsamkeit, sondern entscheidet sich damit bewusst für ein Leben als Hartzer bis ans Ende seiner Tage. Denn die Käffer sind ja wegen Jobmangel tot (und die Städte deswegen überlaufen)
Und allen Vorurteilen zum Trotz stirbt die Hoffnung eben doch zuletzt und auch Langzeitarbeitslose zerstören sich nicht aktiv die letzte Chance auf ein Zukunft, egal wie klein die auch sein mag.


Studenten sind übrigens da gar kein Faktor. Sie leben in WG's, bewohnen also irre teure riesige Wohnungen mit 3-8 Personen oder sind in Wohnheimen und haben gar keine Auswirkungen auf die Mietwohnungen für kleine Familien oder Singles - welche Familie braucht bitte ne 180m² Wohnung mit 5 Zimmern und 2 Bädern? Dazu verstopfen die Studenten die Städte nicht dauerhaft, nach dem Abschluss ziehen sie weiter.

Deswegen haben Uni-Städte auch durch die Bank weg die niedrigsten Mieten Deutschlands. Nicht. :wall:


In der Stadt verdienst du zwar richtig gut, darfst aber auch richtig kräftig draufzahlen. Für das was man aktuell in Großstädten wie München, Frankfurt oder Köln für eine Wohnung bezahlt, kriegt man 50km weiter schon ein Haus. Ich kann ja verstehen das Leute in die Städte gehen für die es keine Jobs auf dem Land geben kann allein schon wegen Bevölkerungsdichte (du kannst einen Chirurgen halt nicht in der übelsten Pampa halten wo das nächste Krankenhaus wo der arbeiten könnte 50km weit weg ist), aber warum der Rest da hinrammelt, das verstehe ich nicht.

Beim Verstehen kann man nicht helfen, aber wie schon mehrfach genannt: Auf dem Land gibts für die anderen auch keine Jobs. Jedenfalls nicht flächendeckend, sondern nur mal hier mal da. Das mag für jemanden, der die Welt nur als Suchmaschine aus dem Home Office kennt, nach viel aussehen, aber für jemanden der in den letzten 5 Jahren drei Jobs hatte und auch in Zukunft nur befristete Verträge zu erwarten hat, macht es einen großen Unterschied, ob es in 50 km Umkreis um seine (neue) Wohnung 2 potentielle Arbeitsplätze für jemanden mit seiner Qualifikation gibt oder 2000. Ich habe nach meinem letzten Umzug 3-4 Jahre gebraucht, bis ich die Kosten desselben wieder rein hatte und wäre der neue Job nach der Probezeit geplatzt, hätte ich keine Möglichkeit gehabt, für ein noch-so-gutes Folgeangebot noch einmal umzuziehen. Und ich gehör schon zu den Leuten, die mit Geld umgehen können und wissen, was sparen ist. Ein Großteil der ärmeren 50% in diesem Land lebt von der Hand in den Mund und muss für einen Umzug einen Kredit aufnehmen. Das macht man nicht, wenn nur ein einziger Fehler (egal ob ein eigener in der Probezeit, einer der neuen Firmenleitung auf geschäftlicher Ebene, der zu Personalabbau führt oder ein Charakter-Fehler des neuen Chefs, der einen so wieder auf die Straße setzt) bedeutet, dass man gar nichts mehr hat. Wenn man in eine Stadt zieht, bestehen trotz allem deutlich bessere Chancen, irgend eine andere Einkommensquelle an Land zu ziehen.
=> "in Städte" ziehen mehr Leute um, "aufs Land" zieht, außer Bonzen in die Speckgürtel, so gut wie niemand => es gibt eine Nettobewegung in die Städte, auch wenn viele da gar nicht leben wollen.

Sobald es da Leute gibt, wird da auch der Bedarf an Dienstleistungen usw. steigen.

Soviel zur BWLer-Theoriesicht. In der Praxis wird aber kein armer Schlucker in Vorleistung gehen, in der Hoffnung, dass ihm genug Nachfolgen. Und der Osten ist auch reich an Beispielen dafür, dass staatliche Vorarbeit den Mechanismus nicht anstoßen kann.

Was bringt einem 50% mehr Lohn in der Stadt wenn die passende Wohnung 3x so teuer ist?

Siehe oben: 1000 € statt 0 € sind nicht 50% mehr Lohn, auch nicht 500% und auch nicht 5000%, sondern der Unterschied zwischen Lohn und gar nichts. 3x mal höhere Mieten sind "nur 3x" höher. Aber dagegen kann man ja versuchen, was zu tun.
 
@Threshold Die bleiben aber auch nicht, die Zahl der Studenten wächst zwar, aber sie sind nur auf der Durchreise in den Städten. Gerade in meiner alten Stadt - Chemnitz, da bleibt doch keiner freiwillig nach dem der von der TU Chemnitz runter ist (egal ob mit Abschluss oder ohne).
Die Studenten haben keine wirkliche Auswirkung auf den Markt, vor allem weil sie kein Geld haben und eh nur für wenige Jahre mieten, dazu WGs und Wohnheime nutzen - das ist eine ganz eigene Kategorie die nicht viel mit dem normalen Mieter (aka Familie) zu tun hat. Weder was Geld/Zahlungskraft noch Mietdauer, Ansprüche und Interessen angeht.

Zum Rest: ich rede hier nicht über 100-Mann Dörfer. Ich rede über Kleinstädte - in Sachsen sind das unsere berüchtigten blau-wählenden Orte wie Görlitz, Plauen, Werdau usw. Klar gibt es da Jobs. Die Leute da wollen auch essen, sich die Haare schneiden lassen oder ihr Auto repariert haben ohne dafür XY Kilometer fahren zu müssen. Aber nö, jeder denkt das der in der Großstadt ein viel besseres Angebot bekommt was den Job angeht, ist auf dem Papier ja viel mehr. Nur dann haut einem die Realität zwischen die Beine - mit der Miete und anderen Preisen die deutlich höher sind einfach weil die Stadt an sich teuer ist und entsprechend die Preisgestaltung überall angepasst wird.
Warum also nicht über Städte reden die so zwischen 5.000 und 100.000 Einwohnern haben? Da sind die Mieten billig (es sei denn diese Stadt ist der direkte Nachbar einer Großstadt), es gibt trotzdem alles - Nachtleben, Kunst, Arbeit, Platz, genug Parkplätze, alles was halt das Leben angenehm macht, ohne die Nachteile von vollgestopften Großstädten wie Lärm und Dreck?

Die Landflucht wird sich automatisch wieder umkehren wenn die Großstädte den Leuten nicht mehr das angenehme Leben bieten was sie dort suchen. Klar habe ich den Luxus von einem Home Office und zwar Vollzeit praktisch, ich kann irgendwo in Thailand am Strand liegen mit nem Cocktail und würde trotzdem genau so viel Geld bekommen. Muss ich aber nicht. Aber ich verstehe immer noch nicht warum die Leute in die Großstädte rammeln obwohl sie ganz genau wissen - da geht die Hälfte vom Lohn gleich für die Miete drauf, Umzug in der Stadt kann man sich in einigen Jahren nicht mehr leisten wenn man schlecht verdient, es ist laut, dreckig, voll, Parkplatz suchen ist immer ein Abenteuer, um Grün zu sehen muss man in den Park rammeln oder die Stadt verlassen (und teils weit fahren wenn man Ruhe will!) und dafür zahlt man noch zu viel (relativ, aber wer nix verdient, darf halt auch keine Ansprüche stellen).

Fakt ist - die Städte sind halt nicht aus Gummi. Wohnungen gibts da zu wenige um den Zuzug aufzunehmen. Und bei der aktuellen Lage dauert das bauen auch ewig und 3 Tage. Ergebniss: die Leute werden aufhören in die Städte zu rammeln weils einfach zu voll wird. Oder wir werden Großstädte wie Seoul haben - irre groß, voll mit Workaholics, mit riesigen leeren Flächen, etlichen Millionen an Bewohnern und trotzdem Staus, Dreck, schlechter Luft und angepissten Leuten, egal wie gut es der Stadt an sich geht und was da an Geld schwimmt.
Aktueller Trend ist ja - mehr Umweltbewusstsein, weg vom pendeln (also Job suchen wo man wohnt und nicht 50km weiter), weg vom Auto an sich, gesünder leben etc. All das ist nicht mit Mega-Metropolen zu realisieren einfach weil die nicht effizient genug sind - wir haben hier doch mehr als genug Fläche, alles ist supergeil angebunden und um die Ecke (das Land ist recht klein). Der Trend wird sich fortsetzen und die Stadtbewohner werden da auch Druck machen damit sie nicht komplett überrannt werden und damit zwischen den Metropolen kein Niemandsland entsteht.
 
Mein Dad auch, mit dem Auto 35 Minuten mit dem ÖPNV 1:45 pro Strecke. (Rhein/Ruhr)
So oft und gerne ich dafür plädiere das Auto stehen zu lassen, das kann man von keinem verlangen.
 
Die verkorkste bundesdeutsche Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte spielt bei dem Thema auch mit rein. Auch wenn schonmal vor mehreren Seiten gebracht: Landesentwicklung - Der lange Weg zur Metropolregion Berlin-Brandenburg
besonders interessant daraus:
[...]
Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Entwicklung von Berlin und Brandenburg entlang der großen Eisenbahnstrecken erfolgt, also die wir schon seit dem 19. Jahrhundert haben. Wir haben viele Städte in Brandenburg, die entwickelt werden können, wo Menschen hinziehen können, die Kapazitäten haben, und deshalb ist es wichtig, dass wir diese Trassen stärken und nicht das Land dazwischen zersiedeln.“
[...]
„Es ist beschämend, dass der deutsche Staat 75 Jahre nach Kriegsende die Kriegsfolgen in seiner eigenen Hauptstadt nicht beseitigt hat. Man darf sich wundern. Damit meine ich vor allem, dass im Sommer 1945 die sowjetische Besatzungsmacht in der Ostzone die zweiten Gleise demontierte, auch bei der Berliner S-Bahn. Und jeder, der mit der S-Bahn von Berlin nach Potsdam fährt, weiß: Dort ist nur ein Gleis. Da kann man nicht sagen: Das sind die bösen Russen gewesen, sondern das ist einfach eine verquälte Verkehrspolitik, die es seit 1990 nicht geschafft hat, das zweite Gleis dort wieder aufzubauen.“

In vielen Außenbezirken kann die Berliner S-Bahn bis heute nur im 20-Minuten-Takt fahren, weil das zweite Gleis 1945 von den sowjetischen Truppen abgebaut wurde. Am dringendsten erscheint den Landesplanern aber der doppelgleisige Ausbau der Eisenbahnstrecke nach Stettin.

[...]
Fehlt nur noch, dass auf den Strecken die damals ebenfalls demontierte Oberleitung noch nicht wieder steht.
 
Nur als Frage, welche S Bahn Strecke in Berlin ist eingleisig?
Grade aus Berlin höre ich, dass die Leute sich kein Auto kaufen weil man es nicht braucht. Hier Rhein/Ruhr vollkommen undenkbar.
 
Danke, interessant. War schon sehr oft in Berlin, aber das hatte ich nie im Blick.
 
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