Deine "Flintenuschi" muss mit dem Reform-Debakel ihrer männlichen Flachpfeiffen von Vorgängern klarkommen und gleichzeitig die verkustete Bundeswehr zu einem modernen Arbeitgeber machen.
Zuerst einmal, ist es nicht meine Flintenuschi, den Spitznamen hat sie sich aber redlich verdient mit ihren großartigen Ankündigungen was die Bundeswehr doch alles so, wider besseren Wissens, im Ausland übernehmen könne und ihren gelegentlich äußerst fragwürdigen Selbstinzinierungsstil, den sie ja auch schon vor dem Verteidigungsministerium gerne pflegte, dort aber nochmal auf die Spitze trieb.
Zudem ist diese Frau sicher die "beste" Wahl gewesen um die Probleme dort zu lösen, wie weit die Fähigkeiten dieser Frau reichen um Probleme zu beheben hat man ja bereits in den zwei Ministerien gesehen die sie zuvor inne hatte, man erinnere sich da nur mal an ihren äußerst "sinnvollen" Warnhinweis (Schranken) für Pornoseiten, den sie für das Internet wollte. Oder das die Frau so das Blindengeld in Niedersachsen für Blinde Personen abgeschaft hat, die von Geburt an Blinde sind, usw.
Zweitens, ist ein Verteidigungsminister nicht allumschränkter Alleinentscheider und Gottkönig in seinem Ministerium, die Verfehlungen die dort stattgefunden haben sind nicht alleine / ausschließlich auf die mangelnde "Kompetenz" ihrer Amtsvorgänger zurückzuführen, sondern auf Entscheidungen die über Jahre von den Regierungen getroffen wurden, viele davon hängen auch mit den immer weiter gekürzten Ausgaben und dem Personalabbau bei der Bundeswehr zusammen, die seit den 1990er Jahren beschlossen wurden.
Aufgefallen sind sie nur nicht solange weil man halt lange Zeit durch die verkleinerten Bestände an Ersatzteile kam (wenn ich halt von 100 Tornados 20 stilllege hab ich halt 20 Ersatzteilspender).
Dann die viel zu erprupte Umsetzung die Bundeswehr von einer Wehrpflichtigenarmee eine Berufsarmee machen zu wollen, ohne sich vorher wirklich Gedanken darum zu machen welche Anforderungen und Probleme denn mit so einer Umstellung einher gehen und Konzepte zu erarbeiten wie man die Bundeswehr entsprechend umbaut und dafür sorgt das sie nach dieser Umstellung auch an genügend Personal kommt.
Ich zitiere mal:
der Bundestag am
Donnerstag, 24. März 2011, die allgemeine
Wehrpflicht zum 1. Juli dieses Jahres aus.
Deutscher Bundestag - Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht beschlossen
Das war alles viel zu kurzfristig und völlig unüberlegt deletantisch umgesetzt und vor allem ohne Sachverstand dafür was man mit so einer Umstrukturierung eigentlich wirklich auf sachlicher Ebene erreichen will. Böse ausgedrückt, eigentlich war es nur eine politische Entscheidung mit postiven Prestige und keine die auf Kompetenz fußte.
Aber das waren ja sowieso die meisten Entscheidungen die ab den 1990er Jahren im Zusammenhang mit der Bundeswehr getroffen wurden.
Es hätte eine vernünftige Übergangsfrist für die Umstellung festgelegt gehört, in der man Strukturen und Armee umbaut und schaut was verändert gehört und nicht so ein Blödsinn wie im März beschlossen und im Juli seht mal her wie ihr eure Leute ranbekommt und atraktiv genug für neues Personal werdet.
Ich diskutierte gerade mit meiner Frau darüber wie man ordentliches Personal als Staat bekommen kann, wenn privatwirtschaftliche Unternehmen mittlerweile dazu übergehen ihren Auszubildenen Bonis wie eine New York Reise zu bezahlen anbieten? Wir beide waren uns einig, dass man das nur durch richtige Anreize schafft, und der Staat hier echt Nachholbedarf hat.
Im zivilen Bereich ist der Staat zimlich attraktiv, ja vieleicht verdient man in der freien Wirtschaft nach 10 bis 15 Jahren mehr als im staatlichen Dienst, aber dafür hat der staatliche Dienst ganz andere Vorteile die du in der freien Wirtschaft so nie bekommen wirst.
Was das Personal bei der Bundeswehr angeht, nun, Kinderbetreung bestreite ich nicht das es evt. wichtig war, aber eine Leselampe und ein Kühlschrank dafür habe ich bis jetzt nur von einigen aktiven Soldaten Kopfschütteln gesehen. Die wünschen sich vorrangig vor allem Ausrüstung die funktioniert, evt. auch ein etwas besseres Gehalt für die Gefahr der sie im Ausland ausgesetzt werden und nicht zuletzt mehr Ansehen für ihre Arbeit die sie leisten, sowie der Bundeswehr im allgemeinen, bei der Bevölkerung.
Weil eines lass dir mal gesagt sein, mit Kinderbetreuung, 100€ Kühlschränken und 15€ Leselampen alleine wirst du die Bundeswehr sicher nicht zu einem attraktiveren Arbeitgeber machen und auch nicht damit das du jedem Soldaten eine Reise nach New York finanzierst, wenn die wissen das sie dafür morgen mit einem Haufen nicht einsatzfähiger, teilweise einsatzfähiger, oder mangelhafter Ausrüstung in ein Krisengebiet gehen sollen.
Also meine Frage an dich: Was nützt einem tolles Kriegsgerät, wenn die es zu bedienenden Leute nicht da oder dafür nicht gut genug sind?
Du solltest mal differenzieren, die Bundeswehr besteht nicht nur aus militärischen Angehörigen, sondern auch aus zivilen Mitarbeitern, welcher von beiden Bereichen hat also deiner Meinung nach nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter?
Probleme hat die Bundeswehr momentan vorrangig damit ausreichend "qualifizierte" Bewerber für die militärische Laufbahn zu bekommen, der zivile Bereich hat wesentlich weniger Probleme, was auch daran liegt das der deutlich attraktiver ist.
*edit* Ach, warum wusste ich eigentlich nur im Vorfeld, als ich ihn gestern las, das unsere interessierteUserin diesen Post von Tekkla liken wird...
