Special Steckerdrama bei RTX 5090: Ungleiche Last mit 12+4-Anschluss als Problem im PCGH-Gegencheck

Danke für den Artikel :-). Ich hoffe ihr bleibt auch weiterhin an dem Thema dran.

Im Endeffekt bleibt dem Käufer einer 5090 also entweder nur das Prinzip Hoffnung, dass bei einem selbst alles läuft, oder die Anschaffung einer Stromzange. Selbst nachzumessen scheint demnach ja die einzige Möglichkeit um zu prüfen, ob man ein Problem hat (bevor es zu kokeln anfängt und der Rauchmelder anspringt).

Bei dem Preis der 5090, könnte man zumindest erwarten, dass so eine ab jetzt gebundled wird :ugly:
 
@PCGH_Richie: Gibt es eigentlich eine Erklärung dafür, warum Roman direkt 2 glühende Leitungen hat? Im Endeffekt ist der Aufbau der 40er und 50er Serie sehr bedenklich. Aber das erklärt ja noch nicht, warum ein Kabel, welches frisch ab Werk geliefert wird nur über 2 Adern leitet. Ihr musstet schließlich 4 Adern kappen, damit 20+Ampere auf den verbleibenden 2 Adern anliegen…
Das wäre schon mal interessant, ob die Kabel einfach ab Werk defekt sind oder ob es ein Problem bei den Netzteilen gibt…

Das AX1600i ist als ATX-2.4-Netzteil etwas älter, sollte aber grundlegend mit dem von Corsair bereitgestellten Kabel alle 12+4-Pol-Grafikkarten ohne Probleme versorgen können. Noch bevor PSUs mit ATX 3.0 erschienen sind, habe ich dazu entsprechende Anfragen zum 12+4-Anschluss (zwecks Nachrüstung) gestellt – das AX1600i ist das beste ATX-2.4-Netzteil, das wir jemals im Test hatten. Auch heute noch ein Top-Produkt.

Vor einigen Wochen habe ich bei Corsair explizit 12+4-Pol-Kabel angefragt. Nicht nur die "12+4 zu 12+4"-Varianten, sondern auch die Type4-Kabel von Corsair, mit denen auch ältere Netzteile wie eben das AXi nativ (ohne Zwischenadapter) GPUs versorgen können – die sind wohl alle vergriffen und nicht lieferbar. Für den Artikel habe ich ein entsprechendes, in der Theorie identisches, Kabel aus der ersten ATX-3.0-Serie von Corsair genommen und zumindest im ersten Test (mit offenem Aufbau, HX1000i) nichts Auffälliges beobachten können. Wenn sich Zeit findet, nehme ich nochmal das AXi, erwarte aber keine Änderungen. Die Temperaturen der 12-Volt-Leitungen waren im akzeptablen Bereich. Masse war deutlich kühler (unten sieht man die zwei Kabelstränge, links fällt jeweils immer etwas wärmer aus, aber alles im „grünen“ Bereich bei uns im Test).

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Wenn der Stecker häufiger verwendet wird, was bei Roman der Fall zu sein scheint, ist ein unbemerktes Verschieben der Kontakte/der Rahmen eine denkbare Ursache (von ehrlicherweise vielen). Aus der Ferne lässt sich das schwer beurteilen, warum genau zwei Adern so fokussiert werden. Spannend wären die Ergebnisse mit neuem, aber ansonsten identischem Kabel (auch jeweils anderes Corsair-Netzteil, andere 5090-Karte etc.).
 
@PCGH_Richie
Den Kabelpeitschen-Adapter in Verbindung mit 4 x 8 Pol PCIe anstatt einem nativen 12V HPWR / 2x6 zu nutzen dürfte bei dem grundsätzlichen Problem nur wenig helfen, oder?
 
Der besteht aus gedrehten, vergoldeten Kontakten und soweit ich den Markt überblicken kann gibt es da nichts für weniger als 3-4 Euro pro Stück.

Ein XT60 ähnlicher Stecker wäre eine gute Möglichkeit dem Problem aus dem Weg zu gehen, die Original Stecker kosten um die 60 Cent. Test Übergangswiederstände

Ich verstehe den Sinn hinter den Sense Pins des High Power Steckers nicht wirklich. Er detektiert nicht wie viele Kabelpaare Kontakt haben, sondern nur, wie viele laut sense Pins vorhanden sein sollten. Das ist in etwa so, als würde man beim Reifenwechseln die Schrauben nicht mit dem Drehmoment Schlüssel prüfen sondern nur nachsehen ob jeweils eine schraube pro Gewinde vorhanden ist.
 
Bei der nächsten GEN auf eine neue Netzteil-Spezifikation mit 24V oder besser 48V pochen. Somit sollten die Kabelprobleme bzgl. zu viel Ampere pro Leitung doch erledigt sein oder?
 
@PCGH_Richie
Den Kabelpeitschen-Adapter in Verbindung mit 4 x 8 Pol PCIe anstatt einem nativen 12V HPWR / 2x6 zu nutzen dürfte bei dem grundsätzlichen Problem nur wenig helfen, oder?

Ändert nichts am grundsätzlichen Problem, jup.

Ein XT60 ähnlicher Stecker wäre eine gute Möglichkeit dem Problem aus dem Weg zu gehen, die Original Stecker kosten um die 60 Cent. Test Übergangswiederstände

Den XT60 hat Jan als Vergleich gestern auch ins Spiel gebracht. :P
 
Danke für den Bericht. Ich habe mir jetzt einen neuen PC bestellt (inkl. Zusammenbau und Test) und der wird auch mit einer 5090 kommen. Das einzige was ich tun kann, ist nach der Lieferung den Sitz des Steckers zu überprüfen.
Aber mal eine Frage: Sollte es trotzdem zu einer Verschmorung kommen (an der GPU oder/und PSU), kommt dann eigentlich jemand für den Schaden auf? Schicke ich die Sachen zurück und fordere Ersatz oder wie verhält es sich damit? Das wäre schon eine wichtige Information, da ich schon am Überlegen bin von der 5090 Abstand zu nehmen.
 
Bei der nächsten GEN auf eine neue Netzteil-Spezifikation mit 24V oder besser 48V pochen. Somit sollten ...
deutlich weniger Pins reichen

gibts sogar schon als Spec
 

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Man könnte doch einfach Netzteil und GraKa miteinander verlöten und dazwischen dickere Adern verwenden, so dass eine Ader die 600 Watt tragen könnte. Problem gelöst :nicken:

Eigentlich finde ich das gar nicht lustig, da letztendlich Gefahr für Leib und Leben besteht.
 
Man könnte doch einfach Netzteil und GraKa miteinander verlöten und ...
Man könnte die 5-Slot-Graka zusammen mit NT als ein Teil bauen und das bisserl restlichen PC ranhängen.

Braucht die Welt wirklich jetzt schon solche Monster, oder wäre es nicht sinnvoller auf 2nm zu warten.
(mit 1/3 Leistungsaufnahme)
Bei Sowas könnte die EU mal Vorgaben machen.
 
Danke für den Bericht. Ich habe mir jetzt einen neuen PC bestellt (inkl. Zusammenbau und Test) und der wird auch mit einer 5090 kommen. Das einzige was ich tun kann, ist nach der Lieferung den Sitz des Steckers zu überprüfen.
Aber mal eine Frage: Sollte es trotzdem zu einer Verschmorung kommen (an der GPU oder/und PSU), kommt dann eigentlich jemand für den Schaden auf? Schicke ich die Sachen zurück und fordere Ersatz oder wie verhält es sich damit? Das wäre schon eine wichtige Information, da ich schon am Überlegen bin von der 5090 Abstand zu nehmen.
Du wirst dich in so einem Fall auf die Gewährleistung berufen können.
 
Ein XT60 ähnlicher Stecker wäre eine gute Möglichkeit dem Problem aus dem Weg zu gehen, die Original Stecker kosten um die 60 Cent. Test Übergangswiederstände

Ich verstehe den Sinn hinter den Sense Pins des High Power Steckers nicht wirklich. Er detektiert nicht wie viele Kabelpaare Kontakt haben, sondern nur, wie viele laut sense Pins vorhanden sein sollten. Das ist in etwa so, als würde man beim Reifenwechseln die Schrauben nicht mit dem Drehmoment Schlüssel prüfen sondern nur nachsehen ob jeweils eine schraube pro Gewinde vorhanden ist.

Die XT60 Stecker sind von den Übergangswiderständen schon super. Ich habe die XT90 schon mit Überlast von 10000A getestet und die sehen noch gut aus.

Das Einstecken braucht aber Kraft, und könnte sich das PCB schon ein Stück verbiegen. Und so richtig geschützt gegen Finger sind die Kontakte auch nicht, dass ist wohl der Grund, warum die in industriellen Anwendungen so selten sind (und von Amphenol oder ähnlichen gibt es die leider auch nicht).

Zumindest zeigt es, dass es schon andere Stecker gibt, die nicht diese Probleme haben. Daher meine Ursprungsfrage, was sich NVIDIA dabei gedacht hat...
 
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Hallo Richie und Jan,

Vielen Dank für den guten Überblick zu den aktuellen Überhitzungsproblemen. Die Messungen mit Wärmebildkamera und Unterschieden in den Strombelastungen sind aufschlussreich. Ein paar Bemerkungen dazu was noch fehlt um dem wirklich auf den Grund zu gehen.

  • Jetzt vergleicht mal den Stecker bzw. die Kontakte mit anderen Hochstromsteckern, wie z.B. CEE, oder selbst Schuko. Da wird immer ein solider Pin verwendet. Bei diesen Steckern für Grafikkarten (Molex-artig) aber ist da ein gestanztes Blech. Das hat gezwungenermaßen große Toleranzen. Das heißt hier kann es leicht dazu kommen, dass der Übergangswiderstand auch mal deutlich über 7 mOhm liegt. Und dann entstehen da ein paar W Verlustleistung auf wenigen Millimetern und Luft kommt da auch keine dran. Das Problem ist also fast ausschließlich der Stecker.

Ciao,
vario

Im Gegensatz zum alten Mini-Fit sind die Steckerkontakte beim neuen Micro-Fit meinem Wissen nach immer massiv. Einer der Gründe für die extrem niedrige Spezifikation des 6+2-Steckers entfällt damit und auch wenn eine Abschätzung Litze vs. Pin schwierig ist, würde ich im Pin einen ähnlichen Materialquerschnitt wie in der AWG16-Zuleitung erwarten.
Natürlich weiterhin aus Blech gefaltet wird die Buchse. Aber das ist bei anderen Anschlusssystemen ja auch nicht anders und während z.B. handelsübliche Billig-Schukoverteilerdosen teilweise nur eine, selbst die hochwertige nur zwei in Längsrichtung konvexe Kontaktzunge(n) auf einen in Querrichtung konvexen Pin drücken ("Crosspoint gold" lässt grüßen^^), haben die für den 12V-2x6 spezifizierten Pins* auf jeder vier ebenen Pin-Flanken eine getrennte Feder, die sich nur in einer Dimension wegwölbt. Schuko kann sich, dank riesiger Stecker und noch viel größerer Buchsen sowie gerade wegen der geringeren Kontaktzahl natürlich viel höhere Klemmkräfte erlauben, was für eine bessere Anschmiegung und somit letztlich einen zuverlässigen Übergang sorgt. Aber vom Grunddesign her hat jeder einzelne der sechs Pins im 12V-2x6 einen besseren Übergang als der einzelne im Schukostecker. Deswegen ist letzterer ja auch nur bis 16 A freigegeben, Micro-Fit dagegen in 17-A-Ausführung erhältlich.^^
Nur die Toleranzen sind, bei einem so kleinen Produkt, natürlich auch viel kleiner und erfordern entsprechend sorgfältige Fertigung.

*: Bei 12VHPWR war auch eine andere Bauform zulässig mit zwei Federn zu je drei Kontaktpins, was je nach Verformung aber auch mindestens vier Kontaktpunkte ergeben sollte.)

Es gab auch früher schon Überlegungen zur Masse:
Ob so ein offener Aufbau mit nem fest zusammengeschraubten Gehäuse vgl. werden kann, würde mich
dann noch interessieren.

Bei der Ableitung über das Gehäuse spielen viele Faktoren eine Rolle. Vor allem Eloxierungen und Lackierungen, aber auch Einbaurahmen zum Netzteil und damit Erde. Wie unser Test mit ungeerdetem Benchtable zeigt, ist aber auch über die Masseleitungen zum Mainboard schon jede Menge Abfluss möglich.

In meinen Augen ärgerlich: Von sieben spontan gemessenen Karten hat nur einen einen Widerstand zwischen Masseleitung und Slotblech von wenigstens 3 Ohm (Löbchen an Zotac), alle anderen setzten "Erdung" pauschal mit "Masse" gleich (<0,1 Ohm). Da braucht man sich dann bei solchen Stromstärken auch nicht wundern, wenn Impulse ungehindert z.B. zu Audioausgängen vordringen.

@PCGH_Richie
Den Kabelpeitschen-Adapter in Verbindung mit 4 x 8 Pol PCIe anstatt einem nativen 12V HPWR / 2x6 zu nutzen dürfte bei dem grundsätzlichen Problem nur wenig helfen, oder?

Wenn man tatsächlich vier getrennte 6+2-Stränge anschließt (und diese vielen getrennten, nicht einzeln überwachten Leitungen alle intakt sind^^) würde man das Problem natürlich auf dem weiteren Weg zum Netzteil entschärfen. Zwölf Adern und eben so viele Kontakte am hinteren Ende sind mehr als sechs. Aber am 12V-2x6 ändert sich dadurch natürlich nichts und die Adapter selbst haben seit 4090-Tagen keinen sonderlich guten Ruf. Und wenn man, wie weithin üblich, nur zwei 6+2-Stränge mit je zwei Steckern verwendet, dann bringt man einfach nur weitere Schwachstellen ins System ein.
 
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