Woran machst du fest, dass die Autobauer gegen autonome Mobilität sind?
Hab ich doch geschrieben? Gut, dagegen ist vielleicht etwas zu viel, aber sie sind nicht wirklich dafür. Daimler war mit einem Partner am forschen, ist aber glaube 2019 schon ausgestiegen. Info: Ich rede von autonomem fahren, also Fahrzeugen ohne Fahrersitz. Alles andere sind mehr oder weniger "Assistenzsysteme". Was Mercedes offiziell darf, können auch andere Hersteller schon lange.
Ist doch auch verständlich, dass die Autobauer nicht wirklich an komplett autonomer Technik "mit vollem Einsatz" interessiert sind, da es wie gesagt indirekt das Ende der individuellen Mobilität bedeutet. Davon bin ich jedenfalls überzeugt.
Das Hauptproblem bei der autonomen Mobilität ist nicht die Erkennung der Umwelt bei Regen oder Schnee, auch wenn einzelne Konzepte hier noch schwächeln. Das Problem ist der Mensch. So lange er im Verkehr teilnimmt, gibt es einen sehr großen unberechenbaren Risikofaktor. Das Internetz ist voll von Videos/Compilations, die eindrücklich zeigen, wie "dumm" der Mensch sehr oft reagiert, bzw. sich verhält. Wenn dein Auto komplett fehlerfrei autonom fährt, bringt es nichts, wenn dir zb. aus dem Gegenverkehr ein "Mongo" (warum auch immer) plötzlich frontal vor deine Kiste fährt.
Über kurz oder lang müssen die Menschen aus den Autos verschwinden, damit die autonome Mobilität ihre Vorteile komplett entfalten kann. Dazu müssen die Fahrzeuge nicht nur miteinander vernetzt sein, sie müssen auch in Abhängigkeit zueinander reagieren können. Wenn dann zb. Auto A einem plötzlich auf die Straße laufenden Kind ausweichen will (ggf. in den Gegenverkehr), dann kann es dies früh genug den anderen Fahrzeugen mitteilen - die dann entsprechend reagieren können (quasi noch bevor Auto A sein Ausweichmanöver einleitet).
Wenn es zu einem Unfall kommt, dann ist nunmal idR (>90%) der Mensch daran Schuld (siehe auch Beispiele wie Costa Concordia, Ever Given, Andreas Lubitz usw). Und die individuelle Mobilität (das eigene Auto) ist schon aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht sinnvoll. Aber damit verdienen die Autobauer aktuell noch ihr großes Geld.
Ohne Elon Musk bzw. Tesla wäre die E-Mob (Egal ob Akku oder Brennstoffzelle oder ...) noch lange nicht da, wo sie heute ist, obwohl es funktionierende E-Autos bzw. Konzepte schon lange vor Tesla gab. Und jetzt überleg mal, wenn schon bei einem Konzept mit lediglich weniger Teilen bei der Produktion und weniger Wartung/Service die klassischen Autobauer auf die Bremse treten, was wird wohl bei einem Konzept (voll autonom) der Fall sein, was mit ~80% weniger Fahrzeugen auskommt? Was "nur" noch eine Dienstleistung sein wird?
Oder glaubst du es hat finanzielle Gründe, dass die 5 oder 10 Unternehmen die bzgl. Forschung an autonomer Mobilität aktuell am weitesten fortgeschritten sind, Unternehmen sind, die (noch) überhaupt keine Autos bauen?
Siehe Tesla. Die haben überhaupt nichts erfunden, rein gar nichts. Die haben einfach nur vorhandene und schon lange etablierte Technik neu kombiniert. Und so wie es ausschaut gibt ihnen der Erfolg recht. Komisch, denn die Autobauer haben uns seit einer Ewigkeit erzählt, dass die Kunden an solchen Fahrzeugen gar nicht interessiert seien.
Und bzgl. "das eigene Auto ist so in den Köpfen drin": Genau so wie ein E-Auto fast jeden sofort begeistert der mal eines gefahren ist, wird es mit dem autonomen Personentransport als Dienstleistung sein. Wozu monatlich/täglich so viel Geld (TcO !) für das eigene Auto zahlen, wenn der Transport (ab der eigenen Haustür) so viel günstiger - und im Endeffekt auch "spaßiger/entspannter" - ist. Und zwar ganz besonders auch dann, wenn das semi-individuelle autonome Fahrzeug auch noch deutlich besser ausgestattet ist, als der Wagen den man sich selbst leisten könnte.