Unions-Politiker Tauber verteidigt die Preisvergabe an Crysis 2 und kritisiert Doppelmoral

WaterShot

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Wer hätte das gedacht?
Nachdem man zuletzt immer nur einseitige Töne in der Presse lesen konnte/musste, kommen jetzt ganz andere Töne aus der Unionsfraktion:

“In Crysis 2 geht es nicht um das planlose Töten von Menschen, sondern darum, New York von einer Invasion Außerirdischer zu befreien. Dazu bedarf es taktischen Geschicks und kognitiver Fähigkeiten. Wer nur rumballern will, der hat an Crysis 2 keinen Spaß.”

Auch tritt Tauber dafür ein, bei Computerspielen und Spielfilmen gleiche Maßstäbe anzusetzen:

“Der Tarantino-Film Inglourious Basterds wurde mit mehreren Millionen Euro gefördert. Dabei übersteigen die darin enthaltenen Gewaltdarstellungen die Brutalität von Crysis 2 um ein Vielfaches.”

Besonders der zweite Teil seiner Aussage war längst überfällig wie ich finde. Endlich wird es auch mal in der Politik angeprangert, dass man verfilmte Gewaltorgien staatlich subventioniert und verbotene Symbole a la Hakenkreuze duldet während man Ego-Shooter als "unmenschlich" abtut und dort sämtliche Symbolik verbietet.
Doppelmoral ohne Ende. Mal schauen wie das noch weiter geht. :daumen:

(Quelle)


EDIT:

Danke an Whoosaa für einen zusätzlichen Link eines Vorab-Artikels beim Spiegel dazu.
Füge ich mal 1:1 so in den Startpost mit ein.

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0 schrieb:
Peter Tauber (CDU) über seine Entscheidung, den Deutschen Computerspielepreis an ein Killerspiel zu verleihen - SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat Killerspiele noch vor drei Jahren mit Kinderpornografie verglichen. Hat er da unrecht?

Tauber: Das halte ich für völlig abwegig. Computerspiele sind längst Teil unserer Kultur, teilweise sind sie sogar Kunst. Wir leben in einem freien Land, in dem viele Menschen gern Ego-Shooter spielen. Darunter sind nicht nur Bekloppte, sondern Rettungssanitäter genauso wie Richter, Architekten oder Bundestagsabgeordnete wie ich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Endlich mal ein Politiker der nicht grundsätzlich gegen Videospiele ist und auch das "gute":schief::schief: in ihnen sieht. Meiner Meinung nach eine EAussage die längst hätte geschehen hätten sollen nämlich ehrliche Politiker:schief:.
 
Wie bitte?! In dieser Partei gibt es also doch noch denkende Politiker, nicht ausschließlich Mitläufer ohne Ahnung bzw. eigene Meinung?! :what:
Sieht so aus, als wären zumindest einzelne Personen in dieser Partei doch noch zu etwas gebrauchen...
Ich bin positiv überrascht - wird mal Zeit, dass ein Politiker diese Denkweise einschlägt.
Danke, Herr Tauber! :daumen:
 
Uiih ist da tatsächlich ein Sitzsack aus dem Koma aufgewacht. Da hat die Union ja einen Dreckspatz und Nestbeschmutzer an Bord. Meine Hochachtung dafür, da gehört schon was dazu so hart an den Wind zu segeln.
 
Schön so was zu lesen, endlich mal was, was mit Hirn geschrieben wird.
Denn diejenigen die nur schreiben das manche Spiele dazu da sind um Psychisch gestörte zu helfen ein Massenmörder zu werden, sind einfach nur völlig unwissend.
 
Das werden die anderen Parteimitglieder zu verhindern wissen. trollface.png megusta.png

Weitere Infos zu diesem "Ausreißer"?
 
Habt ihr euch mal den Vorab-Artikel auf SPIEGEL durchgelesen?

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0 schrieb:
SPIEGEL: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat Killerspiele noch vor drei Jahren mit Kinderpornografie verglichen. Hat er da unrecht?

Tauber: Das halte ich für völlig abwegig. Computerspiele sind längst Teil unserer Kultur, teilweise sind sie sogar Kunst. Wir leben in einem freien Land, in dem viele Menschen gern Ego-Shooter spielen. Darunter sind nicht nur Bekloppte, sondern Rettungssanitäter genauso wie Richter, Architekten oder Bundestagsabgeordnete wie ich.
Einer von uns! :wow: :wow: In der CDU! :what: :what: Wie geil! :D :D
 
CDU und ne anständige Aussage....irgendwie passt das nicht so richtig, ist aber endlich mal n Schritt in die richtige Richtung :wow:
 
Wow, es gibt also noch normale Menschen in der Union. Gut dass er mal anspricht, wie bigott die ganze Disskusion um diese "Killerspiele" ist.
 
So etwas aus den Reihen der Union - ich glaub meine Matrix hat ein Softwareupdate verpasst :what:

Sieht so aus als würde dieser Killerspiel-Schwachfug endlich mal bei unseren Politikern aufhören. Das wurde aber auch schwer Zeit!
 
hmm.. ob da wohl ein paar Wählerstimmen mit gefangen werden sollen?

Oha, jemand der nicht auf populistische Manöver hereinfällt.

Ich sitze hier zufällig in Taubers Wahlkreis und kann euch berichten, dass der gute Mann als langjähriger JU-Funktionär durchaus ein Interesse daran hat, die "Generation 2.0" als Wähler einzuheimsen. Frei dem Motto: Wer nicht mehr weiterweiß, gründet einen Arbeitskreis. So auch der "Kommunistenfresser" Tauber. An solchen Einzelaussagen eine neue Offenheit gegenüber dem Medium "PC-Spiel" festmachen zu wollen, ist IMO jedenfalls ungerechtfertigt.

Deshalb: Erstmal informieren, wer da was sagt, auch wenn die Argumentation Hand und Fuß hat (das aber ist noch keine Kunst). Schließlich zocken auch die jüngeren CDU-Wähler gerne mal Shooter. :schief:
 
Sehr gute Meinungsvertretung.
Hauptsache er wird vom Fraktionszwang jetzt nicht nach unten gedrückt.
 
Absolute PR, vllt unter Druck aus den eigenen Reihen um flott die Meinungs-Ströme zu ändern oder einfach eigennützige Anpassung an irgendein heikles Thema um neue Wählergruppen anzusprechen.

Von solch banalen Sympathiehaschern bleibe ich unberührt.

Das Letzte was man machen sollte ist, sich von so jemanden einnuscheln zu lassen, wir müssen kritisch Denken, schneller und flexibler reagieren - zu jeder Zeit und überall.
 
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Jaja, die guten alten "Christen", diese Möchtegern-Gut-Menschen :ugly:.
Keine Ahnung, wer jetzt nun dieser Tauber ist, das ist mir ganz piegsch...egal(muss man den kennen?), dass jetzt einer Mal die Zeichen der Zeit erkannt hat und auf Wählerfang geht, soll er doch damit glücklich werden und wenn dann einige andere darauf reinfallen, sollen die sich doch einlullen lassen.
Gut, C2 nicht auf dem Index, aber der ganze andere Rest? Ob (RTC)Wolfenstein etc. pp was man nicht versteht, wird verteufelt von dem Pack.

Mein Gott, es wird einfach abgelenkt, anstatt wichtige Themen aufzugreifen wie z.B. verbindliche (uns gegenüber fairen) Spielregeln für Banken und die Wirtschaft, wird auf unwichtigen emotionalen Themen herumgeritten (wir lassen uns nicht gerne von Leuten Dinge vorschreiben von denen sie nichts verstehen...das weckt bei mir schon Agressionen:P) um davon abzulenken, dass die Regierende / Legislative sich von einer Lobby Übermächtiger Honig ums Maul schmieren lässt und dabei den Pakt mit dem Teufel schließt, das irgendwann erkennt, und dann entweder zu Alkohol (oder anderen Drogen) greift oder die Massen durch pauschale Meinungsmache bei Null Kompetenz (ein Klassiker) emotional aufheizt.
 
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Mein Gott, es wird einfach abgelenkt, anstatt wichtige Themen aufzugreifen wie z.B. verbindliche (uns gegenüber fairen) Spielregeln für Banken und die Wirtschaft, wird auf unwichtigen emotionalen Themen herumgeritten (wir lassen uns nicht gerne von Leuten Dinge vorschreiben von denen sie nichts verstehen...das weckt bei mir schon Agressionen)
OT, aber es fiel mir nach dem Lesen des Beitrags von MG42 ein:

Identitäre Themen (z.B. "Freiheit", "Offenheit") werden im öffentlichen Diskurs immer gegenüber sozialen, wirtschaftlichen usw. Themen bevorzugt, weil sie nichts Kosten (damit sage ich nicht, dass sie unwichtig wären).

Ein aktuelles Beispiel: Die Timoschenko-Debatte. Ich meine, es gibt überall auf der Welt und auch sehr oft Großveranstaltungen, wo am Rande immer wieder unhaltbare Zustände geschaffen werden, da kennt wohl jeder genug Beispiele. Nun sind die Opfer dieser Zustände meist keine reichen, prowestlichen Oligarchen, weswegen sich dann nur vereinzelt Leute für ihr Schicksal interessieren. Am Rande erwähnt: Die Verhältnisse im Strafvollzug sind dort übrigens schon seit langem katatrophal und die ehemalige Premierministerin Timoschenko hätte das ja ändern können. Hat sie aber nicht. Oder anders herum gefragt: Wer setzt sich denn z.B. für die Millionen ukrainischer Arbeitsmigranten ein, die sich in ganz Europa verdingen? Die haben kaum Fürsprecher, weil man für die Verbesserung ihrer Lebensituation ja geregelte Arbeitsverhältnisse einführen müsste und das Kostet ja wieder Geld.

Ich sehe das aber auch vonseiten der Bürger. Die wollen, dass Themen mit übersichtlicher Frontstellung die Medien beherrschen, bei denen jeder weis, worum es geht bzw. sich zumindest etwas darunter vorstellen kann (s. "Causa Wulff", "FDP", "Killerspiele" usw.).
 
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