Auf dem Land kann inzwischen auch nicht mehr jeder wohnen, also was soll eigentlich dauernd der Unfug, dass hier und dort diese und jene wohnen können und andere nicht?
Mal ganz betriebswirtschaftlich gesehen: Was macht denn eine Firma, wenn die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt? Natürlich kann sie die Preise erhöhen. Sie kann aber auch das Angebot erhöhen. Indem sie investiert. Das ist aber den Immobilienfirmen hierzulande zu teuer.
Wäre anders, wenn der Staat die Zügel diesbezüglich in den Hand nehmen würde. Deshalb gibt es auch auch den sozialen Wohnungsbau, dass eben auch Menschen ohne hohes Einkommen sich eine Wohnung leisten können.
Dass der Wohnugnsmangel nunmal insbesondere für Geringverdiener ein Armutsrisiko ist, scheint dich garnicht zu interessieren. In dem "Worst-Case-Szenario" München wäre die Situation auch anders, wenn die dortige Regierung nicht jahrelang sozialen Wohnraum privatisiert hätte.
Ich tat mir als Student auch verdammt schwer, hier eine einigermaßen bezahlbare Wohnung zu finden. Noch dazu ist mein Vater selbstständig, das macht sich beim Antrag auf BAföG nicht so dolle.
Und ich habe hart dafür gearbeitet, hier studieren zu können, habe mein Abi über den zweiten Bildungsweg mit einem Notendurchschnitt von 1,6 nachgeholt, das ist auf der Berufsoberschule kein Zuckerschlecken.
Die LMU mit ihren Instituten und Einrichtungen ist deutschlandweit und auch international sehr beliebt, hier hast du viele Möglichkeiten die du an anderen Unis und FHs nicht hast. Selbiges gilt wieder für andere Unis in anderen Städten, die für gewisse Fachbereiche die besten Studiengänge bieten.
Der Punkt hier: Die Stadt - z.B. München - sieht das ja.
Sie wirbt selbst damit, eine große Universitätsstadt zu sein, mit Lernwilligen aus allen Bundes- und internationalen Ländern. Nur was nützt das, wenn sich es kaum noch jemand leisten kann, hier zu studieren weil er keine bezahlbare Bleibe findet?
Das, was Deutschland ja im Gegensatz zu anderen Ländern wie den USA oder England auszeichnet, ist, dass jeder, egal mit welchem sozialen oder finanziellen Hintergrund, die Möglichkeit besitzt, auch an den besseren Unis zu studieren, ohne ein Vermögen dafür ausgeben zu müssen.
Frei nach dem Motto, dass Bildung eben ein Grundrecht ist.
München hätte nun natürlich mehr in sozialen Wohnungsbau investieren können. Tat die Stadt aber nicht. Ergo ist es ja logisch, dass der Wohnraum fehlt. Ich frage mich immernoch, warum diese einfache Tatsache so schwer ist zu kapieren.
Dass du keine Stadt kennst, in der es noch "angenehme" Wohnsituationen gibt, liegt schlicht daran, dass es fast keine Städte mehr in Deutschland mit angenehmer Wohnsituation gibt - aus bereits zigfach durchgekauten Gründen.

Aber wie gesagt: Schau dir Wien an, da sieht's komischerweise ganz anders aus...
Und eine Arbeitsmarktreform war damals natürlich notwendig; Aber die Agenda 2010 ist nichts anderes als pures Lohndumping gewesen.
Es gab in den 90ern Spitzenverdiener, die nun dank dieser knapp über der Armutsgrenze leben müssen. Die Abgaben wurden im Gegenzug nie gesenkt. Und noch dazu haben wir nun den so genannten "Fachkräftemangel", weil Firmen Arbeitsplätze in gewissen Bereichen deutlich weniger vergüten und sich für so ein Gehalt keiner mehr den Arsch aufreißen will. Stattdessen holen wir halt irgendwelche armen Teufel aus Osteuropa, die hierzulande ein bisschen mehr verdienen und locken so schön billige Arbeitskräfte an, die sich wunderbar ausbeuten lassen.
Die Agenda 2010 war der größte Schwachsinn, den Schröder abgezogen hat, neben dem Quatsch mit der Rieserrente und dem Hedgefonds. Die Lorbeeren dafür hat Merkel geerntet.
Und dann wundert sich noch jemand, wieso die SPD schon lange an ihrem Tiefpunkt angelangt ist.
