Fabless spielt bei Speicher meinem Wissen nach keine Rolle. Das Design von RAM ist viel zu einfach, als man da als reiner Entwickler groß etwas reißen könnte. Gute Ideen vertickt man wenn dann als solche, verkauft also z.B. wie Rambus Lizenzen. Aber bei konkreten Produkten kommen Fortschritte und Wettbewerbsfähigkeit aus der Fertigung, ergo dominieren Samsung/Micron/SK Hynix mit ihren Fabs den Markt. Umgekehrt entwickeln TSMC, Intel, Global Foundries und Co überhaupt keine RAM- oder NAND-Fertigungsprozesse, die ein Fabless-Entwickler einkaufen könnte. Die machen alle nur Compute und Sensorik. Damit kann man auch SRAM fertigen, aber die Speicherzellen von DRAM und NAND sind eine komplett anderer Schuh. (TSMC investiert auch seit längerem in MRAM mit drin.)
Du musst das Rad nicht neu erfinden, aber wenn dein Auto keine Räder hat, wirst du dir schwer tun es zu verkaufen. Warum kostet denn ein AM4 Retro X3D saftige 350€? Weil es für AMD leichter ist AM4 Upgrader zu finden als jemanden, der das gleiche Geld in 32GB RAM steckt wie in einen 9800X3D.
An der Stelle muss sich AMD fragen, ob Samsung, Micron, Hynix wirklich noch die Wasserträger sind, die mit ihren Produkten kaum Gewinnspanne machen, während nur AMD die fetten Chips erstellen kann die eine hohe Gewinnspanne erzeugen.
Knallhart runterbrechen auf Euro Gewinn pro Quadratmillimeter Chip der produziert wurde.
Knallhart runterbrechen auf externe Faktoren die den eigenen Absatz mindern.
Knallhart inventarisieren was man produzieren kann und wie.
Ergebnis:
AMD hat beim Verkauf der eigenen Produkte eine fatale Abhängigkeit durch den Umstand, dass Samsung, Micron und Hynix den Markt mit billigem Speicher fluten. Das hält die drei klein und den Verkaufswert von CPUs und GPU Chips oben. Der Drops ist gelutscht, billiger RAM kommt so schnell nicht wieder und damit auch nicht das alte Fundament von AMD. Wenn AMD nicht zusehen will wie der Speichermangel ihre Verkäufe limitiert, werden sie selbst RAM produzieren müssen. Wie angesprochen, mit nur TSMC ist die Lage kompliziert. Billigen DDR RAM macht TSMC nicht, aber teuren RAM wie HBM durchaus. Also hat AMD fast nur die Chance ein CPU Chiplet, ein I/O mit NPU Chiplet und ein HBM 16GB Chiplet zu nehmen und zu verschmelzen, fertig ist die neue CPU für den Laptop. Ist das so billig wie vor der RAM Apokalypse? Nein. Versetzt es AMD in die Lage Produkte zu verkaufen ohne von fremden RAM Lieferanten abhängig zu sein? Ja. Mir ist auch klar, dass HBM an der Stelle nicht die perfekte Lösung ist, aber es wäre definitiv eine gut genug Lösung, bis die nächste Brückentechnologie kommt.
Wer ähnlich wie AMD an der gleichen Kreuzung steht, aber selber FABs hat, kann aus der Situation mehr herausholen. Das ist der Vorteil von Intel. Die sind in allen Belangen besser aufgestellt mehr von einem PC zu fertigen ohne auf Lieferanten angewiesen zu sein.
Der Krug geht halt solange zum Lieferanten bis er bricht und jetzt ist er gebrochen. Wer PCs im Markt platzieren will muss sich fragen, ob es noch so clever ist sich auf andere zu verlassen.