Dinge wie Motor oder Getriebe, aber auch Kupplung, Radlager usw, halten meistens eh ein Autoleben lang - wenn sie ordentlich genutzt und gewartet wurden (Inspektionen eingehalten). Ausrücklager defekt hört man, Kupplung kann man testen (zb. im 3ten Gang mit Gas anfahren, dann muß der Bock absaufen), Kolbenringe oder Ventilschaftdichtung o.ä sieht man (blauer Qualm), Bremsen kann man sehen, bzw. generell schon fast alles am "Klang" erkennen (ausgeschlagene Gummilager klopfen/klackern, usw).
Frag mal die Fahrer von Autos mit dem "legendären" VR6-Motor, die können dir Klagelieder ohne Ende singen. Sehr viele hatten schon nach ziemlich kurzer Zeit/Laufleistung (oft während der Garantiezeit) Probleme mit dem Kettentrieb (Steuerkette).
Beim TSI später kam das Problem Steuerkette wieder auf...
Der Smart 450 (erstes Modell) Benziner hat ein (Konstruktions-) Problem mit dem Motor, da fingen die Probleme (Leistungsverlust bis zum Motorschaden) oft schon nach 60-70.000KM an. Mercedes hatte mal die Zusammensetzung der Lackierung geändert (Umstellung auf wasserbasiert?), da fingen damals viele Benzer ziemlich schnell hart das Rosten an. Und und und. Sehr viele Probleme tauchen nämlich auch mal in den ersten Jahren auf, oder gar nicht.
Bei einem alten Gebrauchten kann dir sowas eher nicht passieren. Wenn der Wagen zb. 200.000Km gelaufen hat, und sauber klingt, dann längt sich da keine Steuerkette mehr nach ein paar tausend Kilometer. Wenn der nach 20 Jahren noch keinen nennenswerten Rost hat, kommt da auch nicht plötzlich irgendwoher welcher. Sind solche Autos immer gut gepflegt und ordentlich gewartet worden, dann ist die Chance relativ gering, dass da irgendwas "plötzlich" komplett ausfällt.
Und wie gesagt, was ein "alter Gebrauchter" ab einem gewissen Punkt gar nicht mehr hat ist ein Wertverlust.
https://www.check24.de/kfz-versicherung/automagazin/img/artikel/ratgeber/wertverlust.jpg
Klar ist der Verlust an Wert individuell, aber so als grobe Richtung dürfte das Bild hinkommen. Ein Neuwagen für 25.000€ ist nach 5 Jahren noch ca. 10-12.000€ wert, hat also im Schnitt jährlich ca. 2200€ gekostet. Die eigentlichen Kosten für die Wartung kommen da ja noch obendrauf. Und gerade die Einhaltung aller Intervalle ist hier sehr wichtig, Stichwort Serviceheft und Wiederverkauf.
Kaufst du zb. einen "alten Gebrauchten" mit neuem TÜV für zb. 2000€ oder 3000€ oder 4000€, könntest du diesen nach 2 Jahren verschenken, und hättest trotzdem weniger Geld verloren. Kaufst du aber einen
guten Gebrauchten, und steckst da im Schnitt jährlich ca. 300-500€ rein (in einer günstigen freien Werkstatt deines Vertrauens, mit Teilen die du selbst preiswert im Netz besorgst), kannst den ziemlich sicher ebenfalls noch 10 Jahre fahren. Und hast dabei die wichtigsten Verschleißteile quasi immer aufgefrischt. Und wenn du deine Wahl gut getroffen hast, steigt ab einem gewissen Zeitpunkt der Wert deines Autos sogar wieder.

(schau mal was n 1er Golf im guten Zustand kostet)
Du musst also auch beim Kauf von Neuwagen/Jahreswagen o.ä. Glück haben, um kein Fahrzeug zu erwischen was noch Überraschungen parat hat. Wohingegen du beim Gebrauchtwagenkauf eher sehr viel Pech haben musst, wenn du (oder ein Bekannter von dir, oder ein Gutachter/TÜV-Prüfer wenn du 0 Plan hast) dir einen Wagen ganz genau angeschaut hast, und er dir anschließend trotzdem "komplett verreckt". Wobei ich nicht wüsste was an einem alten Gebrauchten nicht wieder für relativ kleines Geld repariert werden könnte... (gebrauchter AT-Motor inkl. Einbau dürfte die teuerste Reparatur sein, was je nach KFZ schon unter 1000€ machbar ist)
Es gibt einfach nichts günstigeres als günstig zu fahren.
Man braucht halt, ganz genau wie zb. auch beim Hauskauf usw, immer jemanden an seiner Seite der "Plan" hat, falls man sich selber nicht auskennt.
Einen Anwendungsfall würde ich allerdings wirklich nicht, oder nur sehr sehr eingeschränkt, bei "alten Gebrauchten" sehen - den Vielfahrer. Wer richtig hart KM schrubbt, der ist sehr wahrscheinlich besser mit einem KFZ mit niedriger Laufleistung beraten. Auch wenn Langstrecke eigentlich genau das ist, was für ein KFZ am wenigsten Belastung pro KM bedeutet, einem alten Gebrauchten also perfekt passen würde, kann ein neueres Fahrzeug mit wenig Laufleistung hier ggf. schon spürbar pflegeleichter sein. Jahreswagen, nach 1-2 Jahren wieder weg, nächster Jahreswagen. Finanziell zwar definitiv nicht besser, aber eben doch etwas zuverlässiger und einfacher in der Handhabung, und nicht zuletzt auch komfortabler usw. Und idR "repräsentiert" man ja auch (s)ein Unternehmen. Privat fährt ja normalerweise keiner zb. 50.000KM im Jahr.